Tagebuch Juli 2015/1

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilzwachstum Juli 2015/1

Ein junger Fransiger Wulstling (Amanita strobiliformis) unter einer Gruppe Linden gestern in der Wismarer Parkanlage am Seeblick. Diese unverkannbare Wulstlingsart gilt als guter, schmackhafter Speisepilz. Standortfoto 01.07.2015.

Ein junger Fransiger Wulstling (Amanita strobiliformis) unter einer Gruppe Linden gestern in der Wismarer Parkanlage am Seeblick. Diese unverkennbare Wulstlingsart gilt als guter, schmackhafter Speisepilz. Standortfoto 01.07.2015.

Mittwoch, 01. Juli – Für Parkanlagen bricht nun die Hochsaison an. Besonders im Juli und August kann es in einigen von ihnen manchmal derart viele Pilze geben, dass man stellenweise kaum treten kann. Zu solchen Anlagen gehört auch der Park am Seeblick in Wismar. Hier stehen in lockeren Gruppen Linden, Buchen und Eichen. Der Parkrasen wird regelmäßig gemäht und unter manchen Baumkronen, wo es schattiger und trockener ist, dominiert vegetationsarmer, ausgehagerter Mergelboden. Ein Paradies für viele Mykorrhiza – Pilze wie Wulstlinge, Täublinge, Milchlinge, Röhrlinge und andere. Insbesondere nach starkem, ergiebigem Sommerregen wimmelt es hier von Pilzen. Deshalb ist diese Lokalität gerade zu dieser Jahreszeit bei mir angesagt. Schneller wir hier, bekomme ich kaum wo anders eine ansehliche Kollektion Frischpilze für meine ständig zu erneuernde Ausstellung zusammen. So schaute ich gestern auch mal wieder dort vorbei und wurde sogleich von obigem Fransigen Wulstling begrüßt. Weiter ging es gruppenweise mit ganz jungen Netz- und Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen. Ein richtiger, aber wohl kurzer Schub hat hier begonnen. Auch junge Sommersteinpilze brachen durch den Mergelboden. Allerdings gab es außer dem Wulstling nur Röhrlinge. Kein Täubling, Milchling oder anderes. Dieses ist typisch für einen sommerlichen oder frühherbstlichen Wachstumsschub nach längerer Trockenheit. Neues, intervallartiges Pilzwachstum wird nach Kleinarten und Champignons in der Regel von Röhrlingen eingeleitet. Erst wenn diese fast schon wieder am Abklingen sind kommen andere Gattungen richtig in Fahrt. Bis jetzt sind die gefallenen Regenmengen noch nicht wirklich befriedigend und nun kommt die Hitze dazwischen! Mal schauen, wie es weitergeht. Zu einem nachaltig besseren Pilzaufkommen brauchen wir jedenfalls noch viel mehr Regen! Meine Arbeitszeit: 11.30 – 12.30 Uhr.

Junge und weirklich knackige Sommersteinpilze schoben sich aus dem Mergelboden unter den Eichen und Buchen im Seeblickpark, wie dieses Standortfoto belegen soll. 01.07.2015.

Junge und wirklich knackige Sommersteinpilze schoben sich aus dem Mergelboden unter den Eichen und Buchen im Seeblickpark, wie dieses Standortfoto belegen soll. 01.07.2015. Am Stielgrund waren sie aber, so wie es sich für diese Art auch gehört, bereits vermadet.

Donnerstag, 02. Juli – Strahlender Sonnenschein und blauer, nahezu wolkenfreier Himmel bei angenehm warmen Temperaturen gab es an den ersten Tagen der neuen Woche. Sommerliches Wohlfühlwetter vom feinsten. Purer Sonnenschein herrschte auch heute. Nur hat nun die heiße Luft auch bei uns Einzug gehalten und die 30 Grad – Marke wurde erreicht. Noch war die Luft trocken und die größte Hitze scheint erst bevor zu stehen. Die Metereolgen sprechen von der stärksten Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Morgen und am Wochenende kann es im Süden stellenweise bis zu 40 Grad heiß werden! Da dürfen wir noch froh sein, dass bei uns dank der Küstennähe nur 33 bis 37 Grad zu erwarten sind. Erfrischender werden diese aber kaum sein, da die Luft zunehmend feuchter werden soll und an einer Konvergenzlinie kann es bereits morgen bei uns erste Hitzegewitter geben. Weitere Konvergenzzonen, Gewittertiefs und Kaltfronten rücken nun dem Hoch auf die Pelle, dass sich glücklicherweise nicht zu einem längeren Bollwerk gegen Tiefauläufer etablieren konnte. So kann es in den nächsten Tagen bei nahezu unerträglicher Schwüle und Hitze zeitweise zu sehr heftigen Gewittern kommen! Auch die Regenprognosen bei diesen teils unwetterartigen Ereignissen werden für unsere Region recht hoch berechnet. Dadurch könnte der schwache Wachstumsschub, der sich gerade entwickelt hat, aufgefangen werden und vieleicht ein soliderer Grundstock für die nächsten Wochen gelegt werden. Zumindest an Standorten, wo nicht die Sonne den ganzen Tag hinein knallt, dürfte in den nächsten Tagen doch noch der eine oder andere Frischpilz die Hitze überstehen. Heute habe ich die Ausstellung erneuert. Es liegen 69 Arten auf der Fläche. Zum ersten mal in diesem Jahr mit dabei: Ansehnliches Samthäubchen, Netzstieliger Hexen – Röhrling, Fransiger Wulstling und Riesenschirmpilz. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 22.30 Uhr.

Ierena hatte gestern praktisch im vorbeifahren am Straßenrand den ersten Riesen - Schirmpilz (Macrolepiota procera) am Straßenrand entdeckt und mir heute morgen für die Ausstellung überreicht.

Irena hatte gestern praktisch im vorbeifahren am Straßenrand den ersten Riesen - Schirmpilz (Macrolepiota procera) entdeckt und mir heute morgen für die Ausstellung überreicht.

Freitag, 03. Juli – Aufgrund der positiven Signale in der Wismarer Parkanlage am Seeblick, fuhr ich heute nach Schwerin, um mich unter dem alten Baumbestand des Schloßgartens umzuschauen. Ebenfalls ein sehr aktives, sommerliches Pilzgebiet. Hier war es aber praktisch „Tod“. Nur einige vertrocknete Waldfreund – Rüblinge und ein Täubling. Dieser begeisterte mich dafür um so mehr, da er nicht zu den häufigeren „Allerweltstäublingen“ zählt. Es handelte sich um einen, trotz der Hitze, taufrischen und makellosen Mandel – Täubling. Schon sein wunderbarer Marzipanduft macht ihn sehr sympathisch und am liebsten möchte man in ihn hinein beißen. Zum Verspeisen ist er allerdings nicht geeignet. Warum nun in Wismar ein leichtes aufflackern der Parkpilze und in Schwerin nicht? Es liegt an der unterschiedlichen Verteilung der Niederschläge in der letzten Zeit. Da sie meist in Schauerform und in unterschiedlicher Ergiebigkeit niedergingen. Hier hat es offensichtlich nicht ausgereicht. Ausgereicht um einen Wachstumschub auszulösen haben allerdings die Gewitter der vergangenen Nacht im Nordwesten Deutschlands. In einem größeren Gebiet bei Bremen und westlich davon sind sehr verbreitet 20 l/qm und mehr gefallen. Weitere Gewitter sollen folgen. Aktuell, jetzt am Abend, fängt es auch in Westmecklenburg an zu Brodeln. Es kann in den nächsten Stunden noch gewittern! Die erwähnten Gewitter der letzten Nacht sind auch erst sehr spät entstanden. Wenn nicht, die Gewitterlage hält noch bis mindestens Dienstag oder Mittwoch an und die Niederschlagsprognosen für unser Einzugsgebiet können sich sehen lassen! Schwüle Hitze und heftige Gewitter mit viel Regen könnten dann doch noch Hoffnungen auf einen pilzreichen Hochsommer wecken. Dort, wo es in den letzten Wochen sehr viel geregnet hat, so wie in Südbayern, gibt es jetzt schon einiges zu finden und hier geht man von einem pilzreichen Sommer aus. Meine Arbeitszeit: 11.30 – 20.00 Uhr.

Der einzige Frischpilz meiner heutigen Stippvisite im Schweriner Schloßgarten. Mandel - Täubling (Russula laurocerasi). Er gehört in die Stinktäublingsgruppe um Russula foetens. Letzterer wird größer und riecht unangenehm. Ein weiterer, sehr ähnlicher Täubling ist der Morse - Täubling, ebenfalls mit Marzipangeruch aber mit violettschwärzlichen Morsezeichen auf den Lamellenschneiden. Am Standort fotografiert. 03.07.2015.

Der einzige Frischpilz meiner heutigen Stippvisite im Schweriner Schloßgarten. Mandel - Täubling (Russula laurocerasi). Er gehört in die Stinktäublingsgruppe um Russula foetens. Letzterer wird größer und riecht unangenehm. Ein weiterer, sehr ähnlicher Täubling ist der Morse - Täubling, ebenfalls mit Marzipangeruch aber mit violettschwärzlich punktierten "Morsezeichen" auf den Lamellenschneiden. Am Standort fotografiert. 03.07.2015. Ungenießbar.

Sonnabend, 04. Juli – Gestern und in der vergangenen Nacht hat sich am Himmel nichts mehr getan. Lockere Wolken fielen wieder in sich zusammen. Heute Abend sieht es nun nach einem extremen Hitzetag anders aus. Am frühen Abend haben sich westlich und südlich von Mecklenburg schwere Hitzegewitter gebildet, die in den nächsten Stunden auch nach Mecklenburg herein driften können. Bis in die zweite Nachthälfte sind Gewitter möglich! Morgen soll es aber noch weit heftiger zur Sache gehen und das wohl ziemlich flächendeckend. Die Luft ist extrem energiereich und man muss wohl wieder mit dem schlimmsten rechen. Bis hin zum Tornado ist alles möglich was Gewitter zu bieten haben! Also morgen bitte nicht in den Wald gehen! – Gestern Abend stattete ich kurz vor Toresschluß noch dem Wismarer Friedhof einen Kurzbesuch ab. Natürlich stand die Eichen – Stelle mit den Fahlen Röhrlingen auf dem Programm. Hier war ein Massenschub dieser schönen, steinpilzartigen Dickröhrlinge zu beobachten. Auf den kleinen, quadratischen Urnengrabstellen standen etliche Exemplare in allen größen. Teilweise war fast das halbe Urnengrab büschelweise von diesen großen Pilzen geschmückt, die Beetbepflanzung beiseite gedrängt. Was für ein Anblick! Zum Glück war gestern wohl niemand zur Grabpflege dort, sonnst wären sie sicher im Rhododendron – Gebüsch gelandet, wo übrigens noch weitere, teils riesige Pilze standen. Heute Vormittag war ich schließlich nochmals im Seeblickpark. Inzwischen haben hier Leute Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze geschnitten, aber es gab trotzdem noch welche für mich zum fotografieren und für die Ausstellung. Teils waren die Pilze schon sehr deutlich von der Hitze gezeichnet. Vereinzelt war auch ein Karbol – Champignon, Perlpilz und Papagei – Täubling sowie ein Kahler Krempling zu finden. Meine Arbeitszeit heute: 11.00 – 21.00 Uhr.

Natürlich wurden hier inzwischen Steinpilze geenrtet, was Schnittstellen bewiesen, aber der Sammler war nicht besonders gründlich. Ich fand noch einige Exemplare für ein Gruppenfoto und es schieben auch noch welche nach, wenn sie nicht der heutigen Hitze zum Opfer gefallen sind. Hier sind sehr deutlich die Resultate starker Sonneneinstrahlung, Hitze und trockener Luft bei einigen zu sehen. Pilze die nicht ständig der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, sind im Hut noch bräunlich und nicht weißlich entfärbt sowie rissig zerklüftet. Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) am 04.07.2015.

Natürlich wurden hier inzwischen Steinpilze geerntet, was Schnittstellen bewiesen, aber der Sammler war nicht besonders gründlich. Ich fand noch einige schöne Exemplare für ein Gruppenfoto und es schieben auch noch welche nach, wenn sie nicht der heutigen Hitze zum Opfer gefallen sind. Hier sehen wir sehr deutlich die Resultate starker Sonneneinstrahlung in Kombination mit Hitze und trockener Luft, zumindest bei einigen. Pilze die nicht ständig der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, sind im Hut noch bräunlich und nicht weißlich entfärbt sowie rissig zerklüftet. Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) am 04.07.2015.

Sonntag – 05. Juli – Am späten Abend und in der Nacht zum Sonntag hat uns dass oben erwähnte Gewittersystem erreicht und für eine wahre, nächtliche Blitzshow gesorgt. Darunter viele, grelle Bodenblitze. Zeitweise blitzte es fast im Sekundentakt, denn wir haben spaßeshalber mal mitgezählt. Die Regenmengen waren auch in diesem Cluster recht unterschiedlich. Besonders ergiebig war der Regen im Schweriner Raum und im Warnowbogen östlich von Schwerin, welche natürlich auch zu unseren Einzugsgebieten zählen. Ich bin heute Nachmittag eine Erkundungstour bis zu den Barniner Tannen gefahren. Es standen immer noch recht große Pfützen auf den Wald- und Feldwegen. Das diese direkt nach dem Gewitter deutlich größer waren, war noch gut zu erkennen. Das stundenlange Blitzgewitter war auch von einem ausgeprägten Starkwindfeld begleitet, so dass auf den Straßen nicht nur angeschwämmter Sand und kleine Steine, sondern unzählige kleinere und größere Äste das Fahren erschwerten. Auch einige zuvor wunderbar herangewachsene Getreidefelder waren nach dem Unwetter kaum wieder zu erkennen. Zerzaust und strichweise niedergelegt. Nach einem nochmals heißen und schwülen Tag, zog am Abend die nächste Unwetterfront auf. Das gleiche Spiel wiederholte sich kaum 24 Stunden später. Wieder ein massives Starkwindfeld und teils wolkenbruchartige Sturzfluten. Diesmal hat es besonders den Wismarer Raum und die Gebiete nordöstlich davon getrofen. So gab es in Hagebök bei Wismar insgesamt am Wochenende 19 l/qm und Schwerin meldete 23 Liter. Stellenweise kann auch noch viel mehr vom Himmel gekommen sein.

Nicht nur Äste, auch alte, große Bäume wie diese Pappel zwischen Fahrweg und Warnowufer bei Poggenhof hielt dem Toben der Elemente nicht stand. Zum Glück bin ich nur mit dem Zweirad unterwegs und konnte mir eine schmale Fahrspur freiräumen. Um mit dem Auto hier lang zu kommen, sollte man am besten eine Säge mit dabei haben.

Nicht nur Äste, auch alte, große Bäume, wie diese Pappel zwischen Fahrweg und Warnowufer bei Poggenhof hielten dem Toben der Elemente nicht stand. Zum Glück bin ich nur mit dem Zweirad unterwegs und konnte mir eine schmale Fahrspur freiräumen. Um mit dem Auto hier lang zu kommen, sollte man am besten eine Säge mit dabei haben.

Montag, 06. Juli – Heute war es nach dem nächtlichen Kaltfrontdurchgang deutlich angenehmer und es wehte ein lebhafter, erfrischender Wind, der zum Abend hin schon wieder etwas wärmer wurde. Stichwort wärmer. Morgen kommt kurzzeitig die schwüle Hitze zurück und mit ihr auch die energiereiche Luftmasse. So sind in weiten Teilen Deutschlands erneut schwere Gewitter möglich. Wahrscheinlich ist bei uns die Unwettergefahr diesesmal nicht so hoch, aber es kann dennoch ordentlich krachen! Hoffen wir nochmals auf reichlich Regen. Es sind zwar am Wochenende gebietsweise etwas mehr als 20 l/m zusammengekommen, für einen nachhaltigen Wachstumschub von Sommerpilzen sind weitere Niederschläge dringend angezeigt. Also bitte morgen wenigsten nochmals 10 Liter oder mehr! Da es auch in der Folge eher wechselhaft und nach einer deutlichen Abkühlung zu weiteren Wärme-, vieleicht auch Hitzeeinschüben kommen kann, ist wohl auch mit neuen Gewitterlagen zu rechnen. Natürlich werden dabei die Sonnen- und Strandanbeter auch nicht zu kurz kommen. Für jeden etwas, dass wäre Optimal. Zunächst müssen wir aber nach der morgigen Wärme einige kühle und stürmische Tage überstehen. Auf jeden Fall können wir uns aber schon mal das übernächste Wochenende im Kalender vormerken. Dann wird sich zeigen, was das Hitze- und Gewitterwochenende an Sommersteinpilz und co. im Zusammenspiel mit möglichen, weiteren Niederschlägen hervorzubringen vermochte. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 21.30 Uhr.

Und hier noch ein Bild von Freitag Abend. Teils büschelweise brechen diese Fahlen Röhrlinge (Boletus impolitus) auf den Urnengäbern neben einer Eichengruppe heraus. Es hat zwar auch im Vorfeld einige kräftige Schauer gegeben, aber hier bekommen sie auch in Trockenzeiten noch einiges an Wasser, da die Grabstellen natürlich auch gegossen werden. Standortfoto.

Und hier noch ein Bild von Freitag Abend. Teils büschelweise brechen diese Fahlen Röhrlinge (Boletus impolitus) auf den Urnengäbern neben einer Eichengruppe auf dem Wismarer Friedhof heraus. Es hat zwar auch im Vorfeld einige kräftige Schauer gegeben, aber hier bekommen sie auch in Trockenzeiten noch einiges an Wasser, da die Grabstellen natürlich auch gegossen werden. Standortfoto.

Dienstag, 07. Juli – Pilzfreundin Angelika aus Hagebök rief mich heute an und meinte ich solle meinen gestern angekündigten Kalenderhinweis mit einem möglichen Wachstumsschub am übernächstem Wochenende korrigieren, denn der Schub hat gerade begonnen. Sie wurde heute gut fündig in punkto Sommersteinpilze. Diesesmal nicht in einer Parkanlage sondern im Wald. Bei einem Kontrollgang am Sonnabend ihrerseits, an den gleichen Stellen, war noch nichts zu sehen. Heute standen teils stattliche Pilze dort. Es geht bei dieser Hitze sehr schnell und die kräftigen Regengüsse vom Wochenende haben die Fruchtkörperanlagen schnell zur Streckung gebracht. Dieser Schub steht im Zusammenhang mit dem Wachstumschub der sich Ende letzter Woche im Park am Seeblick ankündigte. Sicher wird es nicht überall so sein, aber es sollten dieser Tage bekannte Sommersteinpilz – Standorte in unserem Einzugsgebiet kontrolliert werden. Ansonsten gilt natürlich das übernächste Wochenende weiterhin als Termin für ein verstärkt einsetzendes Wachstum von Sommerpilzen. Damit meine ich nicht nur Sommersteinpilze! Insgesamt ist nun mit einer allgemeinen Zunahme des Pilzwachstums zu rechen und Nachfolgeniederschläge werden die Entwicklung unterstützend begleiten und festigen. Und diese sind jetzt am frühen Abend schon wieder auf dem Weg zu uns. In den letzten Stunden haben sich in Frankreich und Westdeutschland einige heftige Gewittersysteme gebildet, die nun Kurs auf unser Bundesland nehmen. Zumindest die südlichen Bereiche von Mecklenburg und der vorpommersche Raum können wieder von heftigen Ereignissen getroffen werden. Es gelten entsprechende Unwetterwarnungen. Meine Arbeitszeit heute: 13.00 – 21.00 Uhr.

Diese Flockenstieligen Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis) habe ich am Sonnabend im Seeblickpark fotografiert. Sie tragen deutliche Spuren von der trockenen Hitze vor den Gewittern.

Diese Flockenstieligen Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis) habe ich am Sonnabend im Seeblickpark fotografiert. Sie tragen deutliche Spuren von der trockenen Hitze vor den Gewittern.

Mittwoch, 08. Juli – Die Regenfälle gestern Abend und in der Nacht hielten sich ziemlich in Grenzen. Einzig der nordwestlichste Bereich, etwa einschließlich von Wismar aus westlich, bekamen etwas mehr ab. Hier zogen noch bis in die Nacht örtlich kräftige Schauer- und Gewitterzellen durch. So war es nach letzten Schauern heute morgen in Wismar wirklich klatschnass, was sich besonders bei einem Kurzbesuch auf dem Friedhof manifestierte. Selbst unter den Kronen der dichtesten Laubbäume was es gut durchwässert. Die Wismarer Parkanlagen werden spätestens am übernächsten Wochenende wieder kräftig durchstarten. Diesesmal sicher artenreicher als zuletzt. Übrigens waren kaum noch Fahle Röhrlinge zu sehen. Aufgrund der positiven Nachricht unserer Pilzfreundin Angelika Boniakowski machte ich heute einige Stichproben in verschiedenen Wäldern. Nach dem Friedhof war die Parkanlage und der angrenzende Haushalt – Forst bei Wiligrad dran. Knochentrocken und staubig! Keine Pilze und auch kaum etwas zu erwarten! Dann eine sehr produktive und verläßliche Buchenstelle im Revier Weiße Krug bezüglich Sommersteinpilze. Hier hat es zwar recht gut geregnet, aber außer einem völlig zerfressenen Flockenstiegen Hexen – Röhrling nichts! Nicht einmal die hier zu dieser Jahreszeit häufig wachsenden Frauen- und Leder – Täublinge. Hier könnte es demnächst etwas besser werden. Das gleiche Spiel im Züsower Forst. Nicht ein einziger Frischpilz an einer sehr interessanten Waldrandstelle. Dann wieder ein Stück Waldumrundung im Neukloster Forst bei Klein Warin. Nach einer knappen Stunde nicht die Spur eines Frischpilzes! Letzter Versuch war nun der Höltingsdorfer Forst bei Passee. Ein sehr schönes und interessantes Gebiet. Hier hatte es richtig geschüttet! Hier kann in knapp zwei Wochen etwas mehr los sein. Ich drehte meine obligatorische, schon oft abgewanderte Runde in einem wirklich guten Steinpilz – Revier (Sommer– und Echte Steinpilze). Ich hatte bis jetzt nicht einmal ein Fotomotiv für unser Tagebuch! Nach etwa einer viertel Stunde stand es endlich vor mir und ich rieb mir fast ungläubich die Augen. Wie man sich doch über einen wunderschön gewachsenen Perlpilz freuen kann! Die Rettung für unser Tagebuch. Liebe Angelika, du hattest wohl das Glück, eine kleine Pilzoase entdeckt zu haben. Auch wenn dir die Stelle nicht unbekannt war. Diese Oasen gibt es in schlechten Zeiten. An 9 von 10 Stellen ist nichts, aber an einer kann man glücklich werden! Meine Arbeitszeit: 14.00 – 22.00 Uhr.

Selten habe ich mich über einen Perlpilz (Amanita rubescens ) mehr gefreut als heute. Leicht standortversetzt fotografiert am 08.07.2015 im Höltingsdofer Forst. Guter Speisepilz.

Selten habe ich mich über einen Perlpilz (Amanita rubescens ) mehr gefreut als heute. Fotografiert am 08.07.2015 im Höltingsdorfer Forst. Guter Speisepilz. Es gab auch noch vereinzelte Speise - Täublinge, Graue Wulstlinge und was mich angesichts der vorangegangen Hitze wunderte, eine große Schar zarter und gebrechlicher Lilablättriger Mürblinge. Die hätte ich erst nächste Woche erwartet!

Donnerstag, 09. Juli – Welch ein Wettersturz! Vom heißen Hochsommer in den kühlen und stürmischen Herbst. Ja, es war ein richtiger Herbststurm, der heute über uns hinwegfegte und immer noch fegt. Bei Tageshöchstwerten um 16 Grad ein Feeling wie im Oktober! Oktober ist aber beste Pilzzeit. Die kann im Juli auch schon sein, aber in diesem Jahr sind wir weit davon entfernt. Auch wenn mittelfristig neue, moderate Niederschläge angekündigt werden. Ich glaube, die Hoffnung auf einen richtig guten Pilzsommer können wir wohl begraben. Zu einem massiven Durchbruch an der Pilzfront wird es vorläufig eher nicht kommen. Immerhin beginnt laut Aspektabfolge Mitte August bereits der Pilzherbst! Da muss der Sommer sich aber sputen! Das war, nach meiner gestrigen Erkundungstour, insgesamt zu wenig und zu ungleichmässig verteilt, was wir an Niederschlägen bekommen haben. Dennoch sollte es zumindest regional durchaus besser werden. Beispielsweise gibt es in unserem engeren Einzugsgebiet bisher kaum Pfifferlinge und das sind eigentlich richtige Sommerpilze, auch wenn sie oft noch bis in den Winter hinein zu finden sind. Etwas besser könnte es eventuell schon weiter südöstlich sein, wie z. B. im Dobbertiner Seengebiet oder in der Schwintzer Heide. Zumindest was Pfifferlinge anbelangt. So weit bin ich allerdings noch nicht gefahren. Meine Arbeitszeit: 09.00 – 21.30 Uhr.

Überrascht haben mich gestern im Höltingsdorfer Forst diese Lilablättrigen Mürblinge. Sie gehören zu den ersten Pilzen die nach trockneren Wetterphasen nach Niederschlägen einen neuen Wachstumsschub ankündigen. Demzufolge hat es hier sicherlich vor schon nennenswerten Regen gegeben. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Gewitterfront am 04. Juli. Da diese zerbrechlichen Pilze oft in großen Scharen auftreten. lohnt es sich sie für eine Pilzsuppe einzusammeln. Zumindest für Feinschmecker und Kenner, denn sie sollen ausgezeichnet munden!

Überrascht haben mich gestern im Höltingsdorfer Forst diese Lilablättrigen Mürblinge (Psathyrella candolleana). Sie gehören zu den ersten Pilzen die nach trockneren Wetterphasen und einsetzenden Niederschlägen einen neuen Wachstumsschub ankündigen. Allerdings frühestens nach einer Woche. Demzufolge hat es hier schon vorher nennenswerten Regen gegeben. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Gewitterfront am 27. Juni. Da diese zerbrechlichen Pilze oft in großen Scharen auftreten, lohnt es sich durchaus, sie für eine Pilzsuppe einzusammeln. Zumindest für Feinschmecker und Kenner, denn sie sollen ganz vorzüglich munden!

Freitag, 10. Juli – Während in anderen Regionen Deutschlands, so beispielsweise in Bayern, schon reichlich Pilze wuchsen (Tendenz durch die Hitze allerdings fallend), sieht es bei uns leider immernoch äußerst schlecht aus. Selten habe ich einen Sommer erlebt, wo ich bis Mitte Juli noch nicht einmal einen einzigen Pfifferling für meine Ausstellung finden konnte. Hoffen wir das die Niederschläge demnächst etwas in Gang setzen. Das Wetter war gestern und heute alles andere als pilzfreundlich. Aber in der Nacht soll der starke Wind endlich abflauen und morgen steht ein schöner Sommertag auf dem Programm. Während es in Süddeutschland wieder richtig heiß werden soll, dürfen wir uns mit gemäßigter Sommerwäme begnügen. Das ist auch gut so, denn morgen steht eine öffentliche Pilzwanderung auf dem Programm. Meine Arbeitszeit: 11.30 – 21.00 Uhr.

Diese beiden Grauen Wulstlinge (Amanita excelsa) fand und fotografierte ich am Mittwoch im Höltingsdorfer Forst. Sie waren so tief im Waldboden eingesenkt, dass ich sie selbst mit einem tief in den Boden gestecktem Messer nicht sauber und ordentlich hinnaus bekam. Von manchen Autoren wird diese tief wurzelnde Form des Grauen Wulstlings als Abart Amanita excelsa var. spissa bezeichnet. Ich Denke, es ist keine eigene Variante des selben. Essbar, aber Vorsicht im Hinblick auf Pantherpilze!

Diese beiden Grauen Wulstlinge (Amanita excelsa) fand und fotografierte ich am Mittwoch im Höltingsdorfer Forst. Sie waren so tief im Waldboden eingesenkt, dass ich sie selbst mit einem tief in den Boden gestecktem Messer nicht sauber und ordentlich hinaus bekam. Von manchen Autoren wird diese tief wurzelnde Form des Grauen Wulstlings als Abart Amanita excelsa var. spissa bezeichnet. Essbar, aber Vorsicht im Hinblick auf Verwechslung mit dem Pantherpilz!

Sonnabend, 11. Juli – Das Rühner Holz zwischen Katelbogen und Baumgarten war heute Ziel einer Pilzwanderung. Dazu hatten sich am morgen 15 Pilzfreunde aus Wismar, Bützow, Berlin und Hamburg eingefunden. Durch das herrliche Gebiet führte uns Klaus Warning, Pilzberater in Bützow. Überwiegend viel versprechende Buchenwälder mit einigen eingestreuten Nadelwaldbereichen auf gehaltvolleren Böden. Das Gebiet trägt über weite Strecken Züge eines Edelwaldes. Und dieses ist es sicher auch. Laut Klaus Warning eine wahre Fundgrube, nur heute nicht. Kaum Frischpilze! Siehe dazu unter „Wenig Pilze im Rühner Holz“. Meine Arbeitszeit: 08.00 – 23.00 Uhr.

Seit den Hitzegewittern vom mletzten Wochenende ist eine Woche vergangen. Deshalb zeigten sich stellenweise die ersten Frischpilze nach diesem Ereignis. Es sind junge Lilablättrige Mürblinge (Psathyrella candolleana). Die gleiche Art, die im Bild vom 09. Juli oben zu sehen ist. Wie alle Pilze und Lebewesen unterlaufen auch sie einer Metarmophose der Veränderung in ihrem kurzen dasein. Essbar und am Standort fotografiert.

Seit den Hitzegewittern vom letzten Wochenende ist eine Woche vergangen. Deshalb zeigten sich stellenweise die ersten Frischpilze nach diesem Ereignis. Es sind junge Lilablättrige Mürblinge (Psathyrella candolleana). Die gleiche Art, die im Bild vom 09. Juli oben zu sehen ist. Wie alle Pilze und Lebewesen unterlaufen auch sie einer Metamorphose der Veränderung in ihrem kurzen Dasein. Essbar und am Standort fotografiert.

Sonntag, 12 Juli – Heute babe ich bis zum späten Nachmittag im Laden zu tun gehabt. Besser gesagt im Keller. Hier muss mal wieder Ordnung geschaffen werden und das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber eine Etappe ist geschaft. Am frühen Abend fuhr ich in Richtung Keez, allerdings mit größeren Umwegen, da Irena und Jonas noch zu einem Kurztripp in Schleswig – Holstein waren. Ich brauchte dringend einige Bilder für unser Tagebuch. Möglichst von Frischpilzen. Das ist aber momentan alles andere als einfach. Zunächst drehte ich eine kleine Runde in den Barniner Tannen. Vor zwei Wochen hatten wir hier eine Pilzwanderung und damals hatte nächtlicher Regen ein bißchen Feuchtigkeit gebracht und die Gewitter vom letzten Wochenende waren hier auch recht ergiebig. Ich sah nicht einen Frischpilz! Danach ging es noch zu einer Edel – Stelle, die Irena im letzten Jahr aus Zufall entdeckte. Jungeichen mit eingestreuten Birken und von Kiefernwäldern unterschiedlichen Alters umgeben. Hier wachsen mitunter reichlich Pfifferlinge. Auch Steinpilze, Rotkappen, Birkenpilze und sogar die recht seltenen Zigeuner sind hier zuhause. Für die Qualität dieses Standortes war es äußerst bescheiden, aber immerhin eine kleine Stelle mit recht ansehlichen Pfifferlingen. Die ersten in diesem Jahr, die mir auch in einer erntefähigen Größe erschienen. Ich nahm aber nur fünf Stück mit und eine weitere Handvoll ließ ich stehen. Für die Austellung brauchte ich nicht alle und zum Essen waren es zu wenig. Außerdem fand ich es einfach zu schade, da es bisher so wenig von ihnen gab. Meine Arbeitszeit: 11.00 – 21.00 Uhr.

Die ersten ordentlichen Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) in diesem Jahr für mich. Unglaublich spät! Standortfoto.

Die ersten ordentlichen Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) in diesem Jahr für mich. Unglaublich spät! Ich nahm nur die liegenden Pilze mit, die anderen und einige weitere, teils sogar deutlich größere, die durch das Eichenlaub schimmerten, beließ ich am Standort.

Montag, 13. Juli – Gestern und heute hat es gebietsweise kräftig geregnet. In Schwerin wurden 14 Liter gemessen. Als ich heute morgen mit meinem Kleinkraftroller von Keez nach Wismar startete, fuhr ich die ganze Zeit durch ströhmenden Regen. Das ist Pilzwetter vom feinsten! Dazu ist auch die Luft feucht und mild. Glaubt man der Siebenschläfer – Regel, könnte es bis etwa Mitte August so weiter gehen. Das heißt, ein teils erhebliches Auf und Ab bei den Temperaturen, mit kleineren Hitzewellen gefolgt von deutlich kühleren Phasen. Die nächste, kurze aber ausgesprochen heftige Hitzewelle steht in dieser Woche bevor. Am Freitag soll es in ganz Deutschland weit über 30 Grad heiß werden! Von den nachfolgenden Gewittern wird unser Einzugsgebiet nach jetzigem Stand der Dinge wohl nicht viel abbekommen. Nach kurzer Abkühlung könnte Anfang nächster Woche ein weiterer Hitzeinschub bevorstehen. Bekommen wir bei dieser Entwicklung wirklich kaum Niederschläge, wird die wohl ab dem Wochenende mögliche, höchstens regional etwas bessere Wachstumswelle unserer Sommerröhrlinge wieder gehörig einen auf den Deckel bekommen. Eines scheint aber wohl möglich, dass allgemeine Pilzaufkommen dürfte langsam aber sicher etwas besser werden und vieleicht können sich nun auch die Pfifferlinge allmählich zahlreicher zeigen. Mal schauen, was da auf uns zukommt. Meine Arbeitszeit: 09.00 – 21.15 Uhr.

Unweit obiger Ppifferlinge schoben sich auch die ersten Rotbrauen Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) aus dem Waldboden. Die ersten, die ich in diesem Jahr sehe. In anderen Jahren bevölkern sie schon ab Mitte Juni unsere sauren Birkenmischwälder. Gut zu erkennen die starke Riefung des Hutes und die Volvareste an der Stielbasis. Essbar.

Unweit der Pifferlinge schoben sich auch die ersten Rotbrauen Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) aus dem Waldboden. Die ersten, die ich in diesem Jahr sehe! In anderen Jahren bevölkern sie schon ab Mitte Juni unsere sauren Birkenmischwälder in zahlreichen Exemplaren. Gut zu erkennen die starke Riefung des Hutes und die Volvareste an der Stielbasis. Essbar.

Dienstag, 14. Juli – Ich denke, mit den Niederschlägen von vorletztem Wochenende und den neuerlichen Regenfällen der letzten Tage hat sich zumindest gebietsweise ein recht ordentlicher Grundstock für ein etwas besseres Pilzaufkommen für zumindest die nächsten zwei bis drei Wochen etabliert. Durch windschwaches, feuchtwarmes und meist bewölktes Wetter konnten die Niederschläge auch gut einwirken. So sollte es stellenweise sogar zu einem ersten, ergiebigeren Schub von Sommersteinpilzen kommen. Da wir bereits Mitte Juli haben, sind auch echte Steinpilze längst überfällig. Auch die große Schar der Täublinge und Wulstlinge dürften nun bald verstärkt auftauchen. Zunächst werden aber einige Champignon – Arten den Reigen eröffnen. Meine Arbeitszeit: 12.30 – 23.00 Uhr.

Dieser prächtige Schuppige Sägeblättling (Lentinus lepideus) wurde mir heute in die Pilzberatung gebracht. Er wächst auf Kiefernholz an besonders sonnigen und trocken Stellen. Früher war er auch oft auf Eisenbahnschwellen, als diese noch aus Holz waren, zu finden. Selbst Holzschutzmittel machten ihm offensichtlich garnichts aus. Gut sind die namensgebenden, gesägten Lamellenschneiden zu erkennen. Ungenießbar..

Dieser prächtige Schuppige Sägeblättling (Lentinus lepideus) wurde mir heute in die Pilzberatung gebracht. Er wächst auf Kiefernholz an besonders sonnigen und trockenen Stellen. Früher war er auch auf Eisenbahnschwellen, als diese noch aus Holz bestanden, zu finden. Selbst Holzschutzmittel machten ihm offensichtlich nichts aus. Gut sind die namensgebenden, gesägten Lamellenschneiden zu erkennen. Ungenießbar.

Mittwoch, 15. Juli – Zunächst schaute ich heute kurz in der Parkanlage am Seeblick vorbei. Kaum Frischpilze, aber ein erster, kleiner Lichtblick! Zwei taufrische Wiesenchampignons begrüßten mich gleich zu Anfang – die ersten, zarten Signale! Ansonsten nur wenige Waldfreund – Rüblinge und ein vergehender Flockenstieliger Hexen – Röhrling vom letzten Schub. Am Nachmittag fuhr ich dann wieder zu meiner Waldumrundung in die Neukloster Forst am großen Wariner See. Wie immer setzte ich dort an, wo ich beim letzten mal aufgehört hatte. Vor einer Woche fand ich keinen einzigen Frischpilz, heute waren es nach etwas mehr als einer Stunde immerhin zwei! Zwei Düngerlinge auf einem grasigen, eutrophierten Waldweg mit Brennnesseln. Sonst nichts! In dem Gebiet, zwischen dem Wariner See und der ehemaligen Bahnstrecke Wismar – Karow, finden wir vorwiegend Buchen und Kiefernwälder. In Ufernähe des Sees stehen vielfach richtig alte und urwüchsige Kiefern, Buchen und Eichen. Ein vielversprechendes Gelände für Pfifferling, Steinpilz und co., aber momentan ist leider nichts. Zwischendrin wurden jüngst etwa Hektar große Kahlschläge angelegt. An deren Rändern, die mit Kiefern, Buchen und Eichen bestanden sind, könnten sich in den folgenden Jahren richtig gute Steinpilz- und Pfifferlingstellen bilden.  Zumindest sieht es hier, dank dieser Form der Forstungsmaßnahmen, vielversprechend für die Zukunft aus. Zum Schluß noch ein Kurzbesuch im Kiefernforst Perniek. Eine Schar Lilablättriger Mürblinge waren die einzigen Frischpilze. Es lohnt also immer noch nicht in die Wälder Nordwestmecklenburgs auf Pilzsuche zu gehen. Es ist immer noch nichts los! Wer allerdings eine der schon selten gewordenen Standorte der zarten Wiesenchampignons hat, sollte diese unbedingt kontrollieren! Meine Arbeitszeit: 11.30 Uhr – 22.30 Uhr.

Zwei Düngerlinge (Panaeolus specc.) erfreuten mich heute als einzige Frischpilze meiner neuen Etappe der Waldumdung zwischen Neukloster und Warin. Wahrscheinlich leicht giftig!

Zwei Düngerlinge (Panaeolus specc.) erfreuten mich heute als einzige Frischpilze meiner neuen Etappe der Waldumdung zwischen Neukloster und Warin. Wahrscheinlich leicht giftig!

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