13.08.2025 – MTB 2135/2 Sophienholz zwischen Nevern und Goldebee

13.08.2025 – MTB 2135/2 Sophienholz zwischen Nevern und Goldebee

Mittwochsexkursion

Messtischblatt Zurow

13. August 2025

Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste

Im MTB 2135/2 – Zurow

Blick in unser heutiges Exkursionsgebiet – das Sophienholz zwischen Nevern und Ravensruh.
Foto: Julia Richardt


Heute trafen sich 5 Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. sowie 1 Gast bei hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad in Zurow auf dem Parkplatz. Der 2. Quadrant unseres Kartierungsgebietes im Messtischblatt 2135 stand auf dem Plan.

Uns stand unter anderem ein Waldstück nördlich von Zurow zur Verfügung, welches durch die Autobahn A20 nördlich von Zurow in 2 Teile getrennt wird. Da sich dieses bei der Vorbesichtigung als zu krautig und kaum begehbar zeigte, entschieden wir, das Sophienholz zwischen den Ortschaften Goldebee, Ravensruh und Nevern erneut aufzusuchen. Ein Teil dieses Waldes wurde ja bereits von uns bei unserer öffentlichen Pilzlehrwanderung am 21.06.2025 besucht. Eine gute Gelegenheit, um zu sehen, wie sich die Artenvielfalt in den letzten 2 Monaten verändert hat.

Das Sophienholz ist ein vielseitiges Laub- und Nadelwaldgebiet auf besseren Böden mit vorwiegend Buchen-, Fichten- aber auch sumpfigen Gebieten. Trotz der seit einigen Tagen vorherrschenden Hitze war das Frischpilzvorkommen unter den schattigen Buchen besser als erwartet. Die Speisepilzsammler unter uns kamen so auch voll auf ihre Kosten.

Hier ein paar Eindrücke und Funde von unserer Exkursion.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)


Wir starteten unsere Suche in einem Laubwaldbereich.
Foto: Julia Richardt

 

Und da waren sie dann auch gleich – Sommersteinpilze (Boletus reticulatus). Die Hutoberfläche ist fein filzig-faserig, die Farbe variiert in verschiedenen hellen Brauntönen. Der Stiel ist meist schlanker als beim Gemeinen Steinpilz.
Foto: Julia Richardt

 

Und auch Gemeine Steinpilze (Boletus edulis) waren vertreten. Die Hutoberfläche ist feucht glänzend, sonst trocken, kahl und matt in verschiedenen Brauntönen.
Foto: Julia Richardt

 

Im Vergleich dazu der Gemeine Gallenröhrling (Tylopilus felleus) – ein typischer Verwechslungspartner der Steinpilze. Typisch für den Gallenröhrling ist das braune Stielnetz sowie die im Alter polsterförmig gewölbte rosa gefärbte Porenschicht unter der Huthaut.
Foto: Julia Richardt

 

Während Sylvina die Steinpilze noch fotografierte, hatte Katarina bereits wieder etwas entdeckt.
Foto: Julia Richardt

 

Junge Perlpilze (Amanita rubescens).
Foto: Julia Richardt

 

Der Graue Wulstling (Amanita excelsa) ist vom Habitus dem Perlpilz sehr ähnlich – allerdings fehlen bei ihm die Rottöne.
Foto: Julia Richardt

 

Ein junger essbarer Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva).
Foto: Julia Richardt

 

Bestimmung eines Filzröhrlings anhand der Verfärbungen im Schnittbild.
Foto: Julia Richardt

 

Maronen-Röhrlinge (Imleria badia) – ein beliebter und häufiger Speisepilz in bodensauren Nadelwäldern. Der Stiel hat eine braune bis gelblich-braune, stets blassere Farbe als der Hut und eine typische eingewachsene Maserung.
Foto: Julia Richardt

 

Der Tintenstrichpliz (Bispora antennata) besiedelt vor allem Rotbuchen und ist vom späten Sommer bis Anfang Winter besonders schön auf den Schnittflächen zu sehen.
Foto: Julia Richardt

 

Der Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium) ist ein holzbewohnender Saprobiont, der hauptsächlich auf Nadelholz wächst.
Foto: Julia Richardt

 

Im Gegensatz zur Gemeinen Stinkmorchel (Phallus impudicus) fällt das Hexenei selbiger nicht durch seinen aasartigen Geruch auf und ist sogar essbar. Es riecht und schmeckt rettichartig und kann nach Entfernen der Gallerthülle oder auch nur der Außenhaut roh oder gebraten verzehrt werden.
Foto: Julia Richardt

 

Katarina hat wieder etwas entdeckt.
Foto: Julia Richardt

 

Es war dieser Rehbraune Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), den man immer an vermoderndem Holz findet. Gerne an Stümpfen oder verrottenden Ästen.
Foto: Julia Richardt

 

Bereits von der Trockenheit gezeichnete Breitblättrige Rüblinge (Megacollybia platyphylla).
Foto: Julia Richardt

 

Viele deutsche Namen für einen kleinen Pilz: Grubiger oder Schleimiger Wurzelrübling, Wurzel- oder Wurzelnder Schleimrübling (Hymenopellis radicata).
Foto: Julia Richardt

 

Und dann entdeckten wir eine Gruppe wunderschöner Schirmpilze.
Foto: Julia Richardt

 

Es handelte sich hierbei bei um rötende Safranschirmlinge sp. (Chlorophyllum sp.).
Foto: Julia Richardt

 

Waldchampignon bzw. Kleiner Blut-Egerling (Agaricus silvaticus).
Foto: Julia Richardt

 

Der Kleine Waldchampignon gehört in die Sektion Sanguinolenti = Blut-Egerlinge, die sich bei Verletzung blutrot verfärben.
Foto: Sylvina Zander

 

Weiter geht es – den Blick bei der Suche nach unten gerichtet.
Foto: Julia Richardt

 

Frauen-Täubling (Russula cyanoxantha).
Foto: Julia Richardt

 

Violettstieliger Pfirsich-Täubling (Russula violeipes). Seine Huthaut ist samtig wie die eines Pfirsichs und gelb bis violett gefärbt. Auch sein Stiel ist zumindest im Alter violett überlaufen.
Foto: Julia Richardt

 

Und da war er dann auch – Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).
Foto: Julia Richardt

 

Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) in verschiedenen Altersstadien.
Foto: Julia Richardt

 

Ältere und trockende Exemplare des Grünen Knollenblätterpilzes (Amanita phalloides). Die Hutoberfläche ist glatt und oft eingewachsen radialfaserig, in feuchtem Zustand etwas klebrig, in trockenem Zustand seidig glänzend
Foto: Julia Richardt

 

Unser Erinnerungsfoto im Sophienholz.
V.l.n.r.: Julia, Sylvina, Katarina, Gudrun, Catrin
Foto: Dorit Meyer


Die Artenliste aus dem Sophienholz zwischen Nevern, Ravensruh und Goldebee im MTB 2135/221 – Zurow

Kleiner Blut-Egerling (Agaricus silvaticus), Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina), Grauer Wulstling (Amanita excelsa), Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva), Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), Perlpilz (Amanita rubescens), Buchen-Rindenschorf (Ascodichaena rugosa), Tintenstrichpilz (Bispora antennata), Gold-Mistpilz (Bolbitus vitellinus), Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis), Sommersteinpilz (Boletus reticulans), Fleischbräunlicher Anistricherling (Clitocybe obsoleta), Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Flacher Lachporling (Ganoderma applanatum), Zaunblättling (Gleophyllum sepiarium), Fichten-Wurzelschwamm (Heterobasidion parviporum), Grubiger Wurzelrübling (Hymenopellis radicata), Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Maronen-Röhrling (Imlaria badia), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Graugrüner Milchling (Lactarius blennius), Breitblättriger Holzrübling (Megacollybia platyphylla), Langstieliger Knoblauchschwindling (Mycetinis alliaceus), Hexenei der Gemeinen Stinkmorchel (Phallus impudicus), Europäisches Goldblatt (Phylloporus pelletieri), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Frauentäubling (Russula cyanoxantha), Buchenspeitäubling (Russula mairei), Dickblättriger Schwärztäubling (Russula nigricans), Weißstieliger Ledertäubling (Russula romellii), Harter Zinnober-Täubling (Russula rosea), Grüngefelderter Täubling (Russula verescens), Fleischfarbener Speisetäubling (Russula vesca), Violettstieliger Pfirsichtäubling (Russula violeipes), Netzstieliger Hexen-Röhrling (Suillellus luridus), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Gallenröhrling (Tylopilus felleus), Gemeiner Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron), Ziegenlippe (Xerocomus submentosus)