13. Treffen am Roten See

02. September 2017 – Vereinstreffen am Roten See

Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

13. Vereinstreffen am Roten See

Der Rote See am 02. September 2017.

Zum 13. mal waren die Pilzfreunde aus Wismar und des Pilzvereins Heinrich Sternberg Rehna e.V. ganz herzlich zu ihrem traditionellen Vereinstreffen an den Roten See bei Brüel eingeladen.

Nach kurzer Begrüßung gegen 10.00 Uhr ging es sogleich los zu unseren Exkursionen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die in verschiedenen Waldbereichen unterwegs waren. So übernahm Irena Dombrowa eine Gruppe, die in die Kobander Tannen fuhr und Torsten Richter sowie Reinhold Krakow fuhren mit einer zweiten in den Sültener Forst. Gegen 13.30 Uhr trafen dann alle wieder an der dortigen Blockhütte zur Fundauswertung und zum Mittagstisch ein. Alle waren im großen und ganzen zufrieden. Sowohl die Mykophagen wie auch die Mykologen kamen auf ihre Kosten. Auch die Schweriner Volkszeitung war zugegen und wir beantworteten die Fragen zu unseren Ergebnissen gerne, denn es hatte sich wirklich gelohnt. So klang schließlich ein schönes Vereinstreffen bei deftiger Mecklenburger Küche und einem Glas Pils oder Eisbecher in gemütlicher Runde aus. Hier einige Impressionen:

Begrüßung und einige einleitende Worte zum Ablauf. Foto: Jonas Dombrowa.

Ankunft am Sültener Forst.

Kaum hatten wir den Wald betreten, ging es gleich mit den ersten Frischpilzen los. Hier ist es ein Gemeiner Wurzel – Rübling (Xerula radicata). Essbar, zumindest die Hüte.

Auch der Hut dieses Rehbraunen Dachpilzes (Pluteus atricapillus) darf ein Mischgericht bereichern.

Ein kleinerer und weitaus seltenerer Vertreter obiger Gattung ist der Flockenstielige Dachpilz (Pluteus podospileus). Er wächst wie der Rehbraune Dachpilz an Laubholz. In Mecklenburg scheint die Art zerstreut zu sein, steht aber wohl auch in einigen Roten Listen als gefährdet. Kein Spieisepilz. Bestimmung und Foto: Torsten Richter.

Offensichtlich erst einmal wurde der Behaarte Holz – Rötling (Entoloma jahnii) in MV bisher nachgewiesen. Damit dürfte es der Zweite Fundpunkt sein, dank Torsten Richter, der uns auch dieses Foto zur Verfügung stellte.

Der Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis) sollte aber nicht in die Pilzpfanne gelangen. Seine äußerst pikante Schärfe wäre wohl zu viel des Guten – einfach zum Speien!

Chris Engelhardt bringt seine Kamera in Stellung für ein Foto des Buchen – Schleimrüblings.

Der Buchen – Schleimrübling (Odemansiella mucida) zählt sicherlich zu den fotogensten Großpilzen in unseren Breiten. Er besteht fast nur aus Wasser und dürfte trotz Essbarkeit nicht wirklich für den Kochtopf geeignet sein.

Eine markante Gestalt ist der Gelbflockige Wollstiel – Schirmling (Lepiota ventriosospora). Kein Speisepilz.

Der weißmilchende Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) darf im Mischpilz – Gericht Verwendung finden. Er wächst stets unter Buchen.

Die Eselsohren (Otidea onotica) waren im Sültener Forst heute sehr zahlreich vertreten und dadurch ein beliebtes Foto – Motiv. Sie können sogar gegessen werden, bringen aber nicht viel Masse.

Auch der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) war heute mehrfach vertreten.

Der Woolhopsche Borstling (Trichophaea woolhopeia) ist bisher nur wenige male in MV bestimmt worden, was nicht automatisch bedeuten muss, das er selten ist. Es gibt leider nur wenige Mykologen, die sich ausgiebig mit den kleineren Ascomyceten beschäftigen, so wie Torsten Richter aus Rehna. In ihm haben wir einen der besten Schlauchpilz – Kenner Deutschlands und wohl auch darüber hinaus. Foto: Torsten Richter.

Torsten Richter vom Rehnaer Pilzverein beim Fotografieren eines Kornblumen – Röhrlings.

Auf alten, modrigen Laubholz – Stubben erscheinen nun auch schon die ersten Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme). Nicht empfehlenswert.

Essbare, eigentlich stumpf wirkende Jodoform – Täublinge (Russula turci) erscheinen bei Regenwetter glänzend schmieig. Besonders an der Stielbasis riechen sie nach Jod.

Der Gallige Schleimfuß (Cortinarius vibratillis) besitzt auf dem Hut einen gallebitteren Schleim (Anlecken!).

Begutachtung eines kleinen Riesenporlings.

Die Gruben – Lorchel (Helvella lacunosa) einmal heller und einmal dunkler.

Unter Rotbuchen finden wir den essbaren Langstieligen Schleimfuß (Cortinarius elatior).

Nur beim genauen Hinsehen am Wegesrand zu erkennen waren diese Gelbgrünen Gallert – Käppchen (Leotia lubrica). Ohne Speisewert.

Der Halbkugelige Borstling (Humaria hemisphaerica) ist nach Breitenbach/Kränzlin auf feuchter Erde und stark verroteten, nassem Holz an Schattigen Stellen von Juli – Oktober nicht häufig zu finden.

Nicht selten kann man den kleinen, weißen, wollighütigen Nadel – Schwindling (Volvariella hypopithis) besonders im Herbst finden. Die kleine, sehr schöne Art ist kein Speisepilz, da nicht lohnend.

Der schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) ist in basischen Buchenwäldern im Herbst keine Seltenheit. Wegen seines scharfen Geschmackes gilt er als ungenießbar.

Auch der beliebte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt roh einen pfefferig – scharfen Geschmack, der sich aber bei der Zubereitung verflüchtigt.

Der Spitzkegelige Schirmpilz (Lepiota aspera) zeichnet sich durch einen stechenden Geruch aus, der ihn ungenießbar macht.

Auch in diesem Körbchen ist längst nicht alles genießbar. Ganz rechts sehen wir beispielsweise die nach Leuchtgas riechenden und schwach giftigen Schwefel – Ritterlinge, die nicht in den Kochtopf wandern sollten.

Ein Kuhmaul begrüßte uns dann ganz einsam auf der Wiese vor der Blockhütte am Roten See. Die zugehörige Fichte war natürlich auch nicht weit. Essbar.

Es wird schon eingedeckt.

Und so konnte ein schöner Exkursionstag am Roten See in gemütlicher Runde ausklingen.

Katrin Richter und Jonas Dombrowa in heiter angeregter Gesprächsrunde, die allerdings den Zuhörer etwas nachdenklich stimmt. Foto: Torsten Richter.

Schönes Wetter, schöne Pilze, schöne Pilzfreunde, so hat Torsten Richter sein Abschlußfoto vom diesjährigen Vereinstreffen am Roten See tituliert. Dem kann ich mich nur anschließen! 02. September 2017.

  • Wann gibt es die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!