21.06.2025 Öffentliche Wanderung im Sophienholz zwischen Nevern und Goldebee

21.06.2025 Öffentliche Wanderung im Sophienholz zwischen Nevern und Goldebee

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Amethystfarbenen Wiesenkoralle

Im Sophienholz zwischen Nevern und Goldebee

Unser heutiges Exkursionsgebiet – das Sophienholz zwischen Nevern, Ravensruh und Goldebee bei herrlichem Sonnenschein.
Foto: Christian Boss


6 Pilzfreunde trafen sich heute in Neukloster an der Tankstelle zur Öffentlichen Wanderung. Wir besuchten das nahegelegene Sophienholz zwischen Nevern und Ravensruh – einem vielseitiges Waldgebiet auf besseren Böden mit vorwiegend Buchen, Fichten aber auch sumpfigen Abschnitten mit Erlenbrüchen.

Im Herbst, mitunter aber auch im Sommer, kann es hier sehr artenreich zugehen. Es handelt sich um einen der interessantesten Wälder im näheren Umfeld Neuklosters.

Unsere Erwartungen hielten sich aufgrund der vorausgegangenen Trockenperiode in Grenzen. Stellenweise war auch nicht ein einziger Pilz zu sehen. Vereinzelt gab es Perlpilze, Graue Wulstlinge und Täublinge. Die waren jedoch teilweise so von den Schnecken zerfressen, dass viele es nicht auf ein Foto schafften.

Allerdings machte uns der Fund des ersten von den Schnecken zerfressenen Sommersteinpilzes Hoffnung. Diese Hoffnung wurde letztendlich auch Wirklichkeit – es gab tatsächlich zu guter Letzt gefüllte Körbe für die Speisepilzsammler.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

Täublinge waren heute einige am Start – hier ein grüner Frauentäubling (Russula cyanoxyntha).
Foto: Catrin Berseck

 

Die ersten Vertreter der Rotfußröhrlinge (Xerocomellus sp.) ließen sich auch endlich blicken.
Foto: Catrin Berseck

 

Mitten im Wald finden wir den Grabstein des ehemaligen Forstmeisters Carl Regenstein und seiner Familie.
Foto: Catrin Berseck

 

Daneben dann gleich dieser „Thron“ – der heute aber unbesetzt blieb. Und das aus gutem Grund.
Foto: Catrin Berseck

 

Auf unserer letzten Vereinsexkursion im Mai 2022 in dieses Gebiet titelte Reinhold dieses Foto so: „Ein Thronsessel für den Chef!“

 

An diesem bewirtschafteten Platz fanden wir dann auf Sägespänen mehrere Gruppen Rehbrauner Dachpilze (Pluteus cervinus agg.). Ein guter Mischpilz.
Foto: Christian Boss

 

Ein besonders schönes Exemplar mit dem matt feinfaserigem Hut und den rosa frei stehenden Lamellen. Unter den mitteleuropäischen braunhütigen Dachpilzarten gibt es neben dem sehr häufigen Rehbraunen drei weitere, die nur mikroskopisch voneinander zu unterscheiden sind.
Foto: Christian Boss

 

An verrotteten Baumstämmen oder Totholz finden wir oft den Breitblättrigen Rübling (Clitocybula platyphylla). Da es nach dem Verzehr gelegentlich zu Magen-Darm Beschwerden kommt, wird dieser Pilz bei der DGfM auf der Liste der Pilze mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert geführt und sollte nicht verzehrt werden. Er wird oft mit dem Rehbraunen Dachpilz verwechselt – hat jedoch weiße bis gelbliche Lamellen, die breit ausgebuchtet angewachsen sind.
Foto: Catrin Berseck

 

Auch Nadelwaldbereiche mit Fichtenbeständen gibt es im Sophienholz. Aufgrund der Trockenheit derzeit kein lohnendes Pilzgebiet.
Foto: Christian Boss

 

Aber auch einige feuchte Erlenbrüche sind in dem leicht hügeligen Waldgebiet zu finden.
Foto: Christian Boss

 

Am Wegrand fanden wir dann das Große Hexenkrautes (Circaea lutetiana) mit einem Rostpilz.
Foto: Christian Boss

 

Es handelt sich um Puccinia circaeae-caricis, der am seltensten von den 3 möglichen Rostpilzen auf diesem Wirt gefunden wird. Zu sehen sind hier die becherförmigen orangegelben Aeziensporenlager mit weißem Rand.
Foto: Christian Boss

 

Unser Erinnersfoto von der heutigen Wanderung, bevor sich Christian verabschiedete.
Foto: Dorit Meyer

 

Nachdem Christian gegangen war und 5 Frauen mit einem weniger ausgeprägten Orientierungssinn alleine ließ, machten wir uns langsam ebenfalls auf den Rückweg.
Foto: Catrin Berseck

 

Und wir wurden beim Suchen nach dem Weg mit einer Gruppe schöner junger Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) belohnt!
Foto: Catrin Berseck

 

Ein Steinpilz war schöner als der Andere…
Foto: Catrin Berseck

 

Es sah zwar am Anfang nicht so aus – aber am Ende hat sich diese Wanderung für die Speisepilzsammler gelohnt.
Foto: Sylvina Zander


Die Artenliste aus dem Sophienholz zwischen Nevern, Ravensruh und Goldebee im MTB 2135/221 – Zurow

Grauer Wulstling (Amanita excelsa), Perlpiz (Amanita rubescens), Buchen-Rindenschorf (Ascodichaena rugosa), Tintenstrichpilz (Bispora antennara), Sommersteinpilz (Boletus reticulans), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Breitblättriger Holzrübling (Megacollybia platyphylla), Hexenkreut-Rost (Puccina circaeae-caricis), Großer Ampfer-Schilfrost (Puccina phragmatis), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Frauentäubling (Russula cyanoxantha), Dickblättriger Schwärztäubling – alte FK (Russula nigricans), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Geweihförmige Holzkeute (Xylaria hypoxylon)


Wann startet die nächste Lehrwanderung? – Siehe unter Termine!