Pilzvergiftungen 2019

Vergiftungen und Verdachtsfälle im Jahre 2019

Pilzvergiftungen 2019

  • Anfang August kam es offensichtlich in Schwerin neuerlich zu einem Geschehen mit Grünen Knollenblätterpilzen b.z.w. dessen weißen Form. Das erfuhr ich von einer Krankenschwester die zu unserer letzten Pilzwanderung am 10. August zu gegen war. Der Fall wurde von Frau Brigitte Schurig begleitet.
  • Am Abend des 14.07.2019 teilte mir eine Dame telefonisch mit, dass sie einen Fruchtkörper eines Champignons roh verzehrt hatte und nach ca. 2 Stunden stellte sich Unwohlsein mit Erbrechen ein. Sie nahm Reste des Pilzes und einen weiteren Fruchtkörper und legte das Material Torsten Richter in Rehna vor. Dieser untersuchte es kritisch, da von dem gegessenen Fruchtkörper nur noch Fragmente übrig waren. Das Mikroskop bestätigte aber auch hier den Karbol – Champignon. Herr Richter vermittelte den Fall an die Pilzberatungsstelle in Wismar, also zu mir. Im telefonischen Gespräch konnte ich die Dame beruhigen, da erwiesen war, dass es sich nur um einen schwach toxischen Agaricus xanthodermus handelte. Die Art enthält Magen – Darmgifte, die mit dem Erbrechen als Schutzfunktion des Körpers größtenteils ausgeschieden wurden. Weitere Beeinträchtigungen sind in der Regel nicht zu erwarten.
  • Am Nachmittag des 22.08.2019 erhielt ich einen Anruf von der Notaufnahme des Universitätsklinikums Lübeck. Zwei Kinder hätten beim Spielen auf einer Rasenfläche in einer Gartenanlage möglicherweise etwas von dort stehenden Pilzen verschluckt. Die Eltern brachten Exemplare mit in die Klinik, welche die dienstabende Krankenschwester oder Ärztin auf meinen Wunsch hin fotografierte und mir per E – Mail zusandte. Es handelte sich augenscheinlich um Rosablättrige Egerlingsschirmpilze, die zur Zeit einen üppigen Wachstumsaspekt erleben. Da die Art allgemein als essbar gilt, konto Entwarnung gegeben werden. Die Familie wurde also wieder nach hause entlassen, mit der Auflage, die Kinder weiterhin zu beobachten, auf mögliche, spätere Symtome. Es war aber wie so oft bei diesem Klassiker nicht klar, ob überhaupt Pilze in den Bauch gelangten. Da die Art vereinzelt schon Verdauungsprobleme verursacht haben soll, ist dies durchaus angebracht. Dennoch dürfte auch dann keine ernste Gefahr bestehen.
  • Am Abend des 24. Oktober wurde über die Giftnotruf – Zentrale Frau Dombrowa in Keez von einem möglichen Vergiftungsgeschehen in Moidentin, bei Wismar, informiert. Besser gesagt, die Giftnotruf – Zentrale verwies darauf, Frau Dombrowa zu kontaktieren. Nach einem Telefonat mit dem Betroffenen, einer männlichen Person um die 40, stellte sich im Gespräch heraus, das möglicherweise Karbol – Champignons verzehrt wurden. Frau Dombrowa erwog zunächst die Vorstellung in der Notaufnahme der Wismarer Klinik. Da ich noch im Info – Zentrum zu tun hatte, bat ich darum, dass der Patient zunächst in die Beratung mit entsprechenden Putzresten oder noch vorhandenen Fruchtkörpern kommen möge, bevor ich am späten Abend möglicherweise noch in die Klinik zietriert würde. Kurz darauf erschien der Betroffene mit einer Begleitperson im Info – Zentrum. Mit dabei ein Exemplar des Karbol – Champignons. Im Gespräch konnte ausgeschlossen werden, dass in Standortnähe Wald- oder Parkbäume wie Eiche, Buche, Fichte oder Linde stehen. Wiese mit Obstbäumen. Dazu zeigte mir der Betroffene noch ein Foto von den gegessenen Pilzen vor der Zuberereitung. Ungeputzt und eindeutig Karbol – Champignions. Etwa eine Stunde nach dem Verzehr setzte Erbrechen ein. Er fühlte sich schlapp. Die Frage, ob er nun doch noch in der Notaufnahme der Klinik vorstellig werden müsse, verneinte ich. Die Therapie hatte der Körper bereits eingeleitet. Die Schutzfunktion hat Alarm geschlagen und Erbrechen ausgelöst. Viel mehr ist in diesem Fall ohnehin nicht erforderlich. Nur falls sich seine Situation wider erwarten verschlechtern sollte, sei dieses dringend anzuraten.