Pilztagebuch April 2013/1

Wetter und Pilzwachstum im Nordwesten Mecklenburgs

Tagebuch Wetter und Pilze im April 2013/1

Winterlich mit Eis und Schnee präsentierte sich die Landschaft zu Ostern in Mecklenburg - Vorpommern. Die Wälder sind noch größtenteils tief verschneit und in den Nächten herrscht immer noch Frost. Dieses Foto entstand am Nachmittag des 31.03.am Ufer des Schweriner Sees.

Winterlich mit Eis und Schnee präsentierte sich die Landschaft zu Ostern in Mecklenburg - Vorpommern. Die Wälder sind noch größtenteils tief verschneit und in den Nächten herrscht immer noch Frost. Dieses Foto entstand am Nachmittag des 31.03. 2013 am Ufer des Schweriner Sees.

Ostermontag, 01. April – Wie einige Langfristprognosen im vergangenen Spätherbst bereits andeuteten, dass die Wahrscheinlichkeit für einen kalten Winter höher sei, als für einen milden, wurde in den zurückliegenden Monaten eindeutig bestätigt. Der Winter war bei uns zu kalt und auch besonders lang. Er dauert immer noch an, auch wenn der März bereits dem Frühling zugerechnet wird! Als alle Anfang März glaubten, der Winter hätte, angesichts einiger milder Tage, schon verspielt und gleich die Gartenmärkte stürmten, legte dieser aber als bald nochmals richtig los. Anhaltende Schneefälle und teils meterhohe Schneeverwehungen belehrten uns eines besseren. Der Winter ist in der Regel tatsächlich erst vorbei, wenn wir den März hinter uns gelassen haben, wobei er in diesem Jahr allerdings ungewöhnlich kalt und schneereich war. Einen Vorteil hat das ganze aus meiner Sicht, also aus Sicht des Pilzfreundes: Es liegt bei uns, speziell in den Wäldern, immer noch reichlich Schnee, der nur sehr langsam dahin schmilzt. Er bringt die nötige Feuchtigkeit, die unsere Frühlingspilze dringend in den nächsten Wochen brauchen. Normalerweise hätten wir jetzt bereits Lorchelzeit, aber das wird wohl noch 14 Tage dauern. Dann kann aber alles sehr schnell gehen, wenn es so kommt, wie einige Wettermodelle es seit heute ankündigen. Mit Beginn des kommenden Wochenendes soll eine starke Südströmung in gange kommen und wir springen buchstäblich vom Winter in den Sommer. 20 – 25 Grad in Norddeutschland und 25 – 30 Grad in Süddeutschland sind dann möglich! Kommt es so, wird die Natur und somit hoffentlich auch das frühlingshafte Pilzwachstum regelrecht explodieren, falls die Frühlingspilze sich überhaupt so schnell anpassen können.

Diese Winterporlinge (Polyporus brumalis) habe ich heute im naturnahen Randbereich des Gartengrundstücks unserer Pilzfreundin Irena Dombrowa in Keez fotografiert. Auch hier liegen teilweise noch bis zu 30 cm Schnee!

Diese Winterporlinge (Polyporus brumalis) habe ich heute im naturnahen Randbereich des Gartengrundstücks unserer Pilzfreundin Irena Dombrowa in Keez fotografiert. Auch hier liegen teilweise noch bis zu 30 cm Schnee! Standortfoto 01.04.2013.

Dienstag, 02. April – Viel Sonne den ganzen Tag erinnern zwar an den Frühling, es ist aber weiterhin für die Jahreszeit bitter kalt. Tagsüber nur wenige Plusgrade, nachts leichter bis mässiger Frost. Auch die bei Wetter – Online gestern angekündigte Wärme verzögert sich und kommt, wenn überhaupt, erst im weiteren Verlauf der nächsten Woche. Statt dessen sind zum Wochenende eher wieder leichte Schneefälle und mit einer neuen Kaltfront typisches Aprilwetter mit Schnee- und Graupelschauern angekündigt. Nachts soll es auch über das kommende Wochenende hinaus noch Frost geben. Der Start in die Frühlingspilz – Saison verzögert sich weiter und wir dürfen gespannt sein, wann der Durchbruch in diese Richtung erfolgen möge. Die Frühblüher wie Krokusse haben es dank der Sonne schon geschaft und ihre bunten Farbtupfen geben Hoffnung.

Zinnoberrote Farbtupfen gibt es aber auch vereinzelt schon im Pilzreich. Bereits im Januar fotografierte Andreas Okrent die ersten Östereichen Kelchtbecherlinge (Sarcoscypha austriaca) bei Grall - Müritz. Er schrieb mir, dass am Standort allerdings von Jahr zu Jahr weniger Fruchtkörper erscheinen.

Zinnoberrote Farbtupfen gibt es aber auch vereinzelt schon im Pilzreich. Bereits im Januar fotografierte Andreas Okrent die ersten Kelchtbecherlinge (Sarcoscypha specc.) bei Graal - Müritz. Er schrieb mir, dass am Standort allerdings von Jahr zu Jahr weniger Pilze erscheinen.

Mittwoch, 03. April – Ob die Ankündigung einer frühsommerlichen Wetterlage ab kommenden Wochenende bei Wetter – Online am 1. April wohl ein April – Scherz war? Man darf wohl doch nicht alles für bare Münze nehmen, was am 1. Tag dieses Monats in den Medien verkündet wird! Denn danach sieht es zur Zeit ganz und gar nicht aus. Eine neue Kaltfront soll ab Sonntag statt dessen nochmals einen neuen Schwall sehr kalter, arktischer Luftmassen mitbringen und die ohnhin seit langem anhaltenden Nachtfröste verschärfen sich nochmals, wie heute in der Mittelfristprognose bei Wetter – Online zu lesen ist. Erst im weiteren Verlauf der nächsten Woche könnte es tatsächlich deutlich wärmer werden, zumindest vorübergehend, denn ein neuerlicher Einbruch nordatlantischer Kaltluft ist danach ebenfalls wieder möglich. Es scheint in diesem Frühjahr, dank dieser außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse, ganz besonders spannend zu werden, was die Entwicklung unseres Frühlingsaspektes anbelangt.

Diese Wiesen- und Kopfweidenlandschaft fotografierte ich heute Nachmittag bei Klein Woltersdorf, unmittelbar vor den Toren der Hansestadt Wismar. Hier hat es die Sonne in den letzten Tagen schon geschaft, den Schnee bis auf wenige Schattenreste, weg zu heizen.

Diese Wiesen- und Kopfweidenlandschaft fotografierte ich heute Nachmittag bei Klein Woltersdorf, unmittelbar vor den Toren der Hansestadt Wismar. Hier hat es die Sonne in den letzten Tagen schon geschaft, den Schnee, bis auf wenige Schattenreste, weg zu heizen.

Donnerstag, 04. April – Nach frostig kalter Nacht mit morgentlichem Rauhreif war es wieder ein weitgehend freundlicher Tag mit viel Sonne, aber weiterhin sehr kalter Luft. Der kleine Hinterhof des „Steinpilz – Wismar“ ist noch tief verschneit. Hier kommt kein Sonnenlicht hin. Das es in der nächsten Woche endlich wärmer werden soll, scheint jetzt amtlich zu sein. Fraglich ist nur, ob sich die deutliche Erwärmung auch bis zu uns, in den Nordosten, durchsetzen kann, denn das sehr kalte Ostseewasser hält dagegen. Wenn die südlichen Winde nicht stark genug wehen, setzt Seewind ein und es bleibt zumindest in Küstennähe eisig! Das könnte dann auch weiterhin zu einem stark unterkühlten Frühling bei uns führen. Am besten wäre eine ausgeprägte West/Südwestwetterlage mit viel Wind, warmer Luft und häufigen Niederschlägen. Setzt sich ein ansich warmes und sonniges Frühlingshoch fest, kann es schnell zu der erwähnten Seewindzirkulation kommen und wir haben nicht viel gewonnen.

Dieses Foto habe ich heute Morgen in Keez gemacht. Hier ist die Landschaft noch weitgehend mit Schnee bedeckt und die Wälder sind noch richtig zugeschneit. Am Sonnabend ist die erste Pilzlehrwanderung des Jahres. Ob wir uns wohl noch Skier anschnallen sollten?

Dieses Foto habe ich heute Morgen in Keez gemacht. Hier ist die Landschaft noch weitgehend mit Schnee bedeckt und die Wälder sind noch richtig zugeschneit. Am Sonnabend ist die erste Pilzlehrwanderung des Jahres. Ob wir uns wohl noch Skier anschnallen sollten?

Freitag, 05. April – Nach dem recht sonnigem Wetter der letzten Tage herrschte heute tristes Wolkengrau vor und zeitweise kam es zu leichtem Schneefall und Schneeregen. Bei nur wenigen Graden über null ein richtiges Schmuddelwetter. Die ungemütliche Zone soll sich morgen langsam nach Süden zurück ziehen und von Norden her kann sich zunehmend die Sonne durchsetzen. Ich hoffe, das gelingt ihr schon am Vormittag, denn morgen starten wir mit unserer ersten Pilzwanderung in die neue Saison. Die Temperaturen sollen dazu auch wieder mehr als bescheiden sein, aber in der Sonne und nach Möglichkeit auch windgeschützt, läßt es sich auch bei diesen spätwinterlichen Temperaturen schon recht gut aushalten. Ich möchte auch nicht ganz ausschließen, dass an sonnenexponierten Standorten vieleicht auch schon die erste, kleine Frühjahrslorchel das Licht der Welt erblickt haben könnte. Wir wollen morgen zwar in dafür typischen Kiefernwäldern Wandern, aber ich kenne hier keine bestimmte Stelle, die man etwas genauer kontrollieren könnte.

Diesen zinnoberroten Farbtupfen im Schnee sendete mir gestern Andreas Okrent zu. Er hat nochmals den Standort aufgesucht, wo er bereits im Januar die ersten, kleinen Kelchbecherlinge aus der Gattung Sarcoscypha fotografierte. Dieses Foto sollte uns Mut machen, denn trotz Schnee ist der Frühling und somit der Beginn der hoffentlich guten Pilzsaison 2013 nicht mehr aufzuhalten.

Diesen zinnoberroten Farbtupfen im Schnee sendete mir gestern Andreas Okrent zu. Er hat nochmals den Standort aufgesucht, wo er bereits im Januar die ersten, kleinen Kelchbecherlinge aus der Gattung Sarcoscypha fotografierte. Dieses Foto sollte uns Mut machen, denn trotz Schnee ist der Frühling und somit der Beginn der hoffentlich guten Pilzsaison 2013 nicht mehr aufzuhalten.

Sonnabend, 06. April – Heute morgen starteten wir vom Wismarer Busbahnhof aus zur ersten öffentlichen Pilzlehrwanderung der Saison. Es wurde natürlich, wie nicht anders zu erwarten, in punkto Pilzaufkommen eine Leerwanderung. Dennoch brachen 7 Pilz- Natur- und Wanderbegeisterte zu einem wunderschönen Streifzug zwischen Schweriner See, Döpe – See und Langem See, zwischen Flessenow und Alt Schlagsdorf, auf. Von Anfang an strahlte die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel und es wehte kaum ein Lüftchen. Kontrastreicher konnte eine Wanderung kaum sein. An schattigen Stellen des Waldes herrschte teils noch tiefster Winter mit einer nahezu geschlossenen Schneedecke, wenige Meter daneben, an lichten und sonnigen Plätzen, hätte man gut und gerne bereits ein Sonnenbad nehmen können. Es ging immer wieder vom Winter in den Frühling und umgekehrt. Einfach toll! Siehe auch unter „Zwischen Winter und Frühling“

Wo die Sonne kaum hin kam stapften wir teils noch bis zu 15 cm hohem Schnee, an anderen Orten war davon kaum noch etwas zu sehen und es war in der Sonne schon richtig warm.

Wo es schattig war, stapften wir noch durch bis zu 15 cm hohem Schnee. Ski und Rodel gut! An sonnenexponierten Stellen war davon kaum noch etwas zu sehen und in der Sonne war es schon richtig warm. Bräunungs- und Sonnenstudio gleich daneben!

Sonntag, 07. April – Heute wollte ich eigentlich eine ausgiebige Tour mit meinem Kleinkraftroller durch verschiedene Wälder von Wismar aus bis nach Brüel unternehmen. Dort, wo asphaltierte Straßen waren, war alles klar. Keine winterlichen Behinderungen mehr. Aber kaum war ich den ersten Feld- und Waldweg bei Goldebee, nur wenige Kilometer von Wismar entfernt, eingebogen, ging schon nach 100 Metern gar nichts mehr. Hier ist ein Hohlweg mit einer ziemlich steilen Böschung (Die Landschaft und die zugehörigen Wälder um diesen Ort herum, ähneln teils einer Mittelgebirgslandschaft), der teils noch erheblich von Altschnee zugeweht war. Die stärksten Scheewehen waren wohl noch bis zu einem Meter tief. Umkehren war nun angesagt und ich fuhr auf asphaltierten Landstraßen direkt nach Keez, bei Brüel. Aber trotz alledem fand ich schöne Fotomotive. Das waren nicht nur die mich behindernden Schneewehen, sondern auch einige ordentliche Pilzmotive. Allem voran ein wunderschönes Exemplar des Östereichischen Prachtbecherlings an einer mir seit 1995 bekannten Stelle in den Rohlstorfer Tannen, genau an der Wismarer Stadtgrenze gelegen und daher auch noch in unserer Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“ (1995) veröffentlicht. Herausgeber war das städtische Umweltamt, dem ich bis zum Jahre 2002 angehörte.

Seit seiner Entdeckung meinerseits im April 1995 ist der Österreichische Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca) in einem Erlen/Ahornwald an der Wismarer Stadtgrenze standortreu geblieben. Es war heute allerdings nur ein Fruchtkörper auszumachen. In besseren Zeiten konnte man hier bis zu 10 Exemplare antreffen. Standortfoto am 07.04.2013.

Seit seiner Entdeckung meinerseits im April 1995 ist der Österreichische Kelchtbecherling (Sarcoscypha austriaca) in einem Erlen/Ahornwald an der Wismarer Stadtgrenze standortreu geblieben. Es war heute allerdings nur ein Fruchtkörper auszumachen. In besseren Zeiten konnte man hier bis zu 10 Exemplare antreffen. Standortfoto am 07.04.2013.

Montag, 08. April – Heute Nacht war es nochmals leicht frostig und am Morgen schwenkte eine letzte, schwache Kaltfront mit Polarluft im Gepäck durch. Aber das war`s dann wohl endlich mit dem Winter 2012/13. Die nächsten Tiefausläufer kommen aus westlicher bis südwestlicher Richtung und bringen endlich mildere Luft mit. Diese soll spätestens am Donnerstag auch an der Ostsee eintreffen. Nachtfröste werden dann zunächst auch kein Thema mehr sein. Positiv dabei ist außerdem, dass die Luft recht feucht ist und es immer wieder zu Niederschlägen kommen kann, die dann auch bei uns erstmals seit langer Zeit wieder in flüssiger Form fallen werden. Die Natur hat im Nordosten Deutschlands mindestens einen Entwicklungsrückstand von 3 – 4 Wochen. Wir können uns während dieser Zeitspanne keinen Kälterückfall mehr leisten, denn wir wollen endlich in die Frühlingspilze gehen. Aber beim April weiß man ja nie! Bekanntlich weiß dieser nicht, was er will!

Ab hier ging gestern mit dem Kleinkraftroller gar nichts mehr. Auch mit dem Auto wäre man hier nicht mehr weiter gekommen. Dicke Schneewehen verspärten den Weg. Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis auch die Letzten Rückstände des vergangenen Winter`s endlich verschwunden sind. Feld- und Waldweg bei Goldebee am 07.04.2013.

Ab hier ging gestern mit dem Kleinkraftroller gar nichts mehr. Auch mit dem Auto wäre man hier nicht mehr weiter gekommen. Dicke Schneewehen verspärten den Weg mehrere hundert Meter weit. Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis auch die Letzten Rückstände des vergangenen Winter`s endlich verschwunden sein werden. Feld- und Waldweg bei Goldebee am 07.04.2013.

Dienstag, 09. April – Jetzt machen die atlantischen Tiefs ernst. Mit vereinten Kräften laufen sie nun in das Kaltluftbollwerk hinein und bringen in Staffeln wärmere und feuchtere Meersluft, teils sogar subtropischen Ursprungs, mit. Eine erste, schwache Front hat uns jetzt am Abend erreicht. Sie bringt aber nur wenige Tropfen mit. Weitere Fronten werden in den nächsten Tagen folgen und die Niederschläge werden sich intensivieren. Heute und morgen verbleiben wir im Nordosten allerdings noch an der Vorderseite dieser Entwicklung. Dadurch hat der kalte Ostwind nochmals stark aufgefrischt und weht in einen kleinen westeuropäisches Sturmwirbel hinein und stärkt diesen dadurch. Er leistet in Folge dessen dem vordringen wärmerer Frühlingsluft sogar noch Vorschub. Diese soll spätestens mit reichlich Regen am Donnerstag bei uns eintreffen. Bis dahin heißt es noch frieren!

Ganzjährig und auch ziemlich häufig kann man an toten Eichenästen den Eichen - Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina) finden. Dieses Foto entstand auf unserer Pilzwanderung am 06. April 2013 im Wald bei Flessenow.

Ganzjährig und auch ziemlich häufig kann man an toten Eichenästen den Eichen - Rindenpilz (Peniophora quercina) finden. Dieses Foto entstand im teils zugewehten Eichenhohlweg bei Godebee am 07. April 2013.

Mittwoch, 10. April – Heute war es bedeckt und es regnete zeitweise leicht. Die Temperaturen waren immer noch sehr verhalten und es war ungemütlich, obwohl der gestern noch starke Ostwind abflaute. Weitere Regenfronten folgen noch bis Sonnabend nach und mit jeder wird etwas wärmere Luft herangeführt. Der Durchbruch zu wirklich warmen Wetter soll bei uns am Sonntag erfolgen. Sonntag und Montag können wir uns laut Temperaturprognose der Wetterfrösche bei viel Sonne auf 15 – 20 Grad freuen. Freuen wird sich auch die Natur. Endlich wird sie sich mit frischem Grün und vielen bunten Blüten schmücken. Die Landschaft ist bei uns zur Zeit noch, nachdem nun der Schnee weitgehend verschwunden ist und abgesehen von einigen Schneeglöckchen, Märzenbechern und Krokussen, nahezu völlig braun bis grau. Das wird sich in den nächsten Tagen radikal ändern. Ich hoffe außerdem, dass die Frühlingspilze dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen werden.

Der Pflaumen - Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) ist ganzjährig an Pflaumenbäumen wie Prunus domestica, P. spinosa und P. cerasifera zu finden. Er tritt als Wundparsit in noch lebende Bäume ein und verusacht eine Weißfäule. Nach dem Absterben der Bäume lebt er noch als Saprophyt weiter. Das Standortfoto habe ich am 07.04.2013 an einem noch stehenden Stubben eines Pflaumenbaumes im Garten von Irena Dombrowa in Keez aufgenommen. Ungenießbar.

Der Pflaumen - Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) ist ganzjährig an Pflaumenbäumen wie Prunus domestica, P. spinosa und P. cerasifera zu finden. Er tritt als Wundparsit in noch lebende Bäume ein und verusacht eine Weißfäule. Nach dem Absterben der Bäume lebt er noch als Saprophyt weiter. Das Standortfoto habe ich am 07.04.2013 an einem noch stehenden Stubben eines Pflaumenbaumes im Garten von Irena Dombrowa in Keez aufgenommen. Ungenießbar.

Donnerstag, 11. April – Nebligtrüb und regnerisch war es heute. Auch schon wieder etwas milder als zuletzt. Pilzwetter vom feinsten! Die Regenmengen halten sich im Vergleich zu Südwestdeutschland allerdings in Grenzen, dafür kam uns in der letzten Zeit aber noch das Schmelzwasser der nur langsam abgetauten Schneedecke zu gute. Kaum ist diese nun verschwunden, sind auch die ersten Pilzexperten unterwegs um zu Kartieren, Fotos zu schießen oder Pilze für die Ausstellung zu suchen. Meine Wenigkeit natürlich eingeschlossen. So war der Hobby – Mykologe, besser wohl aber Profi – Kartierer, Benno Westphal, in den letzten Tagen verstärkt in Weidengebüschen unterwegs um weitere Fundpunkte, sprich Standorte vom Österreichen Kelchbecherling für seine Kartei aufzuspüren. Und er war wieder recht erfolgreich. Etliche neue Mycelien, natürlich mit den wunderschönen Apothecien dieses Ascomyceten, konnte er entdecken. Inzwischen hat Benno Westhal in den letzten Jahren immerhin ca. 50 Standorte dieser ursprünglich seltenen Art erfassen können. Er ist der Meinung, dass sich diese Pilzart zunehmend in Mecklenburg ausbreitet. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es kaum Leute gibt, die so exzessiv Pilze Kartieren, wie wir es in den letzten Jahrzehnten getan haben. Und gerade Benno Westphals Kartierungsstil ist ein ganz spezieller. Wenn die Zeit für bestimmte Arten ran ist und sie reichlich fruktifizieren, sucht er ganz gezielt Biotope auf, die vielversprechend diesbezüglich sind. Nicht um sonst bekam er vor einiger Zeit von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V den Adalbert Ricken Preis verliehen, die sein herausragendes Engagement für die Kartierung der Großpilze in Mecklenburg – Vorpommern würdigen soll.

Andreas Okrent aus Graal - Müritz ist natürlich auch die ganze Saison unterwegs, um hervorragende Fotos zu schießen. Auch er jagd natürlich gerne ganz besonderen Pilzen und Raritäten hinterher, die er dann auch auf seinen Internet - Seiten veröffentlicht. So fand er nun auch die ersten Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) in der Heide bei Neuhaus. Keine Rarität, aber ein untrügliches Zeichen das nun auch der Pilzfrühling endlich beginnt. Lieber Andreas, herzlichen Dank für dieses wunderschöne Foto für das Tagebuch!

Andreas Okrent aus Graal - Müritz ist natürlich auch die ganze Saison über unterwegs, um interessante Pilzarten aufzuspüren und vor die Fotolinse zu bekommen. die er dann auch auf seinen Internet - Seiten veröffentlicht. So fand er nun die ersten Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) in der Heide bei Neuhaus. Keine Rarität, aber ein untrügliches Zeichen, dass nun auch der Pilzfrühling endlich durchstartet. Lieber Andreas, herzlichen Dank für dieses wunderschöne Foto für unser Tagebuch!

Freitag, 12. April – Vormittags bedeckt und ziemlich kühl, nachmittags wolkig mit etwas Sonne und auch ein wenig angenehmeren Temperaturen. So zeigte sich der heutige Freitag im Nordwesten Mecklenburgs. Es hat nun etwas geregnet und die Böden sind gut durchfeuchtet. Morgen kann es noch einzelne Schauer geben und am Sonntag und vor allem am Montag soll es richtig warm werden. Ein Vorgeschmack auf den Sommer! Aber bereits ab Montag Nachmittag oder Abend soll von Nordwesten eine Kaltfront mit kräftigen Schauern und Gewittern aufziehen und den Höhenflug der Temperaturen wieder beenden. Ich Denke, eine gute Kombination. Die jetzige Feuchtigkeit, dann die Wärme und nachfolgend kräftige Gewittergüsse, dass ist doch ein Wetterszenario, wie wir Pilzfreunde es uns wünschen. Danach soll es zwar kühler, aber im Vergleich zur ersten April – Dekade, immer noch sehr angenehm weitergehen. Hoffen wir, dass dann auch längerfristig immer mal Niederschläge mit dabei sein werden.

Inzwischen haben die Straßenbauarbeiten in der ABC - Straße wieder begonnen. Durch den langen Winter ist sogar eine Verzögerung von drei Wochen engetraten, so dass jetzt damit gerechnet wird, dass die Bauarbeiten nicht vor Mitte August beendet werden können. Ich hoffe, es finden trotzdem viele Besucher unserer Stadt den Weg durch unsere Straße und auch in den Steinpilz - Wismar.

Inzwischen haben die Straßenbauarbeiten in der ABC - Straße wieder begonnen. Durch den langen Winter ist sogar eine Verzögerung von drei Wochen eingetreten, so dass jetzt damit gerechnet wird, dass die Bauarbeiten nicht vor Mitte August beendet werden können. Ich hoffe, es finden trotzdem viele Besucher unserer Stadt den Weg durch die ABC - Straße und auch in den Steinpilz - Wismar.

Sonnabend, 13. April – Bedeckt, gelegentlich etwas Regen, lebhafter westlicher Wind und Temperaturen unterhalb der 10 Grad Marke, dass war ein recht ungemütlicher Tag. Örtlich liegen in den Straßengräben und Böschungen immer noch teils kompakte Schneereste. Der Spätwinter ist bei uns also immer noch nicht restlos verschwunden. Aber diesen Resten wird es in den nächsten Tagen endgültig an der Kragen gehen. Auch bei uns im Norden können dann die Temperaturen teils deutlich über die 20 Grad Marke ansteigen. Spätestens Montag Abend soll es dann in Westmecklenburg in Verbindung mit einer Kaltfront zu kräftigen, gewittrigen Regengüssen kommen. – Heute Vormittag gab es einen Arbeitseinsatz in Keez, der in Vorbereitung zu unserem ersten Pilzseminar in diesem Jahr, am letzten April – Wochenende, stand. Dabei schaute ich mich auch wieder auf dem naturnahen Grundstück nach Pilzmotiven um und ich konnte einiges entdecken. Von Pyrenomyceten, Gallertpilzen über Schichtpilze, Porlinge bis hin zu Blätterpilzen war einiges Vertreten.

Der für mich interessanteste Fund, über den ich mich sehr gefreut habe, war der Stachelbeer - Feuerschwamm (Phellinus ribis). Dicht über der Bodenoberfläche wuchsen diese Fruchtkörperkonsolen an einem alten Johannesbeerstrauch. Für mich der erste Fund dieser Art, da mann selten in alten Kleingartenanlagen oder verlassenen und verwilderten Grundstücken nach Pilzen sucht. Ungenießbar. Standortfoto in Keez am 13.04.2013.

Der für mich interessanteste Fund, über den ich mich sehr gefreut habe, war der Stachelbeer - Feuerschwamm (Phellinus ribis). Dicht über der Bodenoberfläche wuchsen diese Fruchtkörperkonsolen an einem alten Johannisbeerstrauch. Für mich der erste Fund dieser Art, da man selten in alten Kleingartenanlagen oder verlassenen und verwilderten Grundstücken nach Pilzen sucht. Ungenießbar. Standortfoto in Keez am 13.04.2013.

Sonntag, 14. April – Heute stand die erste Vereinsexkursion des Jahres auf dem Programm. Es ging durch das Warnowgebiet zwischen Alt Necheln und dem Roten See bei Brüel. Das Wetter war herrlich und erstmals in diesem Jahr auch frühlingshaft warm. Neben Porlingen und Schichtpilzen waren auch einige Frischpilze vertreten. Im feuchten Erlenbruch junge Samtfuß – Winterrüblinge, im Fichtenwald erste Fichten – Zapfenrüblinge und am Roten See Erlen – Kätzchenbecherlinge und wunderschöne Österreichische Prachtbecherlinge in einem alten Weidengebüsch. Siehe auch unter „Von Alt Necheln bis Roter See“. – Beim Wetter soll es morgen noch etwas wärmer zugehen, bevor am Abend gewittrige Regenfälle aufkommen sollen. Auch im weiteren Wochenverlauf soll es recht warm weitergehen und gelegentliche Regenfälle sollen auch weiterhin mit dabei sein. Erst zum nächsten Wochenende deuten die Metereologen eine merkliche Abkühlung an und auch die Nachtfrostgefahr kann dann gebietsweise wieder erhöht sein. Im großen und ganzen soll es aber leicht unbeständig bis gegen Ende des Monats weiter gehen, so dass ich hoffe, wir werden in diesem Frühling keine Probleme mit der Trockenheit bekommen. Heute haben wir die ersten Blüten des Huflattich gesehen, was bedeutet, dass die Lorchelzeit endgültig beginnt!

In einem Weidengebüsch am Roten See erfreuten uns etliche, wunderschöne Österreichische Prachtbecherlinge (Sarcoscypha austriaca). Ungenießbar. Standortfoto am 14.04.2013.

In einem Weidengebüsch am Roten See erfreuten uns etliche, wunderschöne Österreichische Prachtbecherlinge (Sarcoscypha austriaca). Ungenießbar. Standortfoto am 14.04.2013.

Montag, 15. April – Heute kamen wirklich schon Sommergefühle auf und einige Leute stöhnten schon wieder über die plötzliche Wärme. Aber so ist das nun mal im April. Innerhalb kürzester Zeit kann es vom Winter in den Sommer oder auch umgekehrt gehen. Das war heute für uns erst einmal ein Wärmehöhepunkt, denn eine Kaltfront steht unmittelbar vor der Haustür. Es ist jetzt 17.30 Uhr und etwa vor einer Stunde begann sich eine Starkregen- und Gewitterzelle im äußersten Südwesten Mecklenburgs zu bilden. Sie zieht jetzt unter möglicher Verstärkung nordostwärts großräumig über das Gebiet des Schweriner Sees hinweg und wird viele unserer Pilzgebiete tangieren. Die Regengüsse innerhalb der Zelle sind aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Weitere Schauer können noch am späteren Abend und in der Nacht folgen. Hinter der Kaltfront weht aber nur wenig kühlere Luft heran, so dass es in den nächsten Tagen weiterhin eher warm bleiben dürfte. Das Wetter gibt sich nun wirklich alle erdenkliche Mühe, um der Natur endlich auf die Sprünge zu helfen. Bis Donnerstag/Freitag bleibt es noch recht warm, dann soll es deutlicher abkühlen. Regen dürfte aber auch weiterhin mit dabei sein und das ist das Wichtigste!. – Gestern hat im übrigen auch Andreas Okrent einen neuen Standort des Östereichischen Kelchbecherlings unter Weiden entdeckt. Die Art scheint in solchen Biotopen wirklich keine Seltenheit zu sein, also Augen auf, es lohnt sich!

Am gleichen Standort wo wir gestern die Kelchbecherlinge fanden, wuchsen auch diese eher unscheinbaren Erlenkätzchen - Becherlinge (Ciboria amentacea). Laut Literatur dürfen sie auch an Weidenkätzchen Vorkommen. Sie sind eigentlich viel früher, im Februar und März unmittelbar nach der Schneeschmelze zu finden, aber der Schnee schmolz bei uns ja erst vor wenigen Tagen! Standortfoto am Roten See bei Brüel am 14.04.2013.

Am gleichen Standort, wo wir gestern die Kelchbecherlinge fanden, wuchsen auch diese eher unscheinbaren Erlenkätzchen - Becherlinge (Ciboria amentacea). Laut Literatur dürfen sie auch an Weidenkätzchen vorkommen. Sie sind eigentlich viel früher im Jahr, im Februar und März, unmittelbar nach der Schneeschmelze, zu finden, aber der Schnee schmolz bei uns ja erst vor wenigen Tagen! Standortfoto am Roten See bei Brüel am 14.04.2013.

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