Pilztagebuch Mai 2014/1

Wetter und Pilzwachstum im Nordwesten Mecklenburgs

Wetter und Pilzwachstum im Mai 2014/1

Ab dem 1. Mai 2014 ist unsere Steinpilz - Außenstelle in Keez auch zur B 104 gut sichtbar ausgeschildert. Neben unseren Pilzseminaren führt Irena Dombrowa hier auch im Auftrag des Gesundheitsamtes im Landkreis Parchim/Ludwigslust hier seit vielen Jahren auch Pilzberatungen durch.

Ab dem 1. Mai 2014 ist unsere Steinpilz – Außenstelle in Keez auch zur B 104 gut sichtbar ausgeschildert. Neben unseren Pilzseminaren führt Irena Dombrowa hier auch im Auftrag des Gesundheitsamtes im Landkreis Ludwigslust – Parchim seit vielen Jahren Pilzberatungen durch.

Donnerstag, 1. Mai (Maifeiertag) – Heute besuchten uns Wilhelm und Angelika Boniakowski aus Hagebök und brachten als Geschenk ein liebevoll gestaltetes und natürlich wirkendes Holzbrett mit der Aufschrift „Pilzseminar Keez“ mit. Nun war die große Frage, wo ist es am besten gut sichtbar zur Straße hin anzubringen. Da bot sich der hohe Zaun vor dem Grundstück regelrecht an und weil dahinter noch das Dach des Schuppens fast in Höhe des Zaunes verläuft, konnten zugleich auch zwei größere Deko – Pilze flankierend dazu aufgesetzt werden. Ich hoffe, unsere Seminarteilnehmer, die noch nicht bei uns in Keez waren, werden es nicht übersehen, denn das Grundstück befindet sich nicht im eigentlichen Dorf Keez, sondern direkt an der B 104 (Keezer Schmiede). Vom 09. – 11. Mai findet hier unser diesjähriges Frühlingsseminar unter dem Motto „Ein Pilzwochenende in Mecklenburg “ statt. Siehe auch unter Termine! – Nachdem wir Mittag und Kaffee in Keez genossen, fuhren wir anschließend noch mit unseren Gästen in das Warnowtal bei Gädebehn. Wir unternahmen eine ausgiebige Exkursion auf den Spuren der hier sehr fleißig wirtschaftenden Biber und schauten uns auch eine Biberburg an. Es gibt hier einen richtigen „Biberburg – Wanderweg“. Frischpilze gab es kaum. Nur einige Buchenwald – Becherlinge, junge Sklerotienporlinge und nur einen einzigen Maipilz, der aber immerhin einen neuen Fundpunkt dieser Art auf meiner Verbreitungskarte bedeutete!

Während der feierlichen Enthüllung in Keez am Nachmittag.

Während der feierlichen Enthüllung des von Angelika liebevoll gestalteten Holzbrettes in Keez am Nachmittag des 1. Mai 2014.

Freitag, 02. Mai – Nachdem es durch die angekündigte Kaltfront bereits gestern deutlich abkühlte, war es heute noch einen Tick kälter. Dazu viele Wolken und frischer, trockener Wind. Pilzwetter sieht anders aus! Viel Sonne an den Vortagen, trockene Luft, der zeitweise lebhafte Wind und auch kaum Taufall in den zurückliegenden Nächten, haben die Wachstumsbedingungen erheblich verschlechtert und stehen die noch vorhandenen Frischpilze nicht ganz besonders versteckt und geschützt, so dürften sie inzwischen weitestgehend vertrocknet sein. Das sich die Bedingungen derart verschlechtern würden, hätte ich vor etwa vor einer Woche nicht gedacht, da laut Wetterprognose auch wir von den Regenfällen der letzten Tage hätten privitieren sollen. Nun droht sogar noch Bodenfrost! Aber es ist ein Lichtblick am Horizont auszumachen. In der neuen Woche soll die Strömung auf west/südwest zurück drehen und wieder deutlich wärmere Luftmassen heranführen. Sollten die Berechnungen der Wettercomputer recht behalten, so soll sich dieser Trend bis mindestens Mitte Mai forsetzen. Damit nicht genug, zu dieser warmen Strömung sollen sich auch immer wieder kleinere Tiefdruckgebiete mit Regenfällen gesellen. Kommt es so, so steht uns Pilzfreunden eine Idealwetterlage in`s Haus!

Relativ unempfindlich gegenüber der momentan äußerst ungünstigen Witterung sind natürlich derart dickfleischige Holzbewohner wie diese Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus). Allerdings können auch sie in ihrem Wachstum ins Stocken geraten, wenn sie permanent intensiver Sonneneinstrahlung und starken, trockenem Wind ausgesetzt sind. Schwefelporlinge habe ich bisher zum Glück nur sehr wenige gesehen. Gibt es um diese Zeit viele von ihnen, so ist das meist ein schlechtes Ohmen für ein gutes Pilzjahr, so meine Erfahrung!

Relativ unempfindlich gegenüber der momentan äußerst ungünstigen Witterung sind derart dickfleischige Holzbewohner wie diese Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus). Allerdings können auch sie in ihrem Wachstum ins Stocken geraten, wenn sie permanent intensiver Sonneneinstrahlung und starkem, trockenen Wind ausgesetzt sind. Schwefelporlinge habe ich bisher zum Glück nur sehr wenige gesehen. Gibt es um diese Zeit viele von ihnen, so ist das meist ein schlechtes Ohmen für ein gutes Pilzjahr, so meine Erfahrung! Standortfoto an einem Pflaumenbaum bei Pinnow – Ausbau am 02.05.2014. 

Sonnabend, 03. Mai – Heute morgen brachen wir von Wismar aus wieder zu einer öffentlichen Pilzlehrwanderung auf. Unser Ziel war die bewaldete Halbinsel Schelfwerder am Schweriner See. In sehr kühler Luft, aber bei sonnigen Verhältnissen, war es eine sehr schöne Runde durch alte Buchenwälder und Erlenbrüche. Hier soll es auch Morcheln und Maipilze geben. Von beiden heute allerdings keine Spur. Siehe auch unter „Im Frühling auf Schelfwerder“. Es war oberflächlich sehr stark abgetrochnet. Schuld daran waren die trocknen Luftmassen, die uns schon seit Tagen im Griff haben und der zeitweilge Wind. Wir brauchen nun dringend Regen. Dieser soll ab Montag kommen. Es steht uns wohl eine regnerische und relativ warme Woche bevor. In tieferen Bodenschichten dürfte noch genügend Feuchtkeit vorhanden sein und wenn die ausgetrockneten Oberschichten nun auch wieder Wasser bekommen, können sich die Kleinarten regenerieren. Für die ersten, zu erwartenden Dickröhrlinge, wäre ohnehin noch genügend Feuchtigkeit im Boden. Wir erwarten in Kürze nähmlich die ersten Hexenröhrlinge, Fahle Röhrlinge und Sommersteinpilze. Übrigens teilte mir Andreas Okrent mit, dass er bereits am 1. Mai in der Wismarer Bürgermeister Haupt Straße die ersten beiden Netzstieligen Hexen – Röhrlinge fand. Die Hexen sind also schon da! Bestimmt gewachsen in der Walpurgisnacht!

Die einzigen ordentlichen Speisepilze die wir heute fanden waren zwei Stubben mit wirklich kapitalen Stockschwämmchen im Hallimasch - Habitus. Sie waren stark durch den trockenen Wind der letzten Tage gezeichnet, aber nach entfernen der vertrockneten Ränder dürften sie wirklich noch gut für einen schmackhafte Pilzpfanne tauglich gewesen sein. 03.05.2014.

Die einzigen ordentlichen Speisepilze, die wir heute fanden, waren zwei Stubben mit wirklich kapitalen Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) im Hallimasch – Habitus. Sie waren stark durch den trockenen Wind der letzten Tage gezeichnet, aber nach Entfernen der vertrockneten Ränder dürften sie wirklich noch für eine schmackhafte Pilzpfanne tauglich gewesen sein. 03.05.2014.

Sonntag. 04. Mai – Heute waren wir mit Andreas Okrent in Graal – Müritz verabredet. Es stand ein Vereinsausflug der Pilzfreunde auf dem Programm. Gegen 10.00 Uhr trafen wir mit 10 Leuten aus Wismar in Graal – Müritz ein. Durch das www.das-naturforum.eu konnte Andreas noch weitere Interessenten für unsere heutige Tour gewinnen. So gab es auch ein Wiedersehen mit der Bad Doberaner Pilzgruppe um Veronika Weisheit. Wir konnten Gäste von der Insel Rügen begrüßen und auch unsere Pilzfreundin Anja aus der Waren – Müritzer Region war wieder mit dabei. Das Wetter wurde besser als vorausgesagt und die Sonne begleitete uns bei tiefblauen Himmel, die Luft war aber weiter sehr kühl. Ziel der heutigen Tour waren in der Planung vor allem Morcheln und Verpeln. Da wir den Termin im Januar festlegten, konnte niemand ahnen, dass diese Anfang Mai schon fast wieder verschwunden sind. Normalerweise wäre jetzt der optimale Zeitpunkt dafür gewesen. Aber wir hatten Glück, wir konnten noch zumindest eine vernünftige Runzel – Verpel zum fotografieren in freier Wildbahn entdecken. Wir durchwanderten einen Teil des einzigartigen Naturschutzgebietes Ribnitzer Großes Moor, dass in eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands, der Rostocker Heide, eingebettet ist. Nach etwa vier Stunden war die Route geschaft und einige Pilzfreunde auch. Dennoch war die heutige Exkursion einer der schönsten und beeindruckendsten, die wir bisher unternommen haben. Neben weiteren, interessanten Pilzen, war für einige Teilnehmer sogar eine kleine Röhrlingsmahlzeit drin. Bestehend aus Sand Röhrlingen, Butterpilz, Flockenstieligem Hexen – Röhrling und Birken – Rotkappe. Siehe auch unter „Toller Ausflug nach Graal – Müritz“.

Wie erwartet, legen auch einige Röhrlinge in diesem Jahr rekordverdächtig zeitig los. Eine Birken - Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum) am 04. Mai ist mir bisher auch noch nicht untergekommen!

Wie erwartet, legen auch einige Röhrlinge in diesem Jahr rekordverdächtig früh los. Eine Birken – Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum) am 04. Mai ist mir bisher auch noch nicht untergekommen!

Montag, 05. Mai – In den letzten Tagen tauchen nicht nur rekordverdächtig früh immer mehr Röhrlinge auf, es ist auch für die Jahreszeit rekordverdächtig kalte Luft eingefloßen. Es dürfte sich um die verfrühten Eisheiligen gehandelt haben, denn es gab verbreitet Frost. Zum Glück wurden wir aber von den tiefsten Temperaturen verschont, aber am Erdboden gab es auch bei uns Minusgrade. In den letzten Tagen herrschten nicht nur dadurch denkbar schlechte Entwicklungsbedingungen für das noch zaghafte Pilzwachstum. Vor allem negativ war die trockene Luft und einige recht windige Tage. Dieses soll sich aber nun ändern. Es steht uns eine kleine Regenzeit in`s Haus. Dabei soll es deutlich wärmer als bisher werden, allerdings wird der Wind auch wieder kräftig zulegen. Er dürfte bei dieser feuchten Westwetterlage aber nicht zum Problem werden. Schädlich ist er meist nur bei trockener Luft, wie Nord und Ostwetterlagen. Heute wurde unsere Ausstellung auch wieder erneuert. Es liegen 70 Arten auf der Fläche. Zum ersten mal in diesem Jahr mit dabei: Rillstielige Lorchel, Olivgelber Rißpilz, Schuppiger Porling, Sandpilz, Schiefer Schillerporling, Löwengelber Porling und Grauer Langporenschwamm.

Sand - Röhrlinge (Suillus variegatus) sind vor allem im Spätsommer und Herbst in sandigen Kiefernwäldern anzutreffen. Hier bei Graal - Müritz treten sie regelmäßig schon im Frühling auf. Foto am 04.05.2014 in der Rostocker Heide. Essbar.

Sand – Röhrlinge (Suillus variegatus) sind vor allem im Spätsommer und Herbst in sandigen Kiefernwäldern anzutreffen. Hier bei Graal – Müritz treten sie regelmäßig schon im Frühling auf. Foto am 04.05.2014 in der Rostocker Heide. Essbar.

Dienstag, 06. Mai – Die Regenzeit läßt in Nordwestmecklenburg bisher auf sich warten. Eine erste Front ist jetzt am Abend aber im Anmarsch. Ab heute Abend soll es bis einschließlich Montag viel Regen geben. Wenn man den Niederschlagsvorhersagemodellen trauen kann, können bis Anfang nächster Woche in Mecklenburg – Vorpommern allgemein zwischen 30 und 50 Liter pro q/m zusammen kommen. Das befeuchtet nicht nur die ausgetrockneten Oberböden, sondern kann richtig Substanz in den Erdboden bringen. Ich hoffe, die restlichen Maipilze können sich dann nochmals erholen. Ansonsten gilt es abzuwarten, was auf uns zukommt. Einige Röhrlinge sind ja schon eine weile zu finden. Hier sollte sich die Situation nach den Niederschlägen noch etwas verbessern. Ansonsten wohl Waldfreund – Rüblinge, Breitblätter, erste Täublinge, Champignons, Wulstlinge u.s.w. Wir sollten bedenken, es ist erst Anfang Mai und die Erwartungen noch nicht allzuhoch stecken. Pilzfreundin Angelika Boniakowski ist angesichts der ersten Hexen – Röhrlinge, Birkenpilze und Rotkappen schon ganz unruhig geworden und konnte es zuhause nicht mehr aushalten. Sie mußte ihre Stellen unbedingt kontrollieren und das Ergebniss ist eine schmackhafte Pilzpfanne bestehend aus einigen Birkenpilzen und Birken – Rotkappen.

Diese beiden Netzstieligen Hexen - Röhrlinge (Boletus luridus) hat Andreas Okrent bereits am 1. Mai im Stadtgebiet von Wismar fotografiert.

Diese beiden Netzstieligen Hexen – Röhrlinge (Boletus luridus) hat Andreas Okrent bereits am 1. Mai im Stadtgebiet von Wismar fotografiert.

Mittwoch, 07. Mai – Heute hatte ich mir sozusagen Haushaltstag genommen, denn zu hause mußte einiges erledigt werden. Am Abend bin ich dann noch zu einigen Pilzstellen im Stadtgebiet gefahren. Es gab nur einige Maipilze und an einer Weide kamen gerade ganz frische Schwefelporlinge heraus. An einem Stubben vertrocknete Grünblättrige Schwefelköpfe, sonst nichts. Allerdings nahm ich noch zwei Konsolen des seltenen Kupferroten Lackporlings mit, die ich schon seit einiger Zeit an einem alten Buchenstubben auf dem Friedhof beobachtete. Sie wurden leider abgetreten. So können diese seltenen Porlinge wenigstens noch unsere Ausstellung bereichern. In der Nacht und am morgen überquerte uns ein Regengebiet und tagsüber gab es noch verbreitet teils recht ordentliche Schauer. Die Oberböden sind nun wieder durchfeuchtet. Der Anfang ist getan und bis in die nächste Woche hinein sollen weitere Regenfälle folgen. Gut für unser Wochendseminar, wir brauchen dann nicht durch knochentrockene Wälder zu laufen. Wie es aussieht, könnten es aber leider auch triefend nasse Wälder werden. Wir sollten uns zumindest auf derartig feuchte Bedingungen einstellen.

Diese Maipilze (Valocybe gambosa) habe ich heute Abend in der Parkanlage am Seeblich in Wismar fotografiert. Sie waren durch den Regen wieder deutlich aufgefrischt. Bis zu einem gewissen grade können Maiplze ähnlich wie Schwindlinge wieder aufleben. Von oben sahen sie alle wieder frisch aus. Bleiben aber wie bei dem unteren Exemplar braungraue Färbungen im Fleisch oder soe wie hier in den Lamellen zurück, sollte man sie keinesfalls mehr zu speisezweicken nutzen. Der größere, seitliche liegende Pilz links oben sie noch weiß aus, der wäre noch in Ordnung. Standortfoto am 07.05.2014.

Diese Maipilze (Calocybe gambosa) habe ich heute Abend in der Parkanlage am Seeblick in Wismar fotografiert. Sie waren durch den Regen wieder deutlich aufgefrischt. Bis zu einem gewissen grade können Maipilze, ähnlich wie Schwindlinge, nach Trockenheit wieder aufleben. Von oben sahen sie alle wieder frisch aus. Bleiben aber wie bei dem unteren Exemplar braungraue Färbungen im Fleisch oder so wie hier, in den Lamellen zurück, sollte man sie keinesfalls mehr zu speisezwecken nutzen. Der größere, seitlich liegende Pilz links oben, sieht noch weiß aus, der wäre in Ordnung. Standortfoto am 07.05.2014.

Donnerstag, 08. Mai – Die Vorbereitungen für unser Pilzwochenende in Mecklenburg laufen auf Hochtouren. Morgen um 14.00 Uhr ist es soweit. Ulrich Klein eröffnet unser Frühlingsseminar mit einer allgemeinen Einführung in die Pilzkunde, unter spezieller Berücksichtigung des Frühlingssapektes. Am Sonnabend stehen Exkursionen auf dem Programm und am Sonntag – Vormittag erfolgt die Auswertung mit Bestimmungsübungen. Möglicherweise gibt es bei entsprechenden Pilzfunden auch wieder eine mittägliche Pilzverkostung und wenn das Wetter mitspielt und noch Interesse besteht, geht es danach noch zu einer Abschlußexkursion. Das Wetter spielt zur Zeit insofern mit, dass es reichlich regnet. Heute gab es zumindest in den küstennahen Regionen den ganzen Tag schauerartige Regenfälle. Es sind wieder einige Liter zusammengekommen. Jetzt am Abend zieht ein kräftiges und kompaktes Regengebiet auf und wird es allgemein stundenlang kräftig regnen lassen. Auch für Morgen sind zahlreiche Starkregenschauer und Gewitter angesagt und weitere Schauer und Regengebiete folgen am Wochenende nach. Wir sollten uns auf ein sehr feuchtes Pilzwochenende einstellen!

Phaeotrametes decipiens - ein australischer Porling. Unser Pilzfreund Thomas Harm hat Verwandte in Australien, die er ab und zu einmal besucht. Im vergangenen März war es wieder soweit. Nach seiner Rückkehr brachte er mir so zu sagen ein pilziges Souvenier vom fünften Kontinent mit. Natürlich konnte ich diesen Porling zunächst nicht bestimmen und bat Andreas Okrent ihn in seinen Naturforum zur Diskusion zur stellen, möglicherweise hat jemand eine Idee. Das Resultat heißt Phaeotrametes decipiens - einen deutschen Namen konnte ich nicht ermitteln. Ich Danke Andreas und seinen Pilzfreunden aus dem www.naturforum.eu

Phaeotrametes decipiens – ein australischer Porling. Unser Pilzfreund Thomas Harm hat Verwandte in Australien, die er ab und zu einmal besucht. Im vergangenen März war es wieder soweit. Nach seiner Rückkehr brachte er mir so zu sagen ein pilziges Souvenier vom fünften Kontinent mit. Natürlich konnte ich diesen Porling nicht bestimmen und bat Andreas Okrent ihn in seinem Naturforum zur Diskusion zu stellen, möglicherweise hat jemand eine Idee. Das Resultat lautet also Phaeotrametes decipiens – einen deutschen Namen konnte ich nicht ermitteln. Ich Danke Andreas und seinen Pilzfreunden aus dem www.naturforum.eu

Freitag, 09. Mai – Ich muß mich bei den Lesern des Tagebuches zunächst entschuldigen, dass es erst jetzt wieder weitergeht, denn heute ist nun schon der 13. Mai. Aber wir hatten am Wochenende unser Frühlingsseminar in Keez und hier bekam ich keinen Zugang zum Internet. Außerdem wurde mein altes Betriebssystem durch eine aktuellere Version ersetzt und auch die Computeranlage ausgetauscht. Hier sind nun zusätzlich einige ernstere Probleme aufgetaucht. Daher kam es zu Verzögerungen und auch der Bericht von unserem Pilzseminar wird wohl noch etwas auf sich warten lassen müssen. Zurück zum 09. Mai. Ulrich Klein eröffnete heute unser Pilzwochenende mit einer Einführung in die allgemeine Pilzkunde. Wir konnten dazu 8 Pilzfreunde aus Berlin, Hamburg, Lübeck und Graal – Müritz begrüßen. Beim Wetter ging es unterdessen sehr turbulent zu. Immer wieder zogen Schauer und kräftige Gewitter durch, nachdem es bereits in der voran gegangenen Nacht kräftig geregnet hatte.

Ulrich Klein bei seiner Einführung in die Pilzkunde in unserem Schulungsraum in Keez.

Ulrich Klein bei seiner Einführung in die Pilzkunde in unserem Schulungsraum in Keez.

Sonnabend, 10. Mai – Heute standen im Zusammenhang mit unserem frühlingshaften „Pilzwochenende in Mecklenburg“ Exkursionen auf dem Programm. Eigentlich waren in unserer Planung Morchelwanderungen vorgesehen. Das konnten wir aber Vergessen, denn die Morchelsaison ist bereits abgeschlossen. Bis zuletzt überlegte ich, in welchem Gebiet es wohl am sinnvollsten wäre. Ich suchte schließlich einen Buchenwaldbereich im Revier Weiße Krug aus. Da es in den letzten Tagen endlich wieder regnete und es hier einigermaßen windgeschützt ist, könnten wir hier vieleicht das eine oder andere erwarten. Und so war es auch. Meine bescheidenen Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Es gab einiges an Frischpilzen: Waldfreund – Rüblinge, Breitblätter, Schwefelköpfe, Dachpilze, Tintlinge, Maiporlinge, Sklerotienporlinge und manches mehr. Von letzteren konnten wir hier einen Wachstumsaspekt bewundern, wie ich ihn von dieser Art bisher noch nirgens gesehen habe. Überall Sklerotien – Porlinge an liegenden Ästen und Stämmen. Hier konnte die Art in allen Entwicklungsstadien studiert werden und die Pilze wurden teils außergewöhnlich groß, so dass sie von Laien für den sehr ähnlichen Schuppigen Porling gehalten werden konnten. Nicht zu vergessen reichlich Stockschwämmchen, zwei Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und die erste Pfifferlingsbrut, so früh, wie noch nie! Am Nachmittag ging es auf die Insel Poel. Wir durchstreiften den Küstenschutzwald. Durch den Regen und die feuchte Luft der letzten Tage erlebten hier die Judasohren ein beeindruckendes Comeback. Wir konnten sie Körbeweise Ernten und keiner von uns hatte jemals so viele von ihnen in einem Wald gesehen. Es gab auch noch einige Hexenringe Maipilze, die durch den Regen wieder aufgefrischt, aber überwiegend vermadet waren. Im Eichenpark am Schwarzen Busch wuchsen recht viele Hochgerippte Becherlorcheln und wir fanden unter Birke den ersten Perlpilz der Saison.

Der Sklerotionporling (Polyporus tuberaster) ist meist deutlich kleiner als der sehr ähnliche Schuppige Porling. Er ist fast geruchlos, währden der Schuppige Porling nach frischen Gurken riecht. Jung essbar. Standortfoto am 10.05.2014 im Revier Weiße Krug.

Der Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) ist meist deutlich kleiner als der sehr ähnliche Schuppige Porling. Er ist fast geruchlos, während der Schuppige Porling nach frischen Gurken riecht. Jung essbar. Standortfoto am 10.05.2014 im Revier Weiße Krug.

Sonntag, 11. Mai Heute stand am Vormittag die Auswertung unserer Pilzfunde auf dem Programm. Wir ordneten die Pilze und setzten uns in einer Runde zusammen. Ich stellte die Arten und Gattungen vor und wir besprachen ihre markantesten Merkmale und ihre verwandtschaftliche Stellung in der groben Systematik der Großpilze. Dazu brachte uns Ulrich Klein noch eine Grafik aus seiem Vortrag mit. Am Mittag gab es wieder unsere Pilzverkostung. Maipilze, Stockschwämmchen und Judasohren waren zu bewerten. Mir persönlich mundeten die Stockschwämmchen am besten. Meiner Meinung nach die Nummer eins. Ich Denke, um den Wohlgeschmack des Stockschwämmchens zu Übertreffen, gehört schon einiges dazu. Man muss man schon lange Suchen, um in unseren Wäldern etwas ebenbürtiges zu finden. Allerdings sind die Geschmäcker verschieden und auch der Maipilz schnitt hervorragend ab. Er ist ähnlich schmackhaft und heute gab es ein Unendschieden, welcher von beiden der Bessere ist. Es hängt natürlich auch von der Zubereitungsart ab. Die Stockschwämmchen wurden von unserer guten Seele Irena scharf geschmort und die Maipilze zusammen mit Möhren ebenfalls geschmort serviert. Judasohren sind dagegen geschmacklich eher neutral und glänzen vielmehr durch ihre Konsistenz. Am Nachmittag ging es dann nochmals in den Wald zu unserer traditionellen Abschlußexkursion. Ziel waren die sandigen Nadel- und Mischwälder an der Friedrichswalder Weiche. Das Frischpilzaufkommen hielt sich hier im Vergleich zu unseren Exkursionen am Vortag sehr in Grenzen. Nur vereinzelt einige Frischpilze wie Rehbraune Dachpilze, Grünblättrige Schwefelköpfe, Tintlinge und als Höhepunkt eine junge Birken – Rotkappe. Sobald mein Computersystem wieder so funktioniert, wie ich es gewohnt bin, erscheint auch der ausführliche Bericht von unserem kleinen „Pilzwochenende in Mecklenburg“.

Maipilz (Calocybe gambosa) und Birken - Rotkappe) aus dem Sültener Forst. 12.05.2014.

Maipilz (Calocybe gambosa) und Birken – Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum) aus dem Sültener Forst. 11.05.2014.

Montag, 12. Mai – Die feuchte Witterung hält zunächst noch an, es ist aber deutlich kühler geworden. Heute berichtete mir unsere Pilzfreundin Angelika Bonikowski von ihren neuesten Erlebnissen an der Pilzfront. Die waren leider nicht sonderlich berauschend, eine Pilzmahlzeit bestehend u. a. aus Espen – Rotkappen konnte sie sich am Wochenende dennoch sichern. Außerdem berichtete sie mir von bisher nur wenigen Schwefelporlingen in diesem Frühjahr. Anscheinend können wir auf eine gute Saison hoffen. Ich habe heute unsere Ausstellung erneuert. Es liegen 62 Arten auf der Fläche. Neu in diesem Jahr sind: Maiporling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling und Birken – Rotkappe.

Dieser alte, bemooste Stubben sitzt voller großer und fleischiger Stockschwämmchen. Gefunden und geerntet am 10. Mai im Revier Weiße Krug und gegessen am Sonntag Mittag. Es war eine Delikatesse!

Dieser alte, bemooste Stubben, sitzt voller großer und fleischiger Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Gefunden und geerntet am Sonnabend, dem 10. Mai 2014, im Revier Weiße Krug und gegessen am Sonntag Mittag. Es war eine Delikatesse!

Dienstag, 13. Mai – Heute habe ich mich weiterhin mit den Problemen meines Computers beschäftigt. Der Internetauftritt des Steinpilz – Wismar ist mit dem neuen Betriebssystem immer noch nicht zu bearbeiten. Zum Glück haben wir ja noch einen Laptop, der nun herhalten muss. Ich hoffe aber, dass wir die Probleme in den nächsten Tagen in den Griff bekommen. An der Wetterfront sind nun doch noch sehr pünktlich die echten Eisheiligen eingetroffen. Die Luft wird immer kühler, aber bei uns nun auch wieder trockener. Heute gab es noch letzte Schauer und dann wird es wohl einige Tage trocken bleiben und auch die Sonne soll wieder die Oberhand gewinnen. Ab dem Wochenende kann es auch wieder wärmer und Anfang nächster Woche sogar richtig sommerlich werden, inklusive einiger kräftiger Gewitter! Hoffen wir, dass es auch so kommt. Es ist in den letzten Tagen recht viel Regen gefallen und er wird sich natürlich auch positiv auf die weitere Entwicklung an der Pilzfront auswirken. Wir haben aber erst Mitte Mai und dürfen die Erwartungen noch nicht all zu hoch schrauben!

Dieser junge Weiße Anis - Champignon wuchs im Küstenschutzwald der Ostsee - Insel Poel. Die Champignons halten sich in diesem Mai hier noch sehr zurück. In anderen Jahren waren sie zu dieser Jahreszeit hier durchaus schon zahlreicher vertreten. Sehr guter speisepilz, reichert aber Schwermetalle an und sollte deshalb nicht in allzugroßen Mengen verzehrt werden. Standortfoto am 10.05.2013.

Dieser junge Weiße Anis – Champignon (Agaricus arvensis) wuchs im Küstenschutzwald der Ostsee – Insel Poel. Die Champignons halten sich in diesem Mai hier noch sehr zurück. In anderen Jahren waren sie zu dieser Jahreszeit hier durchaus schon zahlreicher vertreten. Sehr guter Speisepilz, reichert aber Schwermetalle an und sollte deshalb nicht in allzugroßen Mengen verzehrt werden. Standortfoto am 10.05.2013.

Mittwoch, 14. Mai – Heute wäre Exkursionstag gewesen. Aufgrund der Schwierigkeiten mit meinem neuen Betriebssystem habe ich es für wichtiger erachtet, mich darum zu kümmern, dass die Fehler erkannt und beseitigt werden, die die Bearbeitung unserer Internetseite bisher verhinderten. Die letzten Eintragungen erfolgten von meinem Laptop. Zum Glück habe ich sehr kompetente Fachleute, die sich um meine Computertechnik kümmern, sie Sponsern, Instalieren und auch Betreuen. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei der Wismarer Computer & Komuniktion Jarmer und Roolf GmbH sehr herzlich bedanken. Für die neue Anlage und auch dafür, dass wir heute den Fehler finden konnten, der es verhinderte, dass ich die Steinpilz – Seite nicht von meinem Büro – Computer aus bearbeiten ließ. Es lag ganz einfach am Internet – Explorer. Wir haben einen anderen eingerichtet und der macht wieder alles möglich. Ab heute sollte es dann wieder normal laufen. Inzwischen habe ich auch schon mit meinem Bericht von unserem Pilzseminar vom Wochenende begonnen. Natürlich ist er noch nicht vollständig. Weitere Bilder werden in den nächsten Tagen folgen. Siehe unter „Frühlingsseminar 2014“.

Der wohl beste Fund unseres Frühlingsseminars gelang Andreas Okrent. Am Bahndamm bei Penzin konnte er die seltene Lederige Lorchel entdecken. Ich habe sie bisher nur an sehr weingen Standorten entdecken können. So bei Jesendorf und Perniek. Nun kann ein weiterer Verbreitungspunkt auf unserer Karte gesetzt werden. Foto: Andreas Okrent am 11.05.2014.

Der wohl beste Fund unseres Frühlingsseminars gelang Andreas Okrent. Am Bahndamm bei Penzin konnte er die seltene Lederige Lorchel (Helvella corium) entdecken. Ich habe sie bisher nur an sehr wenigen Standorten unter Weidengebüschen finden können. So bei Jesendorf und Perniek. Nun kann ein weiterer Verbreitungspunkt auf unserer Karte gesetzt werden. Foto: Andreas Okrent am 11.05.2014.

Donnerstag, 15. Mai – Nach dem es gestern noch trübe und für Mai sehr frisch war, mit gelegentlichen Regenschauern im zentralen Mecklenburg, machten heute die Wolken zunehmend der Sonne Platz. Dazu soll es ab Morgen auch schon etwas wärmer werden. Am Wochenende können wir mit Temperaturen um 20 Grad rechnen. Ab der nächsten Woche soll dann der Sommer vorbeischauen. Deutschlandweit sind Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad angesagt! Dazu soll die Luft sehr feucht und schwül sein, einige Schauer und Gewitter inklusive. Wenn das nicht ein gutes Zeichen ist! Mal schauen, was sich daraus entwickelt. Heute habe ich auch unsere Ausstellungsfläche Erneuert. Es liegen weiterhin 62 Arten zur Anschauung. Erstmals in diesem Jahr sind folgende Pilze zu sehen: Breitblatt, Sklerotien – Porling, Frühlings – Ackerling, Weißer Anis – Champignon und Espen – Rotkappe.

Im Vergleich zu der oben zu sehende Lederigen Lorchel gibt es sogar noch Steigerungsmöglichkeiten. Unser Pilzfreund und Vereinsmitglied Chrstian Ehmke entdeckte heute am Farpener Stausee unter Kiefern auf sandigem Untergrund diese beiden Weißstieligen Lorcheln (Helvella monachella). Eine absolute Rarität, die mir bisher in meiner langjährigen Laufbahn noch nicht unter gekommen ist. Herzlichen Glückwunsch, ein Super Fund! Meines wissens ist sie im westlichen Mecklenburg bisher noch nicht nachgewiesen worden!

Im Vergleich zu der oben vorgestellten Lederigen Lorchel gibt es sogar noch Steigerungsmöglichkeiten. Unser Pilzfreund und Vereinsmitglied Chrstian Ehmke entdeckte heute am Farpener Stausee, unter Kiefern auf sandigem Untergrund, diese beiden Weißstieligen Lorcheln (Helvella monachella). Eine absolute Rarität, die mir bisher in meiner langjährigen Laufbahn noch nicht unter gekommen ist. Herzlichen Glückwunsch, ein Super Fund! Meines wissens ist sie im westlichen Mecklenburg bisher noch nicht nachgewiesen worden!

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