Winterimpressionen 2022

Winterschnappschüsse 2021/22

Winterimpressionen 2021/2022

Pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn fiel der erste Schnee in Wismar. 02. Dezember 2021.

Als Zeichen dafür, dass der Steinpilz – Wismar auch in der Saison – Pause nicht gänzlich in den Winterschlaf gefallen ist, sollen, wie in den Vorjahren schon, in loser Folge einige Impressionen des aktuellen Winters zu sehen sein.

Wer heute auf die Pilzpirsch in den Wald wollte, hätte wohl besser einen Schneebesen dabei gehabt.

So hatte uns in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember, die offizielle Saison ist kaum zu Ende, schon der erste Schnee des Winters 2021/22 erreicht. Ob da schon das in diesen Tagen und Wochen so oft erklingende Kinderlied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ nachgeholfen hat?

So sah es am Morgen des 2. Dezembers vor meiner Haustür aus. Der Roller blieb stehen und ich machte mich bei Schneetreiben zu Fuß auf dem Weg in das Infozentrum. Immerhin knapp 5 Kilometer und heute Abend das ganze Retour! Sollen ja gut tun, Spaziergänge an frischer Winterluft, wenn es schon nicht in den Wald geht.

Sturmtief Daniel ließ es nicht nur heftig pusten, er brachte in der Nacht auf den 02. Dezember auch einen regelrechten Schneesturm mit. Nur gut, dass der Schnee nass war, sonst hätte es wohl noch einige Probleme mehr mit Verwehungen gegeben.

Blick über die Eingangspforte eines verschneiten Wallgartens in der Hansestadt Wismar am 02.12.2021.

Sonntag, 05. Dezember (2.Advent)Schon wieder hatte es geschneit! Eine mehrere Zentimeter dicke Nassschneedecke sorgte heute morgen für vorweihnachtliche Stimmung. Zum Glück waren die Straßen in der Stadt gegen Mittag Schnee und eisfrei, so dass ich mit dem Roller fahren konnte. Zum Info – Zentrum, aber auch wieder zum Friedhof, um am Grab meiner Mutter ein Adventslicht anzuzünden. An sich bin ich ja nicht der klassische Friedhofsgänger, aber je älter man wird, um so mehr schwelgt man in Erinnerungen, lässt sein, nun allmählich ebenfalls dem Zielhafen entgegen treibendes Leben, Revue passieren. Immer häufiger muss ich an meine Kindheit denken und warum ich eigentlich die Advents- und Weihnachtszeit so liebe. Weniger aus religiösen Gründen, sondern eher aus romantischer Verliebtheit.

Sieht so eine Pilzberatungsstelle aus? Ja, wenn die Romantik der Kindheit mit einem durchgeht.

So kam es, dass ich in frühester Kindheit wohl schwer mit meinen Mandeln zu kämpfen hatte. Meine Mutter sagte einmal, sie hatte Angst, dass ich an meinen ständig geschwollenen Mandeln ersticken könnte. Die Dinger mussten also raus. Raus musste ich auch aus dem behüteten Nest von Mutter und Vater hinein in ein Krankenhaus. Der damaligen Poliklinik am Lindengarten, gleich um die Ecke vom heutigen Steinpilz – Wismar. Ich erinnere mich an das Flurlicht, das blaugrünlich durch das Türfenster meines Zimmers schimmerte und ich fühlte mich befremdlich. Hatte Sehnsucht nach hause. An der Decke hing ein großes, rundes Etwas, genannt Adventskranz. Meine erste Wahrnehmung vorweihnachtlicher Symbolik. Ich hatte Heimweh und machte mich im zarten Alter von drei oder vier Jahren auf Zehenspitzen aus dem Staub. Ich hatte schon einige der zahlreichen Treppenstufen im Inneren der Klinik  geschafft, als mich eine Krankenschwester ertappte und mich in mein Zimmer mit dem großen Adventskranz an der Decke zurück brachte und mich wieder in mein zugeteiltes Bettchen legte. Und dann war es soweit. Schälchen mit weißen Papiertüchern vor meiner Brust und dann wurde geschnippelt, so dass das Blut so richtig in die Schälchen tropfte. Man erinnert sich in so früher Kindheit sicher nur an das Wenigste, aber dass war schon eine brutale Sache. Ich musste wohl noch einige Tage in der Klinik bleiben und bekam die erste Zeit nichts zu essen und musste statt dessen irgendwelche Medizin oder Säfte trinken. Als ich dann wieder zu hause war, wurde auch dort der Adventkranz rausgeholt. Ein künstlich grüner Tannenkranz. Dazu ein Ständer mit roten Bändchen dran. Das hat mir gefallen, etwas feierliches in der sonst doch eher tristen Altbau – Wohnung einer Arbeiter – Familie. Dazu dann auch noch eine kleine, metallische Weihnachtspyramide mit zwei hell klingenden Glöckchen, die ihre Kreise im Kerzenschein zog. Ich war von diesem Wunderwerk begeistert und schaute diesem Karussell nur zu gerne zu. Jedes Jahr im Advent konnte ich es kaum erwarten, bis diese Jahresend – Utensilien wieder aus dem Schrank geholt wurden. Wie lange ist das nun schon her und wie schön war es doch als Kind, die Welt des Lebens zu entdecken. Leider denken wir ehemaligen Kindern meist erst so spät zurück, an diese wunderbare Zeit, wenn wir merken, dass auch unsere Lebensuhr allmählich dem Herbst entgegen tickt und der ewige Winter auch nicht mehr fern ist. Auch gerade diese dunkle, stille Zeit, ist dazu angetan, Danke zu sagen, wenn auch nur symbolisch.

Natürlich schaute ich auch wieder zu dem Stubben mit den Samtfuß – Rüblingen (Flammulina velutipes), die ich bereits am 1. Advent fotografierte. Sie waren noch da und haben sich prächtig entwickelt.

Was vor einer Woche jedoch nicht dort war, war dieses Herz. Jemand hat ein Herz für Pilze!

Mehrere Büschel hätten eine satte Pilzpfanne ergeben.

Herrliche Winterpilze!

Wer auch immer diesen Pilzen ein Herz gegeben hat, es hat auch meines berührt. Danke! 

An Maria Empfängnis gingen, wie seit Jahren im Dezember, 400 g getrocknete Steinpilze auf die Reise nach Emden.

Unser Vereinsmitglied Michael Junge sandte mir dieses Bild vom 3. Advents – Wochenende zu. Erfolgreiche Pilztour bei Schwerin. 

Die Schokoladenbraunen Mürblinge (Psathyrella sarcocephala), am Fuße einer Linde vor St. Nikolai in Wismar, gedeihen nach wie vor prächtig. Standortfoto an St. Lucia.

Einen schönen Fund konnte Johanna Davids am 16. Dezember bei einer Wanderung durch das Brandenburgischen Loben  verbuchen. Der Lärchen – Schneckling (Hygrophorus lucorum). Die Art ist zumindest bei uns in Mecklenburg ziemlich selten.

Frische Winterpilze (Flammulina velutipes) am 18. Dezember 2021 im Prosekener Grund.

Die leckeren Pilze mussten natürlich mit. Pilzfreund Christian in Aktion. 18.12.2021.

Für die Ahorn – Holzkeule (Xylaria longipes) geht ein besonders günstiges Jahr zu Ende. 18.12.2021 im Prosekener Grund.

Pflaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) an altem Pflaumenbaum zwischen Zierow und Wisch. 18. Dezember 2021.

Die Rötelblättrigen Mürblinge (Psathyrella sarcocephala) an der Wismarer St. Nikolai gedeihen nach wie vor prächtig. 18.12.2021.

Trotz Corona allen Leserinnen und Lesern ein schönes und gesundes Weihnachtsfest 2021 und ein guten Rutsch in das hoffentlich beste Pilzjahr aller Zeiten – 2022!

Ein frohes, neues Jahr wünschen Christian Ehmke und Torsten Richter:

http://www.ostseepilze.de/aktuell/

Mit diesem schönen Schnappschuss von Irena Dombrowa möchten wir in das neue Pilzjahr 2022 starten. Sie fotografierte diese Orangeseitlinge (Phyllotopsis nidulans) am 13. Januar 2021 in ihrem Garten in Keez.

Winter im Paradies. 15. Januar 2022.