Mittwochsexkursion Dahmser Holz

02. August 2023 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion bei Lübtheen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2632/3 – Dahmser Holz

Heute im Dahmser Holz.

Im dritten Quadranten des Messtischblattes Lübtheen, im Maßstab 1 : 25 000, finden wir als Exkursionsgebiete das Dahmser Holz, nordwestlich der Ortschaft Quassel, oder eine größeres Waldfläche südlich des Flusses Sude und des Ortes Garlitz vor. Das Dahmser Holz besuchte ich im Ramen der Mittwochsexkursionen schon einmal im Sommer des Jahres 2021. Laub- und Nadelforste auf für die Griese Gegend so typischen, armen Sandböden. Also meist auch saure Bodenverhältnisse mit einem entsprechenden Frischpilz – Aufkommen. Eine saure Frischpilzflora ist bekanntlich besonders bei den Kochtopf – Mykologen beliebt. Fühlen sich hier doch Pfifferling, Marone oder Steinpilz ganz besonders wohl. Aber uns interessieren heute natürlich alle im Feld ansprechbaren und mit bloßen Augen zu erkennenden Großpilze. Es soll ja Kartiert werden, aber gegen gefüllte Sammelkörbe mit leckeren Speisepilzen ist natürlich nichts einzuwenden. Auch wenn das hier in den Sommermonaten mitunter schwierig werden könnte. So auch heute. Es hatte zwar auch hier im Vorfeld immer mal geregnet und ganz besonders heute wollte der Himmel seine Schleusen einfach nicht schließen. So waren Regenbekleidung und Schirm unentbehrlich. Das Frischpilzaufkommen konnte allerdings auch dieses mal nicht wirklich überzeugen.

Direkt bei unserer Ankunft und kaum den Fahrzeugen entstiegen, begrüßten uns diese Küchen – Schwindlinge (Marasmius scorodonius).

Ja, es war eine sehr feuchte Angelegenheit heute im Dahmser Holz.

In den Moospolstern zahlreiche Heftel – Nabelinge (Rickenella fibula).

Oder auch diese Purpurschneidigen Bluthelmlinge (Mycena sanguinolenta).

Ein Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweinitzii).

Junge, Gestreifte Teuerlinge (Cyathus striatus).

Diese Tintlinge (Coprinus/Coprinellus) blieben unbestimmt.

Eine Lupe ist für den Feldmykologen immer hilfreich.

Christian Boss (links) aus Wismar und Dr. Wulf Schulze aus Hamburg bei der Begutachtung eines Tintlings.

Der essbare Graublaue Reiftäubling (Russula parazurea), bei dem nassen Wetter selbstverständlich ohne Bereifung.

Ein interessanter Rißpilz der Gattung Inocybe. Dr. Wulf Schultze nahm ihn sich mit nach Hamburg zur mikroskopischen Untersuchung.

Heraus kam der Spitzschuppige Höcker – Rißpilz (Inocybe stellatospora). Ganz herzlichen Dank in die Hansestadt an der Elbe!

Hier hätte der Kochtopf – Mykologe zugegriffen. Maronen – Röhrling (Xerocomus badius).

Ein Eichen – Milchling (Lactarius quietus) im Regen. Gut ist die angedeutete und typische Zonierung zu erkennen. Man achte auch auf den Blattwanzen – Geruch.

Zerreibt man den dünnfleischigen Hut des Brennenden Rüblings (Collybia peronata) zwischen den Fingern, entströmt ihm ein säuerlicher Geruch, der an Essig erinnert. Sein Geschmack ist brennend scharf.

Der Lachsfarbene Schleimpilz (Tubifera ferruginosa) fühlt sich bei dem feuchten Wetter so richtig wohl.

An einem Buchenstubben gedeiht die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorha).

Bei dem Wetter sehr praktisch, ein Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera). Leider war er noch nicht aufgeschirmt!

Junge, noch geschlossene Tiegel – Teuerlinge (Crucibulum laeve).

Sie gehören zu den Nestlingen.

Ein Rötling (Entoloma spec.) von unten.

Und von oben.

An dünnen Laubholz – Ästen zahlreiche Ästchen – Schwindlinge (Marasmiellus rameales).

Vielen Dank an Pilzfreundin Dorit für dieses Erinnerungsfoto.


Hier die Artenliste von MTB 2632/3 = Dahmser Holz: Küchen – Schwindling, Postament – Helmling, Rosshaar – Schwindling, Gelbe Lohblüte, Zerfließende Gallertträne, Brennender Rübling, Grünblättriger Schwefelkopf, Blutmilchpilz, Waldfreund – Rübling, Mäuseschwänzchen, Rehbrauner Dachpilz, Striegeliger Schichtpilz, Kiefern – Braunporling, Rotrandiger Baumschwamm, Gestreifter Teuerling, Fichten – Wurzelschwamm, Blaugrauer Reiftäubling, Rotbrauner Scheidenstreifling, Breitblättriger Rübling, Maronen – Röhrling, Klebriger Hörnling, Samtiger Schichtpilz, Birken – Zungenporling, Weißmilchender Helmling, Eichen – Milchling, Sklerotien – Porling, Schmetterlings – Tramete, Kiefernnadel – Spaltlippe, Perlpilz, Gemeiner Violettporling, Buchenwald – Wasserfuß, Echter Zunderschwamm, Halbresupinater Weichporling, Lachsfarbener Schleimpilz, Angebrannter Rauchporling, Vielgestaltige Holzkeule, Riesenschirmpilz, Tiegel – Teuerling, Glimmer – Tintling, Mai – Stielporling, Eichen – Filzröhrling, Falscher Rotfußröhrling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Ästchen – Schwindling, Rotfuß – Röhrling, Wiesen – Staubbecher, Spitzschuppiger Höcker – Rißpilz und Nelkenschwindling.

Und nun lockerten sich die Wolken am Himmel auf. Uns nützte es nichts mehr.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!