Tagebuch August 2015/2

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilze August 2015/2

Im August und September ist auch die große Zeit der teils seltenen Korallenpilze unserer Kalkstandorte. Dieses Exemplar habe ich am 16 August 2015 im Radebachtal bei Blankenberg an unserem Korallenhang fotografiert. Sie wuchs an der Stelle, wo sich in der Regel die Blutrotfleckende Koralle zeigt. Die Stielbasis zeigte noch keine Verfärbungen, möglicherweise könnte es die Dreiferbene Koralle (Ramaris pallida) sein. Wir werden das beobachten.

Im August und September ist die große Zeit der teils seltenen Korallenpilze an unseren Kalkstandorten. Dieses Exemplar habe ich am 16. August 2015 im Radebachtal bei Blankenberg, an unserem Korallenhang fotografiert. Sie wuchs an der Stelle, wo sich in der Regel die Blutrotfleckende Koralle zeigt. Die Stielbasis zeigte allerdings keine Verfärbungen, handelt sich um die Dreifarbene Koralle (Ramaria formosa).

Sonntag, 16. August Da Sohn Jonas nach wie vor Schulferien hat und auch fleißig bei unserer Nachtwanderung mitgeholfen hatte, durfte er sich heute etwas wünschen, was wir gemeinsam unternehmen können. Ich half ein wenig nach und schlug die Sommerrodelbahn in Bad Doberan vor. Er war sofort damit einverstanden, auch mit dem Hintergedanken nochmals mit der historischen Kleinbahn „Mollie“ zu fahren, die von Bad Doberan bis nach Kühlungsborn an die Ostsee verkehrt. Er kann auch diese Bahn mit seinem Schüler – Ferienticket preiswert nutzen. Auf dem Wege dorthin schauten wir kurz im Radebachtal vorbei. Außer oben gezeigter Koralle, fanden wir noch einige Täublinge und jeweils einen Sommersteinpilz und einen Gallen – Röhrling. Insgesamt war aber nicht viel los. Des weiteren schaute ich eine Lokalität von Espen – Rotkappen nach. Kein einziger Frischpilz! Also auf nach Bad Doberan zum Sommerrodeln, was nicht nur Jonas sehr viel Spaß gebracht hat. Er war begeistert und am späten Abend, als wir wieder zu hause ankamen, sagte er, das war heute ein richtig schöner Tag. Das tat mir besonders gut, da ich leider viel zu viel Zeit mit dem Erhalt des Steinpilz – Wismar opfern muss und unterm Strich kommt noch nicht einmal genügend Geld für einen ordentlichen Urlaub heraus. Fast alles, was erwirtschaftet wird, fließt in den Unterhalt meines kleinen mykologischen Informationszentrums in Wismar ein. Etwa eine Stunde im Dienste der Sache tätig.

Der Rotstielige Leder - Täubling (Russula olivacea) ist ein großer ockersporer des besseren Buchenwaldes. Er zählt zu den größten Täublingen und ist gleichzeitig auch ein hervorragender Speisepilz, der aber in Ausnahmefällen auch schon zu Unverträglichkeiten geführt haben soll. Foto am 16.08.2015 im Radebachtal.

Der Rotstielige Leder - Täubling (Russula olivacea) ist ein großer Ockersporer des besseren Buchenwaldes. Er zählt zu den größten Täublingen überhaupt und ist gleichzeitig auch ein hervorragender Speisepilz, der aber in Ausnahmefällen schon zu Unverträglichkeiten geführt haben soll. Foto am 16.08.2015 im Radebachtal.

Montag, 17. August – Heute rief mich Chef – Kartierer Benno Westphal an und sagte, dass in den Wäldern auf besseren Böden nach wie vor kaum etwas los sei. Gleiches teilte mir am Abend auch Raritätenjäger Andreas Okrent mit, der noch spät und bei reichlich Dunkelheit im Haushalt Forst unterwegs war. Immerhin konnte er einen sehr ansehnlichen Bronze – Röhrling finden, dem aber auch die Schnecken schon wieder reichlich zugesetzt hatten. Parkanlagen sind also weiter im Trend. Die Gewitter der vergangenen Nacht haben zwar stellenweise wieder reichlich Regen gebracht, aber da das warme und wieder zunehmend trockene Sommerwetter anhalten soll, ist mit einem nennenswerten Durchbruch beim Pilzaufkommen in den meisten Wäldern in der nächsten Zeit wohl auch nicht zu rechnen. Wir brauchen feuchtes und kühleres Wetter. Möglicherweise können aber die Regionen, die jetzt von den anhaltenden Dauerniederschlägen provitieren, besonders hoffnungsvoll in die Zukunft sehen. Derart hohe Regenmengen können einen fundamentalen Grundstock für ein fundiertes Pilzaufkommen für Wochen legen. In einigen  Fichtenforsten in Westmecklenburg scheinen momentan massenhaft Gallen – Röhrlinge zu kommen. Diese Röhrlinge unterliegen eigenen Wachstumsbedingungen und können kräftige Schübe gerade dann entwickeln, wenn bei vielen anderen Röhrlingen eher Flaute herrscht. Heute habe ich die Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 68 Arten auf den Flächen. Erstmals in diesem Jahr mit dabei: Schmalblättriger Täubling, Buchen Spei – Täubling, Harter Zinnobertäubling und Rotstieliger Leder – Täubling. Meine Arbeitszeit heute: 09.30 Uhr bis 24.00 Uhr.

Der Harte Zinnober - Täubling isdt zwar essbar, schmeckt aber nicht sonderlich gut. Sein ausgesrochen hartes Fleisch und die charakteristischen, zinnoberroten Färbungen auf Hut und Stiel zeichen ihn aus. Am 16.08. 15 im Radebachtal fotografiert.

Der Harte Zinnober - Täubling (Russula rosacea) ist zwar essbar, schmeckt aber nicht sonderlich gut. Sein ausgesprochen hartes Fleisch und die charakteristischen, zinnoberroten Färbungen auf Hut und Stiel zeichen ihn aus. Am 16.08.15 im Radebachtal fotografiert.

Dienstag, 18. August – In die Pilzberatung werden nun wieder zunehmend Netzstielige Hexen – Röhrlinge aus den Parkanlagen gebracht. Auch frische Wiesen – Champignons sind im kommen. Vieleicht ist das ein Zeichen, dass es nun allgemein besser werden könnte. Beim Wetter ist es so, dass der große Regen an uns vorbei gezogen ist. Nun soll es wieder sonniger und wärmer werden. Die Wärme ist natürlich hilfreich, aber in sandigen Regionen kann sie auch schnell wieder die Böden austrocknen. Insbesondere in unseren Kiefernwäldern, die von vielen Pilzfreunden zum Sammeln von Speisepilzen, vor allem von Maronen – Röhrlingen, genutzt werden. Diese beliebten Speisepilze brauchen zum Gedeihen kühlere Witterung. Wärmeliebende Arten gibt es ja seit geraumer Zeit reichlich, zumindest in Parks. Eigentlich könnte es zumindest in den Laubwälder endlich deutlich besser werden. Auch denke ich, dass wir nochmal einen stärkeren Schub von Sommersteinpilzen erwarten können, aber auch echte Steinpilze könnten jederzeit einen ersten, nennenswerten Wachstumsschub bekommen. Es ist an der Zeit! Meine Arbeitszeit heute: 12.00 – 21.00 Uhr.

Dieses schöne Schlauchpilz - Stilleben sandte mir Lorchelfreund Christian Ehmke zu. Im Zentrum sehen wir den Grauen Langfüßler (Helvella macropus). Die Orangeroten Becherlinge müssen noch mikroskopiert werden, um sie näher anzusprechen.

Dieses schöne Schlauchpilz - Stillleben sandte mir Lorchelfreund Christian Ehmke zu. Im Zentrum sehen wir den Grauen Langfüßler (Helvella macropus). Die Pilze sollen aber noch mikroskopiert werden. Die orangefarbenen Becherlinge stehen dazu in einem schönen Farbkontrast.

Mittwoch, 19. August – Exkursionstag. Ich startete in der Wismarer Parkanlage am Seeblick. Kein Massenpilzwachstum mehr, dafür ein ausgeglichenes und entspanntes Auftreten von Täublingen, zunehmend einigen Milchlingen, aber auch sehr schönen Perlpilzen und seinem giftigen Doppelgänger, dem Pantherpilz. Auch zwei junge Grüne Knollenblätterpilze sowie weitere giftige Rißpilze u.a. Arten. Bemerkenswert war aber ein recht starker Schub von jungen Sommersteinpilzen. Es waren so viele, dass ich tatsächlich anfing die meist noch wallnussgroßen, teils aber auch schon fast faustgroßen Dickröhrlinge einzusammeln. Kleinere blieben stehen. Danach fuhr ich nach Lenzen um einen Parkplatz für unsere Fahrzeuge für die Pilzwanderung am kommenden Sonnabend ausfindig zu machen. Wir parken diesesmal mitten im Wald und drehen einen Rundkurs. Hier hat es in der Nacht zu Montag kräftig geschüttet, so dass der Wald feucht war. Es gibt auch einge Pilze, zumindest soviel, dass man einiges besprechen und kennen lernen kann. Danach kontrollierte ich einige Sommersteinpilz – Stellen im Sternberger Seenland. Tote Hose! Am Abend dann noch in den eigentlich pilzreichen Schweriner Schloßgarten. Kein Vergleich zum Seeblickpark, nur wenige Frischpilze. Meine dienstliche Zeit heute: 11.00 – 20.00 Uhr.

Ein Gedicht von jungen Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) heute im Park am Seeblick. Leider sind die Niederschläge in unserem Einzugsgebiet nach wie vor sehr unterschiedlich intensiv gewesen, aber dort wo etwa zum selben Zeitpunkt wie hier ausreichend Niederschlag gefallen war, kann es in den nächsten Tagen ebenfalls einen nenneswerten Schub dieser wärmeliebenden Steinpilze geben. Für Sommersteinpilze könnte es der Maximalschub des Jahres sein. Vorsicht ist vor allem im Fichtenwald geboten. Im reinen Nadelwald wachsen keine Sommersteinpilze. Hier giebt es momentan teils Massen von den äußerst ähnlichen und ungenieß0baren Gallen - Röhrlingen. Sommersteinpilze wachsen unter Eichen und Buchen! Foto 19.08.2015.

Ein Gedicht von jungen Sommersteinpilzen (Boletus reticulatus) heute im Park am Seeblick. Leider sind die Niederschläge in unserem Einzugsgebiet nach wie vor sehr unterschiedlich verteilt, aber dort, wo etwa zum selben Zeitpunkt wie hier ausreichend Niederschlag gefallen ist, kann es in den nächsten Tagen ebenfalls einen nennenswerten Schub dieser wärmeliebenden Steinpilze geben. Für diese Dickröhrlinge könnte es der Maximalschub des Jahres sein. Vorsicht ist vor allem im Fichtenwald geboten. Hier wachsen keine Sommersteinpilze, aber es giebt dort momentan stellenweise Massen von den äußerst ähnlichen, aber ungenießbaren Gallen - Röhrlingen. Sommersteinpilze wachsen unter Eichen und Buchen! Fichtensteinpilze sind relativ gut vom Gallenröhrling zu unterscheiden. Im Zweifel immer kosten! Foto 19.08.2015.

Donnerstag, 20. August – Heute morgen war ich mit Raritätenjäger Andreas Okrent kurz am Deichelsee. Außer einigen Täublingen keine Spur irgendwelcher Dickröhrlinge. Es ging ihm natürlich besonders um den Satans – Röhrling, der sich eigentlich traditionell ab August hier zeigt. Dafür gab es einen sehr seltenen, schwarzen Korkstacheling, möglicherweise Phellodon niger!. – Beim Wetter gab es heute morgen erste herbstliche Impressionen. Es herrschte dichter Nebel, der aber bald der Sonne Platz machte und es wurde wieder ein warmer und schöner Sommertag. Dort, wo nun die Sonne wieder pausenlos hinein knallt, wie beispielsweise an einigen meiner besten Sommersteinpilzkannten, verschlechtern sich die Bedingungen wieder rasant. Warm und sonnig soll es noch bis Sonntag bleiben, danach können zu Wochenbeginn Regen und Gewitter für eine kurze Abkühlung sorgen, bevor dann in der nächsten Woche die Hitze wieder voll zuschlagen könnte. Hitzeschwerpunkt, möglicherweise mit Temperaturen bis zu 35 Grad im Schatten, soll in diesem Fall besonders der Nordosten sein, also auch Mecklenburg – Vorpommern. Bei diesen Aussichten ist mit einem entscheidenden Durchbruch an der Pilzfront in absehbarer Zeit eher nicht zu rechnen. Heute habe ich unsere Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 107 Arten auf den Flächen. Erstmals dabei in diesem Jahr: Braunfleckender Milchling, Falber Milchling, Scharfer Honig – Täubling, Weicher Täubling, Glattstieliger Hexen – Röhrling, Fleischroter Lacktrichterling und Runzliger Schwindling. Meine Arbeitszeit: 09.00 Uhr – 21.30 Uhr.

Über diesen Fund habe ich mich gestern in der Parkanlage ganz besonders gefreut. Ich hatte die Art hier vor Jahren schon einmal unter einer Buchengruppe gefunden. Nachfolgend fand ich in unmittelbarer Nähe immer nur hin und wieder den viel häufigeren Flockenstieligen Hexen - Röhrling. Aber nun kam die Bestätigung meiner damaligen Bestimmung. Wir sehen hier den seltenen Glattstieligen Hexen - Röhrling (Boletus queletii) eine echte Rarität. Der Stiel weist weder eine Netzzeichnung noch rötliche Flocken auf. Weinrote Tönungen sind am Hut und besonders im Fleisch im Schnitt zu sehen. Speisewert unbekannt, aber wahrscheinlich gut durchgegart genauso essbar wie alle anderen Hexenröhrlinge. Standortfoto.

Über diesen Fund habe ich mich gestern in der Parkanlage am Seeblick ganz besonders gefreut. Ich hatte die Art hier vor Jahren schon einmal unter einer Buchengruppe gefunden. Nachfolgend fand ich in unmittelbarer Nähe immer nur den viel häufigeren Flockenstieligen Hexen - Röhrling. Aber nun kam die Bestätigung meiner damaligen Bestimmung. Wir sehen hier den seltenen Glattstieligen Hexen - Röhrling (Boletus queletii), eine echte Rarität und Rote Liste Art. Der Stiel weist weder eine Netzzeichnung noch rötliche Flocken auf. Weinrote Tönungen sind am Hut und besonders im Fleisch beim Anschnitt zu sehen. Speisewert unbekannt, aber wahrscheinlich gut durchgegart genauso essbar wie alle anderen Hexenröhrlinge. Standortfoto.

Freitag, 21. August – Heute fuhr ich kurz informativ zu einer eher schattigen Buchenwaldstelle im Revie Weiße Krug, an der es in der Regel einige Sommersteinpilze gibt, sobald sich ein neuer Schub einstellt. Auch interessante Täublinge sind hier zu finden. Das Resultat: Nicht die Spur irgendeines Frischpilzes! Es ist ist also nach wie vor ein Lotteriespiel, an welcher Stelle und in welchem Wald oder Park es momentan lohnt. Das es sich zumindest vereinzelt lohnen kann, hat der Park am Seeblick bewiesen. Auch Lorchelfreund Christian Ehmke war heute dort und wollte mich voller Begeisterung darüber informieren, dass er dort den Glattstieligen Hexen – Röhrling entdeckt hat. Etwas enttäuscht war er allerdings, als er in das Tagebuch schaute und auf das Foto dieses seltenen Röhrlings vom gestrigen Eintrag stieß, mit dem Hinweis des Fundortes. Dieser war mir schon seit einigen Jahren bekannt, aber schön, das die Lokalität nun mehrfach bestätigt wurde. Meine Arbeitszeit: 12.00 – 23.00 Uhr.

Morgen geht es während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung in den Wald bei Lenzen im Naturpark Sternberger Seenland. Neben anderen Großpilzen gibt es hier auch diese Giganten, die Riesenporlinge (Meripilus giganteus). Das Standortfoto habe ich hier am 19. August aufgenommen. Jung und zart, kann der Pilz gegessen werden und soll sogar recht gut schmecken, wenn nur nicht die schwärzliche Verfärbung wäre.

Morgen geht es während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung in den Wald bei Lenzen im Naturpark Sternberger Seenland. Neben anderen Großpilzen gibt es hier auch diese Giganten, die Riesenporlinge (Meripilus giganteus). Das Standortfoto habe ich hier am 19. August aufgenommen. Jung und zart kann der Pilz gegessen werden und soll sogar recht gut schmecken, wenn nur nicht die schwärzliche Verfärbung wäre.

Sonnabend, 22. August – Wir erleben dieser Tage wirklich Sommerwetter vom feinsten. Angenehm warm am Tage bei Temperaturen um 25 Grad und relativ frische Nächte, zumindest in den Frühstunden. Morgen noch ähnlich mit leichter Schauerneigung und dann übernimmt „Hans“ die Regie mit Regen, Gewitter und viel Wind. Er wird uns einen Hauch von Herbst bescheren mit durchaus nennenswerten Niederschlägen. Das ist auch sehr wichtig, denn in der 2. Hälfte der nächsten Woche ist wieder eine kurze Hitzewelle angekündigt. – Beim Pilzaufkommen sind weiterhin unterschiedliche Entwicklungen zu sehen. Auf unserer heutigen Pilzwanderung in der Seeblickregion um Lenzen und Lohmen war es in teils wirklich vielversprechenden Buchenwäldern immer noch sehr mager. Röhrlinge so gut wie keine. Vereinzelte Täublinge, aber wenigsten ein kleiner Wachstumsschub von Stockschwämmchen. In der Pilzberatung wurden mir heute von der Insel Poel reichlich Röhrlinge vorgelegt. Neben Wurzelnden Bitter – Röhrlingen auch Netz– und Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, schöne junge Sommersteinpilze und sogar ein Echter Steinpilz. Der ist neu für die Insel Poel! Außerdem wollte sich heute ein Besucher der Pilzausstellung  vergewissern, ob er tatsächlich gestern in einem Buchenwald bei Schwerin den sehr seltenen und eingewanderten Tintenfischpilz gefunden hätte. Dieses konnte ich ihm anhand des aufgenommenen Fotos bestätigen. Bei Schwerin ist die Art seit längerem bekannt, aber dieses scheint ein neuer Fundort zu sein. Im übrigen schwärmte er von seiner gestrigen Pilzexkursion. Sehr viel Pfifferlinge, reichlich Maronen, „die Schießen nur so aus dem Waldboden“ und herrliche Birkenpilze. Er mußte sogar noch seine Jacke ausziehen um die Pilzmengen mit nach hause zu bekommen. Ich denke, dass war kein Pilzsammlerlatein. Der Pilzfreund wirkte glaubwürdig! Es gibt also Wälder, in denen inzwischen anscheinend schon die Post abgeht. Das Waldgebiet ist mir bekannt, aber ich möchte es an dieser Stelle nicht erwähnen, da es das Stammrevier des Schweriner Pilzfreundes ist. Meine Arbeitszeit: 07.45 Uhr – 23.00 Uhr.

Frische Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) heute im Wald bei Lenzen. Seit Pfingsten habe ich keine mehr gesehen. Langsam mehren sich die Zeichen des beginnenden Pilzherbstes! Standortfoto.

Frische Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) heute im Wald bei Lenzen. Seit Pfingsten habe ich keine mehr gesehen. Langsam mehren sich die Zeichen des beginnenden Pilzherbstes! Standortfoto.

Sonntag, 23. August – Aufgrund des Fundes vom Tintenfischpilz eines Schweriner Pilzsuchers fuhren Irena, Jonas und ich heute zu einer früheren Fundstelle dieser eingeschleppten Art im Süden von Schwerin. Damals wuchs der Blumenpilz hier in Massenbeständen zwischen Holzschredder. Da vom Schredder natürlich nichts mehr übrig war und der Standort außerdem stark verkrautet ist, war von diesen interesannten Exoten auch nichts mehr zu sehen. Der Standort dürfte erloschen sein! Weit entfernt von diesem ehemaligen Fundort scheint allerdings der neue Standort des Pilzsuchers nicht entfernt gewesen zu sein, so dass die Art irgendwo im weiteren Umfeld immer noch vorhanden zu sein scheint. Danach schauten wir ganz kurz in des Waldstück südlich von Schwerin, wo unserer Pilzsucher kürzlich so reichlich fündig wurde. Da wir nicht viel Zeit hatten, weil Jonas nochmals nach Bad Doberan zum Sommerrodeln wollte, war es nur ein ganz kurzer Besuch von einer viertel Stunde. Auf den ersten Blick sehr trocken und nichts an Pilzen. Etwas weiter im Wald dokumentierten große Pfützen starken Regen in der letzten Zeit, so dass es eigentlich für`s Pilzwachstum ausreichen müßte. Außer vereinzelt mal einen Täubling oder Scheidenstreifling war es aber genauso trostlos wie in jedem anderen Wald in unserem Einzugsgebiet derzeit auch. Ich Denke, der Schweriner Pilzfreund kennt hier seine Stellen und schließlich gibt es vereinzelt immer mal sogenannte Pilzoasen, wo es plötzlich recht artenreich und ergiebig sein kann.

Auch diese fotogenen Samtfuß - Kremplinge (Paxillus atrotomentosus) wuchsen in diesem Wald an Fichtenstubben. Als Speisepilz nicht empfehlenswert.

Auch diese fotogenen Samtfuß - Kremplinge (Paxillus atrotomentosus) wuchsen in diesem Wald an Fichtenstubben. Als Speisepilz nicht empfehlenswert.

Montag, 24. August – Der Sommer neigt sich nun bald dem Ende zu und in der Aspektabfolge des Pilzjahres befinden wir uns ohnehin schon im Herbst. Bis auf die Parkanlagen, die im Sommer meist pilzreicher sind als die Wälder, erlebten wir einen ausgesprochen schlechten Pilzsommer. Weit unter dem Durchschnitt und das, obwohl wir zumindest gebietsweise ausreichend Niederschläge für ein nenneswertes Pilzaufkommen hatten. Es war einfach kein Drang zur Fruchtkörperbildung vorhanden. Nun können wir auf den Herbst hoffen und der könnte möglicherweise ein Massenwachstum im Gepäck haben, zumindest wenn die metereologischen Ramenbedingungen stimmen. Das bedeutet aber auch, dass es womöglich nicht vor Mitte bis Ende September richtig los gehen könnte. Trotzdem werden wir am Ball bleiben, denn ich hoffe, wir brauchen nicht solange zu warten. Beim Wetter ist nun auch wieder etwas Regennachschub unterwegs, dank Sturmtief „Hans“. Nach dem es gestern Nachmittag und in der vergangenen Nacht örtlich schon kräftige Gewittergüsse gab, ziehen jetzt am Abend und in der Nacht vermehrt schauerartige und gewittrige Regenfälle von Süden auf. Gebietsweise sind hohe Regenmengen bis 30 l/qm oder sogar mehr möglich! Im weiteren Wochenverlauf geht es spannend weiter. Heiße Luft versucht wieder Deutschland zu fluten aber von Nordwesten hält eine Kaltfront dagegen. Es entsteht besonders zum Wochenende hin eine scharfe Luftmassengrenze und unser Einzugsgebiet scheint genau an dieser zu liegen. Das könnte starke Gewitter und Regenfälle bedeuten. Schauen wir, wie es sich entwickelt. Heute habe ich die Ausstellung erneuert. Es liegen 72 Arten auf den Flächen. Zum ersten mal in diesem Jahr dabei: Ledergelber Öhrling und Dünnschaliger Kartoffelbovist. Meine Arbeitszeit: 09.00 – 21.15 Uhr.

Langsam tauchen auch vereinzelt die ersten Schleierlinge auf. Hier sehen wir den hübschen Rotschuppigen Rauhkopf (Cortinarius bolaris), den Christian Ehmke dieser Tage im Buchenwald fotografiert hat. In manchen Jahren finden wir den Pilz recht häufig insbesondere an trockenen, nichtkalkhaltigen Standorten. Kein Speisepilz.

Langsam tauchen auch vereinzelt die ersten Schleierlinge auf. Hier sehen wir den hübschen Rotschuppigen Rauhkopf (Cortinarius bolaris), den Christian Ehmke dieser Tage im Buchenwald fotografiert hat. In manchen Jahren finden wir den Pilz recht häufig, insbesondere an trockenen, nichtkalkhaltigen Standorten. Kein Speisepilz.

Dienstag, 25. August – Heute habe ich eine kleine Sendung mit 20g getrockneter Sommersteinpilze aus dem Seeblickpark in Wismar – Wendorf zur Untersuchung auf radioaktives Cäsium 137 für die Hochschule Fulda fertiggemacht und werde sie in den nächsten Tagen abschicken. Hier läuft seit 2012 ein Projekt zur Untersuchung von Speisepilzen und Wildfleisch im Hinblick auf noch vorhandene Strahlung vom Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahre 1986. Das Cäsium hat eine Halbwertzeit von 30,1 Jahre, dass heißt, es reduziert sich in diesem Zeitraum um die Hälfte. Da die Untersuchung schon einige Jahre im Gange ist, gibt es auch schon erste Ergebnisse. Es wurden auch zwei Proben von Maronen oder Steinpilzen aus unserem Einzugsgebiet, nähmlich von Rostock und dem Südwesten Mecklenburgs, aus dem Raum Hagenow, untersucht und ausgewertet. Beide Proben waren unbedenklich. Der Grenzwert von 600 Bq wurde nicht überschritten. Höhere Werte wurden teilweise auf Rügen festgestellt. Außerdem war ich heute kurz auf dem Friedhof unterwegs. Das Pilzaufkommen war eher schwach. Nelkenschwindlinge, einige Champignons und Röhrlinge sowie ein Täubling. Dabei traf ich auch unseren Lorchelfreund Christian Ehmke. Er hat die bekannte Stelle mit den Fahlen Röhrlingen kontrolliert. Hier kommen wieder ganz kleine aus dem Boden. Vorher war er im Staatsforst Jamel, zwischen Wismar und Grevesmühlen. Außer zahlreichen Gallen – Röhrlingen schoben nun auch punktuell ganz frische Maronen im moosigen Fichtenwald. Dieser beliebte Speisepilz scheint nun doch allmählich in Fahrt zu kommen. Gestern Abend und in der vergangenen Nacht gab es recht verbreitet Regen und Gewitter. Besonders die Bereiche östlich b.z.w. südöstlich von Wismar und Schwerin haben ganz ordentliche Regenmengen bekommen. Der nordwestliche Bereich, einschließlich Wismar, haben dann heute Nachmittag kräftige Regengüsse abbekommen. Ein neues Regengebiet nähert sich bereits von Westen und in den nächsten Tagen kann es an der sich ausbildenden Luftmassengrenze ergiebige, flächendeckende Regenfälle geben, bevor am Wochenende auch bei uns die Hitze noch einmal ganz kurz vorbeischauen könnte. Sie dürfte aber gleich wieder von kräftigen Gewittern vertrieben werden. Diese Niederschläge sollten dann endlich den letzten, auslösenden Grundstein für den Pilzherbst legen. Ich denke, der September schickt sich an, ein ganz toller Pilzmonat zu werden! Meine Arbeitszeit: 12.30 Uhr – 21.30 Uhr.

Vereinzelt durchbrachen Stadt - Champignons (Agaricus bitorquis) den blanken Erdboden des Wismarer Friedhofs. Dieser Champignon soll der Vater unserer weißen Kulturchampignons sein, den wir an den Gemüseständen angeboten bekommen. Leider sind die Wildformen aufgrund ihres Standortes in Städten und an stark befahrenen Straßen einer erhöhten Schadstoffbelastung ausgesetzt. Standorftoto 25.08.2015.n

Vereinzelt durchbrachen Stadt - Champignons (Agaricus bitorquis) den blanken Erdboden des Wismarer Friedhofs. Dieser Champignon soll der Urvater unserer weißen Kulturchampignons sein, die wir an den Gemüseständen angeboten bekommen. Leider sind die Wildformen aufgrund ihres Standortes in Städten und an stark befahrenen Straßen einer erhöhten Schadstoffbelastung ausgesetzt. Standorftoto 25.08.2015.

Mittwoch, 26. August – Heute habe ich eine ausgiebige Info – Tour bis in die südöstlichen Gebiete unseres Aktionsradiuses unternommen. Zunächst in die Lüschower Tannen bei Alt Schwinz, im Mildenitzgebiet, dann in einen guten Buchenwald bei Mestlin, weiter in die Pfifferlingstannen bei Parchim, dann in einen Wald zwischen Demen und Buerbeck und zu guterletzt in das Radebachtal bei Blankenberg. Pilztechnisch so schlecht, wie es schlechter zu dieser Jahreszeit kaum sein kann! Selbst in Vorjahren, wo wir sagten, es ist immer noch kaum etwas los, war vergleichsweise einiges los. Es war absolut schlecht und auch nicht das leiseste Anzeichen eines beginnenden Wachstumsschubes! Ganz vereinzelt mal ein Täubling, Scheidenstreifling oder Perlpilz. Um es zu konkretisieren: drei Täublinge, zwei Scheidenstreiflinge, einen Perlpilz, fünf Pfifferlinge, drei vertrocknete Champignons, einen verunglückten Kegelhütigen Knollenblätterpilz, vier Gelbbraune Trichterlinge, vier Kartoffel Boviste und an Fichtenstubben immer mal wieder Samtfuß – Kremplinge. Die haben zur Zeit wirklich Hochsaison! Möglicherweise sieht es Richtung Westen oder Südwesten etwas besser aus, aber ich Denke, höchstens punktuell und ganz vereinzelt. Geregnet hatte es in den meisten der heute besuchten Gebiete in den letzten Tagen reichlich. Teilweise standen vor kurzem die Waldwege stellenweise komplett unter Wasser, was ein schwierges Fahren für mich zu Folge hatte. Regennachschub soll es morgen und am Freitag geben. Der große Regen scheint aber auch diesesmal eher an unseren Gebieten vorbei zu ziehen, aber es werden immerhin noch 10 – 20 l/m prognostiziert und auch im weiteren Verlauf ist wohl immer mal mit Regen zu rechnen. Ich Denke, wir erleben momentan die sprichwörtliche und fast schon unheimliche Ruhe vor dem Sturm, der irgendwann im September mit Macht losbrechen dürfte! Meine dienstliche Zeit heute: 12.30 – 21.30 Uhr.

Bei aller Bescheideheit an der derzeitigen Pilzfront ist zumindest ein positives Signal zu vermelden. Der leckere Schwefelporling hat zu seinem zweiten Wachstumsschub des Jahres ausgeholt. Sie erscheinen nun wieder unübersehbar an Weiden, Robinien, Eichen und so wie hier an Pflaumenbäumen. Dieses sind ganz jung und saftig, in Scheiben geschnitten, kurz blanchiert und dann gebraten ergeben sie das Hännchenschnitzel für Vegetarier: 26.08.2015 bei Brüel.

Bei aller Bescheidenheit an der derzeitigen Pilzfront ist zumindest ein positives Signal zu vermelden. Der leckere Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) hat zu seinem zweiten Wachstumsschub des Jahres ausgeholt. Sie erscheinen nun wieder unübersehbar an Weiden, Robinien, Eichen und so wie hier, an Pflaumenbäumen. Diese Pilze hier sind ganz jung und saftig. In Scheiben geschnitten, kurz blanchiert und dann gebraten ergeben sie ein schmackhaftes Hähnchenschnitzel für Vegetarier: 26.08.2015 bei Brüel.

Donnerstag, 27. August – Die Luftmassengrenze liegt nun direkt über uns und hat bereits zeitweilige Regenfälle gebracht. Nachts kann es noch weiter regnen, erst im morgigen Tagesverlauf soll es dann abtrocknen. Die Temperaturen sollen bis Sonnabend noch moderat bleiben, aber am Sonntag und Montag soll die Hitze auch bei uns noch ein letztes mal zuschlagen, inklusive Gewitter. Ab Dienstag deutet sich dann wohl eine nachhaltige Umstellung der Großwetterlage auf herbstliches Niveau an. Der jetzige Regen, die kommende Hitze mit Gewittern und die dann gedämpften Temperaturen sollten das Pilzwachstum endlich aus der Reserve locken. Wichtig ist, dass nicht kühle, windige und trockene Witterung im weitern Verlauf einzug hält, die die Entwicklung stören könnte. Gelegentliche Regenfälle scheinen aber auch weiterhin möglich zu sein. Freuen wir uns also auf den in Kürze bevorstehenden Pilzherbst. Heute habe ich die Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 78 Arten auf den Flächen. Davon erstmals in diesem Jahr dabei: Übelriechender Champignon. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 21.00 Uhr.

Hier sehen wir den Gebänderten Dauerporling (Coltricia perenis) den ich gestern am sandigen Waldwegrand in den Lüscher Tannen fotografiert habe. Die Konsistenz ist lederig korkig und der Pilz komplett ungenießbar. Er sieht zwar sehr dekorativ aus, aber beim trocknen schurrt er leider stark zusammen.

Hier sehen wir den Gebänderten Dauerporling (Coltricia perennis) den ich gestern am sandigen Waldwegrand in den Lüschower Tannen fotografiert habe. Die Konsistenz ist lederig korkig und der Pilz ist daher komplett ungenießbar. Er sieht sehr dekorativ aus, aber beim trocknen schurrt er stark zusammen.

Freitag, 28. August – Heute hatte ich aus dem Wald bei Demen noch einen Sack Moos für eine kleine, mögliche Pilzausstellung am Roten See bei Brüel geholt. Dort findet nähmlich morgen unser traditionelles Treffen der Pilzfreunde aus Wismar und Rehna statt. Fraglich ist allerdings, ob es sich überhaupt lohnt, eine Ausstellungsfläche aufzubauen, denn es sieht in den Wäldern nach wie vor sehr dürftig aus. Nur punktuell, in Oasenform, ist es möglich, auch einmal nennenswert fündig zu werden. So können z. B. im Raum Rehna exotische Steinpilze sogar korbfüllend gefunden werden. Ansonsten heißt es Geduld haben. Geregnet hat es nun überall ausreichend und teils grundsteinlegend. Daher möchte ich es mal wieder riskieren, unsere altbwehrte Faustregel zum besten zu geben. Mit anderen Worten, in 10 – 14 Tagen sollte es wieder bergauf gehen, diesesmal aber richtig! Trotzdem sah ich heute nach dem Regen schon einige Autos an den Waldstraßenrändern stehen. Liebe Pilzfreunde, laßt es sein! In zwei Wochen dürfte die Welt schon anders aus sehen, wenn das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung macht. So wie es aussieht, wird dies wohl zunächst nicht der Fall sein. Pünktlich zum metereologischen Sommerende bäumt sich die warme Jahreszeit noch einmal zum großen Paukenschlag auf und das in doppelter Hinsicht. Zum einen wird es noch mal richtig warm bis heiß, zum anderen droht das große Donnerwetter zum Sommerfinale. Ob es die heiße Luft tatsächlich noch einmal bis direkt an die Strände schaft, ist ungewiß. Ein kleines, aber sehr gefährliches Gewittertief könnte das unterbinden. Ab der Nacht zu Sonntag und am Sonntag drohen besonders in Küstenähe schwere Unwetter! In sehr labiler, mit Feuchtigkeit angereicherter Luft und starken, gegenläufigen Höhenwinden können äußerst heftige Gewitter mit Starkregen, Großhagel und Orkanböen auftreten. Es wird auch mit der Ausbildung von Superzellen gerechnet. Das sind in sich routierende, langlebige, aber meist kleinräumige Gewitterzellen, ähnlich einem Brummkreisel und von ungeheuerer Gefährlichkeit. Superzellen können durch ihre starke Routation Tornados ausbilden und sind vor allem in Nordamerika häufig. Am Montag drohen dann mit Annäherung einer Kaltfront weitere, teils unwetterartige Gewitter. Also am Sonntag und Montag lieber die Wälder meiden, denn ähnliches haben wir ja schon am 5. Mai erlebt, siehe Bützow und Brüel! Meine Arbeitszeit heute: 11.30 Uhr – 22.00 Uhr.

Etwas länger habe ich mir heute den Kopf zerbrochen über diesen Porlingsfund auf der Unterseite noch am Baum hängender Kiefernäste. Ich bin zwar viele Jahre mit unserem Porlingsexperten Jürgen Schwik durch die Wälder zum Kartieren gelaufen und wir hatten die Art damals auch, wenn auch nur wenige male, da recht selten, gefunden. Aber sie war mir nicht mehr gegenwärtig, So dauerte es eine weile, bis ich den Pilz heute Abend zuordnen konnte. Fältlingsähnlicher Porling (Gloeoporus taxicola) im Wald zwischen Venzkow und Demen.

Etwas länger habe ich mir heute den Kopf zerbrochen über diesen Porlingsfund auf der Unterseite noch am Baum hängender Kiefernäste. Ich bin zwar viele Jahre mit unserem Porlingsexperten Jürgen Schwik durch die Wälder zum Kartieren gelaufen und wir hatten die Art damals auch, wenn auch nur wenige male, da recht selten, gefunden. Aber sie war mir nicht mehr gegenwärtig, So dauerte es eine weile, bis ich den Pilz heute Abend zuordnen konnte: Weinrötlicher Gleoporling (Gloeoporus taxicola) im Wald zwischen Venzkow und Demen.

Sonnabend, 29. August – Zum 11. mal in Folge trafen sich heute die Pilzfreunde des Rehnaer Pilzvereins Heinrich Sternberg e.V. und einige Mitglieder der Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. zu ihrem traditionellen Vereinstreffen am Roten See bei Brüel. Wir bildeten zwei Exkursionsgruppen. Irena Dombrowa fuhr mit ihren Leuten in den Wald bei Basthorst und Torsten Richter und Reinhold Krakow führten ihre Pilzfreunde durch das Radebachtal bei Blankenberg. Immer eine gute Adresse nicht nur für Speisepilzsammler, sondern vor allem auch für Leute, die über den Tellerand hinaus blicken möchten. Der Tellerand war heute allerdings für alle sehr hoch, so dass es weder Speisepilze, noch die hier sonst anzutreffenden, sehr interessanten Pilzarten in nennenswerten Mengen gab. Dennoch konnten wir einige schöne Funde tätigen und die reizvolle Landschaft begeistert ohnehin. Die Rehnaer Pilzfreunde wollten es zunächst nicht wahr haben, dass es in dieser Region so wenig Pilze gibt, denn in den westlicheren Wäldern, so auch um Rehna, soll es durchaus schon besser ausehen. Erste, zaghafte Anzeichen waren aber auch hier schon zu erkennen. Winzig kleine Steinpilze sitzen in den Startlöchern! Siehe unter „11. Vereinstreffen am Roten See“.

Für viel action und Aufmerksammkeit sorgten diese eher unscheinbaren Pilze auf altem Pferdemist mitten auf dem Waldweg. Die Begeisterung war groß und zunächst waren alle etwas ratlos, welcher Gattung die größeren, graubeigen und schleimigen Blätterpilze wohl zuzuordnen wären. Nach ausgiebigen Fotomarathon aller beteiligten gelng in einer konzertierten Aktion die konkrete Bestimmund sehr schell. Der recht seltene Halbkugelige Träuschling (Stropharia semiglobata9. Das kleine, graue Pilzchen muss aber einer mikroskopischen Untersuchung unterzogen werden. Ein schöner Fund, der alle begeisterte und vieleicht bei größerem Pilzaufkommen untergegangen wäre. Standortfoto.

Für viel Wirbel und Aufmerksamkeit sorgten diese eher unscheinbaren Pilze auf altem Pferdemist mitten auf dem Waldweg. Die Begeisterung war groß und zunächst waren alle etwas ratlos, welcher Gattung die größeren, graubeigen und schleimigen Blätterpilze wohl zuzuordnen wären. Nach ausgiebigen Fotomarathon aller Beteiligten gelang in einer konzertierten Aktion die konkrete Bestimmung sehr schell. Es ist der giftverdächtige Halbkugelige Träuschling (Stropharia semiglobata). Das kleine, graue Pilzchen wurde einer mikroskopischen Untersuchung unterzogen. Es ist ein Behangener Düngerling (Panaeolus papilionaceus). Standortfoto.

Sonntag, 30. August – Die teils kräftigen Gewitterschauer haben örtlich wieder einiges vom Himmel prasseln lassen. So war ich am Nachmittag für einen Kurzbesuch im Wald zwischen Pinnow und Sukow. Sandiger, moosreicher Nadelwald, so wie ihn viele Speisepilzsucher lieben. Hier war es klatschnass. Auch vor gut zwei Wochen hatte es hier schon stark geregnet. Trotzdem so gut wie keine Frischpilze, bis auf einige Gruppen von ungenießbaren Brennenden Rüblingen. Am frühen Abend baute ich die kleine Pilzaussttellung am Roten See wieder ab und Jonas ging Baden. Meine dienstliche Zeit heute: 10.00 – 14.30 Uhr und nochmals 18.00 – 19.00 Uhr.

Die einzigen Frischpilze heute im Wald bei Sukow: ungenießbare Brennende Rüblinge (Collybia peronata).

Die einzigen Frischpilze heute im Wald bei Sukow: ungenießbare Brennende Rüblinge (Collybia peronata). Den Schnecken scheint`s aber zu schmecken. Was bleibt ihnen auch über, es gibt kaum andere Pilze.

Montag, 31. August – Der Sommer lief heute auch bei uns noch einmal zur Hochform auf. Es war zum Nachmittag sonnig, sehr warm und schwül. Damit ist nun Schluss! Ab morgen geht es deutlich bergab mit den Temperaturen, denn die Luftmassen kommen in der weiteren Woche aus dem hohen Norden. Beim Pilzaufkommen reiht sich der August in die vorlaufenden Sommermonate ein, als äußerst schlechter Pilzmonat! Einen derart schlechten Pilzsommer haben wir schon lange nicht mehr erlebt, und das, obwohl bei uns nicht die ganz große Trockenheit herrschte. Da haben wir in trockeneren Sommern durchaus schon mehr gefunden. Einzig in Parkanlagen lohnte es sich zeitweise. Bis jetzt erlebten wir also ein ungewöhlich schlechtes Pilzjahr, ob wohl der Herbst noch einiges gut machen kann? – Ich Denke schon, wenn das Wetter mitspielt! Ich habe heute unsere derzeit leider sehr dürftige Aussttellung erneuert. Es liegen 72 Arten auf den Flächen. Zum ersten mal in diesem Jahr dabei: Kirschroter Spei – Täubling und Weinrötlicher Gloeoporling. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 24.00 Uhr.

Mit diesem schönen Foto von Christian Ehmke möchte ich das August - Tagebuch schließen. Er fand diesen schönen Erdstern kürzlich im Fichtenwald. Es dürfte sich um den Kleinen Nesterdstern (Geastrum coronatum) handeln, eine kalkliebende Art.

Mit diesem schönen Foto von Christian Ehmke möchte ich das August - Tagebuch schließen. Er fand diesen schönen Erdstern kürzlich im Fichtenwald. Es dürfte sich um den Kleinen Nesterdstern (Geastrum coronatum) handeln.

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