22.07.2020 – Mittwochsexkursion

22. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2339/3 – Krakow am See

Die Neu Samitter Tannen am 22. Juli 2020.

Der 3. Quadrant des Meßtischblattes Krakow am See besteht fast vollständig aus Wald und Seen. So der Langsee, der Schwarze See, dem Krummen See oder dem Bossower See sowie fast unendlich viel Wald der Nossentiner/Schwinzer Heide, mit den integrierten Neusammiter Tannen. In Neu Sammit gibt es die kleine und liebevoll gestaltete Waldschule „Klaabusterul“. Vor wenigen Jahren führte hier eine erfolgreiche Pilzwanderung hin und das Gebiet war auch das Ziel der heutigen Kartierungsaktion. Für den volkstümlichen Pilzsammler ein klassisches Revier, wo er zu gegebener Zeit auch richtig fündig werden kann. Uns sollte heute aber alles an Großpilzen interessieren, was wir im Feld ansprechen können. Wenn dazu vielleicht auch eine kleine Pilzmahlzeit heraus springen sollte, wäre es ideal und das war auch der Fall. Ich hatte also Gäste dabei, Mutter und Tochter, die sich sehr interessiert zeigten. Nicht nur die Speisepilze, auch alle anderen Pilzfunde ließen sie sich geduldig erklären. Es wurden Fotos und Notizen gemacht und am Ende war ein kleines Abendbrot sicher und ihr Artenhorizont hat sich sicher etwas erweitert. Eigentlich sind diese sandigen Nadelwälder eher etwas für die Herbstmonate, aber der unterkühlte und zeitweise feuchte Sommer ließ schon einiges sprießen.

Wir starteten an der Waldschule „Klaabusterul“.

Hier wurde u. a. Eichenholz verarbeitet, welches der Eichenwirrling (Daedallea quercina) abzubauen trachtet.

Auf dem Gelände der „Klaabusterul“ zeigte sich auch dieser Eichen – Filzröhrling (Xerocomus quercinus).

Auch diese Trichterlinge wuchsen dort sehr gesellig. Es handelt sich um den Feinschuppigen Trichterling (Clitocybe squamulosa). Eine Art, die eher in Gebirgsregionen und in Skandinavien zu hause sein soll, kommt in Mecklenburg als Begleitart von Fichten und Kiefern allerdings nicht selten vor. Er ist für mich einer der elegantesten und anmutigsten Blätterpilze. Eine sehr schöne Farbzeichnung findet sich in M.H.K., Bd. 3 auf Seite 327. Essbar.

Der große, rote Apfel – Täubling (Russula paludosa) findet sich in den klassischen, sauren Nadelwäldern, in denen der Maronen – Röhrling gerne Massenbestände ausbildet. Er ist ein sehr guter Speisepilz. Aber Vorsicht. Hier gibt es auch ähnliche, scharf schmeckende Täublinge. Vorherige Kostprobe der Lamellen ist anzuraten.

Einen schönen Anblick liefert natürlich auch der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Er ist in diesem Sommer ein sehr häufiger Vertreter in unseren Nadelwäldern und bevorzugt Fichtenholz als Substrat. Geringwertig.

Der gebrechliche, aber farbfreudige Kiefern – Täubling (Russula cessans) ist eigentlich ein Herbstpilz des sandigen Kiefernwaldes. Aber da die Witterung eher herbstlich, als sommerlich daher kommt, hat auch er sich bereits aus dem  Waldboden getraut. Essbar, aber von einem eher unangenehmen Geschmack.

Hin und wieder mal ein Nest sehr schöner Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

In satten Gelbtönen leuchten auch die Gold – Röhrlinge (Suillus greviley). Eine Schmierröhrlingsart die streng an die Lärche gebunden ist.

Während viele Röhrlinge bei Verletzung blauen, zeigen Schmierröhrlinge dieses Verhalten nicht. Ihr Fleisch bleibt entweder unverändert oder es bräunt etwas. Bei diesen Gold – Röhrlingen (Suillus greviley) gut zu sehen. Selbst die Kriechspuren der Schnecke haben sich verfärbt.

Am Hexenwinkel. Das Hexlein war gerade außer Haus.


Die Artenliste von 2339/3 – Neu Samitter Tannen: Eichenwirrling, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Birken – Blättling, Eichen – Filzröhrling, Feinschuppiger Trichterling, Samtfuß – Krempling, Geriefter Weichtäubling, Breitblättriger Rübling, Zaunblättling, Perlpilz, Himberroter Schleimpilz, Kiefern – Braunporling, Eichen – Mehltau, Narzißengelber Wulstling, Brennender Rübling, Apfel – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreißfling, Maronen – Röhrling, Flatter – Milchling, Klebriger Hörnling, Echter Pfifferling, Gallen – Röhrling, Gebänderter Dauerporling, Kahler Krempling, Jodoform – Täubling, Gemeiner Violettporling, Pantherpilz, Kiefern – Täubling, Falscher Pfifferling, Waldfreund – Rübling, Buckel – Täubling, Herber Saftporling, Spindeliger Rübling, Zweisporiger Champignon, Goldgelber Lärchenröhrling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flaschen – Stäubling, Gesäter Tintling, Rötlicher Borstenscheibling, Fleischroter Speisetäubling, Weißer Anis – Champignon, Grauer Erdritterling, Goldschimmel, Widerlicher Kammtäubling, Gelbbräunlicher Trichterling und Beutel – Stäubling.


Die Neu Samitter Tannen sind Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide.

 Wer also Lust zu einer Pilzexkursion hat, kann sich unter folgenden Telefon – Nummern melden oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

oder E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!