Mittwochsexkursion am 01.09.2021

01. September 2021 – Mittwochsexkursion

Mittwochsexkursion im Börzower Wald

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: Mallentin – 2132/2

Wir waren beiderseits des Bahndammes unterwegs.

Der Questiner/Börzower Wald ist eines der beliebtesten Pilzsucher – Reviere im Raum Grevesmühlen. Wir finden hier hauptsächlich sandige Böden vor. Kiefern, Fichten und Buchenforste sind dominant. Garniert mit zahlreichen Birken. Besonders vielfältig ist das Großpilzaufkommen entlang der durch den Wald verlaufenden Bahnstrecke. Das ist gerade auch für eine Kartierungsaktion von Bedeutung, da durch den Gleisbau und dessen Schotterbett Kalkeinträge in die angrenzenden, in der Regel sauren Waldböden, erfolgt sind. Entsprechend vielseitig gestaltet sich auch das Artenspektrum. Natürlich liegen aus dem Bereich schon zahlreiche Funddaten vor, so dass es nicht einfach sein sollte, neue Fundpunkte zu ergattern.

Dazu trafen sich heute fünf interessierte Pilz- und Vereinsfreunde aus Renzow, Lübeck, Rostock und Wismar. Und es wurde ein voller Erfolg, denn es war einiges los und die eine oder andere Pilzart war tatsächlich neu für meine Datenbank. 

Ganz zu Beginn einige Grubenlorcheln (Helvella lacunosa).

Sehr scharf in den Lamellen ist der Schwarzrote Spei – Täubling (Russula atrorubens).

Der Verfärbende Schleimkopf (Cortinarius nemorensis) entpuppte sich heute als Massenpilz entlang der Bahngleise.

Dieser junge Haarschleierling (Cortinarius spec.) gab uns als Einzelstück Rätsel auf. Zur Bestimmung vieler Arten aus dieser schwierigen Gattung sollten möglichst Fruchtkörper in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorhanden sein.

Foto – Termin an der Bahnböschung. Hoffentlich rauscht nun kein Zug heran!

Familie Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) stand hier Model. Durch den Schotter des Gleisbetts wurde Kalk in den Boden gespült, der diesen delikaten Speisepilz im Beisein von Kiefern auf den Plan rief.

Birken Speitäublinge (Russula betularum).

Unter Kiefern, auf sauren Sandböden, findet sich der essbare Buckel – Täubling (Russula caerulea).

Neu für diesen Quadranten ist auf jeden Fall die sehr seltene Grünspitzige Koralle (Ramaria apiculata), die an Nadelholz (Kiefer) vorkommt.

Besonders im September tritt der Rostfleckige Helmling (Mycena zephirus) in Nadelforsten, insbesondere in denen von Kiefern, als Bodendecker in Erscheinung.

Ähnliches gilt oft auch für den Violetten Lacktrichterling (Laccaria ametystina) in Buchenwäldern.

Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus).

Ein besonderes Plätzchen hat sich dieser Hellsporer ausgesucht. Sollte es ein Spechtloch – Helmling sein? Das wäre tatsächlich eine neue Art. Ich denke, wir dürfen ihn als Alkalischer Helmling (Mycena alcalina) ansprechen.

Gerne in Kiefernwäldern zu hause ist der Kuhrötliche Schönkopf (Calocybe civilis).

Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).

Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysenteron).

Einer der häufigsten Vertreter seiner Gattung ist der Wohlriechende Gürtelfuß (Cortinarius torvus).

Der Graue Langfüßler (Helvella macropus) bildete heute Massenbestände aus.

Auch der Gelbblättrige Birken – Ritterling (Tricholoma fulvum) kann in zahlreichen Exemplaren ausschließlich unter Birken vorkommen.

Sehr zahlreich und oft in Hexenringen ist auch der Gestielte Schütterzahn (Sistotrema confluens) zu beobachten.

  Fortsetzung folgt!