Pilzvergiftungen 2013

Pilzvergiftungen 2013

Pilzvergiftungen im Jahr 2013

Leider kommt es jedes Jahr immer noch zu Vergiftungen durch Pilzverzehr. Oftmals sind Leichtsinn und Oberflächlichkeit ursächlich oder wie im ersten, mir in diesem Jahr bekannt gewordenen Geschen in unserem Einzugsbereich, Unwissenheit.

1. Vergiftungsgeschen am 03. Juni 2013 durch Karbol – Champignon (Agaricus xanthodermus).

Karbol - Champignon, graue Form (Agaricus xanthodermus var. grisea) im Wismarer Seeblickpark am 29. Mai 2013 fotografiert. Hier und in anderen, städtischen Anlagen, treten diese Giftpilze oft in sehr großen Ansammlungen auf und werden dann immer wieder eigesammelt und im ungünstigsten Falle, ohne einen Fachmann zu konsultieren, verspeist. Immerhin sind es ja Champignons, was soll da schon schief gehen!

Karbol - Champignon, graue Form (Agaricus xanthodermus var. grisea) im Wismarer Seeblickpark am 29. Mai 2013 fotografiert. Hier und in anderen städtischen Anlagen, treten diese Giftpilze oft in sehr großen Ansammlungen auf und werden dann immer wieder eigesammelt und im ungünstigsten Falle, ohne einen Fachmann zu konsultieren, verspeist. Immerhin sind es ja Champignons, was soll da schon schief gehen! Starke, kurzzeitige Gelbverfärbungen und unangenehmer Geruch bei Champignons kennzeichnet die Gruppe der giftigen Karbol - Egerlinge. Auf derartge Signale sollte beim Sammeln von Champignons unbedingt geachtet werden!

Gegen 13.30 Uhr rief mich eine Dame per Telefon an, dass es ihr sehr schlecht ginge. Sie hat gegen 12.00 Uhr selbstgesammelte Champignons verspeist und kurze Zeit später wurde ihr übel mit Erbrechen, also den bekannten Symptomen dieses Vergiftungstyps: starke Brechdurchfälle und große Übelkeit! Ich fragte natürlich zunächst, ob an den Pilzen Auffälligkeiten wärend des putzens oder der Zubereitung wahrnehmbar waren z.B. unangenehmer Geruch oder Gelbverfärbung der Pilze. Sie bestätigte mir, dass die Pilze in auffalender weise gilbten und die Lamellen waren wie für Champignons typisch rosabräunlich. Der unangenehme Karbol – Geruch, der besonders während der Zubereitung zum tragen kommt, scheint in diesem Falle nicht gestört zu haben. Zunächst versuchte ich sie zu beruhigen und erläuterte ihr, dass, wenn es sich tatsächlich nur um Karbol – Champignons handeln sollte, keine Lebensgefahr bestünde und das nach ein bis zwei Tagen das ganze ohne bleibende Schäden überstanden sein dürfte, riet ihr aber, sich umgehend in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorzustellen. Putz- und Essensreste möglichst mit zu nehmen und dem medizinischen Personal mitzuteilen, dass sie bereits einen Pilzberater zu Rate gezogen hätte, der auf eine Vergiftung durch Karbol – Champignons tippe. Trotzdem wäre es wichtig, die besagten Putz- und Essensreste mit in die Klinik zu nehmen, um durch eine Laboruntersuchung mögliche andere, gefährlichere Giftpilze, ausschließen zu können. Immerhin wurden mir heute bereits erste Pantherpilze in die Pilzberatung zu Ausstellungszwecken gebracht!!! Ich Denke, es kommt jedes Jahr zu zahlreichen Vergiftungen mit diesen häufigen und oft sehr zahlreichen auftretenden Champignons, die keineswegs alle in einer Klinik enden. Es gibt auch Menschen, die diesen Giftpilz ohne Folgen essen können, z. B. Leute mit zuviel Magensäure, was in diesem Fall wohl positiv zu bewerten ist, da die Giftstoffe, die für das Unwohlsein und das Erbrechen verantwortlich sind, bereits effektiv bekämpft werden.

2. Fall – Ein Kleinkind hat einen Pilz in den Mund gesteckt. Die besorgte Mutti kam am 28. Juni in die Pilzberatung und legte mir Nelkenschwindlinge vor. Als ich ihr erläuterte, dass es sich um einen guten Speisepilz handelt, der zwar in geringen Mengen Blausäure enthalten soll, aber ansonsten völlig harmlos sei, fiel ihr sichtlich ein Stein vom Herzen.

Der Nelkenschwindling (Marasmius oreades) ist ein Hexenring - Bildner und wächst von Mai - November nach starken Regenfällen aus Rasen- und Wiesenflächen, manchmal auch in grasigen Wäldern. Die ledergelbliche Färbung, der kleine, fleischige Hutscheitel und die dicklichen, entfernt stehenden Lamellen kennzeichnen ihn recht gut. Sehr guter Speisepilz.

Der Nelkenschwindling (Marasmius oreades) ist ein Hexenring - Bildner und wächst von Mai - November nach starken Regenfällen aus Rasen- und Wiesenflächen, manchmal auch in grasigen Wäldern. Die ledergelbliche Färbung, der kleine, fleischige Hutscheitel und die dicklichen, entfernt stehenden Lamellen, kennzeichnen ihn recht gut. Sehr guter Speisepilz.

3. Fall – Verdacht auf eine unechte Pilzvergiftung durch den Verzehr anscheinend überständiger, Derber Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Eine besorgte Mutter rief mich an, dass ihre Tochter mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen hätte, da sie gestern besagte Pilze gegessen hätte. Es war in der ersten Oktober – Dekade. Einige Tage zuvor herrschte eine trockene Ostwindlage und hat viele Pilze mehr oder weniger mumifiziert, so dass sie sich für den ungeübten Sammler immer noch frisch und fest präsentierten, im Grunde aber oftmals schon überständig waren und giftige Zersetzungsprodukte ausbildeten. Ich riet zur Konsultation eines Arztes. Die Mutter konnte glaubhaft versichern, dass keine weiteren Pilzarten verzehrt wurden. Wer Pilze während oder nach derartigen Ostwindlagen sammelt, sollte also vorsichtig sein und erkennen können, ob ein Fruchtkörper tatsächlich noch frisch ist oder doch schon länger am Standort verweilte. Solche Pilze sehen oft weniger farbfreudig als frische Fruchtkörper der gleichen Art aus. Auch wenn sie noch relativ fest sind, sollte man aber darauf achten, dass sie auch noch saftfleischig sind und nicht saft und kraftlos wirken, also im Prinziep eigentlich bereits verwelkt sind.

Diese Maronen - Röhrlinge (Xerocomus badius) sehen zwar noch recht ordentlich aus, sind aber nicht mehr frisch. Sie stehen schon etwas länger am Standort und haben bereits unter ungünstigen, trocknen Witterungsverhältnissen etwas gelitten. Sie sind pappig und insbesodere beim linken Exemplar sind die Röhren auch teilweise stark angetrocknet und somit bräunlich verfärbt.

Diese Maronen - Röhrlinge (Xerocomus badius) sehen zwar noch recht ordentlich aus, sind aber nicht mehr ganz frisch. Sie stehen schon etwas länger am Standort und haben bereits unter ungünstigen, trocknen Witterungsverhältnissen gelitten. Sie sind pappig und recht saftlos, insbesodere beim linken Exemplar sind die Röhren auch teilweise schon stark angetrocknet und somit bräunlich verfärbt.

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