Pilztagebuch November 2014/2

Wetter und Pilze im nordwestlichen Mecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilze November 2014/2

Mit der Bebelkappe, Graukappe oder dem Nebelgrauen Trichterling (Clitocybe nebularis) möchte ich den zweiten Teil des November - Tagebuches eröffnen. Der Pilz trat in zwei Wachstumswellen auf und vor allem Ende Oktober bis Anfang November in großen Massen. Standortfoto.

Mit der Nebelkappe, Graukappe oder dem Nebelgrauen Trichterling (Clitocybe nebularis) möchte ich den zweiten Teil des November - Tagebuches eröffnen. Der Pilz trat in zwei Wachstumswellen auf und vor allem Ende Oktober und Anfang November in großen Massen. Standortfoto 02.11.2014 im Wald bei Göhren.

Sonntag, 16. November – Auch heute wurde bei mir voll gearbeitet. Es ging weiter mit der Renovierung. Wenn alles gut läuft, bin ich Mitte der kommenden Woche mit unserem Ausstellungs- und Beratungsraum fertig. Dann wird es höchste Zeit, unseren Laden, wie jedes Jahr, in eine Weihnachtsstube zu verwandeln. In die Pilze komme ich daher weiterhin eher selten. Beim Wetter geht der Trend seit neuestem nun doch in Richtung kühler. Ein Hoch über Skandinavien kann im laufe der nächsten Woche von Osteuropa kältere Luft anzapfen. Es wird also merklich kühler mit Nachtfrostgefahr. Ein richtiger Wintereinbruch soll aber weiterhin nicht in Sicht sein, so dass die Pilzsaison noch ganz gut zu Ende gebracht werden kann. Irena und Jonas haben heute beim Moos und Porlinge holen für die Adventsgestecke, noch eine ganze Megen qualitativ hochwertiger Derber Rotfüßchen, Maronen und Riesenschirmpilze gefunden.

Besonders in der Fichtennadelstreu gibt es zur Zeit noch viele Hexenringe des Fuchsigen Rötel - Trichterlinge (Lepista flaccida). Sie können im Mischpilzgericht Verwendung finden. Wir nehmen sie gelegentlich zum Trocknen mit. Sie werden dann mit anderen Arten vermengt zu Mischpilzen. Standortfoto.

Besonders in der Fichtennadelstreu gibt es zur Zeit noch viele Hexenringe des Fuchsigen Rötel - Trichterlings (Lepista flaccida). Sie können im Mischpilzgericht Verwendung finden. Wir nehmen sie gelegentlich auch zum Trocknen mit. Sie werden dann mit anderen Arten vermengt und zu Mischpilzen verarbeitet. Standortfoto am 02.11.2014 im Wald bei Göhren.

Montag, 17. November – Noch ist es relativ mild, aber die Wetterlage soll sich, wie gestern schon erwähnt, allmählich umstellen. Der Trend scheint langsam, aber sicher, in Richtung Winter zu gehen. Von einer permanent feuchtwarmen Südwestanströmung auf eine trockenkalte Luftzufuhr aus Osten. Dieses wahrscheinlich ab nächster Woche. Dann gibt es zumindest nachts verbreitet Frost. Allenfalls in Küstenähe und auf den Inseln wärmt noch das Ostseewasser und könnte Minusgrade fern halten. Wie weit sich dieser Trend dann zu richtigem Winterwetter festigt, muss aber noch abgewartet werden. Wer also ein letztes mal in diesem Jahr noch einige Klassiker wie Maronen oder Steinpilze in guter Qualität finden möchte, sollte diese Woche unbedingt dafür nutzen. So hatte unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski heute in einem unserer besseren Buchenwälder noch mal das Glück, herrlich frische und maden- sowie schneckenfrassfreie Steinpilze zu finden. Immerhin an die zwei Kilo! Auch bildschöne, aber ungenießbare Schönfuß – Röhrlinge waren genauso wie die gelbe Variante des Flockenstieligen Hexen – Röhrlings noch einmal frisch gekommen.

Fichtensteinpilze (Boletus edulis) wie aus dem Bilderbuch. So oder ähnlich dürften Angelikas Steinpilze heute auch ausgesehen haben. Der Fichtensteinpilz ist der ganz normale, echte Steinpilz und wächst keinesfalls nur unter Fichten. Sehr häufig auch unter Buchen, aber auch bei Eiche oder Kiefer. Novembersteinpilze sind nichts ungewöhnliches. Sie kommen fast jedes Jahr noch so spät vor. Das erstklassige Foto haben wir Andreas Okrent zu verdanken.

Fichtensteinpilze (Boletus edulis) wie aus dem Bilderbuch. So oder ähnlich dürften Angelikas Steinpilze heute ausgesehen haben. Der Fichtensteinpilz ist der ganz normale, echte Steinpilz und wächst keinesfalls nur unter Fichten. Sehr häufig auch unter Buchen, aber auch bei Eiche oder Kiefer. Novembersteinpilze sind nichts ungewöhnliches. Sie kommen fast jedes Jahr noch so spät vor. Das erstklassige Foto haben wir Andreas Okrent zu verdanken.

Dienstag, 18. November – Zwischen einem Zahnarzt – Termin und der allmonatlichen Versammlung der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. ging es heute weiter mit den Arbeiten im „Steinpilz“. Nachdem ich in den letzten Tagen seit Jahren das erste mal die Dauerausstellungsfläche komplett abgebaut hatte, um auch dort zu Malern, habe ich sie heute wieder aufgebaut. Alles ist nun frisch. Es liegen 55 Arten auf der Fläche. Alles pflegeleichte Porlinge, Schichtpilze, Schlauch – und Bauchpilze. Diese Ausstellung wird nun in den nächsten Monaten nahezu unverändert bleiben. Frischpilze gibt es dann wieder zur Saisoneröffnung ab April zu sehen. Morgen muss noch die Rest – Deckenfläche geweisst werden und dann habe ich es geschaft. Damit ist der Stress aber noch lange nicht vorbei, denn gleich im Anschluß werden die Weihnachtssachen aus dem Keller geholt und unverzüglich müssen wir auch damit beginnen, unsere Adventsgestecke zum Verkauf anzubieten. Es gibt bereits die ersten Nachfragen.

Nach dem ich das gestern von Irena und Jonas gebrachte, noch nasse Moos auf die Ausstellungsfläche gebracht hatte, legte ich diese Maronen darauf, um ein Foto für das Tagebuch zu machen. Sie wuchsen auch dort, wo dieses Moos herkam - Im Kiefernwald des Sternberger Seenlandes. 18.11.2014.

Nach dem ich das gestern geholte, frische noch nasse Moos auf die Ausstellungsfläche gebracht hatte, legte ich diese Maronen darauf, um ein Foto für das Tagebuch zu machen. Sie wuchsen dort, wo das Moos herkam - einem Kiefernwald im Sternberger Seenland. 18.11.2014.

Mittwoch, 19. November – Heute Abend ist es endlich vollbracht. Renovierung abgeschlossen! Das schlimmste war nicht das Malern, das wäre an einem Tag locker über die Bühne gegangen, sondern das Leer- und Freiräumen von Schränken, Regalen und Ausstellungsflächen. Aber nun ist es geschaft, Zeit für Pilze bleibt trotzdem kaum. Ich muss Einweihnachten. Damit wird gleich heute Abend begonnen, so dass wiederum kaum vor Mitternacht Feierabend sein wird. Auf dem Weg zum Laden habe ich auf dem Nikolaikirchhof einen jungen Stadt – Champignon aus der Erboden brechen sehen. – Beim Wetter ist nicht viel Bewegung zu verzeichnen. Es ist bei uns zwar etwas kühler geworden, alles in allem aber immer noch eher mild. Etwas weiter sollen die Temperaturen noch zurück gehen und Anfang kommender Woche ist auch etwas Nachtfrost möglich. Ein Wintereinbruch ist laut Mittelfristprognose eher nicht in Sicht. Den verbliebenen Frischpilzen, von denen es regional immer noch reichlich gibt, werden die kühleren Temperaturen wenig ausmachen, den echten Winterpilzen wird es wohl immer noch zu warm sein, obwohl sie stellenweise schon wachsen. So ist es momentan immer noch sinnvoller in die Maronen oder Steinpilze zu gehen, als nach Winterrübling oder Austern – Seitling Ausschau zu halten.

Diesen Täubling gibt es in manchen Buchenwäldern momentan noch in größeren Mengen. Es handelt sich um den Diclblättrigen Täubling (Russula nigricans). Die zunächst weißlichen Fruchtkörper dunkeln im Verlauf immer mehr, um schließlich schwarz zu mumifizieren. Jung können sie als Mischpilz Verwendung finden. Ich hatte aber auch vor Jahren eine Familie in der Pilzberatung, die von ihrem Lieblings - Speisespilz, dem Knorpelpilz, schwärmten. Zunächst konnte ich mit dieser Bezeichnung wenig Anfangen, bis wir irgendwie zu diesem Pilz kamen. Wer weiß, vieleicht schmeckt er tatsächlich garnicht schlecht oder es ist einfach die feste, etwas knorpelige Konsistenz des Pilzes, die ihnen besonders zusagte. Standortfoto am 09.11.2014 im Friedrichsthaler Forst.

Diesen Täubling gibt es in manchen Buchenwäldern momentan noch in größeren Mengen. Es handelt sich um den Dickblättrigen Täubling (Russula nigricans). Die zunächst weißlichen Fruchtkörper dunkeln im Verlauf immer mehr, um schließlich schwarz zu mumifizieren. Jung können sie als Mischpilz Verwendung finden. Ich hatte vor Jahren eine Familie in der Pilzberatung, die von ihrem Lieblings - Speisespilz, dem Knorpelpilz, schwärmten. Zunächst konnte ich mit dieser Bezeichnung wenig anfangen, bis wir irgendwie zu diesem Pilz kamen. Wer weiß, vieleicht schmeckt er garnicht schlecht oder es ist einfach nur die feste, etwas knorpelige Konsistenz des Pilzes, die ihnen besonders zusagte. Standortfoto am 09.11.2014 im Friedrichsthaler Forst.

Donnerstag, 20. November – Pilzfreundin Angelika Boniakowski aus Hagebök bei Wismar war heute in einigen Wäldern des Naturparks Sternberger Seenland unterwegs. Sie konnte nochmals eine reichliche Pilzmahlzeit, bestehend aus einigen Steinpilzen, Birkenpilzen, Maronen und einer Krausen Glucke ergattern. Ihre Worte: „Es lohnt sich immer noch in die Pilze zu gehen, man sollte sich aber Zeit nehmen und mit Geduld nach den Kostbarkeiten Ausschau halten. Mit viel Glück kann man allerdings auch noch eine ergiebigere Stelle mit schönen Exemplaren finden“. Ich muss mich aber an dieser Stelle korrigieren, es war kein Stadt – Champignon, den ich gestern im Vorbeigehen am Nikolaikirchhof sah, sondern ein junger Schopf – Tintling, der durch den Erboden brach. Heute standen dort sogar zwei! Inzwischen habe ich die ersten Adventsgestecke in die Schaufensterauslage gebracht.

Angelika fand heute noch eine Krause Glucke (Sparassis crispa), die bis weit in den Winter hinnein vereinzelt noch gefunden werden können. Noch nie hat sie eine gegessen, weil ihr der kräftige, würzige Geruch des Pilzes unangenehm ist. Heute soll es aber soweit sein. Wir dürfen gespannt sein, wie der ansich sehr beliebte Speisepilz ihr gemundet hat. Dieses Super - Foto stammt von Raritätenjäger Andreas Okrent aus dem Frühherbst 2014.

Angelika fand heute noch eine Krause Glucke (Sparassis crispa), die vereinzelt bis weit in den Winter hinein gefunden werden kann. Noch nie hat sie eine gegessen, weil ihr der kräftige, würzige Geruch des Pilzes unangenehm ist. Heute soll es aber soweit sein. Wir dürfen gespannt sein, wie der ansich sehr beliebte Speisepilz ihr gemundet hat. Dieses Super - Foto stammt von Raritätenjäger Andreas Okrent aus dem Frühherbst 2014.

Freitag, 21. November – Heute war unser Vereinsmitglied Jochen im Raum Schönlage unterwegs und hatte noch eine frische Pilzmahlzeit zusammen bekommen. Wunderbare Frost – Raslinge waren das Herausragende. In Einzelstücken waren auch Stockschwämmchen, Butterpilze und Maronen dabei. Auch einige Täublinge hatte er gefunden. – Beim Wetter sieht es weiterhin ruhig aus. Während den Nordwesten Deutschlands in den nächsten Stunden eine Warmfront mit etwas Regen beeinflußt und vor allem in der Südwesthälfte des Landes wieder einen Schwall ungewöhnlich warmer Luft heran führt, haben sich die Temperaturen bei uns auf einstellige Höchstwerte eingepegelt und so soll es auch bleiben. Der Südwesten ungewöhnlich warm und der Nordosten etwas unterkühlt, aber keinesfalls winterlich. Selbst die Anfang der Woche vorausgesagten Nachtföste werden wohl kaum zum tragen kommen. Der November könnte in der Gesamtstatistik möglicherweise der wärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor 130 Jahren werden. Damit hält die Grundtendenz des Jahres weiter an. Bis auf den August waren bisher alle Monate zu warm!

Diese Raslinge hatte Jochen heute in der Schönlager Parkanlage gefunden. Der Braune- oder Frost - Rasling (Lyophyllum fumosum) in der herkömmlichen braunen Variante und eine blasse Form, die wir im Oktober, als wir von hier aus zu einer Pilzwanderung starteten, auch schon fanden. Es handelt sich nicht um den am gleichen Ort vorkommenden Weißen Rasling. Der Braune Rasling ist ein ausgezeichneter Speisepilz. Gleiches dürfte auch für die blasse Form gelten. Der weiße Rasling wäre zu meiden. Auf der Moosfläche unserer Pilzausstellung fotografiert.

Diese Raslinge hatte Jochen heute in der Schönlager Parkanlage gefunden. Der Braune- oder Frost - Rasling (Lyophyllum fumosum) in der herkömmlichen braunen Variante und eine blasse Form, die wir im Oktober, als wir von hier aus zu einer Pilzwanderung starteten, auch schon an gleicher Stelle vorfanden. Es handelt sich nicht um den am gleichen Ort vorkommenden Weißen Rasling. Der Braune Rasling ist ein ausgezeichneter Speisepilz. Gleiches dürfte auch für die blasse Form gelten. Der weiße Rasling wäre zu meiden. Auf der Moosfläche unserer Pilzausstellung fotografiert.

Sonnabend, 22. November – Heute war ich nochmals zum Friedhof um auf dem Grab meiner Mutter ein Gesteck anläßlich des morgigen Totensonntags niederzulegen. Wie immer sind meine Augen dabei auf der Suche nach Pilzen. Die Orangeroten Träuschlinge leuchteten immer noch inselweise auf den dicken Schredderbeeten unter einer Fichtenreihe, allerdings mit abnehmender Tendenz. Ebenfalls  unter den Fichten noch einige alte Fichtenreizker und ein Büschel Tintlinge neben einer Grabstellenbegrezung. In der Pilzberatung legte mit heute ein junger Mann, der im Züsower Forst unterwegs war, sehr frische Safran – Schirmpilze, Herbstlorcheln, Rotgelbe Stoppelpilze, Frauen – Täublinge und einzelne Stockschwämmchen, Derbe Rotfüßchen, Maronen und auch einen recht frischen Steinpilz vor. Eine wunderbar frische Pilzmahlzeit ist ihm sicher. Herbstrompeten waren eine ganze Menge dort, aber viele schon überständig! Wir starten morgen zu unserer definitiv letzten Wanderung in diesem Jahr. Eine Vereins – und Kartierungsexkursion soll uns durch den spätherbstlichen Forst Raben – Steinfeld bei Schwerin führen. Wir dürfen gespannt sein, was uns dort noch erwartet.

Diese Tintlinge wuchsen heute am Rande einer Grabbepflanzung auf dem Wismarer Friedhof. Leider habe ich sie nur fotograsfiert und bin dann weiter gegangen. Ich dachte es handelt sich beim oberflächlichen Hinsehen um Graue Faltentintlinge. Diese sind aber nicht schuppig!. Schopftintlinge sowie Specht - Tintlinge scheiden ebenfalls aus. Was könnte es sonst noch sein? Vieleicht sollte ich morgen noch mal nachschauen, ob sie noch dort sind. Nach E. Ludwig könnte höchstens noch der außerordentlich seltene Maggie - Tintling in Frage kommen. Das dürfte am Geruch eindeutig fest zu stellen sein. Standortfoto.

Diese Tintlinge (Coprinus specc.) wuchsen heute am Rande einer Grabbepflanzung auf dem Wismarer Friedhof. Sie dürften trotz der Beschuppung zumindest zum Formenkreis um den Grauen Faltentintling (Coprinus atramentarius) oder eine nah Verwandte Art darstellen. Standortfoto.

Sonntag, 23. November (Totensonntag) – Heute starteten wir von Wismar aus zu unserer letzten Vereins- und Kartierungsexkursion in den Forst Raben – Steinfeld bei Schwerin. Überwiegend Laubwälder mit Eichen und Buchen, aber auch Fichten- und Lärchenbereiche auf etwas besseren Böden, teils kalkhaltig. Das Pilzaufkommen war für Ende November noch gut mit einer recht hohen Artenvielfalt. An edleren Speisepilzen gab es einige Austern – Seitlinge, wunderbar frische Stockschwämmchen, Dunkle Hallimasch und Trompeten – Pfifferlinge. Auch Violette Rötel – Ritterlinge und Derbe Rotfüßchen waren recht häufig. Vereinzelt auch noch eine Marone oder Steinpilz, aber von schlechter Qualität. Ansonsten noch viele Täublinge und Milchlinge und so manches mehr. Siehe unter „Jahresabschlußexkursion 2014“. Der Bericht folgt in Kürze. Das Wetter war dazu auch gut, wenn auch nicht so frühherbstlich mild wie weiter südwestlich unseres Bundeslandes. Im Anschluß bin ich noch zum Friedhof, um mir die Tintlinge von gestern nochmals etwas näher anzuschauen. Es waren sehr wahrscheinlich nur Graue Falten – Tintlinge!

Bei der Gelegenheit stattete ich zusammen mit Pilzfreundin Erika noch einen Besuch der Grabstelle unseres im Jahr 2010 verstorbenen Pilzfreundes Ulrich Bardet ab. Erika war die letzte Lebensgefärtin von Ulrich. Beide lernten sich über die Pilze kennen auf unseren gemeinsammen Wanderungen näher kennen und schützen.

Bei der Gelegenheit stattete Pilzfreundin Erika und meine Wenigkeit noch der Grabstelle unseres im Jahr 2010 verstorbenen Pilzfreundes Ulrich Bardet einen Besuch ab und gedachten seiner. Er wäre heute sicherlich gerne mitgekommen, denn in seiner letzten Pilzsaison waren wir damals noch gemeinsam im Forst Raben - Steinfeld unterwegs. Erika war die letzte Lebensgefährtin von Ulrich. Beide lernten sich über die Pilze auf unseren Wanderungen kennen und schätzen.

Montag, 24. November – Aus der Nacht heraus hat es heute morgen kräftig geregnet. Ein richtig gutes Regengebiet, wie wir es uns im laufe der Saison gerne öfters wünschen. Jetzt spielt der Regen kaum noch eine Rolle. Die Saison geht mit großen Schritten dem Ende entgegen. Nachdem der gesamte Herbst ausgeprochen mild verlaufen ist, deuten erste Berechnungen der Wettercomputer einen möglichen Wintereinbruch zum Monatswechsel an. Aus Osteuropa könnten sich Frost und Schnee auf den Weg zu uns machen, pünktlich ab dem metereologischen Winterbeginn am 01. Dezember. Für die Natur wird dieses auch dringend notwendig, da teils schon wieder Frühlingserwachen in der Pflanzenwelt angesagt ist. Nicht dass uns bald die ersten Morcheln in`s Haus stehen!. Aber Spaß bei Seite, der Winter kann nun durchaus kommen, denn die offizielle Pilzsaison geht gerade noch bis zum Sonntag.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) gehört zu den häufigsten Korallenpilzen und wächst an Holzresten. Sie ist für Speisezwecke geringwertig und sollte nicht nur deshalb gemieden werden, sondern auch weil die einzelnen Korallenpilze mitunter auch vom Fachmann nur schwer auseinander gehalten werden können. Es gibt nähmlich auch giftige Bauchwehkorallen, die der hier abgebildeten Art durchaus recht ähnlich sein kann. Standortfoto am 23.11.2014 im Forst Raben - Steinfeld von unserer Pilzfreundin Helga Wöhlke.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) gehört zu den häufigsten Korallenpilzen und wächst an Holzresten. Sie ist für Speisezwecke geringwertig und sollte nicht nur deshalb gemieden werden, sondern auch weil die einzelnen Korallenpilze mitunter auch vom Fachmann nur schwer auseinander gehalten werden können. Es gibt nähmlich auch giftige Bauchwehkorallen, die der hier abgebildeten Art durchaus recht ähnlich sehen können. Standortfoto am 23.11.2014 im Forst Raben - Steinfeld von unserer Pilzfreundin Helga Wöhlke.

Dienstag, 25. November – Ein strahlend schöner, aber schon merklich kühlerer Sonnentag, liegt hinter uns. Am späteren Nachmittag und jetzt am Abend nebelte es aber ein und in der kommenden Nacht können die Temperaturen schon in die Nähe des Nullpunktes absinken, bevor ab dem Wochenende die Nächte richtig frostig werden und zu Beginn der kommenden Woche auch tagsüber frostige Temperaturen sehr wahrscheinlich sind. Das wird unsere richtigen Winterpilze „freuen“, denn sie wachsen bekanntlich nach frostigen Temperaturen besonders gut. Pilzfreund Andreas Herchenbach rief mich heute direkt aus dem Wald an, er hätte vermutlich an einem Birkenstamm beste Austernseitlinge gefunden, war sich aber nicht sicher, ob diese schmackhaften Winterpilze überhaupt an Birken wachsen dürfen. Sie dürfen! Die Birke ist sogar hinter der Buche und der Pappel einer der Lieblingsbäume b.z.w. Hölzer, die der Austernseitling besiedelt.

Diese Rötelblättrigen oder Schokoladenbraunen Mürblinge (Psathyrella sarcocephala) habe ich heute unter der Lindenallee am Nikolaikirchof in Wismar fotografiert. Sie wachsen hier direkt am Fuße der alten Bäume im Wurzelbereich heraus. Die Art ist hier seit vielen Jahren standortreu und wächst hier immer so spät im Jahr. In diesem Spätherbst besonders zahlreich gleich an mehreren Stellen. Dia Art gilt als zerstreut bis selten. Standortfoto 25.11.2014. Essbar.

Diese Rötelblättrigen- oder Schokoladenbraunen Mürblinge (Psathyrella sarcocephala) habe ich heute in der Lindenallee am Nikolaikirchof in Wismar fotografiert. Sie wachsen hier direkt am Fuße der alten Bäume aus dem Wurzelbereich heraus. Die Mürblinge sind hier seit vielen Jahren standortreu und wachsen an dieser Lokalität meist so spät im Jahr. Sie können aber auch im Frühling auftreten. In diesem Spätherbst sind sie besonders zahlreich und gleich an mehreren Stellen erschienen. Die Art gilt als zerstreut bis selten. Standortfoto 25.11.2014. Essbar.

Mittwoch, 26. November – Unser mykologisches Informationszemrum hat sich nunmehr wieder in eine Advents – und Weihnachtsstube verwandelt. Wir bieten unsere individuellen und ganz besondern Adventsgestecke an. Jedes ist ein Unikat. Die Palette reicht von kleineren Gestecken mit einer Stumpenkerze bis hin zu großen, teils sehr aufwendigen 4er Gestecken. Natürlich auch mit Pilzen dekoriert. Häufig haben wir Rotrandige Baumschwämme, Echte Zunderschwämme, Eichenwirrlinge, Striegelige – und Schmetterlingstrameten mit eingebunden, aber auch andere, geeignete Pilzarten. Siehe unter „Adventsgestecke 2014“. – Auch die Rehnaer Pilzfreunde haben nun die letzte Vereinsexkursion hinter sich gebracht und die Saison beendet. Dabei haben sie auch sehr interessante Pilzarten finden und bestimmen können.

So auch diese beeindruckende Art. Der Schleimpilz Brefeldia maxima. Eine in Deutschland sehr seltene Art, die in MV mit diesem Fund erst das zweite mal nachgewiesen wurde. Der Erstfund liegt immerhin 250 Jahre zurück. 1855 ist es gewesen. Die Art wurde von der Schleimpilzexpertin Ulla Täglich aus Merseburg bestimmt. Herzlichen Glückwunsch den Pilzfreunden in Rehna! Foto Torsten Richter.

So auch der Schleimpilz Brefeldia maxima. Eine in Deutschland sehr seltene Art, die in MV mit diesem Fund erst das zweite mal nachgewiesen wurde. Der Erstfund liegt immerhin 150 Jahre zurück. 1855 ist es gewesen. Der Neufund wurde von der Schleimpilzexpertin Ulla Täglich aus Merseburg bestimmt. Herzlichen Glückwunsch den Pilzfreunden in Rehna! Standortfoto Torsten Richter.

Donnerstag, 27. November – Geringer Bodenfrost und etwas Rauhreif kündigten heute morgen die kältere Jahreszeit an. In den nächten Tagen geht es bei uns in Richtung Dauerfrost. Wer nun wirklich das allerletzte mal Röhrlinge, wie Derbe Rotfüßchen, Butterpilze, Maronen oder Steinpilze in diesem Jahr finden möchte, sollte morgen oder spätestens am Sonnabend nochmals in den Wald aufbrechen, danach werden sie wohl Frostschäden aufweisen und ihr Wachstum endgültig einstellen. Viel ist ohnehin diesbezüglich nicht mehr los, aber unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski konnte heute nochmals ca. 1,00 Kilo junge, dickstielige, kompakte und feste Steinpilze im Buchenwald finden, natürlich madenfrei! Es werden wohl auch für sie die letzten der Saison gewesen sein.

Ganz andere Superlative kommen nochmals aus Rehna von Torsten Richter. Diese wunderschönen, schwefelgelb bewimperten Ascomyceten sind wohl erstmals in Nord- und Ostdeutschland mit diesem Fund nachgewiesen worden. Es handelt sich um Trichopeziza subsulphureus. Die Art wurde erst vor 11 Jahren entdeckt b.z.w. erstmals beschrieben. Foto Torsten Richter.

Ganz andere Superlative kommen nochmals aus Rehna von Torsten Richter. Diese wunderschönen, schwefelgelb bewimperten Ascomyceten sind wohl erstmals in Nord- und Ostdeutschland mit diesem Fund nachgewiesen worden. Es handelt sich um Trichopeziza subsulphureus. Die Art wurde erst vor 11 Jahren entdeckt b.z.w. erstmals beschrieben. Foto Torsten Richter.

Freitag, 28. November – Nun ist es schon richtig ungemütlich geworden. Heute morgen waren die Restpfützen nach den letzten Regenfällen mit einer Eisschicht überzogen. Die Temperaturen sollen noch etwas weiter zurück gehen und ab morgen könnte sich für einige Tage Dauerfrost einstellen. Damit dürfte auch die reale Pilzsaison 2014 beendet sein. Ausgenommen natürlich winterharte Arten und auch einige Spätherbstpilze, denen negative Temperaturen wenig ausmachen. Ich habe unterdessen mit unseren Weihnachtsgestecken zu tun. Leider ist seit drei Tagen eines unserer Schaufenster wieder eingerüstet und es wird tagsüber ein neues Dach aufgesetzt. Äußerst ungünstig für unser Adventsgeschäft, denn viele unserer Gestecke stelle ich dort zur Auslage und die Leute können sich etwas Aussschauen. Leider werden derartige Baumaßnahmen nicht mit den Mietern entsprechend erörtert und die Gewerbetreibenden haben oft das Nachsehen. Gerade diese Woche wäre es wichtig gewesen, dass wir unser Adventsangebot, dass uns viel Zeit, Arbeit und auch Geld im Vorfeld gekostet hat, entsrechend präsentieren hätten können.

Während Torsten Richter seine kleinen Becherchen bestimmen konnte oder bestätigen lassen konnte, zerbricht sich unser Pilzfreund Christian Ehmke seit Wochen den Kopf wegen diesem recht großen Becherling aus dem Auwald. Im Frühjahr wachsen an diesenm Standort Morchelbecherlinge, also ein potenzieller Morchelstandort. Um diesen, trotz gewißer Ähnlichkeit, handelt es sich aber keinesfalls. Mal schauen, ob wir dem Geheimnis noch auf die Spur kommen. Standortfoto Christian Ehmke.

Während Torsten Richter seine kleinen Becherchen bestimmen konnte b.z.w. bestätigen lassen konnte, zerbricht sich unser Pilzfreund Christian Ehmke seit Wochen den Kopf wegen diesem recht großen Becherling aus dem Auwald. Im Frühjahr wachsen an diesem Standort Morchelbecherlinge, also ein potenzieller Morchelstandort. Um diesen, trotz gewisser Ähnlichkeit, handelt es sich aber keinesfalls. Mal schauen, ob wir dem Geheimnis noch auf die Spur kommen. Standortfoto Christian Ehmke. Dank Torsten Richter konnte der Fall im Februar 2014 endlich geklärt werden. Es handelt sich um den Blauvioletten Erdbecherling (Peziza celtica). Eine offensichtlich seltene Art!

Sonnabend, 29. November – Zu obig abgebildetem Becherling hat Diplombiologe und Hobby – Mykologe Torsten Richter aus Rehna schon eine Idee, bezüglich der Art, um die es sich handeln könnte. Er braucht nun noch das Belegmaterial, das bei unserem Vereinsmitglied Ulrich Klein liegt. Ich hoffe, wir können es ihm demnächst zusenden um das Rätselraten um diesen Becherling endlich zu beenden. Ich denke auch, dass der Finder, Vereinsfreund und Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V., Christian Ehmke, dann wieder ruhiger Schlafen kann. Seit Wochen zerbricht er sich über diesen Pilz den Kopf. Ich kann dazu nur sagen, Sparen auf gute Fachliteratur und irgendwann auch für die Anschaffung eines guten Mikroskopes.

Auch diese wunderschöne Aufnahme stammt von unserem Pilzfreund Christian Ehmke aus Wismar. Allerdings ist hier klar, um welche Art es sich handelt: Spaltblättling /Schizophyllum comune). Ein häufiger Holzbewohner an totem, trocken und besonnt liegendem Laubholz.

Auch diese wunderschöne Aufnahme stammt von unserem Pilzfreund Christian Ehmke aus Wismar. Allerdings ist hier klar, um welche Art es sich handelt: Spaltblättling (Schizophyllum comune). Ein häufiger Holzbewohner an totem, trocken und besonnt liegendem Laubholz.

Sonntag, 30. November (1. Advent) – Es ist wieder geschafft. Ein langes Pilzjahr liegt hinter uns. Auch ist es mir wieder gelungen, die gesamte Saison, beginnend am 01. April, lückenlos in meinem Tagebuch zu komentieren. Aus meiner Sicht war es ein eher durchwachsenes Pilzjahr. Wir erlebten ein mittelprächtiges Frühjahr mit zumindest stellenweise vielen Morcheln und Maipilzen. Es war um diese Zeit bei uns nicht ganz so trocken, wie in den meisten anderen Regionen Deutschlands! Die große Trockenheit begann dafür im Sommer, als es in den im Frühling extrem trockenen Regionen ebenso extrem anfing zu Schütten. Erst im laufe des August gab es bei uns regional starke Gewittergüsse, die im letzten Monatsdrittel ebenso regional ordentlich Frischpilze sprießen ließen. Über weite Strecken gab es aber bis in den Oktober hinein nur wenige Pilze. Insbesondere unsere Edelwälder auf besseren Böden waren noch lange fast pilzleer. Erst ab Mitte Oktober und im November wurde es hier besser, während in den Regionen, wo es im August schon los ging, dass große Abklingen angesagt war. Zugute kam dieser Entwicklung auch das hohe Temperaturniveau bis zum späten Herbst. Insgesamt erlebten wir ein überaus warmes Jahr. Es war z. B. der zweitwärmste Herbst seit 130 Jahren! Auch der Hochsommer fiel lange Zeit überdurchschnittlich warm aus. So gab es wärmeliebende Pilzarten, wie beispielsweise Sommersteinpilze, noch bis Anfang November! Auch so manche Rarität war wieder mit dabei. Insbesondere Raritätenjäger Andreas Okrent aus Graal – Müritz – Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. – und Christian Ehmke aus Wismar, ebenfalls Vereinsmitglied der Wismarer Pilzfreunde, konnten einige schöne Funde vermelden.

Das Jahr neigt sich nun seinem Ende zu, so wie dieser laue Novemberabend bei Göhren am   November 2014 fotografiert..

Nun geht das Jahr zu Ende. Melancholische Stimmung macht sich breit, so wie auf diesem Stimmungsfoto eines lauen Novemberabends bei Göhren. Aber in zwei Monaten haben wir schon das dunkle Tal durchschritten, die Tage werden wieder merklich länger und nochmals zwei Monate später starten wir bereits in die neue Saison. Ich aber muss mich sputen, denn auch im Winter habe ich sehr viel zu tun. Viel zu schnell läuft die Zeit und so manches mal wünschte ich, der Winter könnte noch 8 Monate drauflegen.

Ich möchte an dieser Stelle auch allen Pilzfreunden in nah und fern Danken, die unseren Internetauftritt als aktuelle Informationsplattform zum Thema Pilze auch in diesem Jahr wieder nutzten. Ich wünsche allen eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das neue Pilzjahr 2015.

Wenn nichts dazwischen kommt, starten wir wieder am 1. April 2015.

Und hier noch ein Hinweis in eigener Sache. Das mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar muss durch mich privat, als Hartz IV – Aufstocker, finanziert werden. Für das Betreiben dieser Internetseite, die ich nebenbei pflege, werden monatlich 19.95 € fällig. Diese Kosten werden von der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. über Beitragsgelder und Spenden getragen. In absehbarer Zeit wird der monatliche Betrag für diese Homepage um nochmals 10,00 €, auf 29,95 € steigen. Wenn sie uns unterstützen möchten, können Sie gerne Mitglied der Pilzfreunde in der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. werden oder uns mit einer Spende unterstützen. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 12,00 €.

Siehe unter „Förderer und Sponsoren“, ganz oben auf der Rubrikenleiste über „Wetter – Online“.

Vielen Dank im voraus, ihr Pilzfreund Reinhold Krakow