Erfolgreiche Frühjahrsexkursion

10. April 2010 – Ein erfolgreicher Exkursionstag

Erfolgreicher Exkursionstag im Frühling 2010

Am 10. April 2010 war ich um 10.00 Uhr mit Katrin und Torsten Richter vom Pilzverein „Heinrich Sternberg“ Rehna e.V. am Waldhotel in Neukloster verabredet. Von hier aus fuhren wir in den ganz in der Nähe gelegenen Schlemminer Staatsforst. Hier befindet sich ein seit Jahren bekanntes Vorkommen des seltenen Östereichischen Prachtbecherlings (Sarcoscypha austriaca). Der Standort wurde vor Jahren von Klaus Warning, dem Pilzberater der mecklenburgischen Kleinstadt Bützow, entdeckt. Herr Richter wollte Fotos dieser schönen Art machen. Die Gattung Sarcosypha wird zur Zeit für Europa bearbeitet und es sollen Verbreitungskarten erstellt werden. Der namenhafte Mykologe Benno Westphal hat in den letzten Tagen mindestens 10 neue Vorkommen im Westmecklenburger Raum erkunden können, bevorzugt in Grauweidengebüschen. Über eventuelle, weitere, belegbare Fundmeldungen würden wir uns sehr freuen. Kontakt auch unter www.pilzverein-rehna.de

Östereichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca). Standortfoto am 30. März 2010 in den Rohlstorfer Tannen bei Wismar.

Östereichischer Prachtbecherling (Sarcoscypha austriaca). Standortfoto am 30. März 2010 in den Rohlstorfer Tannen bei Wismar.

Katrin Richter, Reinhold Krakow und der Biologe, Lehrer und Vorsitzende des Renaer Pilzvereins am 10. April 2010 im Schlemminer Staatsforst am Standort von Sarcoscypha austriaca.

Katrin Richter, Reinhold Krakow und der Vorsitzende des Renaer Pilzvereins Torsten Richter am 10. April 2010 im Schlemminer Staatsforst am Standort von Sarcoscypha austriaca.

Danach fuhren wir noch in die Kiefernaufforstung bei Perniek. Hier herrschte allerdings noch eine ziemliche Pilzarmut. Aber es scheint sich zu entwickeln. Neben Ohrlöffeln und Kiefern – Zapfenrüblingen tauchten die ersten Schwarzweißen Becherlorcheln auf und boten Torsten Richter ein weiteres Fotomotiv.

Auf dem armen Kiesboden gedeihnen auch verschiedene Flechten ganz vorzüglich. Hier eine Hundsflechte der Gattung Peltigera. Die Flechten sind Doppelwesen aus Pilz und Alge. Sie bilden so zu sagen das Bindeglied zwischen den Pilzen und den Pflanzen.

Auf dem armen Kiesboden gedeihnen auch verschiedene Flechten ganz vorzüglich. Hier eine Hundsflechte der Gattung Peltigera. Die Flechten sind Doppelwesen aus Pilz und Alge. Sie bilden so zu sagen das Bindeglied zwischen den Pilzen und den Pflanzen. Standortfoto Kiefernaufforstung Perniek.

Danach trennten sich unsere Wege. Die Pilzfreunde aus Rehna fuhren nach hause und ich stattete noch der Jesendorfer Kiefernaufforstung einen Besuch ab. Ich brauchte noch frische Frühjahrslorcheln für unsere Dauerausstellung.

Und davon gab es hier wieder reichlich. Die Frühjahrslorchel ist der wichtigste Giftpilz im zeitigen Frühjahr und darf auf einer Frischpilzausstellung nicht fehlen. Standortfoto am 10. April 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.

Und davon gab es hier wieder reichlich. Die Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) ist der wichtigste Giftpilz im zeitigen Frühjahr und darf auf einer Frischpilzausstellung zu dieser Jahreszeit nicht fehlen. Standortfoto am 10. April 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.

Während die Frühjahrslorchel hier seit langem bekannt war, ist der heutige Fund von zahlreichen Schildförmigen Scheibenlorcheln für mich hier überaschend und völlig neu.

Während die Frühjahrslorchel hier seit langem bekannt war, ist der heutige Fund von zahlreichen Schildförmigen Scheibenlorcheln (Discina perlata/Gyromitra ancilis) für dieses Gebiet neu.

Sie traten hier an verschiedenen Stellen so zahlreich auf, das man ihre ganze Bandbreite an Formenvielfalt studieren konnte. Die Früchte der Walderdbeeren waren leider noch nicht so weit.

Sie traten hier an verschiedenen Stellen so zahlreich auf, das man ihre ganze Bandbreite an Formenvielfalt studieren konnte. Die Früchte der Walderdbeeren waren leider noch nicht so weit.

Während viele Pilzarten durch Holzeinschlag stark beeinträchtigt werden, profitieren die Lorcheln von Holzresten die oft in großen Mengen in den Wäldern zurück gelassen werden. Hier auf vermoderndem Kiefernholz.

Während viele Pilzarten durch Holzeinschlag stark beeinträchtigt werden, profitieren die Lorcheln von Holzresten die oft in großen Mengen in den Wäldern zurück gelassen werden. Hier auf vermoderndem Kiefernholz.

Die Schildförmige Scheibenlorchel ist essbar und bei üppigen Vorkommen wie an diesem, auch durchaus ergiebig. Alle Fotos entstanden am 10. April 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.

Die Schildförmige Scheibenlorchel ist essbar und bei üppigen Vorkommen wie an diesem, auch ergiebig. Alle Fotos entstanden am 10. April 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.