Mittwochsexkursion bei Karnin

09. November 2022 – Kartrierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Warnowtal Karnin

Es ging in das MTB: 2335/1 = Langen Brütz

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

Ziel war das Warnowtal bei Karnin


Gegen 10.00 Uhr traf ich mich mit weiteren Interessierten am Haus der Natur in Karnin.

Ziel war das Naturschutzgebiet Warnowtal bei Karnin. Die Warnow mäandert hier durch ein sehr abwechslungsreiches, oft bewaldetes Gebiet. Feuchte Erlenbrüche, trockenerer Buchenwald, Steilhänge oder auch fast heideartige Bereiche mit Trockenrasen wechseln hier oft in schneller Folge ab. Natürlich liegt aus diesem vielseitigen und interessanten Revier schon eine recht hohe Anzahl kartierter Großpilzarten vor, aber dennoch sind sicher auch Pilze zu entdecken, die bisher noch keinen Fundpunkt in den Verbreitungskarten aufweisen. In diesem Sinne durchforsteten wir heute diese vielseitige Landschaft.

Los geht es zu unserer goldenen November – Exkursion.

Die naturnahe Warnow von ihrer ruhigen Seite.

Wildwasser auf der anderen Seite der Warnow – Brücke in Karnin.

Herber Zwergknäuling (Panellus stypticus).

Dunkler Rasenrötling (Entoloma sericeum).

Nicht selten im besseren Buchenwald kommen diese Ledergelben Schwindlinge (Marasmius torquescens) vor.

Ziemlich übel „duftet“ der Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureum).

Der Elfenbein – Schneckling (Hygrophorus eburneus) sondert einen säuerlich – aromatischen Duft ab, der an die Raupen des Weidenbohrers erinnern soll. Essbar.

Der schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) ist genau wie obiger Schneckling in Buchenwäldern zu hause. Er ist ungenießbar.

An Totholzstücken und auf Rindenmulch ist die Steife Koralle (Ramaria stricta) zu hause.

Dieser Schwarztäubling (Russula spec.) unterlag den gestalterischen Möglichkeit der Kleintierwelt.

Kraftvoll wurzeln sich diese Buchen in Hanglage am Warnowtal Karnin fest.

Hohlweg von den Wiesen zur Warnow hinunter.

Wir jedoch wollten hinauf.

Am Waldrand immer wieder auf dem Hut stark entfärbte Fleischrote Lacktrichterlinge (Laccaria laccata).

Scheinbar auf dem Rasen, aber mit Holzuntergrund, wuchsen besonders ansehliche und essbare Rosablättrige Helmlinge (Mycena galericulata). Besonders gut treten hier die für diese Art so typischen Anastomosen im Lamellengrund zu tage.

Man könnte meinen auf Almwiesen im Bergland unterwegs zu sein.

Einige Jungfern – Ellerlinge (Cuphophyllus virgineus) erfreuten uns auf der Magerwiese.

Passend zum mageren Wiesenstandort sehen wir hier den Braunschneidigen Wiesenhelmling (Mycena olivaceomarginata).

Ein toller Fund gelang uns am Waldrand. Ich gehe davon aus, dass es sich um die Blasse Borstentramete (Funalia trogii) handeln dürfte, die im mittleren Ostdeutschland eine häufig nachgewiesene Porlingsart darstellt. In M-V wurde der Pilz bisher nur sehr selten festgestellt. Einige Jahre hatte ich den Holzbewohner in meiner Ausstellung liegen. Es war ein Abschiedsgeschenk meines langjährigen Kartierungspartners Prof. Dr. Jürgen Schwik. Er brachte mir den Pilz aus Sachsen mit, wo er keine Besonderheit darstellt. Der Porling fruktifiziert meist an Pappel.

Der Gemeine Spaltblättling (Schizophyllum comune) ist hingegen, wie sein deutscher Name schon besagt, eine häufige Art an besonders trocken liegendem Laubholz.

Besonders gefreut haben wir uns auch über diese wunderbar duftende Anis – Tramete (Trametes suaveolens). Wächst gerne frisch im Winterhalbjahr an Weiden. In diesem Fall aber an Pappel.

Ein idealer Platz auch für des Weidmanns Ansitz.

Auch Moorlandschaften finden sich im NSG Warnotal bei Karnin.

Ein herrlicher und ungewöhnlich milder Novembertag.

Die überaus häufigen Seidigen Rißpilze (Inocybe geophylla) sind giftig!

Ungiftig sind hingegen die nicht weit entfernt stehenden Runzligen Korallenpilze (Clavulina rugosa).

Renate Neubert hielt mich beim Fototermins mit den Runzligen Korallenpilzen im Bild fest.

Das letzte Laub der Buchen erstrahlt noch einmal golden im milden Sonnenlicht.

Es geht wieder in das bewaldete Warnowtal hinunter.

An feucht liegenden, toten Buchenstämmen, fanden sich diese Gallertfleischigen Fältlinge (Merulius tremellosus).

Häufig war hier auch der Rotbuchen – Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia). 

Diese Peziza wird leider keinen Namen von mir bekommen. Der Becherling wuchs an Buchenholz.

Jede Menge farbenfroher Pilztierchen = Myxomyceten.

Ein weiterer Fund, über den ich mich sehr gefreut habe, waren diese Netzaderigen Mistpilze (Bolbitius aleuriatus). Sie wachsen nicht auf Mist, sondern totem Laubholz.

Sehr willkommen bei meinen Begleitern aus Pinnow war der Fund des Gift – Häublings (Galerina marginata). Hatten sie doch vor kurzem das Stockschwämmchen im Wald bei Thorstorf kennen gelernt, so war es an der Zeit auch einmal seinem lebensgefährlichen Gegenspieler zu begegnen.

Hier sehen wir sehr wahrscheinlich den Großsporigen Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium).

An einem liegenden und alten Buchenstamm erfreute uns ein frischer Ästiger Stachelbart (Hericium clathroides).

Hier die Artenliste von MTB 2335/1 – Warnowtal bei Karnin: Dunkler Rasenrötling, Herber Zwergknäuling, Langstieliger Knoblauchschwindling, Graukappe, Rettich – Helmling, Ledergelber Schwindling, Schwefel – Ritterling, Elfenbein – Schnackling, Rotrandiger Baumschwamm, Scharfblättriger Schwarztäubling, Schärflicher Ritterling, Niedergedrückter Rötling, Steife Koralle, Schmetterlings – Tramete, Fleischroter Lacktrichterling, Rosablättriger Helmling, Goldmistpilz, Glimmer – Tintling, Zaunblättling, Braunschneidiger Wiesenhelmling, Gemeiner Spaltblättling, Erlen – Schillerporling, Gallertfleischigers Stummelfüßchen, Echter Zunderschwamm, Anis – Tramete, Seidiger Rißpilz, Runzliger Korallenpilz, Schwarzpunktierter Schneckling, Gallertfleischiger Fältling, Angebrannter Rauchporling, Gelbstieliger Muschelseitling, Netzaderiger Mistpilz, Gift – Häubling, Striegeliger Schichtpilz, Austern – Seitling, Violetter Lacktrichterling, Rotbraune Buchenkohlenbeere, Ästiger Stachelbart, Grünblättriger Schwefelkopf, Rehbrauner Dachpilz, Laubholz – Harzporling, Winter – Stielporling, Birnen – Stäubling, Rotbuchen – Rindenkugelpilz und Blasse Borstentramete.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!