Pilztagebuch Juni 2012/1

Wetter und Pilzwachstum im Nordwesten Mecklenburgs

Wetter und Pilzwachstum im Juni 2012/1

Pünktlich zum Monatswechsel sind die ersten Ziegelroten Mairißpilze (Inocybe patouillardii) bei uns im hohen Norden erschienen. Vielfach werden sie auch nur Mairißpilz genannt. Da sie bei uns meist erst ab Juni auftreten und die anfangs weißen Pilze mit den erdgrauen Lamellen schell ziegelrötliche Tönungen annehmen sollte meiner Meinung nach die Bezeichnung Ziegelroter Mairißpilz die sinnvollere sein. Foto: 01.06.2012

Pünktlich zum Monatswechsel sind die ersten Ziegelroten Mairißpilze (Inocybe patouillardii) bei uns im hohen Norden erschienen. Vielfach werden sie auch nur Mairißpilz genannt. Da sie bei uns meist erst ab Juni auftreten und die anfangs weißen Pilze mit den erdgrauen Lamellen, schnell ziegelrötliche Tönungen annehmen, sollte meiner Meinung nach die Bezeichnung Ziegelroter Mairißpilz die sinnvollere sein, oder den Mai gleich ganz weg lassen! Sehr giftige Art! Foto: 01.06.2012

Freitag, 01. Juni – Das kräftige Randtief von gestern hat in Norddeutschland verbreitet  Regenfälle gebracht. Vielfach sind 10 – 20 Liter, teils sogar noch mehr gefallen. Unsere Pilzsammelregionen wurden im Schnitt mit 2 – 8 Litern bedacht, entschieden zu wenig! Der Südwestmecklenburger Raum hat etwas besser abgeschnitten. Hier sind verbreitet mehr als 10 Liter gefallen, ganz im Süden sogar mehr als 20 Liter. In diesen Regionen könnte es in 10 – 14 Tagen eventuell einen leichten Wachstumsschub von Sommersteinpilz und Co. geben. Wir im Nordwesten müssen uns weiter gedulden und hoffen, dass es in dem heute begonnenen Sommer irgendwann auch bei uns zu einem Starkregen – Ereigniss kommen wird und wir die Zeitrechung zum ersten, nennenswerten Pilzschub eröffnen können. Übrigens hat der stürmische Wind auf der Rückseite des Tiefs heute die gestern gefallene, oberflächliche Feuchtigkeit so zu Sagen wieder vom Winde verweht!

Und hier noch einmal Maipilze, die noch in einer Frischhaltedose im Kühlschrank auf ihren Auftritt auf unserer Pilzausstellung warten. Ich habe sie hier nochmals in `s Moos gesetzt und fotografiert, um sie mit ihren obig abgebildeten, stark giftigen Verwechslungsparten, dem Ziegelroten Mairißpilz gegenüber zu stellen. Wie man sieht, ist mit ein wenig aufmerksammkeit, eine Verwechslung kaum möglich.

Und hier noch einmal Maipilze (Calocybe gambosa), die noch in einer Frischhaltedose im Kühlschrank auf ihren Auftritt in unserer Pilzausstellung warten. Ich habe sie hier nochmals in`s Moos gesetzt und fotografiert, um sie mit seinem, obig abgebildeten, stark giftigen Verwechslungspartner, dem Ziegelroten Mairißpilz, gegenüber zu stellen. Wie man sieht, ist mit ein wenig Aufmerksammkeit eine Verwechslung nahezu ausgeschlossen.

Sonnabend, 02. Juni – Bei sehr kühlem und windigem Wetter, dass der etwas verfrühten „Schafskälte“ zu verdanken ist, starteten wir heute morgen von Wismar aus wieder zu einer  öffentlichen Pilzlehrwanderung. Die bescheidene Gruppe von 7 Leuten durchstreifte ein Waldgebiet bei Ulrikenhof, in der weiteren Umgebung von Neukloster. Vielfach Laubwald auf besseren Böden mit eingestreuten Fichtenforsten und zahlreichen, kleineren Feuchtbiotopen. Aspektbestimmend war, wie so oft zu dieser Jahreszeit, der Breitblättrige Rübling. Was es sonst noch so gab, siehe unter „Im Wald bei Ulrikenhof“. Ab Mittag kam es dann vereinzelt zu kurzen Schauern, die aber für`s weitere Pilzwachstum bedeutungslos waren. Laut Mittelfristprognose soll das Wetter weiterhin wechselhaft mit Schauern und Gewittern sowie zeitweiligen Regenfällen weitergehen. Morgen soll erst einmal wieder die Mitte und der Süden unseres Landes von teils ergiebigen Regenfällen heimgesucht werden. Teils besteht sogar Unwettergefahr! Für unsere Region sind frühestens Mitte kommender Woche wieder nennenswerte Niederschläge vorhergesagt.

Der Breitblättrige Großrübling (Megacollybia platyphylla) war heute der häufigste Frischpilz im Wald bei Ulrikenhof. Er ist als auffälliger Blätterpilz im Juni oft kaum zu übersehen, wächst aber die gesamte Pilzsaison vom Frühling bis zum Stätherbst. Hier in der Umgebung eines Eichenstubbens in Gesellschaft mit Eichenwirrlingen. Standortfoto.

Der Breitblättrige Großrübling (Megacollybia platyphylla) war heute der häufigste Frischpilz im Wald bei Ulrikenhof. Er ist als auffälliger Blätterpilz im Juni oft kaum zu übersehen, wächst aber die gesamte Pilzsaison vom Frühling bis zum Stätherbst. Hier in der Umgebung eines Eichenstubbens in Gesellschaft mit Eichenwirrlingen. Leicht giftig! Standortfoto im Wald bei Ulrikenhof - 02.06.2012.

Sonntag, 03. Juni – Heute Nachmittag habe ich in zwei Wäldern nahe bei Wismar zum einen nach Espen – Rotkappen, zum anderen nach Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen Ausschau gehalten. An der Rotkappen – Stelle sind eigentlich traditionell Anfang Juni die ersten Pilze zu finden, heute aber Fehlanzeige. Nur zwei Papagei – Täublinge, sonst nichts weiter. Dann fuhr ich noch in einen Buchenwald, wo ich kürzlich bereits einige „Hexen“ fand – ebenfalls Fehlanzeige. Es sind keine nachgewachsen! Um so erstaunter war ich allerdings, dass trotz der Trockenheit sehr viele Knöpfchen von jungen Pfifferlingen erschienen sind. Bereits am 25. Mai hatte ich hier einige ganz junge Exemplare entdeckt. Jetzt bedeckten hier ziemlich großflächig hunderte kleine Pilzchen den ausgehagerten Waldboden, sa dass ich gar nicht zu Treten wagte. Es wird endlich Zeit, dass es auch bei uns ergiebig regnet! Heute sind in weiten Teilen Deutschlands wieder starke Regenfälle nieder gegangen. Wir werden davon in schöner Regelmässigkeit ausgespart und wenn etwas davon bis zu uns vordringt, so ist es nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Und selbst der ist inzwischen bei den spätherbstlichen Temperaturen kalt geworden.

Diese beiden Papagei - Täublinge (Russula ionochlora) waren die einzigen Frischpilze in einem Waldstück wo ansonsten zu dieser Zeit schon einiges mehr zu finden ist. Standortfoto am 03.06.2012 im Forst Farpen.

Diese beiden essbaren Papagei - Täublinge (Russula ionochlora) waren die einzigen Frischpilze in einem Waldstück, wo ansonsten zu dieser Zeit schon einiges mehr zu finden ist. Standortfoto am 03.06.2012 im Forst Farpen.

Montag, 04. Juni – Ein Regentief jagd zur Zeit das nächste über Deutschland hinweg. Auch heute zog wieder umfangreicher Dauerregen, teils auch begleitet von kräftigen Schauern und Gewittern, von West nach Ost über weite Teile Deutschlands. Bei uns, wie gehabt, am Abend nur einige Tropfen, kaum das die Strasse nass wurde. Die Temperaturen dazu wie Mitte Oktober. Die Trockenheit geht also bei uns weiter. ich hoffe, nun aber nicht mehr lange. Die nachfolgenden Regenfronten ab Mittwoch sollen laut Prognose der Metereologen zunehmend auch den trocknen Nordosten erfassen. Wollen wir es hoffen! Unsere Pilzfreunde Ilona und Eberhart Heyne brachten mir heute von der Ostseeinsel Poel eine große Menge Schwefelporlinge. Es ist wirklich ein Schwefelporlingsjahr wie selten zuvor! Wenigstens etwas positives in diesen dürren Zeiten. Zum Essen waren die meisten allerdings schon zu festfleischig, so dass sie unsere Ausstellung farbenfroh und mit ihrem wunderbaren Duft bereichern werden. Eine Großteil habe ich in eines unserer beiden Schaufenster, als regelrechten Blickfang, auf Weidenholz postiert. Vieleicht werden dadurch ein Paar Leute mehr motiviert, sich unsere Frischpilzausstellung an zu schauen. Ich habe sie heute wieder erneuert und es liegen 64 Arten auf der Fläche. Erstmals mit dabei in diesem Jahr: Schildborstling, Sklerotien – Porling, Papagei – Täubling, Verblassender Täubling, Waldfreund Rübling und Ziegelroter Mairißpilz.

Die meisten Schefelporlinge waren schon zu fest. Sie müssen am besten butterweich sein, werden dann in Scheiben portioniert, kurz blanchiert und eingefroren oder gleich panniert und gebraten. Schmeckt nicht nach Pilz, sondern eher wie Geflügelfleisch, aber sehr angenehm.wie

Die meisten Schwefelporlinge waren schon zu fest. Sie müssen am besten butterweich sein, werden dann in Scheiben portioniert, kurz blanchiert und eingefroren oder gleich panniert und gebraten. Schmeckt nicht nach Pilz, sondern eher wie Geflügelfleisch, aber sehr angenehm.

Dienstag, 05. Juni – Gestern Abend wurde die Strasse tatsächlich noch richtig nass, mehr aber nicht. Unser Einzugsgebiet hat von Nordwest nach Südost 0 – maximal 2 Liter bekommen. Eine weitere „Luftnummer“! Aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Morgen zieht ein neues Regentief heran, das auch unsere Region mit immer 2 – 5 Liter prognostizierter Regenmenge pro qm, voll erfassen soll. Auch in den Folgetagen kann es weitere Niederschläge geben, die aber laut Berechnung auch nicht sonderlich ergiebig ausfallen sollen. Da allerdings auch mal kräftigere Schauer und Gewitter dabei sein können, könnte es zumindest punktuell mal etwas mehr werden. Ein richtiger Durchbruch mit der erhofften „geballten Ladung“ scheint für uns vorerst immer noch nicht drin zu sein. Die meisten Gebiete in Deutschland haben diese aber in den letzten Tagen bekommen und können recht positiv in die nächsten 2 – 3 Wochen blicken. Heute war es bei wechelnd wolkigem Himmel weiterhin sehr frisch, aber die fröstelnden Temperaturen sollen sich nun von uns verabschieden und ein zumindest mässig warmer Witterungsabschnitt steht bevor. Am Abend trafen sich sich dann noch die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. im „Steinpilz“ zu einem Themenabend, den heute unser Hohen Schönberger Pilzfreund Ulrich Klein bestritt. Siehe dazu auch unter „Tagebuch“.

Einige der gestrigen Schwefelporlinge dienen nun dazu, als Blickfang in einem unserer Schaufenster auf unser ständige aktuelle Innenausstellung hinzuweisen.

Einige der gestrigen Schwefelporlinge dienen nun dazu, als Blickfang in einem unserer beiden Schaufenster auf unsere ständig aktuelle Innenausstellung hinzuweisen.

Mittwoch, 06. Juni – Mittwochs ist eigentlich Exkursionstag, aber die Motivation dazu ist mehr als gering. Außerdem hatte ich heute auch keine Zeit, denn es standen Vorbereitungen zu einem Geburtstag an. Im laufe des Nachmittages erreichte uns das angekündigte Regengebiet. Es ist jetzt 21.45 Uhr und der Regen ist bei uns in Westmecklenburg im wesentlichen durch. Bis 20.00 Uhr sind zwischen einem und drei Liter in unseren Pilzgebieten gefallen. Das ganze war also wieder mal eher ein Witz, anstatt ernst zu nehmender Niederschlag. Aber wir sind ja geduldig, für morgen sind wieder zwischen 2 – 5 Liter prognostiziert.

Mit einem aktuellen Foto frischer Pilze kann ich momentan leider nicht dienen, aber dieses hübsche Windlicht konnte ich auf einer Exkursion durch verschiedene Läden auf der Suche nach einem Geburtstaggeschenk entdecken. Ich nahm es natürlich mit. Der Fliegenpilz ist ja ein Glückssymbol und soll nicht nur dem Geburtstagskind, sondern auch uns Pilzfreunde Glück bringen und die Pilze in den nächsten Wochen endlich reichlicher sprießen lassen.

Mit einem aktuellen Foto frischer Pilze kann ich momentan leider nicht dienen, aber dieses hübsche Windlicht konnte ich auf einer Exkursion durch verschiedene Läden, auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk, entdecken. Ich nahm es natürlich mit. Der Fliegenpilz ist ja ein Glückssymbol und soll nicht nur dem Geburtstagskind, sondern auch uns Pilzfreunden, Glück bringen und die Pilze in den nächsten Wochen und Monaten endlich reichlicher sprießen lassen.

Donnerstag, 07. Juni – Jetzt am Abend wird der Südwesten Deutschlands schon wieder von einem umfangreichen Starkregengebiet, durchsetzt von heftigen Gewittern, erfasst. Siehe unter www.wetter-online.de. Wir können nur neidvoll dort hin Blicken und uns Wünschen, dass endlich auch bei uns so ein Starkregenereigniss durchzieht. Morgen sollen auch wir Gewitter – Erwartungsgebiet sein, aber es wird ganz sicher nicht in dieser massiven Form von statten gehen, wie derzeit im Südwesten unseres Landes. Prognostiziert sind für unsere Region 2 – 10 Liter. Gehen wir mal von dem Maximum aus, so würde ich Sagen „Nicht schlecht, aber immer noch viel zu wenig!“

Pilzarten, die ihre Nährstoffe und somit auch das nötige Wasser, dem teilweise oder noch ganz lebendem Holz entziehen, haben es wesentlich leichter.

Pilzarten, die ihre Nährstoffe, und somit auch das nötige Wasser, dem teilweise oder noch ganz lebenden Holz entziehen, haben es wesentlich leichter. So auch diese jungen Schuppigen Porlinge (Polyporus squamosus), die Pilzfreunde aus Grevesmühlen vor einigen Tagen an einem noch lebenden Alleebaum fotografierten.

Freitag, 08. Juni – In der vergangenen Nacht hat es von Südwesten her noch etwas geregnet. Besonders der Westen von Nordwestmecklenburg hat in den letzten drei Tagen mehr als 5 Liter bekommen. In meinem Regenmesser in Keez bei Bruel waren heute morgen 4,5 Liter drin. Am Tage zogen dann bei böigem Südwestwind vereinzelt Gewitterschauer über Mecklenburg Vorpommern hinweg, die kurzzeitig und punktuell mal einen kräftigen Regenguss brachten. Alles in allen aber nach wie vor keine nennenswerte Entspannung und schon gar nicht ein Wachstumsimpuls für einen ersten, sommerlichen Pilzschub. Und auch die Niederschlagsprognose für die nächsten Tage sieht für uns alles andere als rosig aus. Immer nur so 1 – 2 Liter, vieleicht auch mal geringfügig mehr. Ich glaube wir können den Monat Juni allmählich zu den Akten legen, denn für mehr als ein Paar Kleinarten oder vereinzelten Täublingen, Champignons u.s.w. wird es wohl kaum ausreichen, was wir an Niederschlag bekommen haben oder in den nächsten Tagen noch bekommen werden. –  Pilzfreundin Angelika Boniakowski teilte mir heute mit, dass sie zu einer kleinen Erkundungstour in einem unserer guten Buchenwälder war. An einer begünstigten Stelle einige Frauen – Täublinge und hier und da junge Pfifferlinge. Ich habe heute wieder mal einen kleinen Abschnitt meiner Waldumrundung in Angriff genommen. Ich bin immer noch bei Nisbill. In gut 90 Minuten fand ich nur zwei Kiefern – Zapfenrüblinge, sonst keine weiteren Frischpilze. Dafür erschloss ich mir ein phantastisch schönes Pilzrevier, dass die Herzen aller Fans von Steinpilz, Pfifferling, Marone und Co. höher schlagen lassen würde.

So sah der Himmel heute Nachmittag aus. Neben viel blauen Himmel, reichlich Wind und mässig warmen Temperarturen, türmten sich hier und da mächtige Schauer- und Gewitterwolken auf und brachten vereinzelt einen kurzen Regenguss. Dieses Foto habe ich aber schon gestern Abend bei Wietow, unweit von Wismar aufgenommen.

So sah es am Himmel heute Nachmittag aus. Neben viel Himmelsblau und Sonnenschein, reichlich Wind und mässig warmen Temperarturen, türmten sich hier und da mächtige Schauer- und Gewitterwolken auf und brachten vereinzelt einen kurzen Regenguss. Dieses Foto habe ich aber schon gestern Abend bei Wietow, unweit von Wismar, aufgenommen, wo sich in der Ferne eine schwache Schauerlinie formierte.

Sonnabend, 09. Juni – In Vorbereitung unserer morgigen Vereinsexkursion schaute ich mich heute schon mal nach Parkmöglichkeiten am Beginn und am Endpunkt unserer morgigen Tour um. Es geht wieder an der Warnow entlang. Ausgehend von der Rönkendorfer Mühle bei Kobande, wollen wir bis nach Gädebehn wandern. Das Gebiet gehört zum Naturpark Sternberger Seenland. Bei der Gelegenheit hielt ich kurz in einem Eichen – Buchenwald an, hatte aber nur 10 Minuten Zeit. Ich sah in der kurzen Zeit nicht einen Frischpilz. – Bei wolkigem Himmel wehte heute wieder ein sehr kräftiger Wind und die geringe Oberflächenfeuchtigkeit war nur noch an schattigen und windgeschützten Orten auszumachen. Die Wetterlage soll sich in den nächsten Tagen wieder zuspitzen und es droht endlich auch mal in unseren Regionen eine ausgewachsene Schauer – und Gewitterlage, mit der Möglichkeit kräftiger Gewitter mit hohen Regensummen. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass im Vorfeld nicht genau gesagt werden kann, wo die stärksten Entwicklungen stattfinden werden. Dadurch bleibt das ganze trotzdem eher wieder ein Lotteriespiel.

Bei meinem kleinen Zwischenstopp im Eichen - Buchenwald fand ich zwar keine Frischpilze, aber dennoch lebende Porlinge am Buchenstubben. Es handelt sich um die häufige Buckel - Tramete (Trametes gibbosa). Auf ihren Hüten siedeln sich gerne Algen an. Standortfoto im Wald bei Gädebehn.

Bei meinem kleinen Zwischenstopp im Eichen - Buchenwald fand ich zwar keine Frischpilze im engeren Sinne, aber dennoch lebende Porlinge am Buchenstubben. Es handelt sich um die häufige Buckel - Tramete (Trametes gibbosa). Auf ihren Hüten siedeln sich gerne Algen an. Standortfoto im Wald bei Gädebehn.

Sonntag, 10. Juni Unsere heutige Warnowexkursion (siehe auch unter „Von Kobande bis Gädebehn„) war erwartungsgemäß sehr arm an Frischpilzen. Einzig einige Breitblättrige Großrüblinge und Rehbraune Dachpilze, sowie etwas ältere Schwefelporlinge waren hier und da zu finden. Die abwechslungsreiche Tour durch sandige Kiefernforste, die übrigens Staub trocken waren, durch viel versprechende Buchenwälder und feuchtere Erlen/Eschenbestände, lassen zu guter Pilzzeit reichlich Ausbeute vermuten. Aber wann wird das wohl sein? Wenn wir endlich reichlich Regen kriegen würden, könnte es in einigen Wochen schon richtig gut werden. Mehr als reichlich Regen in unwetterartigen Ausmaßen sind in den nächsten Tagen wieder für Süddeutschland, speziel für Südbayern vorhergesagt. Unsere Hoffnungen beruhen jetzt auf eine sich ab morgen einstellende Gewitterlage: Vor allem am Dienstag können wir auf stärkere Entwicklungen hoffen. Sollte es dann wieder nicht klappen, können wir den Rest des Juni tatsächlich vergessen. Am nächsten Wochenende soll sich die Großwetterlage komplett umstellen und die erste Hitzewelle des Jahres rollt an. Hier sind dann am Wochenende zwar auch noch einige Gewitter vorhergesagt, aber der weitere Trend deutet wohl eher auf beständig „schönes“ Sommerwetter hin. Die Urlauber wird es freuen!

Das Warnowgebiet zwischen Kobande und Gädebehn gehört zum Naturpark Sternberger Seenland. Ausgedähnte Wälder und Seen erstrecken sich zwischen Neukloster, Warin, Brüel, Sternberg und Crivitz. Eine der schönsten Landschaften in Norddeutschland!

Das Warnowgebiet zwischen Kobande und Gädebehn gehört zum Naturpark Sternberger Seenland. Ausgedehnte Wälder und Seen erstrecken sich zwischen den beschaulichen mecklenburgischen Kleinstädten Neukloster, Bützow, Warin, Brüel, Sternberg und Crivitz. Eine der schönsten Landschaften Norddeutschlands!

Montag, 11. Juni – Von Süden her hat uns im laufe des Nachmittags zunehmend feuchte Schauer- und Gewitterluft erreicht. Zunächst sind bei uns nur vereinzelte und schwache Schauer aktiv. Vor allem morgen können sie stärker werden und regional bis gebietsweise ergiebige Schauer bringen. Laut aktueller Computerberechnung bei www.wetter-online.de sind für Nordwestmecklenburg bei geringer Gewittergefahr 2 – 5 Liter möglich, natürlich viel zu wenig. Aber es ist sehr schwierig, bei solch einer Schauerlage genau vorher zu sagen, wo letztendlich die stärksten Entwicklungen stattfinden werden, denn nach Zentralmecklenburg zu und auch nach Westen hin, zum Hamburger Raum, werden stärkere Ereignisse simuliert. Wir werden sehen. Im übrigen scheint die angekündigte Hitzewelle wohl nur ansatzweise bis zu uns voran zu kommen und auch das erwartete, stabilere Sommerwetter, wird wohl zunächst ausbleiben. Das hört sich aus Sicht der Pilzfreunde doch schon wieder besser an, da dadurch weiterhin eine gewisse Hoffnung auf stärkere Niederschläge in absehbarer Zeit bestehen bleibt. – Unsere Tagebuchleserin Doris Köser aus Baden Würtemberg berichtete mir heute von einem zunehmenden Pilzwachstum in ihrer Region. In ihrem „Hauswald“ beobachtet sie zunehmend viele Hexen – Röhrlinge, junge Pfifferlinge und vereinzelte Steinpilze. Auch sind hier Mehlpilze erschienen, was auf einen ersten Schub von Echten Steinpilzen hinweisen dürfte. Das wird bei uns wohl noch ein weilchen dauern! Immerhin, so schrieb Sie mir, sind dort im Mai 85 l/qm und im Juni bis jetzt 45 Liter auf den Quadratmeter gefallen. So viel gab es bei uns wohl seit Jahresbeginn noch nicht! Viele Grüße in das feuchte Baden Würtemberg aus dem trocknen Mecklenburg – Vorpommern. Ich habe heute unsere Dauerausstellung wieder aufgefrischt. Es liegen jetzt 60 Arten auf der Fläche.

In etwas schattigeren und feuchteren Laubwäldern sind neben Breitblättrigen Großrüblingen hier und da auch essbare Rehbraune Dachpilze an Laubholz zu finden. Sie können auch bei trockenen Verhältnissen noch Fruchtkörper ausbilden, da sie ihre Nahrung dem Holz entziehen. Standortfoto am 10.06.2012 im Warnowtal bei Gädebehn.

In etwas schattigeren und feuchteren Laubwäldern sind neben schwach giftigen Breitblättrigen Großrüblingen, hier und da auch essbare Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus) an Laubholz zu finden. Sie können auch bei trockenen Verhältnissen noch Fruchtkörper ausbilden, da sie ihre Nahrung dem Holz entziehen. Standortfoto am 10.06.2012 im Warnowtal bei Gädebehn.

Dienstag, 12. Juni – Im laufe der zweiten Nachthälfte zog von Süder her zeitweise etwas Regen auf. Besonders in den westlichen Regionen unseres Einzugsgebietes kamen gebietsweise wenige Liter zusammen. Am Nachmittag entwickelten sich regional einige Schauer und Gewitter. Insbesondere zwischen Rostock und Stralsund, im Raum Güstrow/Teterow und in der Griesen Gegend um Hagenow, sowie ganz im Südosten Mecklenburg – Vorpommerns. Starkregenschauer gab es dabei nur sehr punktuell und kleinräumig. So auch ein starker Regenguss zwischen Zurow und Neukloster. Unsere Wälder haben dabei aber kaum etwas abbekommen. Diesen Starkregenschauer konnte man auf dem Niederschlagsradar gut erkennen und die Region Neukloster in etwa ausmachen. Deshalb fuhr ich am Abend in diese Gegend und dann weiter durch ausgedehnte Wälder bis nach Brüel. Von diesem Regenguss haben nur die Waldgebiete bei Goldebee etwas abbekommen, allerdings auch viel zu wenig, um etwas zu bewirken. Stark geregnet hat es auf der Strecke zwischen Neukloster und Zurow. Hier triefte die Landschaft und große Pfützen belegten den starken Regenguss. Alles in allem war es nur wieder der berühmte Tropfen auf den heissen Stein, ohne nennenswerte Bedeutung für unsere Pilze. – Angelika Boniakowski aus Hagebök, bei Wismar, ließ mich Wissen, dass es bei ihr heute Mittag die erste, kleine, selbstgesammelte Pfifferlingsmahlzeit des Jahres gab. Es war aber nur eine Handvoll und sie waren auch noch recht klein. Darauf hin kontrollierte ich meinen Buchenwaldstandort, wo ich seit dem 25. Mai zunehmend viele, kleine Pfifferlinge beobachte. Sie sind immer noch da und kaum größer geworden. Nur einige, wenige, die etwas unter dem Laub versteckt waren, hätte man gerade so zum Sammeln freigeben können. Mitlerweile erscheinen auch an anderen Stellen dieses Bereichs weitere Inseln mit ganz jungen „Knöpfchen“. Ich muss schon Sagen, die sind ganz schön optimistisch.

Das sind die größten Pfifferlinge von heute Abend. Der größte von ihne hat gerade mal 3cm Hutdurchmesser. Es lohnt also noch nicht, in die Pfifferlinge zu gehen. Standortfoto am 12. Juni 2012.

Das sind die größten Pfifferlinge von heute Abend. Der größte von ihnen hat gerade mal 3cm Hutdurchmesser. Es lohnt also noch nicht, in die Pfifferlinge zu gehen. Standortfoto am 12. Juni 2012.

Mittwoch, 13. Juni – Meine mittwöchentliche Exkursion beschränkte sich heute auf eine Umrundung des Roten Sees bei Brüel. Anlaß war ein kleines Grillfest der Erstklässler zum Ausklang des ersten Schuljahres. Sohn Jonas hatte mich zur Teilnahme verpflichtet. Herr Krüger, Inhaber der dortigen Blockhütte und Chef des ganzen Ferien- und Erholungsobjektes, schmiss höchstpersönlich für die Kleinen, deren Eltern und Lehrer, den Grill an. Anschließend war bei den Kindern kräftiges Toben angesagt und ich machte mich für gut eine halbe Stunde auf den Weg um den See, wobei es hier unter günstigeren Bedingungen immer einige interessante Pilze gibt. Heute leider nicht, denn es ist weiterhin staubtrocken. Am Abend wurde ich dann im Ort Brüel doch noch fündig. Ich freute mich zu einem frischen Großen Krempling, der in einer moosigen Rasenfläche unter einer Birke mutterseelen allein stand und nun als Fotomotiv diente und in den nächsten Tagen unsere derzeit leider bescheidene Frischpilzausstellung bereichern wird. – Das Wetter war heute ruhig und nicht unfreundlich mit Sonne, zeitweise aber auch recht vielen Wolken und kühlen Temperaturen. Geregnet hat es in der vergangenen Nacht rund um den Schweriner See noch etwas, aber widerum keine größeren Mengen. In den nächsten Tagen, vor allem ab dem Wochenende, soll es deutlich wärmer werden, mit gleichzeitig wieder steigender Gewitterneigung. Ob dann für unsere Gebiete mal ein stärkers Regenereigniss drin ist? Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Idyllisch liegt der Rote See in der Abendsonne des 13. Juni 2012. Gegenüber das Ausflugsobjekt, wo die Kinder gerade ihren kleinen Grillabend zum Ausklang des ersten Schuljahres verleben.

Idyllisch liegt der Rote See in der Abendsonne des 13. Juni 2012. Gegenüber das Ausflugsobjekt, wo die Kinder gerade ihren kleinen Grillabend zum Ausklang des ersten Schuljahres verleben.

Donnerstag, 14. Juni – Nochmals ein sehr kühler Juni – Tag mit meist bewölktem Himmel. Die Schafskälte hat es in diesem Jahr in sich und hält sich hartneckig. Morgen gelangen wir auf die Vorderseite eines Tiefs bei den britischen Inseln. Dabei gelangt warme Sommerluft aus subtropischen gefilden zu uns. Da sich am Abend aber bereits die Kaltfront des Tiefs nähern soll, können ab dem späteren Nachmittag, am Abend und in der Nacht zum Sonnabend vermehrt Schauer und Gewitter aufkommen. Dabei werden verbreitet für unsere Region zwischen 5 und 15 Liter prognostiziert. Immer noch nicht das Optimale, aber vielleicht sind ja auch für uns mal stärkere Gewitterzellen mit deutlich mehr Regen dabei. Genauso kann es aber auch wesentlich weniger geben. Lassen wir uns überaschen!

Dieses schöne Foto von einer Trollhand sandte mir Naturfotograf Andreas Okrent dieser Tage. Es war ein Traum von ihm, diesem legendären Pilz mal in freier Wildbahn zu begenen und ihn fotographisch fest zu halten. Zu Verdanken hat er dieses unserem unermüdlichen Pilzfreund Klaus Warning aus Bützow, der schon lange nach dieser Art gesucht hat und in diesem Frühjahr gleich zweimal fündig wurde. Lieber Klaus, wir sind dir zu großem Dank verpflichtet!. Standortfoto am 11.06.2012 in einem Feuchtgebiet an der Warnow.

Dieses schöne Foto von einer Trollhand (Hypocreopsis lichenoides) sandte mir Naturfotograf Andreas Okrent vorgestern zu. Es war lange ein Traum von ihm, diesem legendären Pilz mal in freier Wildbahn zu begegnen und ihn fotographisch fest zu halten. Zu Verdanken hat er dieses unserem unermüdlichen Pilzfreund Klaus Warning aus Bützow, der ebenfalls schon lange nach dieser Art gesucht hat und in diesem Frühjahr gleich zweimal fündig wurde. Nach meiner Vermittlung trafen sich beide am vergangen Montag und fuhren in ein Feuchtgebiet mit Weiden an der Warnow. Lieber Klaus, wir sind dir zu großem Dank verpflichtet!. Standortfoto am 11.06.2012.

Freitag, 15. Juni – Der angekündigte Regen hat sich verspätet. Die Warmfront erreichte uns erst mit einigen Regentropfen am Abend. In der zweiten Nachthälfte soll dann die Kaltfront mit schauerartigen Regenfällen folgen. Diese soll morgen nur sehr langsam südostwärts vorankommen. So kann es quer über Deutschland, von Südwest nach Nordost, immer wieder regnen oder zu kräftigen Schauern und Gewittern kommen. Am Nachmittag soll bei uns im Norden sehr kalte Luft in der Höhe einströmen und die Schauer und Gewittertätigkeit zusätzlich verstärken. Die Front soll dann in den nächsten Tagen kaum weiter vorankommen und verwellen, dass heißt, es entstehen kleine Randtiefs, die von Südwest nach Nordost über Deutschland hinweg ziehen und kühlere Meersesluft mit schwülheißer, energieträchtiger Subtropenluft vermischen. Die www.unwetterzentrale.de warnt in diesem Zusammenhang Anfang nächster Woche vor verbreitet aufkommenden, schweren Gewittern mit großen Regenmengen, Hagel und Sturmböen. Laut www.wetter-online.de ist das Gewitterrisiko diesbezüglich am Montag auch bei uns stärker erhöht. Ich hoffe, dass es so kommt und unsere Region endlich auch mal von diesen Starkniederschlägen erfasst wird und nicht nur die Ecken unseres Landes heimsuchen, in denen es in der letzten Zeit ohnehin schon viel zu viel geregnet hat. Ich freue mich zwar auf die für morgen angekündigten Niederschläge, aber einen kleinen Wermutstropfen hat das ganze dann doch. Morgen ist wieder eine öffentliche Pilzlehrwanderung geplant und außerdem, anläßlich der Stuhlparade in der ABC Strasse, wieder unser Imbissstand mit leckeren Pilzgerichten geöffnet. Aber wir werden das ganze schon meistern, denke ich.

Diese Pilze habe ich gestern Abend bei Irenai in ihrem Garten in Keez fotgrafiert. Sie wuchsen hier mitten zwischen den Erdbeeren dich gedrängt, fast büschelig

Diese Pilze habe ich gestern Abend bei Irena in ihrem Garten in Keez fotgrafiert. Sie wuchsen mitten zwischen den Erdbeeren dicht gedrängt, fast büschelig. Es sind Rüblinge aus dem Formen- und Verwandschaftskreis des Waldfreund Rüblings (Collybia dryophila) Standortfoto am 14.06.2012.

Weiter geht es in der Rubrik „Wetter und Pilze Juni 2012/2“!