Tagebuch Juni 2016/1

Pilze und Wetter im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter/Pilze Juni 2016/1

Die meisten Schuppigen Porlinge (Polyporus squamosus) sind inzwischen in die Tage gekommen und haben mitunter monströse Ausmaße angenommen. In diesem Stadium sind sie nicht mehr in der Küche verwendbar. Standortfoto am 01.06.2016 in einem Bruchwald bei Madsow.

Die meisten Schuppigen Porlinge (Polyporus squamosus) sind inzwischen in die Tage gekommen und haben mitunter monströse Ausmaße angenommen. In diesem Stadium sind sie nicht mehr in der Küche verwendbar. Standortfoto am 01.06.2016 in einem Bruchwald bei Madsow.

Mittwoch, 01. Juni – Exkursionstag. Dieser fiel heute sehr dürftig aus, sowohl was die Artenanzahl anbelangt, als auch das Zeitfenster, was mir zu Verfügung stand. Gerade mal 1 Stunde war ich im Meßtischblatt 2035/2 bei Madsow unterwegs. Grund: um 14.00 Uhr mußte ich schon in Keez bei Jonas sein, denn heute ist Kindertag. Da durfte er sich etwas wünschen und es ging nach Schwerin auf den Fernsehturm zum Ausschau halten und zum Eis essen. Ein herrlicher Rund- und Ausblick auf die Landeshauptstadt mit ihren Seen und Wäldern wird einem von hier oben geboten. Heute doppelt interessant, da wir von hier aus eindrucksvoll sehen konnten, wo gerade einige Gewittergüsse niedergingen. Das war zu diesem Zeitpunkt vornehmlich die südlichere Region zwischen Crivitz und Banzkow, also in der Lewitz. Die Gewitterschauer waren heute eher von der leichteren Art und haben insgesamt nicht viel Niederschlag hinterlassen. In Keez waren es 4 l/qm. Noch kurz zu meiner Mini – Kartierung in und bei Madsow. Ein kleiner Bruchwald und parkartiges Gelände. Hier die dürftige Artenliste: Schuppiger Porling, Geweihförmiger Schleimpilz, Zugespitzter Kugelpilz, Gesäter Tintling, Frühlingsmürbling, Knolliger Dachpilz und Breitblättriger Großrübling. Meine Arbeitszeit: 3 Stunden.

Der beste Fund meiner heutigen Mini - Kartierung: Knolliger Dachpilz (Pluteus smibulbosus). Offensichtlich im Mecklenburger Bereich eine Seltenheit, denn ich habe die Art bisher noch nicht bewußt gefunden, vieleicht aber auch blos übersehen. Heute konnte man die Pilze aber kaum in der Laubstreu der Alleebäume in Madsow übersehen. Zunächst dachte ich an einen Scheidling, aber kein einziger der zahlreichen Pilze hatte auch nur ansatzweise eine Scheide an der Stielbasis, so dass schließlich nur noch die Gattung Pluteus in betracht zu ziehen war.. Kein Speisepilz, wenn auch sicher nicht giftig!rand

Der beste Fund meiner heutigen Mini - Kartierung: Knolliger Dachpilz (Pluteus semibulbosus). Offensichtlich im Mecklenburger Bereich eine Seltenheit, denn ich habe die Art bisher noch nicht bewußt gefunden, vieleicht aber auch blos übersehen. Heute konnte man die Pilze aber kaum in der Laubstreu der Alleebäume in Madsow übersehen. Zunächst dachte ich an einen Scheidling, aber kein einziger der zahlreichen Pilze hatte auch nur ansatzweise eine Scheide an der Stielbasis, so dass schließlich nur noch die Gattung Pluteus in betracht zu ziehen war. Kein Speisepilz, wenn auch sicher nicht giftig!

Donnerstag, 02. Juni – Bereits in der Frühe und am Vormittag haben von Osten her größere Gewittercluster unser Bundesland überquert. Örtlich gab es starke Regengüsse, so wie beispielsweise rund um den Schweriner See oder auch in den südlicheren Regionen um Lübz und Parchim sowie an der Seenplatte und besonders im südlichen Vorpommern. In den letzten 24 Stunden, stand 18.00 Uhr, wurden beispielsweise in Boltenhagen 8 l, Schwerin 9 l, Rostock 3 l und in Keez 7 l gemessen. Die Niederschläge haben sich in der letzten Zeit gebietsweise recht ordentlich summiert. Am besten haben die Gebiete an der Seenplatte, im Süden unseres Bundeslandes, abgschnitten. Hier sind in den letzten drei Tagen um die 30 Liter gefallen. Auch dieses ist garnichts, vergleicht man es mit den gewaltigen Regenmengen die in den von katastrophalen Hochwassern betroffenen Gebieten im Süden Deutschlands vom Himmel fielen. Alles in allem werden die Niederschläge und das ständig warme Wetter einiges an der Pilzfront bewirken, aber es gilt zu bedenken, wir haben erst Anfang Juni und nicht Ende August! Im großen und ganzen ist aus heutiger Sicht an der eingespielten Großwetterlage in den meisten Regionen Deutschlands nicht viel Änderung zu erwarten. Schwül, gewittrig mit weiterer Unwettergefahr! Für uns in M-V ist allerdings von Bedeutung, dass die feuchte, pilzfreundliche Gewitterluft in den nächsten Tagen durch trockenere, pilzfeindlichere Warmluft ersetzt wird und die Sonne fast ungehindert bei sommerlichen Temperaturen vom Himmel brennen kann. An zumindest sonnigen Waldkannten, wo in den nächsten Tagen einige Sommersteinpilze auftauchen könnten, werden diese keinen guten Stand haben!  Allerdings deutet sich in der Mittelfristprognose an, das die Gewitterluft in der nächsten Woche auch wieder zu uns schwappen könnte. Warm soll es in jeden Fall bleiben und das ist inzwischen schon bemerkenswert. Die wärmeliebende Pilzflora könnte in diesem Sommer eine Blütezeit erleben, zumindest aus momentaner Vorahnung. Meine Arbeitszeit: 12.00 – 21.30 Uhr. Und hier noch ein Nachtrag. Jetzt am Abend haben sich zwischen 20.00 und 22.00 Uhr im südwestlichen Mecklenburg schwere Gewitter gebildet. Es ist mit Wolkenbrüchen, Hagel und weiteren heftigen Turbulenzen zu rechnen. Auf dem Radar sehen die Gewitter schadensträchtig aus!

Gestern hätten wir im parkartigen Gelände am Schweriner Fernsehturm noch gut Maipilze ernten können. Die sicherlich schon eine weile am Standort stehenden Pilze sind durch die Regenfälle wieder ausgefrischt b.z.w es wuchsen noch einige Nachzügler friusch aus dem Boden. Vorsicht es aber geboten, denn sobald die Fruchtkörper braunfeckig werden, beginnen sie sich zu zersetzen und sollten nicht mehr verspeist werden. Standortfoto: 01.06.2016 in Schwerin.

Gestern hätten wir im parkartigen Gelände am Schweriner Fernsehturm noch gut Maipilze ernten können. Die sicherlich schon eine weile am Standort stehenden Pilze sind durch die Regenfälle wieder ausgefrischt b.z.w es wuchsen noch einige Nachzügler. Vorsicht ist aber geboten, denn sobald die Fruchtkörper braunfleckig werden, beginnen sie sich zu zersetzen und sollten nicht mehr verspeist werden. Standortfoto: 01.06.2016 in Schwerin.

Freitag, 03. Juni – Kurzexkursion heute morgen in der Wismarer Parkanlage am Seeblick. Es tut sich etwas! Der erste sommerliche Pilzschub steht in den Startlöchern. Junge Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze schieben. Auch Champignons fand ich wunderbar frische. Diesesmal, bis auf einen, keine giftigen Karbol – Champignons, sondern eine Gruppe noch geschlossener Weißer Anis – Champignons. Auch Pilzfreundin Angelika Boniakowski war heute erfolgreich. Die ersten 2 Kilo Sommersteinpilze der Saison. Herzlichen Glückwunsch! Vor wenigen Tagen kontrollierte sie bereits die heute ertragreichen Stellen und es war noch nichts zu sehen. Heute schoben nun zahlreiche, junge Sommersteinpilze aus dem Waldboden. Vereinzelt waren sogar schon überständige dabei! Es bahnt sich also in den nächsten Tagen zumindest regional ein kräftigerer Schub dieser frühen Steinpilze an. Bei den hochsommerlichen und schwülen Temperaturen werden sie sprichwörtlich wie die Pilze aus dem Boden schießen. Besonders an sonnigen Waldkannten müssen sie dieses auch schnellstens tun, bevor es hier unerträglich und wieder zu trocken wird. In schattigen Waldlagen werden wir länger etwas von ihnen haben. Auch Perlpilze und Täublinge werden nun zahlreicher. Bis auf die Eisheiligen zu Pfingsten haben wir nun schon lange recht warmes Wetter und das bleibt vorerst auch so. Dazu das Treibhausklima und der Regen der letzten Zeit, da muss ganz einfach etwas passieren. Mit Regen können wir in den nächsten Tagen leider kaum noch rechnen, bis auf ganz vereinzelte Gewitterschauer, werden bei uns erst einmal Sonne und Hitze an der Tagesordnung sein. Bei der Mittelfristprognose deutet sich im weiteren Verlauf wieder unbeständigeres Wetter mit etwas zurück gehenden Temperaturen, aber neuerlichen Niederschlägen an. Meine Arbeitszeit: 11.00 – 21.00 Uhr.

Nicht nur im Seeblickpark, wo heute diese Standortaufnahme entstand, werden sie in den nächsten Tagen kräftig sprießen, die Sommersteinpilze (Boletus reticulatus). Es ist auch kein Wunder, dei den Witterungsbedingungen der letzten Zeit. Wir suchen diese frühen Steinpilze unter Eichen und Buchen und wenn der Boden dazu noch etwas kalkhaltig ist, erhöht er die Erfolgschancen.

Nicht nur im Seeblickpark, wo heute diese Standortaufnahme entstand, werden sie in den nächsten Tagen kräftig sprießen, die Sommersteinpilze (Boletus reticulatus). Es ist auch kein Wunder, dei den Witterungsbedingungen der letzten Zeit. Wir suchen diese frühen Steinpilze unter Eichen und Buchen und wenn der Boden dazu noch etwas kalkhaltig ist, erhöht es die Erfolgschancen.

Sonnabend, 04. Juni – Das war heute ein langer Tag! Um 03.30 Uhr klingelte der Wecker und eine Stunde später startete ich zu einer Info – Tour. Warum so früh? – Ich wollte nicht bei der sengenden Sonne durch die Wälder streifen, morgens ist es noch angenehm kühl und taufeucht. Um es vorweg zu nehmen, die gestrige Euphorie erhielt einen herben Dämpfer! Die Lage im einzelnen: Zunächst ging es in den Schweriner Schlossgarten. Hier erwacht das pilzliche Leben allmählich und in den nächsten Tagen dürften Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze sowie Täublinge zulegen. Sie fingen heute zaghaft an zu schieben. Auch zwei ältere Sommersteinpilze waren schon dabei.  Ansonsten, abgesehen von einigen frischen Speise – Täublingen, Kleinzeug wie Waldfreund – Rüblinge. Ich fuhr in die Jülchendorfer Buchen. Waldrand mit Trockenrasen und Eichen. Eine sehr sonnige und wärmebegünstgte Stelle und mein aktivster Sommersteinpilz – Standort in diesem Gebiet – nichts, auch kein Anzeichen! Zu guter letzt noch einige Stellen im Revier Weiße Krug. Zwar nicht ganz so trostlos, aber trotztdem ernüchternd. Es hängt also ganz entscheidend davon ab, wo und wann der auslösende Regen in ausreichender Menge gefallen ist. Das Gebiet (Laubwald auf besseren Böden) von Angelika, in dem sie gestern fündig wurde, ist in den letzten Wochen mehrfach von kräftigen Niederschlägen beehrt worden. Die Pilze schießen also nur vereinzelt aus dem Waldboden, dennoch sollte in den nächsten Tagen allgemein eine positive Tendenz festgestellt werden können und einzelne Oasen dürften weiter oder zunehmend recht ergiebig sein. Im Anschluß fuhr ich von Keez zwei Säcke Moos nach Wismar – die Ausstellungsflächen werden erweitert. Danach ging es zum Garten – Center, Deko – Farne kaufen. Um 16.00 Uhr öffnete ich regulär den Laden und am Abend Auswertung der heutigen Exkursion, Tagebuch und dann ist immer noch kein Feierabend. Das Moos muß auf die Flächen, inklusive zusätzlicher Pflanzen – Deko. Mit etwas Glück ist um 22.00 Uhr, eher 23.00 Uhr schluß. Morgen früh geht es schon wieder weiter. Eine Vereinsexkursion steht auf dem Programm. –  Das Wetter wird in den nächsten Tagen allerdings nicht sonderlich pilzfreundlich sein. Ein neu entstehendes Hoch über der Ostsee führt zwar weiterhin sehr warme, aber zunehmend trockene Luft zu uns. Die heute örtlich enstandenen Schauer und teils heftigen Gewitter des Nachmittags und Abends werden vorerst für eine Weile der letzte Niederschlag gewesen sein.

Besonders in den Parkanlagen erwacht nun zunehmend das pilzliche Leben. Insbesondere im Hochsommer kann man hier mitunter, günstige Wachstumsbedingungen vorausgesetzt,  mitunter vor Pilzen kaum treten. Massenhaft kann es hier auch unter Eichen und Buchen den Frauen - Täubling (Russula cyanoxantha) geben, einer unserer besten Speisepilze. Standortfoto am 04.06.2016 im Schweriner Schloßgarten.

Besonders in den Parkanlagen erwacht nun zunehmend das pilzliche Leben. Vor allem im Hochsommer kann man hier mitunter, günstige Wachstumsbedingungen vorausgesetzt, vor Pilzen kaum treten. Massenhaft kann es hier auch unter Eichen und Buchen den Frauen - Täubling (Russula cyanoxantha) geben, einer unserer besten Speisepilze. Hier sehen wir aber den Fleischroten Speise - Täubling. Ausgezeichnet, sogar roh! Standortfoto am 04.06.2016 im Schweriner Schloßgarten.

Sonntag, 05. Juni – Heute morgen fuhren wir zu einer Vereinsexkursion in einen Wald in der Nähe von Rostock, dem Fahrenholzer Holz. Ältere Buchenstücke wechseln  häufig mit Fichten- und Kiefernforsten. Von den Regenfällen der letzten Zeit ist hier kaum etwas angekommen, dennoch gab es hier und da einige Frischpilze: Goldmistpilze, Kiefern – Zapfenrüblinge, Waldfreund Rüblinge, Breitblätter, Rehbrauner Dachpilz, Grünblättrige Schwefelköpfe, jeweils einen Grauen Wulstling und einen Narzißengelben Wulstling, den ersten Milchling der Saison, Frühlings – Ackerlinge und Tränender Saumpilz und als Krönung auch zwei wunderschöne Sommersteinpilze. Siehe unter „Im Fahrenholzer Holz“. Das Wetter war heute bilderbuchmässig. Kaum Wind, strahlender Sonnenschein und sommerliche Wärme. Bestes Strandwetter und das Wasser der Ostsee dürfte inzwischen bereits annehmbare Bade – Temperaturen erreicht haben. Einen positiven Aspekt hat das warme, trockene und windschwache Wetter allerdings auch für einige Pilze, insbesondere für unsere beliebten Dickröhrlinge, die gerade etwas häufiger werden. Zumindest an schattigen Plätzchen sind sie oft makellos schön. Den Schnecken ist es zu trocken geworden und das ruhige Wetter tut sein übriges. Meine Arbeitszeit: 07.40 – 22.00 Uhr.

Beispielhaft steht dieser Sommersteinpilz (Boletus reticulastus) den wir heute im schattigen Buchenwald fanden. Wichtig ist der Schatten, in der direkten Sonneneinstrahling würden sie schnell Trockenschäden aufweisen.

Beispielhaft steht dafür dieser Sommersteinpilz (Boletus reticulastus), den wir heute im schattigen Buchenwald fanden. Wichtig ist der Schatten, in der direkten Sonneneinstrahlung würden sie schnell Trockenschäden erleiden.

Montag, 06. Juni – Sonne pur von einem strahlend blauen Himmel. Sommerliches Bilderbuchwetter nordöstlich der Elbe. Damit haben wir inzwischen die so oft zu dieser Jahreszeit auftretende Schönwetterlage, die durch das noch kühle Wasser der Ostsee begünstigt wird, erreicht. Es bildet sich hoher Luftdruck über Skandinavien und der Ostsee und hält feuchtere Gewitterluft häufig auf Distanz. Die Grenze derartiger Wetterlagen verläuft, wie auch derzeit, meist im weiteren Umfeld der Elbe. Die Sonnenanbeter und Urlauber wird es freuen. Nicht umsonst ist die Osteseeküstenregion die sonnenscheinreichste Deutschlands! Südwestlich der Schönwetterzone geht das schwüle Gewitterwetter munter weiter. Örtlich kommt es weiterhin zu sintflutartigen Regenfällen und an der Grenze beider Lauftmassen toben sich in Schleswig – Holstein verstärkt Tornados aus! Ab Mitte der Woche scheint aber Bewegung in das eingefahrene Muster zu kommen. Die Gewitterluft flutet ab Mittwoch auch wieder den Nordosten und anschließend soll kühlere Luft einfließen, die am Wochenende aber weitere Schauer und Gewitter produzieren kann. So sind auch bei uns wieder Regenfälle möglich. Inzwischen scheinen stellenweise die Sommersteinpilze und Hexen – Röhrlinge nur so zu sprießen. Sie werden mir nun auch in der Pilzberatung vorgelegt und jetzt am Abend suchte mich noch ein Ratsuchender auf, der gestern eher zufällig nach dem Strandbesuch bei Boltenhagen unter einzelnen Eichen in Menge Steinpilze gefunden hatte. Richtig tolle, kräftige Bilderbuchsteinpilze! Und das Anfang Juni?! Er war verunsichert, geht er doch sonst nur im Herbst auf Steinpilzjagd. Und so staunen auch die Leute nicht schlecht, wenn sie in meiner Frischpilzausstellung, die heute erstmals in erweiterter Form zu besichtigen war, Steinpilze, Pfifferlinge, Hexen – Röhrlinge und Rotkappen ganz in echt sehen! Meine Arbeitszeit: 09.00 – 20.00 Uhr.

Und so erleben wir dieser Tage den ersten nennenswerten Röhrlingsschub des Jahres. Hier sind es junge Flockenstielige Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis), die ich am Freitag im Seeblickpark in Wismar - Wendorf fotografiert habe. Laut dem Tagebuch - Eintrag von Christian Ehmke von der untern verlinkten Lorchel - Seite schieben nun auch Sommersteinpilze dort dicht an dicht!

So erleben wir dieser Tage den ersten nennenswerten Röhrlingsschub des Jahres. Hier sind es junge Flockenstielige Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis), die ich am Freitag im Seeblickpark in Wismar - Wendorf fotografiert habe. Laut dem Tagebuch - Eintrag von Christian Ehmke, von der untern verlinkten Lorchel - Seite, schieben nun auch Sommersteinpilze dort dicht an dicht!

Dienstag, 07. Juni – Heute hatten wir wieder hochsommerliches Wetter vom feinsten. Es wurde nochmal richtig warm und auch etwas schwül. Im Nordwesten und Westen Deutschlands wüteten hingegen auch heute wieder teils katastrophale Gewitter, mit bis zu 100 l/qm Regen in kurzer Zeit, teils auch Hagel! Massive Überschwemmungen waren wieder die Folge. Die stärksten Gewitter bildeten sich an einer Konvergenzlinie die von Schleswig – Holstein bis in die Benelux – Staaten reicht. Diese scheint sich am Abend noch geringfügig nach Osten zu verlagern und auch Westmecklenburg könnte in den nächsten Stunden örtlich von heftigen Gewittern getroffen werden! Der Gewitterschirm hat jedefalls gerade die Stadtgrenze von Wismar erreicht. Mal schauen, ob es noch etwas gibt! – Pilzfreundin Angelika Boniakowski war heute wieder auf Tour und konnte für sich zum trocknen eine ansehnliche Menge Sommersteinpilze ernten. Die Qualität, was den Madenfras anbelangt, ist für Sommersteinpilze ungewöhnlich gut, sagte sie mir am Telefon. Gestern Abend kontrollierte ich noch einen Sommersteinpilz – Standort im Revier Weiße Krug – nichts, nicht ein einziger Frischpilz! Die Unterschiedlichen Regenmengen der letzten Wochen machen´s möglich! Meine Arbeitszeit: 13.45 – 19.30 Uhr.

An vereinzelten Stellen werden nun die ersten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius). Da ab nächster Woche Antlantik - Tiefs mit wiederholten, teils ergiebigen Regenfällen die Wetter . Regie übernehmen sollen, stehen die Zeichen günstig für eine gute Entwicklung dieser beliebten Speisepilze zum Hochsommer hin. Standortfoto am 03. Juni im Revier Weiße Krug.

An vereinzelten Stellen werden nun die ersten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) allmählich erntefähig. Da ab nächster Woche Antlantik - Tiefs mit wiederholten, teils ergiebigen Regenfällen die Wetterregie übernehmen sollen, stehen die Zeichen günstig für eine gute Entwicklung dieser beliebten Speisepilze zum Hochsommer hin. Standortfoto am 03. Juni im Revier Weiße Krug.

Mittwoch, 08. Juni – Nach einem Augenarzt Besuch am morgen und einer kleinen Zwangspause wegen Augentropfen, stattete ich heute Mittag der Parkanlage am Seeblick einen Besuch ab. Das allgemeine Pilzwachstum ist hier noch sehr bescheiden. Einzig Dickröhrlinge und einzelne Karbol – Champignons waren heute vertreten. Als ich ankam, hatte schon eine junge Dame schätzungsweise 30 – 40 junge Sommersteinpilze in einer durchsichtigen Plastiktüte eingesammelt. Da sie offensichtlich aber nicht alle Mycelien dort kannte, wurde auch ich noch gut fündig. Bilderbuchsteinpilze, teils faustgroße Hüte, schön samtig und kräftig braun gefärbt. Auch Irena und Jonas hatten am Nachmittig in einem Buchenwald bei Schwerin diesbezüglich Glück. Sie konnten einen ganzen Korb voller früher Steinpilze ernten. Unser Lorchelfreund Christian Ehmke teilte mir mit, dass im Eichenpark Schwarzen Busch, auf der Insel Poel, körbeweise Hexen – Röhrlinge eingesammelt werden können. Auch wenn es derzeit oberflächlich schon wieder sehr trocken bei uns ist, wir erleben dieser Tage einen für die frühe Jahreszeit beachtlichen Schub von  Dickröhrlingen, allen voran von Sommersteinpilzen! Auch aus Österreich erreichten mich heute Fotos von jungen Steinpilzen. Hier waren es offensichtlich Kiefern – Steinpilze! Da heute Mittwoch war, stand auch wieder eine Kartierungsexkursion auf dem Programm. Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2035/3. Hier gibt es die Rohlstorfer Tannen, die direkt an das Gebiet der Hansestadt Wismar grenzen. Laub- und Nadelwald auf meist leichteren, sandigen Böden. Hier die Artenliste: Eichen – Zystidenrindenpilz, Schuppiger Porling, Breitblatt, Kiefern – Wurzelschwamm, Eichen – Rindensprenger, Birkenporling, Eichenwirrling, Flacher Lackporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Eichen – Spaltlippe, Echter Zunderschwamm, Sklerotienporling, Lilablättriger Mürbling, Spaltblättling, Samtiger Schichtpilz, Weißstieliger Adern – Dachpilz, Schwefelporling, Gelbe Lohblüte, Gemeiner Violettporling, Echter Pfifferling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling und Sommersteinpilz. Meine Arbeitszeit: 12.30 – 22.00 Uhr.

Kurios: Aus dem Buchenlaub der Rohlstorfer Tannen schieben zwei Sommersteinpilze (Boletus reticulatus), aber einer war nur zu sehen. Beim herausdrehen bemerkte ich, das direkt daneben noch ein zweiter, der völlig mit bedeckt war, wuchs. Ich entfernte es und mit bot sich dieses Bild. Der zweite ist irgendwie, wahrscheinlich durch eine ungünstige Baumwurzel daran gehindert worden sein Wuchs wie es sich gehört vertikal auszurichten. Standortfoto am 08.06.2016.

Kurios: Aus dem Buchenlaub der Rohlstorfer Tannen schiebt ein Sommersteinpilz (Boletus reticulatus). Beim Versuch ihn heraus zu drehen, bemerkte ich, dass direkt daneben noch ein zweiter, völlig mit Laub bedeckt, liegend wuchs. Ich entfernte die vertrockneten Vorjahresblätter und mir bot sich dieser Anblick. Der zweite ist irgendwie daran gehindert worden, sein Wuchs wie es sich gehört, vertikal auszurichten. Die beiden Pilze waren übrigens völlig madenfrei und landeten zusammen mit weiteren Artgenossen auf dem Trockner. Standortfoto am 08.06.2016.

Donnerstag, 09. Juni – Am Abend informierte mich Pilzfreundin Angelika Boniakowski, dass sie heute nur dem Waldfriedhof bei Schloß Wiligrad einen Besuch abstatten wollte, aber wie das Leben so spielt, auch hier kam sie an den Sommersteinpilzen nicht vorbei, die an den Hangterrassen des Schweriner Sees aus dem knochenharten Waldboden sproßen. Fest und knackig und durch das trockene Wetter besonders gehaltvoll, was den Wohlgeschmack anbelangt. Der verhätnismäßig starke Schub dieser Edelpilze wird noch einige Tage andauern und dann vermutlich wieder abflachen. Solange werden wir noch trockenes Wetter haben. Erst ab Mitte der kommenden Woche sollen auch bei uns Gewitter wieder Regen bringen. Mal schauen, wie es dann weitergeht, die Pfifferlinge brauchen dringend Regennachschub! Gestern opferte ich sogar mein mitgeführtes Mineralwasser um einige kleine Nester, die im ausgehagerten Buchenwald zu vertrocknen drohten, zu benässen. Jonas meldete mir am Abend noch, dass in Keez bei einem kurzen Schauer so ebend 0,7 l gefallen sind. Meine Arbeitszeit: 09.00 – 22.00 Uhr.

Der beste Fund meiner gestrigen Kartierungsaktion. Der Weißstielige Adern - Dachpilz (Pluteus phlebophorus) auf verottende Pflanzenresten in einem schattigen, verbuschten Bereich der Rohlstorfer Tannen. Er ähnelt auf dem ersten Blick dem Gelbstieligen Dachpilz. Der Stiel ist allerdings weiß und auf dem braunen Hut ist ein feines, netziges Adermuster vorhanden. Ohne Speisewert.

Der beste Fund meiner gestrigen Kartierungsaktion: der Weißstielige Adern - Dachpilz (Pluteus phlebophorus) auf verottenden Pflanzenresten in einem schattigen, verbuschten Bereich der Rohlstorfer Tannen. Er ähnelt auf dem ersten Blick dem Gelbstieligen Dachpilz. Der Stiel ist allerdings grauweiß und auf dem braunen Hut ist ein feines, netzartiges Adermuster vorhanden. Ohne Speisewert.

Freitag, 10. Juni – Heute entschloß ich mich spontan dem Haushalt Forst einen Besuch abzustatten. Irgendwie ahnte ich, dass es sich dort in punkto Sommersteinpilze lohnen könnte. Bereits nach einer knappen halben Stunde war mein mittelgroßer Weidenkorb gefüllt. Ich mußte zum Roller, der nur etwa 100 m entfernt stand und ausleeren, denn ich hatte meine Tour ja noch garnicht richtig begonnen. Von Vorteil war, dass ich einige gute Plätze kannte, denn zwischen den Steinpilz – Inseln wirkte der Wald trocken und nahezu pilzlehr. An den Sommersteinpilz – Standorten ging dann aber die Post ab! Ein sehr kräftiger Schub! Überständig war kaum einer, viele noch jung oder gerade richtig. Einige mit Trockenschäden, die meisten ideal! Eigentlich meckern wir schon wieder über die Trockenheit, das Laub ist zwar rascheldürr, im Boden steckt aber noch reichlich Feuchtigkeit. Einzig die trockene Luft, die intensive Sonneneinstrahlung und Wind machen ihnen zu schaffen. Meistens ist es hier Mitte Juni so, dass viele Breitblättrige Rüblinge ein verhältnissmässig gutes Pilzaufkommen vortäuschen. Es gibt dann aber oft kaum etwas anderes. In diesem Frühsommer sind wenige Breitblätter, dafür um so mehr Sommersteinpilze. Er war heute mit Abstand der häufigste Großpilz im Haushalt Forst. Nur sehr vereinzelt noch der eine oder andere Frauen – Täubling, Grauer Wulstling oder einige Stockschwämmchen und Netzstielige Hexen – Röhrlinge. Es scheint hier ähnlich los zu gehen, wie in dem lägendären Pilzjahr 2010, wo es im Juni  im Haushalt Forst schon sehr viele Sommersteinpilze gab und im Hochsommer schossen schließlich die Raritäten aus dem Waldboden! Diese sehr launische Waldgesellschaft auf besseren Böden, die in vielen Jahren nur wenige interessante Pilze hervorbringt, könnte in diesem Jahr wieder zur Hochform auflaufen. Spielt die Witterung mit, könnten wir endlich wieder mit einem guten Pilzjahr rechnen!  So ebend erreichte mich ein Anruf von Irena, sie ist wieder in ihrem Wald bei Schwerin unterwegs und geht fast von Steinpilz zu Steinpilz, der Korb ist schon wieder voll! Meine Arbeitszeit: 10.00 – 22.00 Uhr.

Meine Ausbeute von heute. Ich bekam bereits Kapazitätsprobleme und brach ab. Welch ein Glück, dass es monentan so trocken ist, sonnst hätten die Schnecken diesem Steinpilz - Schub womöglich den Garaus gemacht, denn wie gut zu sehen sind, waren sie trotzdem noch sehr aktiv. Nun werden die Trockner im Schichtbetrieb laufen. 10.06.2016

Meine Ausbeute von heute. Ich bekam bereits Kapazitätsprobleme und brach ab. Welch ein Glück, dass es monentan so trocken ist, sonnst hätten die Schnecken diesem Steinpilz - Schub womöglich den Garaus gemacht, denn wie gut zu sehen ist, waren sie trotzdem noch sehr aktiv. Nun werden die Trockner das erste mal in diesem Jahr im Schichtbetrieb laufen. 10.06.2016

Sonnabend, 11. Juni – Heute stand wieder eine öffentliche Pilzlehrwanderung auf dem Programm. Sie führte von Dorf Mecklenburg bis zum Bahnhof Moidentin, durch den ehemaligen Großherzoglichen Forst Moidentin. Erlenbrüche und Buchenwälder im Wechsel entlang der Bahnlinie Wismar – Schwerin und dem Wallensteingraben. Das Wetter war bestens, die Beteiligung eher gering, so wie auch das Angebot an Frischpilzen. Der Bericht ist unter „Im Moidentiner Wald“ nachzulesen. Danach schaute ich mich noch in parkartigem Gelände in Lübstorf um. Unter den Eichen einige Sommersteinpilze und Pfifferlinge. Insbesondere letztere brauchen nun ganz dringend Regen! Sonne und trockene Luft sowie zeitweise ein lebhafter Wind machen ihnen allmählich sehr zu schaffen. Zum Glück scheint das Wetter ein einsehen zu haben, denn die Großwetterlage stellt sich um. In der neuen Woche steht niederschlagsträchtiges Wetter an und es kann ab Montag bis zum kommenden Wochenende täglich, teils kräftig regnen und gewittern. Das ganze bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad. Es gibt in der nächsten Woche also wieder Pilzwetter vom feinsten! Meine Arbeitszeit: 07.40 – 22.30 Uhr.

Der Madenverschnitt bei meiner gestrigen Steinpilz - Ernte hielt sich in Grenzen. Meist waren die Pilze nur im Stielbereich mehr oder weniger vermadet. Diese und vier weitere Siebe sind nun getrocknet und nun fogt der Rest vom Schützenfest, der im Kühlschrank Platz gefunden hatte.

Der Madenverschnitt bei meiner gestrigen Steinpilz - Ernte hielt sich in Grenzen. Meist waren die Pilze nur im Stielbereich mehr oder weniger vermadet. Diese und vier weitere Siebe sind nun getrocknet und sogleich folgt der Rest vom Schützenfest, der zwischenzeitlich im Kühlschrank Platz gefunden hatte.

Sonntag, 12. Juni – Heute war ich in verschiedenen Wäldern unterwegs. Zunächst im Forst Raben Steinfeld. Nach gut einer Stunde brach ich ab. Kein einziger Frischpilz, obwohl es hier während der letzten Gewitterperiode gut geregnet hatte. Noch heute stand das Wasser in den tiefen Pfützen einiger Waldwege. Ich fuhr danach wieder in den Haushalt Forst und kontrollierte noch einige Sommersteinpilz – Stellen, die aber nichts oder nur wenige Fruchtkörper hatten. Da es auf dem Wege lag, steuerte ich schließlich noch eine der kürzlich so ergiebigen Stellen an und konnte hier tatsächlich noch einmal ernten, teils sogar sehr ansehliche Pilze, die vor zwei Tagen sicher noch unterm Laub versteckt waren oder ich habe sie einfach übersehen. Schließlich fuhr ich noch in das Revier Weiße Krug. Nun sind hier auch einige Sommersteinpilze und Netzstielige Hexen – Röhrlinge erschienen, aber das ganze hielt sich sehr in Grenzen. Immerhin war danach mein mittelgroßer Weidenkorb wieder voll und ich kann am Abend nochmals die Trockner anschmeißen. – Das Wetter war heute wenig Junihaft, es war bedeckt und nieselte den ganzen Tag. Mit Regen hatte das wenig zu tun, allenfalls eine bessere Luftfeuchtigkeit. Dafür schüttete es stellenweise im Süddeutschen Raum so heftig, dass Keller vollliefen und Überschwämmungen die Folge waren. Die Schauer und Gewitter weiten sich im laufe der Woche auch zu uns aus. Richtig hohe Regenmengen sind aber wohl vor allem dem Süden vorbehalten. Mal schauen was uns die kommende Woche bringt. Für die Sache heute tätig von 10.30 – 23.00 Uhr.

Sommersteinpilze (Boletus reticulatus), heute Abend im Haushalt Forst fotografiert. Sogleich werden sie mit weiteren Artgenossen auf dem Dörrgerät landen.

Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) heute Abend im Haushalt Forst fotografiert. Sogleich werden sie mit weiteren Artgenossen auf dem Dörrgerät landen.

Montag, 13. Juni – Feuchtwarme Luft ist nun wieder wetterbestimmend, nennenswerter Regen läßt aber  auf sich warten. Im großen Rest des Bundesgebietes gab es auch heute wieder viele kräftige Schauer und Gewitter. Örtlich dürfte es neuerlich zu Überflutungen gekommen sein, da zumindest gebietsweise die Böden gesättigt sind und kein Wasser mehr aufnehmen können. Von derartigen Situationen sind wir bei uns im Nordosten weit entfernt. Aber ab morgen soll es ja auch bei uns wieder los gehen. Erste kleine Zellen versuchen sich jetzt am Abend im Südwesten Mecklenburgs zu bilden und könnten örtlich einen Regenguss bringen. Morgen und am Mittwoch soll es verbreitet Gewittern und in Richtung Wochenende könnte es sogar sehr starken Gewitterregen geben! Momentan wird dafür allerdings der Vorpommersche Raum favorisiert und die haben es auch am nötigsten. Unterdessen schrieb mir ein Leser aus der Schweiz, dass es dort bisher sogut wie keine frühsommerlichen Frischpilze gebe, obwohl das Wetter feuchtwarm ist und auch viel Regen im Boden steckt. Ich denke, es wird auch dort bald etwas zu ernten geben, wir haben ja erst Mitte Juni! Meine Arbeitszeit:09.00 – 21.30 Uhr.

Außer Sommersteinpilze und einige Netzstielige Hexen - Röhrlinge fand ich im Haushalt Forst bisher keine Vertreter der Schwammpilze. Gestern nun der erste Fahle Röhrling, ein Vertreter aus dem Raritätenkabinett. Auf dem Wismarer Friedhof wächst er bereits seit Mai. Speisepilz mit besonderem Wohlgeschmack und starken Phenol - Geruch. Foto: 12.06.2016.

Außer Sommersteinpilze und einige Netzstielige Hexen - Röhrlinge fand ich im Haushalt Forst bisher keine weiteren Vertreter der "Schwammpilze". Gestern nun der erste Fahle Röhrling (Boletus impolitus), ein Vertreter aus dem Raritätenkabinett. Auf dem Wismarer Friedhof wächst er bereits seit Mai. Speisepilz von "besonderem Wohlgeschmack" und mit starkem Phenol - Geruch. Foto: 12.06.2016.

Dienstag, 14. Juni – Heute Abend trafen sich die Pilzfreunde wieder zu einem Vereinsabend im Steinpilz – Wismar. Thema waren Bauchpilze. Dabei erfuhren wir, dass die meisten Bauchpilze überhaupt keine Bauchpilze mehr sind. So gehören beispielsweise Kartoffelboviste zu den Röhrlingsartigen genauso wie die Erdsterne. Einige auch zu den Champignonartigen, wie der Riesenbovist. Neueste Genuntersuchungen stellen seit Jahren die gesamte bisher gültige Systematik auf den Kopf. Das soll uns aber nicht weiter kümmern, die Pilze sind ohnehin die selben. Dazu gab es einen leckeren Imbiss bestehend aus Kartoffelsalat, panniertem Schwefelporling und ganz frischen, gebratenen Sommersteinpilzen, die heute morgen noch im Wald standen. Irena und Jonas ernten täglich einen Korb voller Sommersteinpilze! Sie werden eingefroren, getrocknet oder, so wie heute, frisch zubereitet. – Das feuchtwarme Wetter entlud sich  bei uns in zahlreichen Schauern und Gewittern. Stellenweise hat es ordentlich geschüttet. Hier einige Meßwerte: Schwerin 29 l, Keez 12 l, Rostock 11 l und Boltenhagen 7 l. Vor allem unsere Pilzreviere im Sternberger Seenland wurden teilweise ordentlich bedient und hier können örtlich sogar noch höhere Regensummen zusammen gekommen sein. In Wismar waren es gefühlt hingegen kaum 1 Liter! Weitere Regenfälle und Gewitter folgen in den nächsten Tagen. Meine Arbeitszeit: 11.00 – 22.30 Uhr.

Jonas dieser Tage voller Freude beim Sammeln von Sommersteinpilzen. Mitunter ist er etwas gefrustet, wenn es heißt wie gehen in die Pilze, gibt es aber etwas zu Erten, dann ist er nicht mehr zu halten.

Jonas dieser Tage voller Freude beim Sammeln von Sommersteinpilzen. Mitunter ist er etwas gefrustet, wenn es heißt, wir gehen in die Pilze, gibt es aber etwas zu ernten, so ist auch er Feuer und Flamme. Foto: Irena Dombrowa.

Mittwoch, 15. Juni – Exkursionstag. Es stand wieder eine Kartierung auf dem Programm. MTB: 2035/4 – Züsower Forst. Heute war es nicht ganz einfach, denn als ich in Wismar losfuhr, baute sich bereits das Potenzial für Gewitter auf. So war ich kaum eine halbe Stunde im Wald, als es dann auch schon losging. In weiser Voraussicht hatte ich mir schon eine Bushaltestelle in Tollow als Unterstand ausgesucht. Hier durfte ich dann auch etwa eine Stunde lang im trocknen meditativ der wunderbaren Soundkulisse des Gewitters lauschen. Der umfangreiche Gewittercluster hat in vielen Regionen Mecklenburg – Vorpommerns kräftige Regengüsse gebracht. In Keez, so meldete mir Jonas am Abend, waren 17 Liter im Meßbecher! Danach ging es nochmals kurz in den Züsower Forst, denn meine persönliche Zielsetzung lautet, unter 20 Pilzarten geht es nicht aus dem Wald. Hier die Artenliste: Lachsblättriger Schwarztäubling, Schmetterlingstramete, Nördlicher Zinnoberschwamm, Buckel – Tramete, Striegelige Tramete, Maiporling, Rosa – Täubling, Flacher Lackporling, Braunvioletter Täubling, Fenchel – Tramete, Getropfter Saftporling, Frauen – Täubling, Echter Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Gelbe Lohblüte, Halsband Schwindling, Breitblättriger Rübling, Eichenwirrling, Grauer Wulstling, Papagei – Täubling, Eichen – Schichtpilz, Sommersteinpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Herber Zwergknäuling, Spindeliger Rübling, Rehbrauner Dachpilz. Am Nachmittag fuhr ich dann nochmals in den Haushalt Forst. Inselweise Steinpilze, Steinpilze, Steinpilze…, gäbe es einen Wettbewerb, ich hätte zumindest an einer Lokalität in zwei Minuten, wenn nicht früher, meinen Korb gefüllt, und zwar mit Berg! Ich nahm soviel mit, wie ich transportieren konnte!   Jetzt scheint aber allmählich die Luft raus zu sein, die Overtüre zum Sommeraspekt war grandios!. Nun kann es richtig losgehen! Meine Arbeitszeit: 09.00 – 00.00 Uhr.

Meine Behältnisse haben sich schnell gefüllt, so dass noch ein gelber Müllsack herhalten mußte. Hätte ich die Pilze nicht mitgenommen, bei dem feuchten Wetter hätten sie die Schnecken wohl bis morgen verputzt. Teilweise hingen bis zu zehn braune und schwarze Nacktschnecken an den Pilzen und teilweise lagen die Hüte bereits neben den Stielen. Die schlagen jetzt richtig zu! Außerdem eine Mückenplage ohne Ende!

Meine Behältnisse haben sich schnell gefüllt, so dass noch ein gelber Müllsack herhalten mußte. Hätte ich die Pilze nicht mitgenommen, bei dem feuchten Wetter wäre von ihnen morgen wohl nicht mehr viel übrig gewesen. Teilweise hingen bis zu zehn braune und schwarze Nacktschnecken an den Pilzen und zum Teil lagen die Hüte bereits neben den Stielen. Die schlagen jetzt richtig zu! Außerdem eine Mückenplage ohne Ende!

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