Wetter und Pilze September 2009

Wetter und Pilzwachstum in Westmecklenburg

Wetter und Pilzwachstum im September 2009

1. September – Heute fielen in Mecklenburg Hitzerekorde für einen September! Vielfach war es so heiß, wie noch nie an einem Septembertag in unserer Region, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Verbreitet Werte über 30 Grad! Dazu bis zum Nachmittag strahlender Sonnenschein von einem tiefblauen Himmel. Erst am jetzigen Abend nehmen die Wolkenanteile zu und von Westen nähert sich eine gewittrige Kaltfront. Sie leitet den Übergang zu sehr wechselhaften und zeitweise auch sehr nassem und kühlerem Wetter ein. Laut Niederschlagsprognosen können wir in dieser Woche mit Regenmengen von mindestens 30 Liter auf den Quadratmeter rechnen. Ich hoffe, die Wettercomputer haben sich nicht verrechnet! Sollte es so kommen, dann wird es ab Mitte September wieder aufwärts mit dem Pilzwachstum gehen. Bis dahin müssen wir uns noch in Geduld üben!

Mit diesen originellen Ansteckern starten die namentlich erwähnten Pilzberater in die beginnend Hauptsaison. Ein Dankeschön an Irena Dombrowa für die tolle Idee, für die Gestalltung und für die Fertigung dieser informativen "Orden".

Mit diesen originellen Ansteckern starten die namentlich erwähnten Pilzberater in die beginnende Hauptsaison. Ein Dankeschön an Irena Dombrowa für die tolle Idee, die Gestalltung und für die Fertigung dieser informativen Namensschildchen.

02. September – Der nächtliche Regen brachte mal wieder, wie so oft in diesem Jahr, keine nennenswerten Regenmengen. Aber ab Morgen soll es ja losgehen. Kräftige Tiefdruckgebiete sollen uns mit ihren Regen- und Starkwindfeldern überqueren. Der Herbst läßt grüßen! 20 – 30 Liter sind bis Sonnabend möglich. Danach wieder warmes Spätsommerwetter. Das wäre eine gute Kombination, um das Pilzwachstum und den zu erwartenden Maximalaspekt des Jahres anzukurbeln.

03. September – Seit den Morgenstunden zogen immer wieder Schauer- und Gewittergebiete über Westmecklenburg hinweg. Dabei vielen verbreitet etwa um die 5, örtlich wohl auch bis zu 10 Liter Regen auf den Quadratmeter. Morgen soll es in weiten teilen Deutschlands neue Regenfälle geben. Nur in Mecklenburg – Vorpommern wird es wohl weitgehend trocken bleiben. Damit verschlechtern sich die Chancen auf einen richtig starken Wachstumsschub ab Mitte September. Am Sonnabend kann es aber noch um die 10 Liter geben, wenn die Computer recht behalten! Aber auf jeden Fall wird es sich ab der zweiten Septemberdekade wieder lohnen, seinen Pilzgründen einen Besuch ab zu statten. Besser als jetzt, wird es auf jeden Fall werden.

Diese schönen Riesen - Champignons (Agaricus augustus) brachte Vereinsfreund Peter Kofahl heute von einer morgentlichen Pilztour durch einige städtische Anlagen. Auißerdem 4 junge Wurzelnde Bitter - Röhrlinge und einige Mürblinge, sonst nichts!

Diese schönen Riesen - Champignons (Agaricus augustus) brachte Vereinsfreund Peter Kofahl heute von einer morgentlichen Pilztour durch einige städtische Anlagen. Außer dem noch 4 junge Wurzelnde Bitter - Röhrlinge und einige Mürblinge, sonst nichts!

04. September – Heute war ein relativ freundlicher, sehr windiger und recht kühler, herbstlich anmutender Tag. Regen gab es leider keinen! Habe heute eine Info – Tour durch den Sültener Forst gemacht. Die Regenfälle waren tatsächlich recht bescheiden. Unter stärker belaubten Bäumen oder größeren Fichten war es nach wie vor Staubtrocken! An lichten Stellen ist der Regen allerdings recht gut angekommen. Das Pilzaufkommen war erwartungsgemäss sehr gering: 2 Birkenpilze, eine Birken –  Rotkappe, einige Waldfreund Rüblinge, zwei Eichen Milchlinge, sechs Bruch – Reizker, einen Flatter – Milchling, zwei Moortäublinge, einen Zedernholz – Täubling, einen Speise – Täubling, wenige Scheidenstreiflinge, Kartoffelboviste, im dicken Moos einige Pfifferlinge und zwei Fichtenstubben mit Grünblättrigen Schwefelköpfen. Mehr war nicht drin. Morgen ist Pilzwanderung. Das Wetter ist regnerisch und windig angesagt. Das soll uns nicht stören, wir wollen Regen haben!

Und weniger Meter daneben stand die Heide - Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum). Standortfoto am 04.09.2009 im Sültener Forst.

Heide - Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum). Standortfoto am 04.09.2009 im Sültener Forst.

05. September –  Am heutigen Sonnabend starteten wir wieder zu einer öffentlichen Pilzlehrwanderung. Bei teils strömenden Regen wanderten wir zunächst durch die Jülchendorfer Buchen. Hier standen z. B. einige Breitschuppige Champignons (A. lanipes) und Violettstielige Täublinge. Im anschließenden sandigen Nadelwaldgebiet, in Richtung Weberin, gab es vereinzelt Kupferrote Gelbfüße, Graubraune Birkenpilze, wenige Pfifferlinge und einen Steinpilz sowie dies und das, aber insgesamt sehr wenig. Im Anschluß fuhren noch ein Teil der leider nur siebenköpfigen Gruppe zum Roten See. Da morgen Ausstellung mit Imbissangebot im „Steinpilz-Wismar“ ist, brauchten wir noch einige Ausstellungstücke. Viel gab es auch hier nicht. Neben einigen Täublingen, Kremplingen und ähnlichen Arten, fanden wir einen Hexenring Riesen – Krempentrichterlinge. –  Heute Vormittag gab es stellenweise recht kräftige Regenfälle, so dass sich der Niederschlag der letzten drei Tage im allgemeinen auf 10 – 15, örtlich sogar auf etwas mehr als 20 Liter summiert hat. Ich hätte mir etwas mehr gewünscht, aber ich Denke, dass das Pilzwachstum innerhalb der nächsten 14 Tage doch deutlich zulegen dürfte.

Dieser schöne Steinpilz (Boletus edulis) erfreute uns am Roten See. Er wird die Ausstellung morgen bereichern. Standortfoto am Roten See bei Brüel. 05. September 2009.

Dieser schöne Steinpilz (Boletus edulis), am Standort fotografiert, erfreute uns heute am Roten See. Er wird die Ausstellung morgen bereichern. 05. September 2009.

06. September – Der heutige Sonntag war vom Wetter her ein echter Herbsttag. Am Morgen noch etwas Regen und später weiter Wolkenverhangen mit einem stark böigen und kühlen Wind. In Wismar fand an diesem Wochenende das Hansefest mit einem Koggentreffen am alten Hafen statt. Aus diesem Grunde öffneten wir heute unsere Pilzausstellung.  Die gestern gesammelten Werke gelangten zur Auslage. Es gab wieder unsere pikannte Waldpilzsuppe, sowie Kaffee und Kuchen. Mit Regen wird jetzt erst einmal Schluß sein, der Herbst wird den Rückzug antreten und das Zeppter wieder dem Sommer übergeben. Einige warme Tage können jetzt auch nicht schaden, aber Bitte ab Mitte September wieder mit Regen!

Dieser nicht zu übersehende Pilz zählt zu den größten Hutpilzen überhaupt. Er begenete uns gestern am Roten See. Der Riesen - Krempentrichterling (Clitocybe gigantea).

Dieser nicht zu übersehende Pilz zählt zu den größten Hutpilzen überhaupt. Er begenete uns gestern am Roten See. Der Riesen - Krempentrichterling (Aspropaxillus giganteus). Er bildet gerne, so wie hier auch, Hexenringe. Da man ihn essen kann, ist er somit auch sehr ergiebig. Standortfoto am 05. September 2009.

07. September – Heute war es überwiegend stärker bewölkt und um die Mittagszeit regnete es auch ein wenig. Der Niederschlag stand im Zusammenhang mit einer Warmfront, die nochmals sehr warme Luft, subtropischen Ursprungs, heran führt. In den nächsten Tagen wird Hochdruckeinfluß Wetter bestimmend sein. Bei zunächst sommerlichen Temperaturen, soll es im laufe der Woche von Norden her etwas kühler werden. In diesem Zusammenhang kann es nochmals etwas Regen geben. Ergiebiger Niederschlag ist aber zunächst nicht mehr in Sicht. Trotz dem wird sich das Pilzwachstum bis Mitte des Monats weiter verbessern.

Unser Pilzfreund Peter Kofahl war heute morgen wieder im Stadtgebiet nach einigen Ausstellungspilze suchen. Viel gab es nicht, aber er brachte wieder zwei sehr kräftige Adrige Ackerlinge (Agrocybe rivulosa) mit( siehe Wetter und Pilze im August").

Unser Pilzfreund Peter Kofahl war heute morgen wieder im Stadtgebiet auf der Suche nach einigen Ausstellungsobjekten. Viel gab es nicht, aber er brachte wieder zwei sehr kräftige Aderige Ackerlinge (Agrocybe rivulosa) mit (siehe Wetter und Pilze im August). Diese noch weitgehend unbekannte Art wurde vor wenigen Jahren erst neu beschrieben und ist daher in der Literatur kaum zu finden. Der Pilz soll immer auf Rindenmulch wachsen. Fotografiert auf der Moosfläche unserer Pilzausstellung. 07.09.2009.

08. September – Heute gab es wieder einen sonnigen und warmen Sommertag. Die Luft ist recht Trocken mit guter Fernsicht. Es wehte zeitweise ein lebhafter Wind. Die Wärme wird einen positiven Effekt auf die weitere Entwicklung haben und wenn die Wettercomputer recht behalten, können wir in Westmecklenburg am Donnerstag (10.09) auch noch mit etwas Regen rechnen. Niederschlagsprognose aus heutiger Sicht: 5 – 10 Liter. Warten wir`s ab! Ich war heute kurz in einer unserer pilzreichsten Parkanlagen in Wismar, dem Park am Seeblick. Es war trostlos! Nur an baumkronenfreien, lichten Standorten im dicken Moos, einige frische Kahle Kremplinge, sonst nichts!

09. September – Ein heißer Spätsommertag, 30 Grad im Schatten in Schwerin!. Am späteren Nachmittag bewölkte es sich etwas und der Wind frischte aus nördlichen Richtungen auf, gleichzeitig kühlte es gegen Abend markant ab. An der Kaltfront ist auch etwas Regen gekoppelt. War heute in der Schweriner Naturschutzstation am Zippendorfer Strand. Dort finden heute und morgen die 3. Projekttage „Pilze“ statt. Federführend bei dieser Veranstaltung ist die Caritas Mecklenburg e.V. Schwerin, und die Naturschutzstation Schwerin – Zippendorf. Mit den Pilzberatern Brigitte Schurig, Elfi Hruby, sowie meiner Wenigkeit, Reinhold Krakow, ging es mit mehreren Schulklassen auf Pilzexkursion durch nahe liegende Wälder und Parkanlagen. Danach wurde von den bescheidenen Fundstücken eine Ausstellung aufgebaut. Leider haben wir nur 51 Arten zusammen bekommen. Es ist einfach nicht viel los. Die beiden hochsommerlichen Tage haben es schon wieder ordentlich austrocknen lassen. Regen muss her! Aber ergiebiger Regen liegt in weiter Ferne!

10. September – Die Regenfälle der vergangenen Nacht waren meist unbedeutend. Bin heute wieder nach Schwerin zur Naturschutzstation Zippendorf gefahren. Hier am südlichsten Ufer des Schweriner See`s in Zippendorf und bei Raben Steinfeld muss es eng begrenzt etwas mehr geregnet haben. Gestern war alles Staubtrocken, heute teils sogar gut nass, mit größeren Pfützen. Aber nur ein kleines Stück weiter nördlich so gut wie nichts! Die Wolkenfelder der Kaltfront waberten noch den ganzen Vormittag herum, bevor zum Nachmittag immer mehr die Sonne hervor kam, bei dann sehr angenehmen Temperaturen. Längerfristig könnte sich die Großwetterlage nach neuesten Berechnungen der Wettercomputer doch feuchter gestalten, als noch gestern angenommen. Von Osten her können Regengebiete oder einige Schauer und Gewitter aufkommen. Aber ob sie es bis Westmecklenburg schaffen steht wohl noch in den Sternen. Bin heute auf der Rücktour von Schwerin, kurz zur Jesendorfer Kiefernauffostung gefahren. Es zeigten sich nur wenige Pilze. Drei ganz frische Beutel – Stäublinge, eine Stelle mit ganz jungen Körnchen – Röhrlingen und einige, etwas ältere Kupferrote Gelbfüße.

Junge Beutel - Stäublinge (Calvatia excipuliformis) in der Jesendorfer Kiefernaufforstung. Standortfoto vom 10.09.2009.

Junge Beutel - Stäublinge (Calvatia excipuliformis) in der Jesendorfer Kiefernaufforstung. Standortfoto vom 10.09.2009.

11. September – Freundlicher, heiter bis wolkiger Septembertag, trockene Luft und zeitweise lebhafter Wind. Nicht gerade das beste Pilzwetter. Aber in den nächsten Tagen sollen feuchtere Luftmassen einsickern und mit ihnen kann es auch gelegentlich etwas regnen. Das könnte dann für den, zumindest leichten Wachstumsschub, der sich im laufe der nächsten Woche entwickeln wird, förderlich sein.

Kupferroter Gelbfuß (Chroogomphus rutilus). Dieser gute und kaum verwechselbare Speisepilz wächst zur Zeit recht häufig unter Kiefern. So auch in unseren aufgeforsteten Kiestagebauen. Er ist recht resistent gegen Trockenheit und wächst auch noch wenn es den meisten anderen Pilzen zu trocken ist. Standortfoto bei Regenwetter am letzten Sonnabend, den 05. September im Weberiner Forst.

Kupferroter Gelbfuß (Chroogomphus rutilus). Dieser gute und kaum verwechselbare Speisepilz wächst zur Zeit recht häufig unter Kiefern. So auch in unseren aufgeforsteten Kiestagebauen. Er ist recht resistent gegen Trockenheit und wächst auch noch wenn es den meisten anderen Pilzen schon längst zu trocken ist. Standortfoto bei Regenwetter am letzten Sonnabend, den 05. September 2009, im Weberiner Forst.

Beim Sammeln von Kupferroten Gelbfüßen sollte man sich bei jedem einzelnen, bovor man ihn in den Korb legt, die Unterseite anschauen. Die Lamellen sind oft von einem Schimmelpilz befallen. Auf solche Exemplare sollte verzichtet werden. Satndorfoto in der Kiefernaufforstung bei Perniek am 12. September 2009.

Beim Sammeln von Kupferroten Gelbfüßen sollte man sich bei jedem einzelnen, bevor man ihn in den Korb legt, die Unterseite anschauen. Die Lamellen sind oft von einem Schimmelpilz befallen. Auf solche Exemplare sollte verzichtet werden. Standortfoto in der Kiefernaufforstung bei Perniek am 12. September 2009.

12. September – Das Pilzwachstum nimmt langsam zu! Ich war heute mit meiner kleinen Familie in den Kiefernforst bei Perniek gefahren. Besonders an feuchtigkeitsbegünstigten Stellen wuchsen reichlich Pilze, wenn auch längst nicht so viele wie bei guten Wachstumsbedingungen. In erster Linie gab es Kupferrote Gelbfüße. Aber auch Butterpilze, Körnchen Röhrlinge und Birkenpilze waren im Angebot. Hier und da einige Täublinge, Fälblinge Ritterlinge u.s.w.. Das Wetter war heute teils aufgeheitert, teils aber auch bewökt. Es wehte ein lebhafter und trockener nördlicher Wind. Morgen kann es etwas Regen geben.

Unser kleine Jonas (4), hat drei Körnchen Röhrlinge gefunden. Doch bevor er sie in sein Eimerchen legen kann, macht Papa noch schnell ein Foto. 12.09.2009.

Unser kleiner Jonas (4), hat Körnchen Röhrlinge gefunden. Doch bevor er sie in sein Eimerchen legen kann, macht Papa noch schnell ein Foto. 12.09.2009.

Das ist für unsere Pilzsuppe.

Das ist für unsere Pilzsuppe.

Und das ist für die Ausstellung. 12. September 2009.

Und das ist für die Ausstellung. 12. September 2009.

13. September – Heute war die inzwischen schon fast traditionelle Pilzwanderung mit den Kakteenfreunden Wismar angesagt. Wir trafen uns um 09.00 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber dem Zeughaus. Unser Zielgebiet war der Weberiner Forst. Überwiegend moosreiche, saure Nadelwälder. Aber leider hielt sich das Aufgebot an Frischpilzen, wie so oft in letzter Zeit, sehr zurück. Hier und da einige Täublinge, Flatter – Milchlinge und Flaschen Stäublinge. Eine Handvoll Pfifferlinge, einige Birkenpilze und eine schöne Krause Glucke. Für den glücklichen Finder der Glucke gibt es eine reichliche Pilzmahlzeit, für die anderen reichte es nur zu einer kleinen Beilage. Anders bei Peter Kofahl von unserer Pilzgruppe. Er war heute im Wismarer Stadtgebiet unterwegs und war ganz aus dem „Häuschen“ über so viele Pilze, die er in den Parkanlagen fand. Sein recht großer Korb war übervoll mit Ausstellungspilzen wie junge Kahle Kremplinge,  Champignons, Netzstielige Hexen – Röhrlinge und vieles mehr. Es wird also in der kommenden Woche deutlich besser werden! Dazu dürfte unterstützend auch der „Kaltlufttropfen“ beitragen, der heute von der Ostsee kommend, in`s Landesinnere gezogen ist. Er konnte über dem warmen Wasser reichlich Feuchtigkeit aufnehmen, so dass es ab den Mittagstunden verbreitet zu kräftigen Regengüssen und Gewittern kam.

14. September – Heute war es wieder im wesentlichen trocken. Nur morgens gab es Richtung Nordwesten noch einige Schauer, die von der Ostsee in`s Landesinnere trifteten, sich dann aber mangel`s Energienachschub von unten, schnell auflösten. Und trocken wird es jetzt wohl wirklich für längere Zeit bei uns bleiben. Es bahnt sich nämlich eine ausgeprägte Altweibersommer – Wetterlage an. Während Süddeutschland immer noch mal den einen oder anderen Gewitterschauer abbekommen kann, soll es bei uns jetzt durchweg trocken bleiben. Trotzt dieser Aussichten, rechne ich im laufe dieser und der nächsten Woche mit einer weiteren Verbesserung des Pilzwachstums. Grund für den Optimismus sind die Regenfälle um den 5. dieses Monat`s und die kräftigen Schauer von gestern, die zumindest weit verbreitet 2 – 5 Liter gebracht haben. Stellenweise, wie bei solchen Wetterlagen üblich, auch noch etwas mehr. Aus diesem Grunde hoffe ich, das wir unseren Höhepunkt des Jahres, die 17. große Pilzausstellung in der Hansestadt Wismar vom 25. – 27.09.2009, einigermaßen attraktiv gestalten können. 250 Arten sollten zu schaffen sein, so hoffe ich zumindest.

15. September – Heute war ein trockener, windiger Tag mit angenehmen Temperaturen. Ich hoffe der Wind wird bald wieder schwächer um nicht zu viel von der bescheidenen Feuchtigkeit der letzten Regenfälle aus dem Boden zu holen. Gut währen jetzt ruhige Nächte mit Taufall oder Nebel. Das Pilzwachstum macht aber weitere Fortschritte. Pilzfreund Peter Kofahl hat im Stadtgebiet schon wieder einen neuen Standort vom Aderigen Ackerling (Agrocybe rivulosa) entdeckt. Zur Pilzberatung wurden auch wieder die ersten Karbol – Champignons gebracht und es wird von zunehmenden Funden von Steinpilzen und Hexen – Röhrlingen berichtet.

16. September – Habe heute meine Mittwochsexkursion auch dazu genutzt, Moos für unsere Ausstellungsflächen zu holen. Der Waldboden ist vielfach weiterhin ausgesprochen trocken. 250 Pilzarten zu unserer großen Ausstellung Ende September ist wirklich ein ehrgeiziges Ziel und gleichzeitig eine Herausforderung. Da wir aber mit mehreren Leuten unseres Vereins in unterschiedliche Wälder und Gebiete fahren wollen, vieleicht zu schaffen. Heute gab es über weite Strecken nahezu keine Pilze! Nur punktuell, insbesondere an von Haus aus feuchteren Stellen wie Waldwege, an denen sich Regenwasser sammelt, Standorte die stark von Tau benäßt werden können, oder Seeuferbereiche. Hier gab es beispielsweise an einer mir gut bekannten Stelle mit Moorbirken und Sphagnum – Moosen sehr viele Graugrüne Birkenpilze. Unter Kiefern kamen stellenweise ganz frische Körnchen – Röhrlinge und unter Fichten Kuhmäuler. Der dafür verantwortliche Regen fiel am 5. September. Damit wurde die 11 Tage Regel erneut bestätigt. Das Wetter war zunächst wolkenverhangen, später kam die Sonne immer mehr zum Zuge. Ich hoffe auf viel Tau und Nebel in den kommenden Nächten!

In Gewässernähe unter Moorbirken gab es heute stellenweise sehr viele dieser Graubräunlichen Birkenpilze (Leccinum specc.) Tytisch ist die stark blaugrünlich verfärbte Stielbasis. Standortfoto an einem Waldsee im Naturpark Sternberger Seenland am 16.09.2009.

In Gewässernähe unter Moorbirken gab es heute stellenweise sehr viele dieser Graugrünen Birkenpilze (Leccinum thalassinum) Tytisch ist die stark blaugrünlich verfärbte Stielbasis. Standortfoto an einem Waldsee im Naturpark Sternberger Seenland am 16.09.2009.

Am gleichen Standort kommen traditionell auch diese weißlichen Fruchtkörper vor, die ich für den eigentlichen Moor - Birkenpilz halte. Am Originalstandort fotografiert am 16.09.2009 im Naturpark Sternberger Seenland.

Am gleichen Standort kommen traditionell auch diese weißlichen Fruchtkörper vor, die ich für den eigentlichen Moor - Birkenpilz halte. Am Originalstandort fotografiert am 16.09.2009 im Naturpark Sternberger Seenland.

17. September –  Nach recht frischer Nacht zeigten sich heute Morgen gebietsweise, zumindest kurzzeitig, einige Nebelfelder. Schnell zog aber eine Wolkendecke auf und der Nebel verschwand. Der Tag war dann überwiegend wolkig mit zunehmenden Sonnenanteilen am Nachmittag. Die Luft war trocken und kühl. Zum Glück wehte nur recht schwacher Wind. Montags und Donnerstags wird unsere Pilzausstellung in der Regel erneuert. Erstmals in diesem Jahr haben wir heute 123 Arten geschafft. Bin gespannt, ob es uns gelingt, 250 Pilzarten zu unserer Großen Ausstellung in der nächste Woche zusammen zu bekommen.

Kuhmäuler (Gomphidius glutinosus) sind jetzt an gut feuchten Stellen ganz frisch gekommen. Wenn sie so schön jung sind, sollen sie sehr gut schmecken. Einen großen Nachteil haben sie allerdings: Ich muß streng darauf achten, wenn ich meine Ausstellungspilze samele, das sie separat gelegt werden müssen. Ansonster haben alle anderen Pilze schwarze Flecken, die mit ihnen in Berührung gekommen sind.

Kuhmäuler (Gomphidius glutinosus) sind jetzt an gut feuchten Stellen ganz frisch gekommen. Wenn sie so schön jung sind, sollen sie sehr gut schmecken. Einen großen Nachteil haben sie allerdings: Ich muß streng darauf achten, wenn ich meine Ausstellungspilze sammele, dass sie separat gelegt werden müssen. Ansonster haben alle anderen Pilze schwarze Flecken, die mit ihnen in Berührung gekommen sind. Man findet das Kuhmaul nur unter Fichte. Standortfoto am 16.09.2009 in den Kobander Tannen.

18. September – Heute war wieder ein heiterer und angenehm temperierter Frühherbsttag. Die Luft ist weiter recht trocken. Zum Glück spielt der Wind zur Zeit keine große Rolle. Den Umständen entsprechend ist eine weitere, meist leichte Verbesserung des Pilzwachstums zu beobachten. Dieses gilt im wesentlichen für feuchtigkeitsbegünstigte Standorte. Auf den ersten Blick hat es vielfach den Anschein, als wäre der Wald „tot“, keine Pilze da! Hatt man dann aber das Glück, auf so eine kleine „Feuchtigkeitsoase“ zu stoßen, kann ganz plötzlich der Korb voll herlichster Birkenpilze oder Steinpilze sein, so wie heute bei Vereinsmitglied Andreas Herchenbach. Er hatte im Handumdrehen an einer solcher Stellen 38 Steinpilze, einer schöner als der andere, wie aus dem Bilderbuch! Dazu noch einige wunderschöne Flockenstielige Hexen – Röhrlinge. Auch in der Pilzberatung wurden heute schöne Steinpilze vorgelegt. Der 5. September läßt grüßen!

19. September – Ein schöner und warmer Altweibersommertag. Heute war wieder eine öffentliche Pilzlehrwanderung. Es ging durch die Kobander Tannen bei Crivitz. Zu dieser Jahreszeit eigentlich ein Top – Gebiet, gerade auch für Speisepilzsammler. Aber, – einfach zu trocken! Obwohl sich zunehmend frische Pilze zeigten! Körnchen Röhrlinge, Butterpilze, Rotfüßchen, Riesen – Schirmpilze, wenige Steinpilze und Krause Glucken, aber auch wunderschöne Fliegenpilze erfreuten uns heute. Auf der Suche nach Waldpilzen für unsere beliebte Pilzsuppe, die es am nächsten Wochende zu unserer großen Pilzausstellung wieder geben soll, wurde Pilzfreundin Irena heute fündig: 3 Eimer voll junger, knackiger Butterpilze!. Und wir haben schon befürchtet, wir müssen auf Zuchtchampignons zurück greifen.

Auch diese Rosenroten Schmierlinge (Gomphidius roseus) gehörten heute zu unseren interessantesten Fundstücken. Sie leben meist in einer engen Beziehung zum Kuh - Röhrling. Diese waren heute am Standort nicht zu sehen. Da ich die Stelle aber kenne, weiß ich ,das sie auch an diesem Standort vorhanden sind. Standortfoto am 19.09.2009 in den Kobander Tannen.

Auch diese Rosenroten Schmierlinge (Gomphidius roseus) gehörten heute zu unseren interessantesten Fundstücken. Sie Leben meist in einer engen Beziehung zum Kuh - Röhrling. Dieser war heute am Standort nicht zu sehen. Da ich die Stelle aber kenne, weiß ich, dass er auch an dieser Lokalität vorhanden ist. Standortfoto am 19.09.2009 in den Kobander Tannen.

20. September – Nach einem kühlen Start am morgen, entwickelte sich ein sonniger und warmer Spätsommertag. Einige Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. und Pilzberater Klaus Warning aus Bützow, fuhren heute zu einer Exkursion in das Roggendorfer Moor. Neben der Bestandsaufnahme eventueller, neuer Arten in diesem Gebiet, galt auch der einzigartigen Heide und Moorlandschaft unser Interesse. Umrandet von Erlenbrüchen trifft der Wanderer im inneren auf eine außergewöhnliche Flora. Fast reiner Birkenbestand mit Gräsern, Heidekraut und Blaubeersträuchern, und das in einer Üppigkeit, wie sie in Westmecklenburg nur noch selten anzutreffen ist. Im Vergleich zu vielen anderen Wäldern gab es hier heute relativ viele Pilze, wenn auch längst nicht so viele, wie bei günstigeren Wachstunsbedingungen.

Zum Schluß waren alle zufrieden.Wir haben interssante Arten hier gefunden und zu dem noch für jeden reichlich Birkenpilze und einige Steinpilze zum Verspeisen.

Zum Schluß waren alle zufrieden.Wir haben interssante Arten hier gefunden und zu dem noch für jeden reichlich Birkenpilze und einige Steinpilze zum Verspeisen. Abschlußfoto im Roggendorfer Moor am 20.09.2009.

21. September – In der Nacht zog eine schwache Kaltfront ohne große Wetterwirksamkeit durch. So bleibt es auch weiterhin trocken. Nennenswerter Regen ist weit und breit nicht in Sicht. Ursächlich hierfür wird der gegenwärtig unterkühlte Golfstrom vermutet. Durch das kalte Wasser regeneriert sich auf dem Atlantik immer wieder hoher Luftdruck und blockiert die Bildung von regenträchtigen Tiefdruckgebieten b.z.w. leitet sie in nördliche oder südliche Richtungen um. Das könnte zur Folge haben, dass es auch im weiteren Verlauf des Herbstes nur wenig regnen würde. Auch begünstigt diese Druckkonstellation sogar die Möglichkeit eines strengen Winter`s in unseren Breiten. Aber warten wir`s ab, vieleicht kommt ja alles ganz anders! – Die Vorbereitungen zur 17. Pilzausstellung laufen auf Hochtouren. Heute wurde aufgebaut und ab morgen geht es in die Wälder.

Diese schönen Pilze fanden wir gestern im Roggendorfer Moor. Es handelt sich um den Blaublättrigen Schleimfuß (Cortinarius delibutus). Ein recht häufiger Birkenbegleiter in feuchteren Biotopen. Standortfoto am 20.09.2009 im Roggendorfer Moor.

Diese schönen Pilze fanden wir gestern im Roggendorfer Moor. Es handelt sich um den Blaublättrigen Schleimfuß (Cortinarius delibutus). Ein recht häufiger Birkenbegleiter in feuchteren Biotopen. Standortfoto am 20.09.2009 im Roggendorfer Moor.

22. September – Heute war es im Bereich einer Warmfront veränderlich bewölkt und vorübergehend tröpfelte es sogar ein wenig. Der Wind wehte zeitweise recht lebhaft. Ich war heute den ganzen Tag im Raum Jülchendorf/Weberin/Venzkow unterwegs, um Pilze für unsere Ausstellung zu suchen. In diesem Jahr ein schwieriges unterfangen. Die Artenvielfalt läßt sehr zu wünschen übrig. Streckenweise sieht man kaum mal einen Pilz. Hat man aber eine Pilzoase gefunden, heißt es langsam gehen und genau schauen. Hier können oftmals gleich mehrere Arten sichergestellt werden. Am sinnvollsten ist es Waldwege entlang zu gehen. Abseits der Wege sieht es noch schlechter aus. Am häufigsten sind neben Fliegenpilzen, einige Röhrlingsarten: Körnchen Röhrlinge, Butterpilze, Gold – Röhrlinge, Steinpilze und vor allem Birkenpilzarten. Mit ihnen könnte ich fast die gesamte Ausstellungsfläche „Zupflastern“, aber ein Großteil davon landet in unserer Pilzpfanne. 2009 ist definitiv das Jahr der RauhfußRöhrlinge.

Korb mit Ausstellungspilzen am 22.09.2009.

Korb mit Ausstellungspilzen am 22.09.2009.

23. September – Thomas Harm, Peter Kofahl, Hans – Jürgen Wilsch, Ulrich Bardet, Erika Wittenhagen sowie meine Wenigkeit, Reinhold Krakow, waren heute den ganzen Tag in den Wäldern Westmecklenburgs unterwegs um bei der Trockenheit Pilze für unsere große Ausstellung am kommenden Wochenende zusammenzutragen. Ich muss feststellen, wir können eine sehenswerte Pilzschau aufbauen. Der Tag war sehr erfolgreich. –  Bei wechselnder Bewölkung wehte ein recht frischer Wind. Die Luft war heute noch angenehm warm. Jetzt, am Abend, zieht eine schwache Kaltfront in Form eines schmalen, unergiebigen Regenbandes durch. Eigentlich nicht der Rede wert.

Hans - Jürgen Wilsch von den Pilzfreunden präsentiert kapitale Fund: Schwefelporlinge und Flache Lackporlinge gefunden am Schweriner See. 23.09.2009.

Hans - Jürgen Wilsch präsentiert seine kapitalen Funde: Schwefelporlinge und Flache Lackporlinge am Schweriner See. 23.09.2009.

Langsamm, aber sicher, füllten sich die Körbe.

Langsam, aber sicher, füllten sich die Körbe. 23.09.2009.

Und zum Schluß ging es nochmals in ein Moorgebiet: Birkenpilze und nochmals Birkenpilze. 23.09.2009.

Und zum Schluß ging es nochmals in ein Moorgebiet: Birkenpilze und nochmals Birkenpilze. 23.09.2009.

24. September – Heute waren Thomas Harm, Peter Kofahl, Ingrid – Maria Rieck und Fritz Rieck unterwegs, um weitere Pilze für unsere große Pilzausstellung zu suchen. Auch Pilzfreundin Angelika Boniakowski und Vereinsmitglied Andreas Herchenbach brachten  Ausstellungsexponate in den „Steinpilz“. Ich habe heute schon mit dem Aufbau begonnen. Am Abend lagen 129 Arten auf der Fläche. Die Exkursionen waren trotzt der Trockenheit recht ergiebig, so dass wir das erklärte Ziel, 200 Großpilzarten der Region zu zeigen, auf jeden Fall erreichen werden. – Das Wetter war heute leicht durchwachsen. Nach heiterem Beginn bewölkte es sich im Tagesverlauf immer mehr und es fielen sogar einige Regentropfen.

Unser Pilz - Gartenzwerg erwartet die Besucher. 24.09.2009.

Unser Pilz - Gartenzwerg erwartet die Besucher. Die Ausstellung ist wie folgt geöffnet: Freitag, den 25.09. von 14.00 - 18.00 Uhr, Sonnabend, den 26.09. und Sonntag, den 27.09. jeweils in der Zeit von 10.00 - 18.00 Uhr.

25. September – Heute um 14.00 Uhr wurde die 17. große Pilzausstellung in der Hansestadt Wismar eröffnet. Nach dem ich in einer kleinen Eröffnungsrede allen Helfern nochmals dankte und einige Worte zur aktuellen Ausstellung verlor, ludt Pilzfreundin Irena alle Anwesenden Helfer zu Tisch. Es gab Stachelbart mit Rührei und Reis. Bis zum Abend gelangten 192 Pilzarten zur Auslage. Morgen kommen weitere hinzu, denn in drei Kühlschränken ist noch reichlich Nachschub vorrätig. Von 10.00 – 18.00 Uhr ist die Ausstellung zu besichtigen. Dazu gibt es morgen auch wieder ein Imbissangebot. Das Wetter war heute anfangs recht freundlich mit Sonne. Am Nachmittag zog es sich immer mehr zu und einige Regentropfen erreichten sogar den Erdboden.

Noch ein letzter Handgriff, dann ist Schluß für heute. 192 Arten bis jetzt. Morgen geht es weiter und die letzten Lücken werden auch noch geschlossen. 25.09.2009.

Noch ein letzter Handgriff, dann ist Schluß für heute. 192 Arten bis jetzt. Morgen geht es weiter und die letzten Lücken werden dann wohl auch noch geschlossen. 25.09.2009.

26. September – 2. Tag unserer diesjährigen Großpilzausstellung. 230 Arten sind heute zu sehen gewesen. Vor unserem „Steinpilz“ haben wir wieder einen Imbissstand aufgebaut, an dem es leckere Pilzspezialitäten nach „Art des Hauses“ gab. So unsere beliebte Waldpilzsuppe und Pilzpfanne, Pilzbouletten von Thomas Harm sowie Kürbissuppe von Pilzfreundin Ilona Heyne. Kaffee und Kuchen ergänzten das Angebot – morgen geht es weiter! Das Wetter war dazu auch recht angenehm. Übrigens soll sich ab Montag die Wetterlage umstellen. Von Nordwesten her wird es wechselhafter, feuchter und kühler. Der Vollherbst kündigt sich an.

230 Großpilzarten sind noch bis morgen 18.00 Uhr in der wismarer ABC Strasse 21 zu besichtigen.

230 Großpilzarten sind noch bis morgen 18.00 Uhr in der Wismarer ABC Strasse 21 zu besichtigen.

27. September – 3. und letzter Tag der 17. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar. Es endet eine arbeits- und zeitaufwendige Woche, der jährliche Höhepunkt im „Steinpilz – Wismar“. Allen Pilzfreunden die uns geholfen haben, ein herzliches Dankeschön. Auch den etwa 200 Besuchern dieser Ausstellung. Mit ihrem Besuch oder auch als hungriger Spaziergänger an unserem Imbissstand, unterstützten sie den Erhalt der Wismarer Pilzberatungsstelle, die in dieser Form nur aus privater Eigeninitiative möglich ist. – Das Wetter war heute nochmals sehr sonnig und angenehm temperiert. Ab morgen erfolgt die Umstellung der Wetterlage auf kühleres, feuchteres und zeitweise auch windiges Wetter. Der Herbst hält endgültig Einzug und das allgemeine Pilzwachstum wird wohl im Oktober kontinuierlich besser werden.

28. September – Heute ist „Hallimaschtag“! So steht es in einigen alten Büchern. Der Hallimasch pflegt in der Regel um den 28. oder 29. September zu erscheinen. Zum Wenzelstag! Daher wird er in einigen Regionen auch Wenzelspilz genannt. Er ist tatsächlich aber schon seit etwa 10 Tagen zu finden. Zu mindest Stellenweise und eher noch in verhaltenen Mengen. Da Hallimasch eine eigene Pilzgattung mit mehreren Arten darstellt, wachsen sie oftmals auch zeitlich etwas versetzt. Aber nicht immer! Es gab Jahre, in denen die häufigsten Arten gleichzeitig fruktifizierten und es dann eine große „Schwämme“ gab, die auch schnell wieder vorüber war. Im übrigen habe ich Hallimasch im laufe der Jahre in einem Zeitrahmen von Mitte Juni- Mitte Dezember gefunden. Der Hauptmonat ist aber der Oktober, manchmal auch erst der November. Aber auch er würde sich über mehr Feuchtigkeit freuen. In dieser Woche kommen wir unter Tiefdruckeinfluß mit zeitweiligen, meist leichten Regenfällen in einer zunehmend kühlen, polaren Luftmasse. Aber das schadet nicht, hauptsache Regen!. In der nächsten Woche soll sich dann wieder vorübergehend warmes Hochdruckwetter durchsetzen können, bevor im weiteren Verlauf kräftige atlantische Tiefdruckgebiete, wohl auch mit viel Regen, auf Mitteleuropa übergreifen sollen. Dann kann es von Mitte Oktober bis Mitte November noch einmal richtig spannend werden beim Pilzwachstum.

Auch heute war unsere Großpilzausstellung nochmals recht gut besucht. 28.09.2009.

Auch heute war unsere Großpilzausstellung nochmals recht gut besucht. 28.09.2009.

29. September – Ein schwaches Regengebiet aus der Nacht heraus intensivierte sich in den Morgenstunden und brachte vorrübergehend auch mal kräftigere Regenfälle. So kamen doch verbreitet Regenmengen um die 5 Liter auf den Quadratmeter zusammen. Gebietsweise auch noch etwas mehr. Da es in den nächsten Tagen gelegentlich weiteren Regen geben soll und die Verdunstung längst nicht mehr so hoch ist wie im Sommer, wird sich der Herbstaspekt in den nächsten Wochen kräftig entwickeln können. Aber nicht nur die Herbstpilze wie Graukappen und Violette Rötel – Ritterlinge, nein auch viele Röhrlinge werden ab etwa dem 10. Oktober nochmals kräftig wachsen. Vor allem Butterpilze, Maronen – Röhrlinge und Steinpilze haben starken Nachholebedarf. Außerdem ist es die Zeit der Stubbenpilze. Allen vorran der Hallimasch, Stockschwämmchen und Schwefelköpfe. Auch die echten Ritterlinge (Tricholoma) sollten noch kräftig wachsen.

Der Zedernholz - Täubling (Russula badia) soll der schärfste aller Täublinge sein. Er wächst in sandigen Nadelwäldern und kann hier mit dem essbaren Apfel - Täubling (Russual paludosa) verwechselt werden. Der Zedernholz - Täubling schmeckt anfangs mild aber nach kurzer Zeit wird er unerträglich und nachhaltig scharf.

Der Zedernholz - Täubling (Russula badia) soll der schärfste aller Täublinge sein. Er wächst in sandigen Nadelwäldern und kann hier mit dem essbaren Apfel - Täubling (Russula paludosa) verwechselt werden. Der Zedernholz - Täubling schmeckt anfangs mild aber nach kurzer Zeit wird er unerträglich und nachhaltig scharf. Standortfoto am 29.09.2009 in den Barniner Tannen.

30. September –  Ich war heute mit Schülern der Grundschule Lübow zu einem pilzkundlichen Wandertag im Ventschower Wald unterwegs. Im  Buchenwald gab es kaum Pilze, im angrenzenden, anmoorigen Laub- und Nadelwald sah es schon etwas besser aus. Einige Täublinge, Milchlinge, Rüblinge, Helmlinge, Kremplinge sowie der beliebte Fliegenpilz und sogar zwei frische Birkenpilze wurden gefunden. Hier kam Begeisterung bei den Kindern auf. – Das Wetter war heute zunächst freundlich, aber herbstlich kühl. Später trübte sich der Himmel ein und am Abend fing es etwas an zu regnen.

Der September 2009 wurde seinem Namen als pilzreichster Monat des Jahres bei weitem nicht gerecht. Die Trockenheit war zu groß! In der zweiten Monatshälfte gab es punktuell, ausgelöst durch Niederschläge um den 5. des Monats herum, an feuchtebegünstigten Stellen aber durchaus etwas mehr Pilze. Allen voran viele Birkenpilze.  Stellenweise gab es eine regelrechte „Birkenpilz – Schwämme“. Vor allem von Arten, die unter Moorbirke wachsen.

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