Seminar in der Märkischen Schweiz

04. – 06. September – Pilzseminar in Buckow

Pilzseminar in der Märkischen Schweiz

Von Freitag, dem 04.09. bis Sonntag, dem 06.09.2020 in 15377 Buckow (Märkisch Oderland).

Während wir im vergangenen Jahr bei hochsommerlicher Hitze und Trockenheit zu einem kleinen Pilzseminar in Märkisch Oderland (Worin) zu Gast waren, hatte Organisator Oliver Justus uns in diesem Jahr nach Buckow (Drei Eichen) eingeladen.http://www.dreichen.de

Das Seminar setzte sich aus Theorie und Praxis zusammen. Der theoretische Teil wurde in Form einer Beamer – Präsentation von Christopher Engelhardt aus Lübeck bestritten. Praktisch ging es anschließend in den Wald. Dafür stand beispielsweise die hügelige und bewaldete Landschaft der Märkischen Schweiz zu Verfügung. Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes steht allerdings unter Naturschutz und hier dürfen die Wanderwege nicht verlassen werden, wie Oliver bei einem Zusammentreffen mit einem Vertreter der unteren Naturschutzbehörde erfahren hat. Es gab aber genug Möglichkeiten, entsprechende Exkursionsgebiete aufzusuchen. Zur Einführung gab es einen speziellen Vortag der unteren Naturschutzbehörde zum Thema Naturschutzgebiet und Pilze sammeln.

Foto: Beatrice Petzka.

Das Eingangsportal…

zum Stützpunkt Wildniswissen.

Die Futterkrippe!

Das Haus für die Theorie. Foto: B. Petzka.

Das Haus zum nächtigen. B. Petzka.

Abenteuer „Trolleburg“ für die Jüngsten.

Zur Einführung ein kleiner Beamer Vortrag eines Mitarbeiters der Unteren Naturschutzbehörde zum Thema Pilze sammeln und Naturschutz. Foto: Beatrice Petzka.

Gut zu wissen!

Interessierte Zuhörer, zumeist in Corona – Abstand, wenn nicht familier verbunden. Bild von Beatrice Petzka.

Christopher Engelhardt aus Lübeck gab mit mehreren Beamer – Präsentationen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Gattungen und Vertreter im Reich der Großpilze. Foto: Petzka.

Dollores Seifert (Mitte) von den Leipziger Pilzfreunden gibt Erläuterungen zu aktuellen Pilzfunden.

Tag 2

Chris, Olli und Christian sind startklar, aber warum muss es nun gerade anfangen zu regnen?

So, endlich sind alle da, es kann losgehen zur ersten Runde durch den Wald.

Der Aufbruch!

Am Wegesrand entfaltet sich ein Rotbrauner Erdstern (Geastrum rufescens).

Wir folgten zunächst dem Alten Schulsteig und dem Tierspur – Lehrpfad. Foto: Beatrice Petzka.

Ziel war der Uferbereich eines idyllisch gelegenen Waldsees. Foto: Petzka.

Nicht nur als Foto – Objekte begeisterten hier etliche, junge Steinpilze. Foto B. Petzka.

Herrliche und taufrische Exemplare (Boletus edulis).

Ein wundervolles Revier, nicht nur für Steinpilze.

Auf Pappteller wurden die gefundenen Objekte sortiert und zur Bestimmung  ausgelegt. Foto: Beatrice Petzka.

Bei der Fundauswertung.

Es ist eine ganze Menge zusammen gekommen. Foto: Beatrice Petzka.

Tolle Steinpilze! Von Beatrice Petzka fotografiert.

Pilzbestimmung beim Pils.

Der „Pilz des Jahres 2020“ steht wie eine eins. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus). Foto: Beatrice Petzka.

Beatrice hat für uns den Standort des folgenden Douglasien – Röhrlings im Bild festgehalten.

Douglasien – Röhrling (Suillus lakei). Foto: Christopher Engelhardt. Ein Art, die sich durch das zunehmendes Aufforsten von Douglasien ausbreiten könnte. Allerdings scheint sie parkartiges Gelände zu bevorzugen.

Zapfen der Douglasie.

Hier gab es Vegetarisches zum Frühstück, Mittag und Abendbrot. Foto B. Petzka.

Die drei Eichen mit ihrem Bewacher. Foto: Beatrice Petzka.

Aufbruch zur 2. Exkursion am Sonnabend.

Kurze Einführung mit Kartenstudium durch Organisator Oliver Justus (Bildmitte).

Interessante Kiefern bei den Flugsanddünen. Foto: Beatrice Petzka.

Insbesondere die Orchideenwiese, rechts, sollte noch von besonderem Interesse werden.

In den Sanddünen gab es nur vereinzelt Frischpilze.

Beispielsweise Perlpilze mit ungewöhnlichem Aussehen. Foto: Beatrice Petzka.

So wie hier mit olivgrünlichen Hüten, der Grüne Knollenblätterpilz lässt grüßen! Aber ein weinroter Streifen ist schon auf dem Hut zu erkennen und entlarvt den ungewöhnlichen Perlpilz (Amanita rubescens).

Am Stiel und auf der Hutunterseite ist hingegen nichts weinrotes zu erkennen, aber dafür ist die Manschette gerieft.

Ja, diese schmächtigen Perlpilze, auf dem armen Sandboden, sorgten für Diskusionen.

Ein Ohrlöffel (Auriscalpium vulgare) wächst aus einem Kiefernzapfen heraus.

Trompetenschnitzlinge (Tubaria spec.).

Charakteristisch für sandige Kiefernstandorte ist der Fliederweiße Rißpilz (Inocybe sambucina).

Trockenrasen und Orchideen – Wiese, sowie ein außergewöhnlicher Standort ganz toller, teils seltener Pilzarten. Foto: Beatrice Petzka.

Beispielsweise von Saftlingen. Foto: Beatrice Petzka.

Hier sind es Saftlinge und Rötlinge.

Und diese Rötlinge begeisterten nicht nur mich. Es handelt sich um den Pilz des Jahres 2013, dem Mäuseklopilz oder Braungrünen Zärtling (Entoloma incanum) . Die lebhaften Färbungen und sein intensiver Geruch nach Mäuse – Urin machen ihn praktisch unverwechselbar.

Am selben Standort die Schwarze Lorchel (Helvella atra). Ebenfalls eine recht seltene Art.

Hier sehen wir den Schuppenlosen Riesenschirmpilz (Macrolepiota heimii).

Wurzeltrüffeln besitzen die Eigenschaft, nur halbunterirdisch zu wachsen. Deshalb sind sie recht leicht zu finden. Hier könnte es sich um die Rötliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon luteolus) handeln. Sicher wohl nur unter dem Mikroskop bestimmbar, da Rhizopogon vulgars ein sehr ähnliches Aussehen besitzt. Wurzeltrüffeln gehören zu den Röhrlingen und sind jung essbar, aber keinesfalls mit echten Trüffeln vergleichbar. Wir finden sie, so wie auch hier, unter Kiefern auf Sandböden.

Am trockenen Kiefern – Waldrand, angrenzend an diese Wiese, fanden wir  seltene Geastromyceten. Chris Engelhardt, der hier auch fotografierte, hat sie als Kleinste Erdsterne (Geastrum minimum) bestimmt. Ein toller Fund!

Eine interessante Waldschneise.

Von links: Johanna, Chris, Beatrice und Oliver.

Charakteristisch für etwas basenreichere Kiefernstandorte sind der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus) und die hier noch kleinen und jungen Körnchen – Röhrlinge.

Zahlreiche Tiegel – Teuerlinge (Crucibulum laeve) säumten einen Waldweg auf unserer Abschluss – Exkursion am Sonntag. Standortfoto von Chris Engelhardt.

Ein toller Fund gelang uns mit dem Vollgestopften Nestling (Nidularia deformis). Er wuchs in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Tigel – Teuerlingen und wurde hier von Christopher Engelhardt bestimmt und fotografiert.

Die Gesundheitshunde von Pilzfreundin Andrea warten aus ein Leckerli.

Dolly aus Leipzig und Egon aus Berlin halten sich auch beim Päuschen im Wald an den gebotenen Corona – Sicherheitsabstand.

Integriert in unsere Exkursionsgebiete durch die Märkische Schweiz sind auch einzelne Schutzbereiche.

Oliver Justus hatte die Idee zu dieser Veranstaltung und natürlich auch den Hut auf. Foto: Ulrich Klein.

Lieber Olli, wir danken dir für dieses wunderbare Pilzwochenende in der Märkischen Schweiz!

Hoffen wir auf eine Neuauflage im nächsten Jahr.

Nähere Info`s hier:

Pilzseminar-im-Herzen-der-märkischen-Schweiz_04-06.09.2020