Tagebuch April 2010

Wetter und Pilzwachstum im April 2010

Tagebuch Wetter und Pilze April 2010

01. April (Gründonnerstag) – Nach einem langen, kalten und schneereichen Winter startet heute wieder unser Pilztagebuch. Ähnlich dem Vorjahr, möchte ich auch dieses Jahr wieder auf die aktuellen Entwicklungen beim Wetter und des daraus resultierenden Pilzwachstums im nordwestlichen Mecklenburg  eingehen und sie an dieser Stelle so aktuell wie möglich komentieren. Nach der sehr bescheidenen Saison 2009, hoffen wir auf bessere Zeiten in diesem Jahr. Der viele Schnee, reichlich Regen und recht milde Witterung in der zweiten Märzhälfte haben erst einmal eine gute Ausgangsposition geschaffen. Heute und in den nächsten Tagen ist mit klassischem Aprilwetter zu rechnen. Dabei ist jetzt über Ostern eher kühle Luft wetterbestimmend. Das macht den Frühlingspilzen aber kaum etwas aus. Auch leichte Nachtfröste sind um diese Zeit durchaus normal und stören nicht weiter. Die Saison startet in diesem Jahr schon mit einem kleinen Paukenschlag. Es gibt zur Zeit besonders viele Östereichische Prachtbecherlinge. Mit ihnen starten wir traditionell jedes Jahr in die neue Saison. Aber so viele, vor allem so viele neue Stellen, die der sehr aktive Mykologe Benno Westphal aus Neuhof bei Bobitz in den letzten Tagen entdeckt hat, wie er mir heute telefonisch mitteilte, dass hatten wir bisher noch nie. Er fand sie hauptsächlich in Grauweidengebüschen. Wer diesen schönen Frühlingspilz einmal finden möchte, sollte sich vor allem hier etwas näher umschauen. Der Pilz ist aber keinesfalls an dieses Biotop gebunden, feuchtere Laubwälder sollten es aber schon sein.

Östereichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca). Dieser, bei uns eigentlich ziemlich seltene Pilz des zeitigen Frühjahrs, scheint sich zunehmend auszubreiten und häufiger zu werden. Standortfoto am 30. März 2010 in den Rohltorfer Tannen, noch im Stadtgebiet von Wismar.

Östereichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca). Dieser, bei uns eigentlich ziemlich seltene Schlauchpilz des zeitigen Frühjahrs, scheint sich zunehmend auszubreiten und häufiger zu werden. Möglicherweise eine Folge der Klimaerwärmung. Standortfoto am 30. März 2010 in den Rohlstorfer Tannen, noch im Stadtgebiet von Wismar.

02. April (Karfreitag) – Nach klarer, leicht frostiger Nacht war der heutige Feiertag von strahlendem Sonnenschein und am Nachmittag auch von recht angenehmen Temperaturen geprägt – echtes Feiertagswetter. Ich nutzte das schöne Wetter am Vormittag zu einem Spaziergang mit meinem 5 – jährigen Sohn an den Keezer See. Wir „durchforsteten“ dabei auch einen Erlenbruchwald an seinem Ufer nach frischen Pilzen, aber Fehlanzeige. Dafür einige schöne Rotrandige Baumschwämme und Echte Zunderschwämme. Sie werden unsere Pilzausstellung bereichern. Am Nachmittag ging es dann, mit Verstärkung durch Pilzberaterin Irena Dombrowa, in den ehemaligen Staatsfort Turloff bei Kobrow. Das Gebiet gehört heute zum Naturpark Sternberger Seenland. Ich vermutete hier die ersten Frühjahrslorcheln. Immer wichtig für eine Frischpilzausstellung im Frühling. An einem, mir dafür geeignet erschienenen Biotop im Nadelhochwald von Kiefern und Fichten mit vorhergegangenen Forstarbeiten, die viel Totholz am Boden hinterließen, sowie moosig/grasigen Untergrund, wurden wir, kaum aus dem Auto ausgestiegen, sofort fündig. Etwa 10 ganz friche Exemplare der giftigen Frühjahrslorchel! Somit war das Exkursionziel schon erreicht. An Frischpilzen gab es hier auch, die zwar sehr kleinen, aber essbaren, Fichten – Zapfenrüblinge.

Der Keezer See am Karfreitag 2010. Ein strahlender Sonnentag!

Der Keezer See am Karfreitag 2010. Ein strahlender Sonnentag mit viel blauem Himmel!

Die ersten Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) der Saison. Vor dem Verzehr dieses vorzüglich schmeckenden Pilzes kann nicht genug gewarnt werden. Je nach Witterung und Standort können die einzelnen Kollectionen nahezu ungiftig sein, das andere mal enthalten sie hohen Konzentrationen des schon bei Zimmertemperaturen flüchtigen und tödlich wirkenden Toxins Gyromitrin! Standoerfoto am 02. April 2010 im Naturpark Sternberger Seenland bei Kobrow.

Die ersten Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) der Saison. Vor dem Verzehr dieses vorzüglich schmeckenden Pilzes kann nicht genug gewarnt werden. Je nach Witterung und Standort können die einzelnen Kollektionen nahezu ungiftig sein, das andere mal enthalten sie aber hohe Konzentrationen des schon bei Zimmertemperaturen flüchtigen, aber tödlich wirkenden Toxins Gyromitrin! Standortfoto am 02. April 2010 im Naturpark Sternberger Seenland bei Kobrow.

03. April (Karsamstag) – Heute fand bei trockenem, aber recht windigem Wetter die erste öffentliche Pilzwanderung des Jahres statt. Es ging in die Wälder bei Beidendorf. Überwiegend Fichtenforste. Typische Frühlingspilze fanden wir zwar nicht, aber dennoch gab es für eine österliche Frühlingspilzsuppe genügend zu ernten. Fichten – Zapfenrüblinge waren fast auf Schritt und Tritt in der Nadelsteu zu finden. Sie wachsen aber vor allem im Herbst, so im letzten Jahr quasi sogar als Bodendecker. Beachtet sie im Herbst aber kaum jemand, da genügend andere, ergiebigere Pilzarten fast an jeder Ecke zu finden sind, so sind sie doch im pilzarmen Frühling eine willkommene Ausbeute. Nur etwas mühselig, die etwa 1 – 3 cm großen Hütchen in speisetauglicher Anzahl zu Sammeln. Betrachten wir es einfach als eine Art Frühlingssport! Ausführlicheres zur 1. Wanderung siehe unter „Tagebuch“.

Fichten - Zapfenrübling (Strobilurus esculentus). Die wissenschaftliche Bezeichnung "esculentus" = essbar, weist auf seine kulinarische Werwendbarkeit hin. Standortfoto am 03. April 2010 im Fichtenforst bei Beidendorf.

Fichten - Zapfenrübling (Strobilurus esculentus). Die wissenschaftliche Bezeichnung "esculentus" = essbar, weist auf seine kulinarische Verwendbarkeit hin. Standortfoto am 03. April 2010 im Fichtenforst bei Beidendorf.

04. April (Ostersonntag) – Nach dem Besuch des schweriner Zoos mit meiner kleinen Familie am Vormittag, ging es am Nachmittag noch zu einer kurzen Exkursion in die Barniner Tannen bei Crivitz. Hier stehen weniger Tannen, vielmehr Kiefern-und Fichtenforste auf meist sandigen Böden. Ich hoffte auf neue Fundpunkte für die Frühjahrs- und Schildförmige Lorchel. Erstere fanden wir leider nicht, aber für die Schildförmige Becherlorchel können wir einen neuen Fundpunkt auf der Verbreitungskarte setzen. Der Höhepunkt unserer Kurzexkursion war aber der Ungestielte Schwarzborstling (Pseudoplectania nigrella). Der Pilz soll recht selten sein, aber möglicherweise wird er leicht übersehen, da er nur 1-2 cm große, schüsselförmige, völlig schwarze und oft in dunkler Fichtennadelsteu wachsende Fruchtkörper besitzt. Für mich war es allerdings mein Erstfund. Leider ist das Standortfoto nicht sonderlich gelungen. An weiteren Frischpilzen fanden wir schließlich noch ein Exemplar des fast schon winzigen Trockenen Kahlkopfs (Psilocybe montana). Und diesen fand ausgerechnet unser, noch ziemlich kleine Knirps, Jonas, eigentlich auf der Suche nach möglichen Ostereiern. Aber auch in dieser Beziehung wurde er noch fündig. Das Wetter war in unserer Region noch bis zum Abend trocken. Zwar drohten zeitweise mächtige Quellwolken am Himmel, aber erst am Abend zog eine kräftigere Schauerlinie auf. Die Temperaturen waren recht angenehm.

Auch im Wald wurde unser Jonas noch fündig. Der Osterhase hatte auch hier noch eine Überaschung parat. 04. April 2010.

Auch im Wald wurde unser Jonas noch fündig. Der Osterhase hatte auch hier noch eine Überaschung parat. 04. April 2010.

Über dieses Osterei, von der Mama gefunden, hat sich der Papa besonders gefreut. Schildförmige Scheibenlorchel (Discina perlata). Der Pilz ist essbar. Sie wächst auf morscher Holzunterlage von Kiefern und Fichten und ist im Frühling nicht selten. Standortfoto am 04. April 2010 in den Barniner Tannen.

Über diese Ostereier, von der Mama gefunden, hat sich der Papa besonders gefreut. Schildförmige Scheibenlorchel (Discina perlata). Der Pilz ist essbar. Er wächst auf morscher Holzunterlage von Kiefern und Fichten und ist im Frühling nicht selten. Standortfoto am 04. April 2010 in den Barniner Tannen.

05. April (Ostermontag) – Ein über weite Strecken wolkenverhangener und sehr kühler Feiertag. Erst gegen Abend zeigte sich die Sonne noch etwas. Ein nachmittäglicher Ausflug führte uns heute in den Wald bei Weberin. An frischen Pilzen fanden wir nur Fichten – Zapfenrüblinge. Die sind zur Zeit in unserer Region in geigneten Biotopen überall zu finden. Ansonsten einige holzbewohnende Arten, insbesondere schöne Porlinge zum Basteln und für unsere Dauerausstellung.

Frühlingszeit ist Pollenzeit und somit Hochzeit für Pollenalergiker.

Frühlingszeit ist Pollenzeit und somit Hochzeit für Pollenallergiker.

06. April – Pilzfreund Benno Westphal hat die Osterfeiertage dafür genutzt, um weitere Fundpunkte auf seiner Verbreitungskarte für den Östereichischen Prachtbecherling zu setzen. Es ist Ihm in diesem Frühjahr bereits gelungen an die zehn neue Fundstellen zu entdecken. Auf seiner gezielten Suche in Grauweidengebüschen war er so erfolgreich wie noch nie, was diese tolle und eigentlich recht seltene und auffällige Schlauchpilzart betrifft. Herzlichen Glückwunsch! Herr Westphal hat für seine großartigen Verdienste in der Erfassung der heimischen Pilzflora bereits im Jahr 2002  den Adalbert – Ricken – Preis von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie verliehen bekommen.

Noch sind die Laubbäume kahl, die Luft ist meist noch frisch und dicke Quellwolken, wie hier am Ostersonntag, bringen mitunter kräftige Schauer. Typisches Aprilwetter. Foto 04. April 2010 in Schwerin.

Noch sind die Laubbäume kahl, die Luft ist meist noch klar und frisch. Dicke Quellwolken, wie hier am Ostersonntag, bringen mitunter kräftige Schauer. Typisches Aprilwetter. Foto 04. April 2010 in Schwerin.

07. April – Ein sonniger, morgens sehr frischer, nachmittags fast warmer Frühlingstag. Allerdings wehte ein recht kräftiger Südostwind. In den nächsten Tagen wird es schrittweise wieder kühler. Die Großwetterlage soll sich auf eine kühle Nordwindlage umstellen. Zeitweilige Wolkenfelder bringen aber nur wenig Regen. Noch ist reichlich Feuchtigkeit im Boden, so dass diese Lage sich allenfalls durch die niedrigen Temperaturen dämpfend und etwas verzögernd auf die bevorstehende, weitere Entwicklung des Frühlingsaspektes auswirken dürfte. Ich bin heute in verschiedenen Wäldern zwischen Sternberg und Wismar unterwegs gewesen. An Frischpilzen fand ich nur einen kleinen, gebrechlichen Mürbling, den ich allerdings nicht näher bestimmen konnte.

Diese vorjährigen Erdsterne fand ich in der nähe des Waldhotels in Neukloster an einer stärker eutrohierten Stelle. Wie das linke Exemplar durch seine hochgeschlagenen "Kragen" vermuten läßt, könnte es sich um den Halskrausen Erdstern (Geastrum triplex) handeln. Standorstfoto am 07. April 2010 im Neukloster Forst.

Diese vorjährigen Erdsterne fand ich in der nähe des Waldhotels bei Neukloster an einer stärker eutrophierten Stelle. Wie das linke Exemplar durch seinen hochgeschlagenen "Kragen" vermuten läßt, könnte es sich um den Halskrausen Erdstern (Geastrum triplex) handeln. Standortfoto am 07. April 2010 im Neukloster Forst.

08. April – Vormittags heiter, nachmittags wolkiger, abends bedeckt und leichter Regen bei sehr angenehmen, fast feuchtwarmen Temperaturen. Der Regen gehört zu einer schwachen Kaltfront die einen schrittweisen Temperaturrückgang in den nächsten Tagen einleitet. Auf meinen Fahrten und Exkursionen durch die verschiedenen Wälder in diesem Frühjahr mußte ich leider wieder feststellen, dass die Ausbeutung der Wälder und Forste zwecks Holzgewinnung weiter rasant zugenommen hat. Viele gute Pilzstellen und Biotope sind nachhaltig geschädigt oder zerstört. Anscheinend läßt sich zur Zeit an Holz gut verdienen. Andererseits muss wohl auch die riesge Holzindustrie, die sich in Wismar etabliert hat, ausgelastet werden. Es gibt im Westmecklenburger Raum kaum einen Wald in dem nicht massiv Holz geerntet wird.

So wie hier im Sültener Forst türmen sich längst der Waldwege uberall riesige Berge an Holz. So mancher Pilzsammler wird sein Revier im Sommer oder Herbst kaum wieder erkennen!. Foto am 07. April 2010 im Sültener Forst.

So wie hier im Sültener Forst türmen sich längst der Waldwege uberall riesige Berge an Holz. So mancher Pilzsammler wird sein Revier im Sommer oder Herbst kaum wieder erkennen!. Foto am 07. April 2010 im Sültener Forst.

09. April – Der gestrige Kaltfrontdurchgang hat etwa 1 Liter Regen auf den Quadratmeter gebracht. Auf seiner Rückseite ist heute von Nordwesten merklich kühlere Luft eingeflossen. Am Wochende soll die Strömung auf Nord bis Nordost drehen. In wolkenreicher Luft mit gelegentlichen Regenfällen wird es dann nochmals erheblich kühler mit erhöhter Nachtfrostgefahr. Die weitere Entwicklung der Natur und auch des Frühlings – Pilzaspektes wird dadurch etwas verzögert. Mit dem Erscheinen der ersten Morcheln rechne ich aus heutiger Sicht erst gegen Ende April/Anfang Mai.

Diese beiden Ungestielten Schwarzborstlinge (Pseudoplectania nigrella) fanden wir am Ostersonntag (04.04) in den Barniner Tannen. Da mein Standortfoto nicht sonderlich gelang, habe ich ihn heute auf der Ausstellungsfläche unsere Pilzausstellung nochmals fotografiert. Er soll recht selten zu finden sein und auf vermorschtem Fichtenholz wachsen.

Diese beiden Ungestielten Schwarzborstlinge (Pseudoplectania nigrella) fanden wir am Ostersonntag (04.04.) in den Barniner Tannen. Da mein Standortfoto nicht sonderlich gelang, habe ich ihn heute auf der Ausstellungsfläche unserer Pilzausstellung nochmals fotografiert. Er soll recht selten zu finden sein und wächst auf vermorschtem und bemoosten Fichtenholz.

10. April – Der Tag startete mit einer dichten, grauen Wolkendecke die sich aber gegen Mittag lichtete und am Nachmittag gewann die Sonne dann die Oberhand, so dass der Tag, trotz kühler Temperaturen, ganz passabel wurde. Ich war heute zu um 10.00 Uhr mit Katrin und Torsten Richter vom Pilzverein Rehna am Waldhotel in Neukloster verabredet. Torsten wollte Fotos vom Östereichischen Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) machen. Da ganz in der Nähe, genauer gesagt im Schlemminer Staatsforst, eine recht produktive Stelle dieser seltenen Art seit Jahren bekannt ist, fuhren wir von hier aus gemeinsam dort hin. Dieses Vorkommen wurde vor Jahren vom bützower Pilzberater Klaus Warning entdeckt und hat seit dem schon so manches Mykologenherz höher schlagen lassen. Anschließend statteten wir noch der Kiefernaufforstung bei Perniek einen kurzen Besuch ab. Hier boten die ersten Schwarzweißen Becherlorcheln nochmals ein gutes Fotomotiv für den Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins. Danach trennten sich unsrere Wege, die Rehnaer fuhren nach hause und ich zu einer weiteren Exkusion in die Kiefernaufforstung bei Jesendorf (siehe auch unter „Erfolgreiche Frühjahrsexkursion“).

Zwei glückliche pilzforscher, Katrin und Torsten Richter vom Pilzverein "Heinrich Sternberg" e.V. Rehna. Da für die Gattung Sarcoscypha Verbreitungskarten für Europa erarbeitet werden sollen, würde Torsten Richter sich über weitere Fundmeldungen, möglichst mit Beleg, sehr freuen. Kontakt auch über die Internetseite www.pilzverein rehna.de

Zwei glückliche Pilzforscher, Katrin und Torsten Richter vom Pilzverein "Heinrich Sternberg" Rehna e.V. - Da die Gattung Sarcoscypha zur Zeit für ganz Europa bearbeitet wird und Verbreitungskarten erstellt werden sollen, bittet Torsten Richter um mögliche, weitere Fundmeldungen. Kontakt über www.pilzverein-rehna.de

11. April – Am Morgen hat es etwas geregnet. Der Tag verlief dann stark bewölkt und es war ziemlich kühl. Es gelang mir heute so zu Sagen im Vorbeifahren eine neue Fundstelle der Frühjahrslorchel zu entdecken. Wie so oft wieder im Kiefern/Fichtenhochwald mit reichlich modrigem und bemoostem Totholzanteil durch frühere Forstarbeiten.

Neue Fundstelle der Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) im Sültener Forst. Standortfoto am 11. April 2010.

Neue Fundstelle der Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) im Sültener Forst. Standortfoto am 11. April 2010.

12. April – Am Vormittag hochnebelartig bewölt, am Nachmittag zunehmend sonnig, aber empfindlich kühl um nicht zu Sagen kalt! Während über der Mitte und den Süden Deutschlands immer wieder schauerartige Niederschläge hinweg ziehen, bleibt es bei uns in den nächsten Tagen trocken und oft sonnig. Auch die Temperaturen steigen wieder etwas an. Nur bei Seewind und in den Nächten bleibt es weiterhin empfindlich kühl mit Bodenfrösten. Keine optimal Witterung, aber dem gegenwärtigen Lorchelaspekt dürfte das kaum etwas ausmachen. Um die Morcheln in Gang zu bringen, brauchen wir aber am besten eine feuchtwarme Südwestwetterlage. Diese ist eventuell in der nächsten Woche möglich.

Verwandt mit Lorchel und Morchel sind diese winzigen Orangefarbigen Brennesselbecherchen (Calorina fusarioides) die in solchen Mengen mituner fast flächendeckend alte Brennesselstengel des Vorjahres überzien, dass der ganze Bestand schon von weiten orange erscheint.

Verwandt mit Lorchel und Morchel (Schlauchpilze) sind diese winzigen Orangefarbigen Brennesselbecherchen (Calorina fusarioides), die in solchen Mengen alte Brennesselstengel des Vorjahres überziehen, dass der ganze Bestand schon von weitem orange erscheint.

13. April – Bei der derzeitigen Nordostwetterlage streicht die Luft über die noch sehr kalte Ostsee. Es entstehen Seenebel- und Hochnebelfelder die dann immer wieder von den Küsten auch in das Landesinnere trifften. Halten diese sich längere Zeit oder der Seewind ist recht kräftig, so bleibt es besonders im Küstenumfeld unangenehm kalt. Schafft die Sonne aber diese Nebelfelder tagsüber weg zu heizen, kann es besonders im Binnenland in der Sonne sehr angenehm sein, so wie auch am heutigen Tage. Richtige Frühlingswärme, so wie heute vor einem Jahr mit Temperaturen von 20 Grad und mehr, sind aber weit und breit nicht in Sicht. Das bedeutet Morchelzeit in Mecklenburg wahrscheinlich erst in 2 – 3 Wochen (frühestens)!

14. April – Heute war Mittwoch, also mein Exkursionstag. Die Pilzausstellung wird ab heute jeden Mittwoch wieder von unserem Vereinsmitglied Peter Kofahl ehrenamtlich geöffnet und betreut. Pilzberatungen finden dann allerdings nicht statt. Ich war heute wieder einmal im Raum Kobrow/Jülchendorf unterwegs. An frischen Pilzen fand ich nur eine ganze Menge schöner Frühjahrslorcheln, sonst nichts. Die Lorcheln kommen in Frischhaltedosen in den Kühlschrank. Auf diese weise halten sie sich längere Zeit und ich habe selbst noch zur Morchelzeit giftige Frühjahrslorcheln und kann beide in unserer Ausstellung gegenüberstellen. Das Wetter war heute sonnig mit wenigen Schönwetterwolken und unangenehm kühlem Nordostwind.

Typisches Lorchelbiotop im Naturpark Sternberger Seenland bei Kobrow. Kieferhochwald mit eingestreuten Fichten. Moosiger Untergrund mir reichlich verrottendem Totholz. Foto am 14. April 2001.

Typisches Lorchel - Biotop im Naturpark Sternberger Seenland bei Kobrow. Kiefernhochwald mit eingestreuten Fichten. Moosiger Untergrund mit reichlich verrottendem Totholz. Foto am 14. April 2010.

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculnta). Die Pilze haben ihre eigene Ästhetik. Standortfoto im Naturpark Sternberger Seenland am 14. April 2010.

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta). Giftig! Die Pilze haben ihre ganz eigene Ästhetik. Standortfoto im Naturpark Sternberger Seenland am 14. April 2010.

15. April – Wolkenloser Himmel den ganzen Tag. Die Luft ist sehr klar, trocken und kühl. Allmählich trocknen die Böden oberflächlich schon stark aus, aber nennenswerter Regen ist für unsere Region zunächst nicht in Sicht. Anfang der nächsten Woche soll es sogar noch kälter werden mit beachtlichen Nachtfrösten! Alles in allem kein Pilzwetter. Unser Tagebuchleser Christian Taut aus Parchim hat aber schon die ersten Minimorcheln in seinem Garten entdeckt. Dieses Phänomen, wenn man es überhaupt so nennen kann, habe ich vor Jahren auch schon beobachtet und festgestellt, dass sie bei solch ungünstigen Bedingungen viele Tage, manchmal Wochenlang auf bessere Zeiten warten. Sie wachsen kaum weiter. Wir brauchen eine feuchtwarme Südwestwetterlage. Diese ist aber frühestens zum übernächsten Wochenende zu erwarten. Dann sollte es auch ziemlich schnell mit den Morcheln losgehen. Die Löwenzahnblüte wird es uns dann signalisieren.

16. April – Herr Taut aus Parchim hat mir heute zwei Fotos seiner „Minimorcheln“ zugesandt. Eindeutig junge, tadellose Speisemorcheln. Wie schnell sie sich jetzt zu „ordentlichen“ Morcheln entwickeln, hängt stark vom Wetter ab. Sie sollten möglichst nicht der permanenten Sonneneinstrahlung und starkem Wind ausgesetzt sein (vertrocknen sonst). Ich Denke, die Pilze werden sich wohl erst ab dem letzten Aprilwochenende (24., 25.04.) richtig strecken. Dann soll sich die Wetterlage auf feuchtwarmes Wetter aus dem Südwesten umstellen. Pilzfreund Peter Kofahl hat heute in einer städtischen Parkanlage den ersten kleinen Schuppigen Porling gefunden und ihn der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Heute war es besonders beim Durchgang einer schwachen, trockenen Kaltfront am Vormittag unangenehm kühl und windig. Nachmittags beruhigte sich das Wetter wieder und die Sonne konnte die Luft etwas erwärmen. Die kommende Nacht wird aber sehr kalt und im Binnenland ist zumindest am Erdboden mit Frost zu rechnen.

17. April – Ein sonniger und nachmittags auch recht ordentlich temperierter Sonnabend. Es wehte allerdings wieder ein recht böiger Wind und die Luft ist sehr trocken. Heute fand die 2. öffentliche Pilzwanderung durch den Moidentiner Forst statt. An Frischpilzen fanden wir Fichten – Zapfenrüblinge, drei Graublättrige Schwefelköpfe und eine ergiebige Gruppe von etwa 15 Frühlings – Weichritterlingen (siehe unter „Tagebuch“). Unser Leser Andreas Okrent hat gestern ganz junge und frische Spitzmorcheln gefunden und mir drei erstklassige Fotos zugemailt. Leider habe ich noch Schwierigkeiten externe Fotos in meinen Bildverkleinerer zu Kopieren und auf dieser Seite zu Veröffentlichen. Herr Okrent betreibt ebenfalls eine Internetseite von allerhöchster Qualität: www.das-naturforum.eu Nicht nur zum Thema Pilze!

Frühlings - Weichritterling (Melanoleuca cognata) am 17. April 2010 im großherzoglichen Forst Moidentin. Guter Speisepilz.

Frühlings - Weichritterling (Melanoleuca cognata) am 17. April 2010 im großherzoglichen Forst Moidentin. Guter Speisepilz.

18. April – Ein sonniger und warmer Sonntag. Die Natur beginnt sich jetzt schon deutlicher in ein zartes grün zu hüllen. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten, wird aber in der bevorstehenden Woche nochmals gedämpft. Heute Nacht wird wieder eine Kaltfront ohne Niederschlag durchziehen und der morgige Montag wird trotz viel Sonnenschein deutlich kühler ausfallen.

Diese ganz jungen und zartfleischigen Schuppigen Porlinge hat mein kleiner Sohn Jonas mit seiner Mama am Freitag beim Ernten von Huflattich quasi nebenbei gefunden. In diesem Stadium kann man die Pilze durchaus verspeisen. Sie eignen sich zum Beispiel gut zu Pilzbouletten. Foto: 18.04.2010.

Diese ganz jungen und zartfleischigen Schuppigen Porlinge hat mein kleiner Sohn Jonas mit seiner Mama am Freitag beim Ernten von Huflattich quasi nebenbei gefunden. In diesem Stadium kann man die Pilze durchaus verspeisen. Sie eignen sich zum Beispiel gut zu Pilzbouletten. Foto: 18.04.2010.

19. April – Der Monat April verlief bisher in unserer Region wieder ziemlich trocken. Erinnerungen an das letzte Frühjahr werden wach. Oberflächlich sind die Böden gebietsweise schon recht trocken. Naturgemäß vor allem auf den Sandböden. Klassische Morchelstandorte in Seeufernähe, Bachtälern und Auwäldern werden aber noch reichlich Feuchtigkeit gespeichert haben. Trotzdem wäre Regen auch hier nicht fehl am Platze. Ab morgen sollen aber  aus nordwestlicher Richtung Regenschauer aufziehen, gleichzeitig wird es noch etwas kälter. Sogar Schnee-und Graupelschauer sind nicht ganz ausgeschlossen. Die Nachtfrostgefahr ist in dieser Woche ebenfalls noch deutlich erhöht. Das wird den Morcheln wohl nicht sonderlich gefallen. Aber ab dem kommenden Wochenende sollten sie dann endlich durchstarten. Feuchtwarme Luft aus dem Südwesten soll sich dann in Deutschland breitmachen. Die neuesten Trends für die darauf folgende Woche prognostizieren sogar die erste Hitzewelle mit Temperaturen zwischen 25 – 31 Grad. Warten wir`s ab und lassen uns überaschen.

20. April – Bei sehr kühlen Temperaturen erlebten wir heute einen überwiegend stark bewölkten Tag und es regnete gelegentlich. In unserem Einzugsgebiet sind etwa 2 – 5 Liter auf den Quadratmeter gefallen. Da die Wälder noch nicht belaubt sind, ist dieser Regen noch gut auf die  oberflächlich ausgetrockneten Böden angelangt. Einige Liter können noch bis Freitag durch rege Schauertätigkeit hinzu kommen. Solange bleibt es aber noch empfindlich kühl mit Bodenfrostgefahr. Ab Sonntag soll es dann aber ein kräftigen Aufwärtstrend bei der Temperatur geben, so dass ab nächste Woche die Morchelzeit beginnen kann.

21. April – Klassisches Aprilwetter! Sonne, Wolken und kurze, aber mit unter heftige Regen- und Graupelschauer wechseln in rascher Folge einander ab. Dazu Surmböen und örtlich Blitz und Donner. Die Luft ist ausgesprochen kalt. Da frösteln sogar die ersten Morcheln, die sich jetzt immer öfter, besonders in Gärten, zeigen. So bekam ich heute zwei Anrufe, dass teils zahlreiche Morcheln in Kleingärten aufgetaucht sind. Ab Wochenende, speziel aber ab nächste Woche geht es auch in den Morchelbiotopen des Waldes los.

22. April – Es scheint ein gutes Morcheljahr zu werden! Auch Vereinsfreund Peter Kofahl hat heute rein zufällig auf dem Weg zum Einkaufen an einem Wegrand mitten in Wismar ca. 20 junge Speisemorcheln entdeckt. Die größte von ihnen hatte eine Höhe von 7 cm. Gärten und städtische Anlagen sind in der Regel klimatisch begünstigt. Das Wetter hatte sich heute beruhigt, es gab kaum noch Schauer, war aber immer noch sehr frisch. Nachts steht wieder Bodenfrost an.

Diese jungen Speisemorcheln (Morchella esculenta) brachte Peter Kofahl heute für unsere Ausstellung. Morcheln wachsen nur wenuge Wochen im Jahr, meist zwischen Mitte April und Mitte Mai. Diese Tatsache und ihr würziges Aroma, das besonsers getrocknet zur geltung kommt, macht sie zu wertvollen und teuer gehandelten Delikatessen. Das Foto entstand heute auf der Moosfläche unsere Dauerausstellung.

Diese jungen Speisemorcheln (Morchella esculenta) brachte Peter Kofahl heute für unsere Ausstellung. Morcheln wachsen nur wenige Wochen im Jahr, meist zwischen Mitte April und Mitte Mai. Diese Tatsache und ihr würziges Aroma, das besonders getrocknet zum tragen kommt, macht sie zu wertvollen und teuer gehandelten Delikatessen. Das Foto entstand am 22.04.2010 auf der Moosfläche unserer Dauerausstellung.

23. April – Heiterer bis wolkiger, trockner aber immer noch recht kühler Frühlingstag mit lebhaftem Wind. Der Löwenzahn blüht an exponierten, sonnigen Lagen jetzt schon kräftig. An ähnlich begünstigten Stellen erscheinen jetzt immer mehr Morcheln. So brachte mir heute ein verblüffter Kleingärtner zwei wunderschöne, junge Speisemorcheln in die Pilzberatung, die er auf einer Wiese in seinem Garten fand. Er hätte gehört, es seien Morcheln, die man auch essen könne. Im vorigen Jahr wären sie auch schon dort gewesen, er hätte sie damals aber abgemäht und entsorgt. Ich sagte ihm, dass er einen kleinen Schatz in seinem Garten hat, der sich ganz von selbst „angepflanzt“ hätte. Da noch ca. 40 – 50 Exemplare dort stehen würden, aber der Rasen zu mähen sei, werden die Pilze in diesem Jahr wohl vorher abgesammelt und der kulinarischen Verwertung zugeführt, statt auf dem Kompost zu landen.

24. April – Heiter bis wolkig und schon angenehmer temperiert als zuvor, so zeigte sich der heutige Frühlingstag. In den nächsten Tagen herrscht nun endlich Morchelwetter wie es im Buche steht! – mässig warm und am Montag sogar Regen in Form von Schauern und Gewittern. Gestern war Stichtag des Maipilzes (23.04. = Georgstag). Ich fuhr am Abend zu einer Zeigerstelle, wo sie in der Regel um diese Zeit erscheinen, es war aber leider noch nichts zu sehen. Morgen ist Vereinsexkursion an den Schweriner See, ein klassisches Morchelgebiet. Ich bin gespannt, ob es uns gelingt, die beliebten Pilz – Delikatessen hier zu entdecken.

Kein Maipilz an meiner Zeigerstelle, dafür aber ein Einzelexemplar des Frühlings - Mürblings (Psathyrella spadiceogrisea). Er ist zwar recht dünnfleischig, bei reichlichem Vorkommen aber durchaus als Suppenpilz zu Verwenden. Standortfoto am 23. April 2010 im Wald bei Jesendorf.

Kein Maipilz an meiner Zeigerstelle, dafür aber ein Einzelexemplar des Frühlings - Mürblings (Psathyrella spadiceogrisea). Er ist zwar recht dünnfleischig, bei reichlichem Vorkommen aber durchaus als Suppenpilz zu Verwenden. Standortfoto am 23. April 2010 im Wald bei Jesendorf.

25. April – Vereinexkursion am Schweriner See. Bei wunderschönem sonnigen und warmen Wetter wanderten 8 Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. heute auf der Suche nach Frühlingspilzen am Ufer des Schweriner Sees entlang. Wie zu erwarten, fanden wir auch einige, ganz junge und frische Speisemorcheln. Im Laub und der frischen Krautschicht aber äußerst schwer auszumachen. Ich habe den Eindruck, dass hier noch eine ganze Menge Nachwuchs lauert (siehe auch bei Tagebuch und Morchelwanderung 2010).

Speisemorchel (Morchella esculenta) am 25.04.2010 am Standort fotografiert.

Speisemorchel (Morchella esculenta) am 25.04.2010 am Standort fotografiert.

26. April – Milder und leicht durchwachsener Frühlingstag. Da sich von Westen her ein schwacher Tiefausläufer näherte, zog es sich im Tagesverlauf immer mehr zu und am Abend fing es leicht an zu regnen. Vereinsmitglied Peter Kofahl brachte heute wieder wunderschöne Speisemorcheln aus dem wismarer Stadtgebiet. Zu dem legten mir heute Ratsuchende zwei Spitzmorcheln, die sie auf ihrem Grundstück fanden, in der Pilzberatung vor. Es sollen noch weitere Pilze am Standort sein. Im vergangenen Jahr wurde hier Rindenmulch ausgebracht. Ein sehr beliebtes Substrat für vielerlei Pilzarten. Um diese Zeit oftmals auch für Morcheln.

27. April – Morcheln aller Orten, so mein Eindruck am heutigen Dienstag. Zunächst brachte mir Peter Kofahl von seiner heutigen Stadtexkursion eine ansehnliche Menge Spitzmorcheln, die er auf Nadelholzschredder an Grundstückzgrenzen fand. Dann ein Anruf von Pilzfreundin Angelika Boniakowski, die erstmals in ihrem Leben eine Mahlzeit Speisemorcheln in einem Wald bei Neubukow fand. Im selben Augenblick ein Anruf von Vereinsfreund Andreas Herchenbach „Ich habe die ersten Morcheln meines Lebens gefunden, ich vermute Käppchen Morcheln“. Eine halbe Stunde später kam er in den „Steinpilz“ und ich konnte seine Vermutung bestätigen.  Minuten später ein weiterer Anruf aus Grevesmühlen „Ich habe bei mir im Garten Pilze gefunden, kann ich in einer halben Stunde bei ihnen vorbeikommen“ „Natürlich“ antwortete ich. Wie ich es schon vermutete, legte auch er mir wieder Morcheln vor, dieses mal Speisemorcheln. Ich kann nur wiederholen „Morcheln aller Orten“. Das Wetter war heute leicht durchwachsen, meist stark bewölkt mit örtlichen Schauern. Der gestrige Regen brachte leider nur etwa 2-3 Liter. Wir brauchen mehr!

Am heutigen Abend statte ich noch der Kiefernaufforstung bei Jesendorf einen kurzen Besuch ab. Hier fand ich wieder sehr schön ausgebildete Scheiben - Lorcheln (Discina perlata) Essbar. Standortfoto 27. April 2010 im Kiefernforst bei Jesendorf.

Am heutigen Abend statte ich noch der Kiefernaufforstung bei Jesendorf einen kurzen Besuch ab. Hier fand ich wieder sehr schön ausgebildete Scheiben - Lorcheln (Discina perlata) Essbar. Standortfoto 27. April 2010 im Kiefernforst bei Jesendorf.

28. April – Nach frischer Nacht und morgentlichen Nebelfeldern ein über weite Strecken sonniger und angenehmer Frühlingstag. Morgen soll es sommerlich warm werden, bevor ab Freitag eine nachhaltige Umstellung der Großwetterlage erfolgen soll. Es wird schrittweise wieder kühler und ab nächste Woche sollen die verfrühten „Eisheiligen“ voll zuschlagen. Warmes Wetter ist dann bis auf weiters nicht mehr in Sicht. Das ganze soll mit viel Regen verbunden sein und den können wir dringend brauchen, denn die Morcheln sind jetzt raus und wir erwarten die Maipilze. Da tut Regen gut und auch die kühlen Temperaturen können von Vorteil sein. Denn ist sehr warm, wo bei es dann oftmals auch recht trocken ist, wachsen die Maipilze zwar recht zügig, sind aber in der Qualität oft nicht besonders gut. Schon frühzeitig setzt verstärkter Madenbefall ein. Es darf allerdings keine trocken kalte, windige Witterung eintreten, dann würden sie stecken bleiben oder vertrocknen. Ich habe heute einer klimatisch begünstigten Maipilzstelle unter einer Schlehenhecke einen Besuch abgestattet. Es war noch nicht viel zu sehen, aber einige erbsen- bis kirschgroße Pilzchen konnte ich in der Humusschicht schon ausmachen. Der größte hatte eine Höhe von etwa 4 cm (Foto).

Der erste Maipilz 2010. Ich habe heute einer klimatisch begünstigte Maipilzstelle unter einer Schlehenhecke einen Besuch abgestattet,um zu sehen, ob sich schon etwas tut. Es war noch nicht viel zu sehen, aber einige erbsen bis wallnussgroße Pilzchen konnte ich unter dem Laub ausmachen. Dieses war der größte. Am Standort fotagrfiert am 28. April 2010. Im vergangenen Jahr waren sie an dieser Stelle schon erntereif!

Der erste Maipilz 2010. Am 28. April am Standort fotografiert. Im vergangenen Jahr waren sie an dieser Stelle schon erntereif!

29. April – Der wärmste Tag des Jahres bisher. Mit 25 Grad ein echter Sommertag! Die Sonne wurde aber immer wieder durch hohe Wolkenfelder getrübt. Von Südwesten nähert sich eine Kaltfront mit schauerartigen und gewittrigen Regenfällen. Für unsere Region sind 2 – 5 Liter auf den Quadratmeter prognostiziert. Nicht sonderlich viel, aber besser als garnichts. In den nächsten Tagen sind bei zurückgehenden Temperaturen weiterhin Schauer zu erwarten.

Dieses matschige, wie mit einer dünnen Lederhaut überzogenes Kissen fand ich gestern an einer Weide. Es handelt sich um den Bovistähnlichen Schleimpilz (Reticularia lycoperdon). Er ist besonder im April häufig an Bäumen zu beobachten. Schleimpilze (Myxomyceten) sind keine echten Pilze. Sie stellen vielmehr ein Bindeglied zwischen dem Pilzreich und dem Tierreich da. Standortfoto am 28. April 2010 an einer Weide bei Penzin.

Dieses matschige, wie mit einer dünnen Lederhaut überzogene Kissen fand ich gestern an einer Weide. Es handelt sich um den Bovistähnlichen Schleimpilz (Reticularia lycoperdon). Er ist besonder im April häufig an Bäumen zu beobachten. Schleimpilze (Myxomyceten) sind keine echten Pilze. Sie stellen vielmehr ein Bindeglied zwischen dem Pilzreich und dem Tierreich da. Standortfoto am 28. April 2010 an einer Weide bei Penzin. Ungenießbar.

30. April – Die einen Wetterumschwung zu unbeständigerem und kühlerem Wetter einleitende Kaltfront hat uns heute Morgen mit schauerartigen Regenfällen von Südwest nach Nordost überquert. Es sind etwa 1 – 5 Liter gefallen. Für die Natur ist der Regen ein Segen, denn der April war in diesem Jahr wieder zu trocken. Allerdings war die Trockenheit bei uns nicht so extrem wie im Vorjahr.  In den nächsten Tagen können wir weiteren Regen erwarten. Den Maipilzen wird es gut bekommen. Der Monat April war vergleichsweise pilzarm, nur Lorcheln und Morcheln gedeihten recht gut. Und das sind immerhin die wichtigsten Pilze im Vorfrühlingsmonat April.

Morcheln wuchsen Ende des Monats fast aller Orten. Diese junge Dickfußmorchel (Morchella esculenta var. crassipes fotografierte ich am 28. April 2010 am Standort bei Steinhusen - Neuburg.

Morcheln wuchsen Ende des Monats fast aller Orten. Diese junge Dickfußmorchel (Morchella esculenta var. crassipes) fotografierte ich am 28. April 2010 am Standort bei Steinhausen - Neuburg.

Heute Abend rief mich Viola Kröger aus Wismar an, ob ich nicht kurz vorbeischauen könnte, auf ihrem Hof wachsen überaschend zwei Morcheln. Erstaunlich, wo diese begehrten Pilze überall auftauchen können, selbst zwischen den Steinen finden sie noch Platz. Standortfoto wismarer Innenstadt am 30. April 2010.

Heute Abend rief mich Viola Kröger aus Wismar an, ob ich nicht kurz vorbeischauen könnte, auf ihrem Hof wachsen überaschend zwei Morcheln. Erstaunlich, wo diese begehrten Pilze überall auftauchen können, selbst zwischen den Steinen finden sie noch Platz. Standortfoto in der Wismarer Innenstadt am 30. April 2010.

Zwei waren es an der Zahlr, da staunt sogar die Hauskatze. Viola Kröger betreibt in Wismar eine Kunstschule, die beiden Speisemorcheln in ihrem Umfeld würden ein gutes Bild abgeben. 30. April 2010.

Zwei waren es an der Zahl, da staunt sogar die Hauskatze. Viola Kröger betreibt in Wismar eine Kunstschule, die beiden Speisemorcheln in ihrem Umfeld würden sicher ein gutes Bild abgeben. 30. April 2010.

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