Nachtfalter-Monitoring in Mecklenburg

Nachtfalter-Monitoring in Mecklenburg

Nachtfalter-Monitoring in Mecklenburg

Deilephila elpenor, der Mittlere Weinschwärmer, kann Flügelspannweiten bis 60 mm erreichen. Er ist bei uns der häufigste Vertreter der Schwärmer und von Mitte Mai bis Juli regelmäßig in Parks und Gärten anzutreffen.
Foto: Christopher Engelhardt

In der Natur gehört alles mit allem zusammen. Mich interessiert daher von jeder die gesamte belebte Natur: seien es Vögel, Pflanzen, Pilze, Insekten… und hier seit ca 15 Jahren vor allem die Welt der Nachtfalter.

Nachtaktive Insekten sind heutzutage u.a. durch die fast allgegenwärtige Lichtverschmutzung einem erheblichen Druck ausgesetzt und in teilweise drastischem Niedergang begriffen. Daher ist es mir wichtig herauszufinden, welche Arten überhaupt (noch) bei uns leben, welche häufig oder selten sind; und zwar nicht nur in Naturschutzgebieten (für zwei NSGs habe ich eine behördliche Ausnahmegenehmigung), sondern auch in der „Normallandschaft“.

Um dabei möglichst störungsarm zu arbeiten, betreibe ich den zum Anlocken der Nachtfalter eingesetzten Leuchtturm jeweils nur maximal 2-3 Stunden, damit jeder Falter die Möglichkeit hat, noch weit vor dem Ende der Nacht wieder seinen natürlichen Aktivitäten nachzugehen. Ich fange auch keine Falter, sondern fotografiere lediglich – denn über 90% zumindest der größeren Arten lassen sich heutzutage anhand von guten Fotos eindeutig bestimmen.

Seit kurzem habe ich dabei Unterstützung durch meinen Pilzfreund Christian. In den letzten Wochen habe ich / haben wir in unserer Region auf mehreren Grundstücken von Freunden und Mitgliedern des „Steinpilz Wismar“ Nachtfalter angelockt und dokumentiert. Wer dies zum ersten Mal miterlebt, ist meist erstaunt, welche Vielfalt an Farben und Formen Nachtfalter zeigen können und was für eine unbekannte Welt sich da vor der eigenen Haustür, direkt im eigenen Garten auftut.

Ich zeige hier mal eine kleine Auswahl von dem, was wir in den letzten Wochen in Mecklenburg gefunden haben.

Und wer jetzt neugierig wird, was wohl im eigenen heimischen Garten oder dem eigenen Grundstück lebt, kann mich gerne kontaktieren (chr.engelhardt@gmx.de). Vielleicht können wir dann auch bei dir noch einiges an Spätsommer- und Herbstfaltern entdecken.

Text und Fotos: Christopher Engelhardt

Amphipyra pyramidea, die Pyramideneule, gehört ebenfalls zu den größeren regelmäßig anfliegenden Arten. Sie besiedelt Gehölzbestände aller Art von Wäldern bis zu Gärten und fliegt von Juli bis Anfang Oktober.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Ennomos fuscantaria, der Eschen-Zackenrandspanner, lebt zwar hauptsächlich in Au- und Laubwäldern, wurde aber auch schon in Großstädten nachgewiesen. Zwischen Juli und Oktober kann die Art nachts an künstlichen Lichtquellen erscheinen.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Auch kleine Mini-Nachtfalter können interessant und schön gezeichnet sein – wie hier Epiblema foenella, der Sichel-Beifußwickler. Als Raupe miniert er in den Stängeln und an der Wurzelbasis von Beifuß (Artemisia vulgare), die fertigen Falter fliegen noch bis Ende August.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Das kleine, aber feine Rosen-Flechtenbärchen (Miltochrista miniata) kommt relativ selten ans Licht. Seine Flugzeit endet jetzt im August.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Noctua pronuba, die Hausmutter, ist beim Anflug an den Leuchtturm eine imposante Erscheinung. Nur im Flug zeigt sie ihre farbigen Unterflügel. Noch bis in den Oktober hinein können wir sie in Gärten erwarten. Sie kommt regelmäßig ans Licht und kann sich so auch schon mal ins Haus verirren.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Parapoynx stratiotata, der Wasseraloe-Zünsler ist in Europa und Asien weit verbreitet uznd nicht selten. Die Raupen entwickeln sich – wie der Name schon andeutet – an Wasserpflanzen.
Foto: Christopher Engelhardt

 

Selenia dentaria, der Dreistreifige Mondfleckspanner ist in Europa weit verbreitet. Er kommt in lichten Laubwäldern, aber auch in Gärten und Parkanlagen vor.
Foto: Christopher Engelhardt